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Strompreise 2019 - Prognose

Autor: Dr. Jörg Heidjann

Strompreis pro kWh für Verbraucher, Prognose der Strompreise für 2019

Trotz einer Entlastung bei der Ökostrom-Umlage könnten die Strompreise 2019 für Privathaushalte insgesamt leicht steigen. Grund sind vor allem erwartete höhere Netzentgelte und Beschaffungskosten. Aktuell liegt der durchschnittliche Strompreis für Verbraucher bei 29,4 Cent pro kWh. Da sich der Strompreis aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt (siehe Strompreis Zusammensetzung), schauen wir bei unserer Prognose für das Jahr 2019 auf die auf die wesentlichen Komponenten.

Fazit: Wir rechnen mit einem geringen Anstieg des Strompreises für das Jahr 2019.

Hinweis: In der folgenden Tabelle und der zugehörigen Grafik zeigen wir die Entwicklung der Strompreise für Haushaltskunden  von 2016 bis 2019. Die Zahlen für das Jahr 2019 sind eine Prognose von uns. Die Preise sind in Cent pro kWh angegeben. Eine ausführlichere Darstellung finden Sie auf der Seite Strompreise

Jahr Strompreis in Cent / kWh
2019 30,5
2018 29,4
2017 29,2
2016 28,7
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Strompreise für Haushalte
Preisentwicklung der Stromkosten pro Kilowattstunde Strom

EEG Umlage 2019

Entwicklung der EEG Umlage vom Jahr 2010 bis 2019

Jahr Cent / kWh
2019 6,405
2018 6,792
2017 6,880
2016 6,35
2015 6,17
2014 6,24
2013 5,28
2012 3,59
2011 3,53
2010 2,05

Großhandelspreise 2019

Die Großhandelspreise für Strom werden an der Strombörse in Leipzig gehandelt und sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. Mit aktuell 5 Cent pro kWh liegen diese so hoch wie zuletzt vor 7 Jahren. Ob und in welcher Höhe sich dieser Preisanstieg auf die Strompreise für Haushalte auswirkt, ist allerdings noch unklar.

"Der Anstieg der Großhandelspreise von drei auf fünf Cent je Kilowattstunde ist schon eine starke Erhöhung.“

Prof. Andreas Löschel von der Universität Münster

Dieser Anstieg wird jedoch nicht 1 zu 1 an den Endverbraucher weitergegeben, denn viele Versorger kaufen Ihren Strom über langfristige Verträge an der Strombörse und sind damit gegen kurzfristige Schwankungen abgesichert. Mit niedrigeren Strompreisen sollten Verbraucher aber nicht rechnen. „Insgesamt steigen die Kosten der Stromerzeugung und damit auch die Strompreise für die Endkunden“, prognostiziert der Wissenschaftler der Universität Münster.

Netzentgelte 2019

Die im Strompreis für Verbraucher enthaltenen Netzgebühren sinken im kommenden Jahr voraussichtlich um etwa 20 Prozent. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeutet dies nach Auskunft der Netzbetreiber eine Ersparnis von rund zehn Euro im Jahr.

Wie aus einer aktuellen Auflistung hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, plant der für Berlin, Hamburg und Ostdeutschland zuständige Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, die durchschnittlichen Netzentgelte um 23 Prozent zu senken. Bei den übrigen drei Netzbetreibern TransnetBW, Tennet und Amprion sollen die Gebühren zwischen sechs und 16 Prozent sinken. Die endgültigen Netzengelte für 2019 werden Ende des Jahres bekanntgegeben.

Die Netzentgelte werden vom 1. Januar 2019 in vier Schritten bis Anfang 2022 bundesweit vereinheitlicht. Damit sollen die regional deutlich unterschiedlichen Strompreise nach und nach reduziert werden. Denn die Netzentgelte machen rund ein Viertel der Stromkosten für Verbraucher aus und sind vor allem in Ost- und Norddeutschland sehr hoch. Das liegt an den höheren Kosten für den Netzausbau in den Gebieten, in denen viel Ökostrom (Wind und Sonne) eingespeist wird.

Stromkosten für alle Bundesländer in Deutschland

Bundesland Strompreis
Lokaler
Versorger
Strompreis
Ökostrom
Strompreis
Alle Tarife
Deutschland gesamt 1.107,43 EUR 850,45 EUR 820,64 EUR
Baden-Württemberg 1.106,04 EUR 837,66 EUR 812,41 EUR
Bayern 1.098,08 EUR 832,04 EUR 795,22 EUR
Berlin 1.141,05 EUR 810,45 EUR 768,40 EUR
Brandenburg 1.163,67 EUR 904,10 EUR 865,08 EUR
Bremen 967,78 EUR 784,39 EUR 759,71 EUR
Hamburg 1.122,00 EUR 844,10 EUR 786,26 EUR
Hessen 1.091,35 EUR 828,68 EUR 797,47 EUR
Mecklenburg-Vorpommern 1.187,85 EUR 920,36 EUR 879,19 EUR
Niedersachsen 1.073,55 EUR 835,16 EUR 800,34 EUR
Nordrhein-Westfalen 1.079,76 EUR 824,82 EUR 794,76 EUR
Rheinland-Pfalz 1.096,32 EUR 821,35 EUR 791,59 EUR
Saarland 1.131,51 EUR 828,97 EUR 796,19 EUR
Sachsen 1.095,79 EUR 856,77 EUR 822,11 EUR
Sachsen-Anhalt 1.138,35 EUR 854,78 EUR 815,13 EUR
Schleswig-Holstein 1.196,76 EUR 913,55 EUR 853,83 EUR
Thüringen 1.131,10 EUR 851,63 EUR 808,89 EUR
Stand: 23.10.2018 09:30 Uhr

Hinweis zur Berechnung der Ersparnis
Die mögliche Ersparnis wird in Bezug zu dem Tarif des lokalen Anbieters berechnet. Falls es sich bei dem Vergleichstarif um einen Grundversorgungstarif handelt, wird Ihnen gesetzlich für diesen Tarif eine Kündigungsfrist von 2 Wochen garantiert.

Das sagt der BDEW

„Es ist erfreulich, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr sinkt. Dennoch ist leider nicht mit einer Entlastung der Stromkunden zu rechnen. Nicht die EEG-Umlage ist in diesem Jahr der Preistreiber, sondern deutlich gestiegene Kosten für die Beschaffung von Strom. Auch bleibt die Steuer- und Abgabenlast insgesamt auf einem historisch hohen Niveau. Durchschnittlich 54 Prozent der Strompreise bestehen aus Steuern, Abgaben und Umlagen“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung heute in Berlin.

Während die EEG-Umlage 2019 um 0,387 Cent pro Kilowattstunde sinken wird, steigt im Steuer- und Abgabenblock die sogenannte Offshore-Netzumlage um 0,379 Cent.

"Betrachtet man die Strompreisentwicklung der letzten zehn Jahre, ist eines auffällig: Profiteur ist der Bundesfinanzminister“, so Kapferer. Über 54 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden sind staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen. Den Unternehmen bleibt kaum Spielraum: Nur noch gut 20 Prozent des Endkundenstrompreises sind von den Lieferanten direkt beeinflussbar. Um die Verbraucher zu entlasten fordert der Verband, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum zu senken sowie die besondere Ausgleichsregelung für die Industrie bei der EEG-Umlage über Steuern zu finanzieren."

Das sagen Versorger zum Strompreis 2019

„Die Netzkosten erreichen immer neue Rekordhöhen. Sie machen ein Viertel der Stromrechnung aus. Wir brauchen effiziente Kostenkontrollen und weniger Bürokratie beim Netzbetrieb. So könnten die Verbraucher um Milliardenbeträge entlastet werden“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick.

„Eine Prognose ist noch nicht möglich“, sagt ein Sprecher das Branchenriesen E.ON

Das sagen Verbraucherschützer zum Strompreis 2019

„Als die Großhandelspreise vor einigen Jahren in den Keller gegangen sind, haben sich die Versorger geweigert, die Vorteile an ihre Kunden weiterzugeben. Das ist damals mit langfristigen Lieferverträgen zu höheren Preisen begründet worden und muss nun auch bei der umgekehrten Entwicklung gelten.“

Udo Sieverding, Verbraucherzentrale NRW


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