Dienstag, 07. Februar 2023

Aktuelle Strompreise / Energiekosten reduzieren 

Empfehlungen

TÜV geprüftes Vergleichsportal,
Wechselservice & Tarifaufpasser

Netzentgelte 2023

Strommasten

Für die meisten Stromkunden werden die Netzentgelte im Jahr 2023 steigen. Die vier großen Netzbetreiber kündigten einen Preis von 3,12 Cent pro Kilowattstunde an. Das entspricht einem durchschnittlichen Anstieg von 20,4 Prozent,  wie Verivox nach Auswertung vorläufiger Daten für 67 Prozent aller Haushaltskunden mitteilte. Bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden liegen demnach die Netzkosten 2023 bundesweit voraussichtlich bei 367 Euro netto. Das entspreche einem Preisanstieg von 62 Euro pro Jahr.

Die Netzentgelte sollen ab dem Jahr 2023 erstmalig bundeseinheitlich gelten. Damit sinken die Kosten in der Regelzone von Tennet, wo das Netzentgelt im laufenden Jahr noch 3,29 Cent betrug. In den übrigen drei Regelzonen steigen die Netzengelte. Die Entgelte für die Netznutzung lagen in diesem Jahr bei Amprion noch bei 2,94, bei Transnet BW bei 2,02 und bei 50 Hertz bei 3,04 Cent pro Kilowattstunde.

Netzentgelte - Das kostet der Transport des Stroms durch die Netze

Die Netzentgelte in Deutschland werden sowohl von Privathaushalten als auch von Industrie- und Gewerbekunden über den Strompreis bezahlt. Der Anteil der Netzentgelte am Strompreis für Haushaltskunden liegt 2022 im Schnitt nach Branchenangaben bei gut 20 Prozent und machen damit knapp ein Fünftel des Strompreises für Verbraucher aus. In der Gesamtheit fallen auf diese Weise jedes Jahr Beträge in Milliardenhöhe an.

Die Entgelte werden von den Netzbetreibern erhoben und über die Stromrechnung an die Endkunden weitergegeben. Sie sind inzwischen zum gößten Stromkosten-Faktor für Privathaushalte geworden. Was die Netzentgelte genau sind, wozu sie dienen und warum sie die Strompreise in Deutschland immer stärker belasten, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Netzgebühren 2022: Das zahlen Verbraucher in Deutschland bisher

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 36,06 ct/kWh machten die Netzentgelte im Jahr 2022 mit 8,12 ct/kWh einen Anteil von 22,5 Prozent aus (Quelle: Bundesnetzagentur). Damit wird knapp ein Viertel des Strompreises in Deutschland durch die Netzentgelte bestimmt.

Ein Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlte im Jahr 2022 Netzgebühren in Höhe von gut 280 Euro.

Je nach Netzbetreiber und Region fallen die Netzentgelte sehr unterschiedlich aus. Die Ursachen dafür sind vielschichtig und hängen laut Bundesnetzagentur unter anderem von der regionalen Auslastung der Netze ab, von der jeweiligen Besiedlungsdichte, vom Alter und der Qualität der Netze sowie von unterschiedlich hohen Kosten für Einspeisemanagementmaßnahmen.

-> So setzt sich der Strompreis in Deutschland zusammen

Tabelle: Netzentgelte nach Bundesländern (Stand 2021)

In der nachfolgenden Tabelle haben wir die Netzentgelte für Haushalte nach Bundesländern im Jahr 2021 gelistet. Der Vergleich zeigt: Es gibt deutliche regionale Preisunterschiede in Deutschland. 

Region Gewichteter Mittelwert in ct/kWh Minimum in ct/kWh Maximum in ct/kWh
Baden-Württemberg 7,01 3,94 11,07
Bayern 6,97 4,13 11,82
Berlin 5,59 4,34 9,90
Brandenburg 8,45 4,79 14,20
Bremen 5,56 4,34 8,66
Hamburg 8,17 4,34 11,38
Hessen 6,92 4,34 9,82
Mecklenburg-Vorpommern 8,13 4,97 9,48
Niedersachsen 7,17 5,01 11,34
Nordrhein-Westfalen 6,72 4,34 16,16
Rheinland-Pfalz 6,79 4,80 8,76
Saarland 7,39 4,88 15,78
Sachsen 7,16 5,19 9,34
Sachsen-Anhalt 7,52 5,01 10,39
Schleswig-Holstein 9,63 5,39 11,38
Thüringen 7,27 5,55 8,84

Tabelle: Netzentgelte nach Bundesländern, Stand 2021, Quelle: Bundesnetzagentur

Langzeittrend: Steigende Netzentgelte in Deutschland

Ökostromtarife

Laut Zahlen der Bundesnetzagentur sind die durchschnittlichen Netzentgelte im Strompreis für Privathaushalte von 5,81 ct/kWh im Jahr 2010 auf 8,12 ct/kWh in 2022 kontinuierlich angestiegen.

Netzentgelte im Strompreis seit 2010

  • 2010: 5,81 ct/kWh
  • 2011: 5,75 ct/kWh
  • 2012: 6.04 ct/kWh
  • 2013: 6,52 ct/kWh
  • 2014: 6,54 ct/kWh
  • 2015: 6,60 ct/kWh
  • 2016: 6,79 ct/kWh
  • 2017: 7,31 ct/kWh
  • 2018: 7,19 ct/kWh
  • 2019: 7,22 ct/kWh
  • 2020: 7,50 ct/kWh
  • 2021: 7,52 ct/kWh
  • 2022: 8,12 ct/kWh

Eine Analyse der Kostenerhebungen aller 880 deutschen Stromnetzbetreiber durch den Ökostromanbieter LichtBlick hat zudem ergeben: Seit 2015 stiegen die Netzentgelte im Durchschnitt um über 25 Prozent. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlen heute rund 50 Euro mehr für die Netznutzung als vor fünf Jahren. Kritik übt LichtBlick in seiner Analyse auch am Flickenteppich im deutschen Stromnetz: Von den rund 880 Netzbetreibern versorgen 70 Prozent jeweils weniger als 30.000 Kunden. Dies treibe die Kosten in die Höhe und bremse die Digitalisierung der Netze.

"Die Netzentgelte sind der Preistreiber auf der Stromrechnung. Ihr enormer Anstieg in den letzten fünf Jahren ist gegenüber den Stromkunden nicht zu rechtfertigen. Es braucht dringend mehr Transparenz über die Verwendung der Gelder und eine Reform des viel zu teuren Netzbetriebs." Ralf Schmidt-Pleschka, Koordinator Energie- und Klimapolitik bei LichtBlick.

Netzentgelte in Ost- und Westdeutschland

dashboard-strompreise

Für Haushalte in Ostdeutschland war Strom lange Zeit teurer, weil der starke Zubau erneuerbarer Energien, der damit verbundene Netzausbau sowie die geringere Bevölkerungsdichte zu hohen regionalen Netzkosten führten. Diese wurden über die Stromrechnung direkt auf die Haushalte umgelegt.

Seit 2019 werden die Entgelte der vier großen Übertragungsnetze jedoch bundesweit vereinheitlicht. Laut Gesetzgebung sind die Gebühren schrittweise bis zum Jahr 2023 anzugleichen, um die Kosten der Energiewende gerechter zu verteilen.

Die Angleichung der Entgelte hat bereits Wirkung gezeigt: Weil die Ost-West-Differenz bei den Netzgebühren prozentual kaum noch signifikant ist, haben sich inzwischen auch die lange Zeit im Osten höheren Strompreise dem Kostenniveau der alten Bundesländer angeglichen.

-> Strompreis-Atlas für Deutschland

Aktuelle Nachrichten zum Thema Netzentgelte

17.10.2022
Die hohen Energiepreise in Deutschland könnten sich im kommenden Jahr durch einen zusätzlichen Faktor nochmals verteue...
26.10.2021
Wie verschiedene Energiemarkt-Analysen bestätigen, werden die Netzentgelte im Jahr 2022 deutschlandweit steigen. Dies h...
07.09.2021
Die Verbraucher in Deutschland könnten bei den im Strompreis enthaltenen Netzentgelten in den kommenden Jahren um insge...
25.06.2021
Laut Beschluss der Bundesregierung werden die im Strompreis enthaltenen Netzentgelte künftig transparenter. Dies könne...

FAQ Netzengelte

Was sind die Netzentgelte?

Die Netzentgelte sind Gebühren, die von den Stromnetzbetreibern für die Nutzung ihrer Stromnetze erhoben werden. In Deutschland gibt es vier große Übertragungsnetzbetreiber und rund 880 Verteilnetzbetreiber.

Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet, 50Hertz, Amprion und TransnetBW betreiben die Höchstspannungsnetze, die den Strom deutschlandweit über große Entfernungen transportieren. Die regionalen Verteilnetzbetreiber liefern den Strom dann bis zum Endkunden.

Noch variieren die Netzentgelte in Deutschland stark - sie sind abhängig von der regionalen Bevölkerungsdichte, von Investitionen in die Netzstruktur sowie etwaigen Netzeingriffen zur Stabilisierung. Bis zum Jahr 2023 sollen die Kosten jedoch bundesweit angeglichen werden.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Seite Netzengelte

Deutschlands Haushalte zahlen immer mehr Geld für das Stromnetz. Während die EEG-Umlage zur Finanzierung der Energiewende im Jahr 2019 auf 6,405 Cent pro Kilowattstunde sinkt, steigen 2019 die Haushaltskosten für das Stromnetz auf durchschnittlich 8 Cent pro Kilowattstunde. Grund dafür sind steigende Netzentgelte sowie die neue Offshore-Umlage, mit der Stromleitungen für Meeres-Windparks finanziert werden. Jährlich zahlen Stromkunden mindestens 25 Milliarden Euro für Bau und Betrieb der Stromleitungen.

Seit 2015 stiegen die Netzentgelte im Durchschnitt um über 25 Prozent. Wer im Jahr 3.000 Kilowattstunden Strom verbraucht, zahlt heute 47 Euro mehr für die Netznutzung als vor fünf Jahren. Zum Vergleich: Die EEG-Umlage stieg im gleichen Zeitraum um 9,5 Prozent bzw. 17 Euro pro Jahr. Das geht aus einer Analyse aller 880 deutschen Stromnetzbetreiber durch das Klimaschutz-Unternehmen LichtBlick hervor.

Die Netzentgelte machen im Schnitt über ein Viertel des Strompreises aus. Sie sind damit der größte Kostenblock auf der Stromrechnung eines Haushaltes. Strombeschaffung und Vertrieb schlagen mit 21,1 Prozent zu Buche.

Die Netzentgelte oder Netznutzungsentgelte sind die Gebühren, die Kunden für die Nutzung der Strom- und Gasnetze an die Netzbetreiber bezahlen. Für Endkunden machen die Netzentgelte derzeit rund 25 % des Strompreises aus (ca. 20 % beim Gas). Für Industriekunden sind die Netzentgelte wesentlich geringer.

Entwicklung der Netzentgelte für Stromkunden

Laut Bundesnetzagentur betrugen die Kosten der Netzentgelte (Strom) für Haushaltskunden in der Grundversorgung 2010 etwa 6 ct/kWh und somit etwa 25 % des Strompreises für Privatkunden. Schaut man sich die Tabelle "Tabelle: Zusammensetzung des Strompreises" an, so hatten die Netzentgelte inklusive Messung und Abrechnung mit 7,48 Cent pro kWh auch im Jahr 2017 einen Anteil von rund 25 % am Strompreis.

Kann ich bei den Netzentgelten sparen?

Auf den ersten Blick: Nein. Haushaltskunden können ihren Netzbetreiber nicht frei wählen und die erhobenen Gebühren deshalb nicht aktiv senken. Beim Stromanbieter haben Verbraucher hingegen die freie Wahl. Der Wechsel in einen günstigeren Tarif bringt zwar keine direkte Minderung der Netzentgelte, aber für viele Haushalte einen Kostenvorteil von mehreren Hundert Euro im Jahr.

Hier können Sie den Stromanbieter wechseln

Wie viel an Stromnetzentgelten bezahle ich?

Die konkrete Höhe der Stromnetzentgelte können Sie Ihrer jährlichen Stromrechnung entnehmen, sie werden bei den Strompreis-Bestandteilen gesondert ausgewiesen. Hierbei handelt es sich allerdings um die Stromnetzgebühren des jeweils zurückliegenden Abrechnungszeitraums. Die Höhe der aktuellen Stromnetzentgelte wird in der Regel auf den Internetseiten der zuständigen Netzbetreiber veröffentlicht. Bei der derzeitigen Höhe der Netzentgelte zahlen Verbraucher im Schnitt etwa ein Viertel des Strompreises für die Netznutzung.

Mehr Informationen zu Netzengelten

Warum sind die Netzentgelte in Deutschland so hoch?

Die Energiewende in Deutschland stellt hohe Anforderungen an den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze. Die zunehmende Menge erneuerbarer Energien muss integriert, verteilt und stabilisiert werden. Beispielsweise müssen große Mengen Windstrom aus dem Norden Deutschlands an die südlicher gelegenen Verbrauchszentren geleitet werden. Dazu sind sowohl hohe Investitionen als auch zunehmende Netzeingriffe nötig.

Kritiker bezweifeln jedoch, dass der Netzbetrieb und -ausbau in Deutschland tatsächlich so kostenintensiv sei wie von den Betreibern angegeben. Sie fordern einen Netzausbau mit Augenmaß und mehr Transparenz in Kostenfragen.

Das sagen unsere Kunden: TÜV geprüft, Testsieger und eKomi Gold Siegel


eKomi Siegel Gold StromAuskunft
Kundenzufriedenheit ekomi
Note 4,9 von 5
Insgesamt 237 Empfehlungen
tuev-kundenzufriedenheit-2020.png
Test Bild