Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich
Eine Senkung der Stromsteuer könnte private Haushalte um bis zu 280 Euro im Jahr entlasten. Singles würden rund 35 Euro sparen, eine vierköpfige Familie etwa 104 Euro. Wer zusätzlich ein Elektroauto fährt oder mit einer Wärmepumpe heizt, könnte noch stärker profitieren. Die CDU will die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestniveau senken. Doch die SPD hat dem Vorstoß bislang nicht zugestimmt. StromAuskunft zeigt, wie hoch die mögliche Ersparnis für unterschiedliche Haushalte ausfällt.
Derzeit beträgt die reguläre Stromsteuer in Deutschland 2,05 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Für Privathaushalte liegt der europäische Mindeststeuersatz bei 0,1 Cent pro Kilowattstunde.
Würde die Stromsteuer auf dieses Niveau gesenkt, könnten Verbraucher einschließlich der Umsatzsteuer rund 2,32 Cent pro Kilowattstunde sparen. Voraussetzung ist, dass die Stromanbieter die Entlastung vollständig an ihre Kunden weitergeben.
Wie viel Geld dadurch jährlich im Portemonnaie bleibt, hängt vom Stromverbrauch ab.
Tabelle: Mögliche Stromsteuer-Entlastung nach Haushaltstyp
|
Haushalt |
Stromverbrauch pro Jahr |
Mögliche Ersparnis |
|
Single |
1.500 kWh |
35 € |
|
2 Personen |
2.500 kWh |
58 € |
|
3 Personen |
3.500 kWh |
81 € |
|
Familie mit 4 Personen |
4.500 kWh |
104 € |
|
Familie mit 5 Personen |
5.500 kWh |
128 € |
|
Familie mit Elektroauto |
7.500 kWh |
174 € |
|
Familie mit Wärmepumpe |
9.000 kWh |
209 € |
|
Familie mit E-Auto und Wärmepumpe |
12.000 kWh |
278 € |
Quelle: Eigene Berechnungen von StromAuskunft. Angenommene Jahresverbräuche zur Veranschaulichung. Berechnungsgrundlage: Senkung der Stromsteuer von 2,05 auf 0,1 Cent/kWh zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Die Werte sind gerundet. Die Berechnung setzt voraus, dass die Steuerentlastung vollständig bei den Verbrauchern ankommt und der gesamte Stromverbrauch bisher dem regulären Steuersatz unterliegt.
Beispiel: Eine vierköpfige Familie spart rund 104 Euro
Eine Familie mit zwei Kindern und einem jährlichen Stromverbrauch von 4.500 Kilowattstunden zahlt derzeit rund 92 Euro Stromsteuer (ohne Umsatzsteuer). Nach einer Senkung auf das europäische Mindestniveau wären es nur noch 4,50 Euro. Unter Berücksichtigung der Umsatzsteuer würde sich die jährliche Stromrechnung damit rechnerisch um rund 104 Euro reduzieren.
Je mehr Strom ein Haushalt verbraucht, desto stärker wirkt sich eine niedrigere Stromsteuer aus. Besonders interessant ist die mögliche Entlastung deshalb für Besitzer von Elektroautos und Wärmepumpen.
Elektroauto: Rund 70 Euro weniger Stromkosten allein fürs Laden
Wer sein Elektroauto überwiegend zu Hause lädt, könnte zusätzlich sparen. Bei einem angenommenen jährlichen Ladestromverbrauch von 3.000 Kilowattstunden würde die Stromsteuer-Senkung die Ladekosten um rund 70 Euro reduzieren. Zusammen mit dem normalen Haushaltsstromverbrauch einer vierköpfigen Familie wären insgesamt etwa 174 Euro Ersparnis möglich.
Wärmepumpe: Rund 104 Euro zusätzliche Entlastung
Auch Haushalte mit Wärmepumpe könnten profitieren. Benötigt eine Wärmepumpe jährlich 4.500 Kilowattstunden Strom, ergibt sich daraus eine rechnerische Entlastung von rund 104 Euro. Zusammen mit dem normalen Haushaltsstromverbrauch einer vierköpfigen Familie wären das etwa 209 Euro jährlich.
Elektroauto und Wärmepumpe: Bis zu 278 Euro möglich
Eine Familie, die sowohl ein Elektroauto als auch eine Wärmepumpe nutzt, könnte bei einem angenommenen Gesamtverbrauch von 12.000 Kilowattstunden jährlich rund 278 Euro sparen.
Die Stromsteuer wurde 1999 eingeführt. Aktuell beträgt der reguläre Steuersatz 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Die Europäische Union schreibt für die nichtbetriebliche Stromnutzung lediglich einen Mindeststeuersatz von 0,1 Cent pro Kilowattstudne vor. Für betriebliche Stromnutzung liegt das Mindestniveau sogar bei 0,05 Cent pro Kilowattstunde.
Die Europäische Kommission hat im März 2026 empfohlen, die steuerliche Belastung von Haushaltsstrom zu reduzieren. Hintergrund ist unter anderem das Ziel, Strom gegenüber fossilen Energieträgern wettbewerbsfähiger zu machen. Davon könnten insbesondere Haushalte profitieren, die auf elektrische Mobilität oder klimafreundliche Heiztechnik umsteigen.
Ob und wann die Stromsteuer für Privathaushalte sinkt, ist derzeit offen.
CDU, CSU und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestniveau zu reduzieren. Umgesetzt wurde diese Entlastung bislang jedoch nur für bestimmte Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft.
Nach einer Klausurtagung des CDU-Präsidiums am 12. Oktober 2026 kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz einen neuen Vorstoß zur allgemeinen Stromsteuer-Senkung an. Der Koalitionspartner SPD hat dem Vorschlag allerdings noch nicht zugestimmt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verweist auf die angespannte Haushaltslage. Eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher würde den Staat nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums rund 5,4 Milliarden Euro pro Jahr kosten.
Für Verbraucher bedeutet das: Die mögliche Entlastung lässt sich bereits berechnen. Wann sie tatsächlich kommt, ist aber noch ungewiss. Wer seine Stromkosten reduzieren möchte, sollte deshalb regelmäßig die verfügbaren Stromtarife vergleichen.
StromAuskunft als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen
Der Button „StromAuskunft als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen“ ermöglicht es dir, das Vergleichsportal StromAuskunft mit nur einem Klick als favorisiertes Medium in deine Google-Nachrichten- und Such-Feeds einzubinden. Verlässliche Daten, geprüfte Informationen, aktuelle Artikel und Analysen von StromAuskunft (z.B. zu Strompreisentwicklungen, Neutarifen oder Energietipps) werden damit in deinen Google-Ergebnissen und im Google Discover Feed bevorzugt angezeigt.