Freitag, 17. April 2026

Aktuelle Strompreise / Stromvergleich 2026

Strommix in Deutschland
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Strommix in Deutschland 2026: Anteile, Entwicklung und CO₂-Ausstoß

von Dr. Jörg Heidjann

Der Strommix in Deutschland zeigt, aus welchen Energiequellen sich der hier verbrauchte Strom zusammensetzt. Dazu gehören erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse ebenso wie fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas. Für Verbraucher ist der Strommix ein zentraler Indikator: Er bestimmt, wie klimafreundlich der eigene Stromverbrauch ist und wie viel CO₂ pro Kilowattstunde entsteht.

Deutschland hat seinen Strommix in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt inzwischen bei über 50 Prozent und wächst weiter. Gleichzeitig sinken die CO₂-Emissionen je Kilowattstunde Strom kontinuierlich. Dennoch bleibt der Strommix ein dynamisches System: Je nach Wetterlage, Stromnachfrage und Kraftwerkseinsatz kann sich die Zusammensetzung kurzfristig deutlich verändern.

Was ist der Strommix in Deutschland?

Der Begriff Strommix beschreibt die prozentuale Verteilung der eingesetzten Energieträger bei der Stromerzeugung bzw. beim Stromverbrauch. 

Bruttostromerzeugung vs. Stromverbrauch

Dabei wird zwischen zwei Größen unterschieden:

  • Bruttostromerzeugung: Strom, der in Deutschland produziert wird
  • Stromverbrauch (öffentlicher Strommix): Strom, der tatsächlich bei Haushalten und Unternehmen ankommt

Für Verbraucher ist vor allem der verbrauchsbasierte Strommix relevant, da er auch Stromimporte berücksichtigt.

Warum der Strommix schwankt

Der Strommix ist kein fixer Wert, sondern verändert sich laufend:

  • Bei viel Wind und Sonne steigt der Anteil erneuerbarer Energien
  • Bei Dunkelflauten übernehmen Kohle- und Gaskraftwerke
  • Auch Stromimporte beeinflussen den Mix

Das bedeutet: Die CO₂-Bilanz einer Kilowattstunde Strom kann je nach Zeitpunkt deutlich variieren.

Wie setzt sich der Strommix aktuell zusammen?

Der deutsche Strommix wird heute von erneuerbaren Energien dominiert. Die wichtigsten Bestandteile sind:

  • Windkraft (Onshore und Offshore) – wichtigste Stromquelle
  • Photovoltaik – stark wachsender Anteil
  • Biomasse und Wasserkraft – stabile Grundlastanteile
  • Braunkohle und Steinkohle – rückläufig, aber weiterhin relevant
  • Erdgas – flexibel einsetzbar, vor allem bei hoher Nachfrage

Erneuerbare Energien liefern inzwischen den größten Anteil des Stroms. Innerhalb dieser Gruppe spielt die Windenergie die wichtigste Rolle, gefolgt von Solarstrom.

Der Ausbau erneuerbarer Energien zeigt sich deutlich in den aktuellen Zahlen.

Im Jahr 2025 lag ihr Anteil am Strommix bei rund 62 Prozent. Auch im Jahr 2026 setzt sich dieser Trend fort:

  • Im 1. Quartal 2026 deckten erneuerbare Energien rund 53,4 Prozent des Stromverbrauchs
  • Bezogen auf die Bruttostromerzeugung lag ihr Anteil bei 52,2 Prozent

Insgesamt wurden von Januar bis März 2026 rund 73,4 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Dem stand ein Bruttoinlandsstromverbrauch von 137,6 Milliarden Kilowattstunden gegenüber.

Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei der Windenergie aus:

  • Wind an Land: +27,5 Prozent
  • Wind auf See: +44,4 Prozent

Der starke Anstieg ist allerdings teilweise auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da das Jahr 2025 vergleichsweise windschwach war.

Einordnung:
Die Zahlen zeigen klar, dass erneuerbare Energien inzwischen die tragende Säule der Stromversorgung in Deutschland sind – auch wenn kurzfristige Schwankungen weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Die folgende Grafik zeigt die genaue Zusammensetzung des Strommixes in Deutschland im ersten Quartal 2026.

Strommix Deutschland 2026 - Anteile erneuerbare Energien Wind Solar Kohle Gas

Abbildung: "Der Strommix in Deutschland im 1. Quartal 2026 – Erneuerbare Energien erreichen rund 54,5 Prozent Anteil. Daten: Fraunhofer ISE 2026"
Grafik zur freien Verfügung unter Creative Commons Lizenz

Wie ist der Strommix in Deutschland aktuell verteilt?

Die Grafik zeigt die aktuelle Zusammensetzung des Strommixes in Deutschland im ersten Quartal 2026. Deutlich wird: Erneuerbare Energien stellen den größten Anteil an der Stromversorgung.

Den größten Beitrag liefert die Windenergie – sowohl an Land als auch auf See. Dahinter folgt die Solarenergie, die vor allem in den sonnenreichen Monaten stark an Bedeutung gewinnt. Biomasse und Wasserkraft tragen kontinuierlich zur Stromerzeugung bei, spielen jedoch eine kleinere Rolle.

Konventionelle Energieträger wie Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sind weiterhin Bestandteil des Strommixes, verlieren jedoch langfristig an Bedeutung. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn erneuerbare Energien wetterbedingt weniger Strom liefern.

Kurz gesagt:
Der Strommix in Deutschland ist heute überwiegend erneuerbar geprägt – bleibt aber ein Zusammenspiel aus erneuerbaren und konventionellen Energiequellen.

Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland?

Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix liegt aktuell bei über 50 Prozent und ist damit die wichtigste Säule der Stromversorgung in Deutschland.

Je nach Betrachtung ergeben sich unterschiedliche Werte:

  • Rund 53 Prozent Anteil am Stromverbrauch (1. Quartal 2026)
  • Rund 52 Prozent Anteil an der Stromerzeugung
  • Rund 62 Prozent im Gesamtjahr 2025

Die Unterschiede entstehen durch verschiedene Berechnungsgrundlagen, insbesondere durch Stromimporte und saisonale Schwankungen.

Langfristig zeigt der Trend klar nach oben: Der Anteil erneuerbarer Energien wächst seit Jahren kontinuierlich.

Welche Energiequelle liefert den meisten Strom?

Die wichtigste Stromquelle in Deutschland ist aktuell die Windenergie.

Sie liefert sowohl an Land (Onshore) als auch auf See (Offshore) den größten Anteil an der Stromerzeugung. Besonders Offshore-Windparks haben zuletzt deutlich an Bedeutung gewonnen.

Auf den weiteren Plätzen folgen:

  • Photovoltaik (Solarstrom)
  • Braunkohle
  • Erdgas
  • Biomasse

Die Reihenfolge kann sich kurzfristig ändern – abhängig von Wetter, Jahreszeit und Strombedarf.

Warum ist der Anteil erneuerbarer Energien nicht immer gleich hoch?

Der Anteil erneuerbarer Energien schwankt, weil ein großer Teil der Stromerzeugung wetterabhängig ist.

  • Windkraft hängt von der Windstärke ab
  • Solarstrom von der Sonneneinstrahlung
  • Wasserkraft von der Wasserverfügbarkeit

Bei wenig Wind und Sonne – sogenannten „Dunkelflauten“ – müssen konventionelle Kraftwerke einspringen. Dadurch sinkt der Anteil erneuerbarer Energien kurzfristig.

Zusätzlich beeinflussen Stromimporte und die aktuelle Nachfrage den Strommix.

Was bedeutet der Strommix für Verbraucher?

Für Haushalte hat der Strommix direkte Auswirkungen auf die eigene Klimabilanz.

Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto niedriger ist der durchschnittliche CO₂-Ausstoß pro Kilowattstunde Strom. Dennoch gilt: Der allgemeine Strommix ist ein Durchschnittswert – er entspricht nicht automatisch dem Strom, den ein einzelner Haushalt bezieht.

Wer gezielt klimafreundlichen Strom nutzen möchte, kann durch die Wahl eines passenden Tarifs Einfluss nehmen.

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Strommix Deutschland 2025: Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Strommix Deutschland 2025

Der Strommix in Deutschland hat sich 2025 weiter in Richtung erneuerbare Energien verschoben. Nach Auswertungen des Fraunhofer ISE lag ihr Anteil am öffentlichen Strommix bei 55,9 Prozent.

Insgesamt wurden rund 440,8 Terawattstunden (TWh) Strom in das öffentliche Netz eingespeist.

Zentrale Erkenntnis:
Erneuerbare Energien sind heute die wichtigste Säule der Stromversorgung in Deutschland.

Erneuerbare Energien im Strommix 2025

  • 278 TWh Strom aus erneuerbaren Energien insgesamt
  • 256 TWh Netzeinspeisung
  • 22 TWh Eigenverbrauch (z. B. Photovoltaik)

Damit lag der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bei rund 62 Prozent.

Auffällig ist: Ein wachsender Teil des Stroms wird direkt vor Ort verbraucht – etwa durch Solaranlagen auf Dächern.

Windkraft bleibt wichtigste Stromquelle

Die Windenergie war auch 2025 die stärkste Einzelquelle:

  • 132 TWh Strom aus Windenergie
  • davon 106 TWh Onshore
  • und 26,1 TWh Offshore

Trotz dieser führenden Rolle lag die Produktion leicht unter dem Vorjahr (−3,2 %), vor allem aufgrund schwächerer Windverhältnisse.

Solarenergie wächst dynamisch

Die Photovoltaik entwickelte sich 2025 besonders stark:

  • 87 TWh Solarstrom insgesamt
  • +21 Prozent gegenüber 2024
  • 16,9 TWh Eigenverbrauch (Rekordwert)

Damit überholte Solarstrom erstmals die Braunkohle und wurde zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland.

Biomasse und Wasserkraft

  • Biomasse: 41,1 TWh
  • Wasserkraft: 17,8 TWh

Während Biomasse stabil bleibt, war die Wasserkraft aufgrund geringer Niederschläge schwächer als im Vorjahr.

Fossile Energieträger verlieren an Bedeutung

Die Stromerzeugung aus fossilen Quellen blieb insgesamt relativ stabil, mit Verschiebungen zwischen den Energieträgern:

  • Braunkohle: 67,2 TWh (weiterer Rückgang)
  • Steinkohle: 26,7 TWh (leichter Anstieg)
  • Erdgas:
    • 52,4 TWh für die öffentliche Stromversorgung
    • 26,1 TWh für den industriellen Eigenverbrauch

Die Braunkohleverstromung erreichte damit ein historisch niedriges Niveau.

CO₂-Emissionen der Stromerzeugung

Die CO₂-Emissionen der deutschen Stromerzeugung lagen 2025 nach ersten Hochrechnungen bei 160 Millionen Tonnen. Das entspricht:

  • dem Niveau von 2024
  • einem Rückgang um 58 Prozent gegenüber 1990

Der sinkende Emissionswert ist vor allem auf den hohen Anteil erneuerbarer Energien zurückzuführen.

Deutschland bleibt Stromimporteur

Deutschland war 2025 weiterhin Nettoimporteur von Strom:

  • Importe: 76,2 TWh
  • Exporte: 54,3 TWh
  • Importüberschuss: rund 21,9 TWh

Deutschland war damit weiterhin Nettoimporteur von Strom, auch wenn sich der Importüberschuss zuletzt verringert hat.

 

Strommix 2024 im Vergleich

der-strommix-in-deutschland

Erneuerbare Energien: Der Motor der Energiewende

Im Jahr 2024 lag der Anteil erneuerbarer Energien bei rund 58 Prozent der Stromerzeugung.

Die wichtigsten Entwicklungen:

  • Windenergie: wichtigste Quelle
  • Photovoltaik: stark wachsend
  • Fossile Energien: rückläufig, aber weiterhin relevant

Der Vergleich zeigt: Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet kontinuierlich voran.

Der Strommix - kurz und knapp

Der Strommix beschreibt, aus welchen Energiequellen der in Deutschland erzeugte Strom stammt. Dazu zählen erneuerbare Energien ebenso wie fossile Brennstoffe.

Der Anteil der einzelnen Energieformen schwankt im Tages- und Jahresverlauf. Maßgeblich dafür sind Jahreszeit, Tageszeit und Wetter. So wird an sonnigen Sommertagen deutlich mehr Solarstrom erzeugt als im Winter, während die Windstromproduktion vor allem von der Wetterlage abhängt.

Langfristig ist ein klarer Strukturwandel erkennbar: Der Anteil fossiler Energieträger am deutschen Strommix nimmt seit 2002 kontinuierlich ab. Seit dem Ausstieg aus der Kernenergie wird in Deutschland zudem kein Atomstrom mehr erzeugt. Stattdessen wächst die Bedeutung erneuerbarer Energien stetig.

Ziel der Energiewende ist es, bis 2030 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Die aktuellen Zahlen zeigen Fortschritte: 2024 erreichte der Ökostromanteil mit 63 Prozent einen neuen Höchstwert.

Das Jahr 2025 markiert dabei einen Wendepunkt: Erstmals stammen die größten Anteile der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland aus Windkraft und Photovoltaik.

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Veränderung des Strommixes in Deutschland seit 1990

Der Strommix in Deutschland hat sich seit 1990 grundlegend verändert. Während damals konventionelle Energieträger dominierten, prägen heute erneuerbare Energien die Stromversorgung.

1990 bestand der Strommix überwiegend aus:

  • Braunkohle (31,1 %)
  • Steinkohle (25,6 %)
  • Kernenergie (27,7 %)

Erneuerbare Energien spielten mit 3,5 Prozent nur eine Nebenrolle.

Heute zeigt sich ein völlig anderes Bild: Erneuerbare Energien stellen inzwischen den größten Anteil am Strommix.

Langfristiger Trend: Von fossilen Energien zu erneuerbarem Strom

Die Entwicklung seit 1990 folgt einem klaren Muster:

  • deutlicher Ausbau erneuerbarer Energien
  • kontinuierlicher Rückgang von Kohle
  • vollständiger Ausstieg aus der Kernenergie

Die Grafik zur Entwicklung des Strommixes verdeutlicht diesen Wandel eindrucksvoll: Der Anteil erneuerbarer Energien ist über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich gestiegen, während fossile Energieträger an Bedeutung verloren haben.

Strommix in Deutschland
Entwicklung der prozentualen Anteile der Energieträger in der Bruttostromerzeugung

Grafik: "Entwicklung Strommix Deutschland nach Anteilen seit dem Jahr 1990"

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Ein zentraler Treiber der Energiewende ist der massive Ausbau erneuerbarer Energien.

  • 1990: 3,5 %
  • 2010: 16,0 %
  • 2024: 58,1 %

Damit hat sich ihr Anteil innerhalb von rund 30 Jahren mehr als verfünfzehnfacht.

Besonders stark gewachsen sind:

  • Windenergie: von 0 % auf 29,1 %
  • Photovoltaik: von 0 % auf 14,7 %
  • Biomasse: auf 9,0 %

Erneuerbare Energien sind damit heute die wichtigste Säule der Stromerzeugung in Deutschland.

Rückgang von Kohle und Kernenergie

Parallel dazu ist die Bedeutung konventioneller Energieträger deutlich gesunken.

Kohle:

  • Braunkohle: von 31,1 % auf 16,2 %
  • Steinkohle: von 25,6 % auf 5,4 %

Kernenergie:

  • 1990: 27,7 %
  • 2024: 0 %

Mit dem Atomausstieg ist die Kernenergie vollständig aus dem deutschen Strommix verschwunden.

Erdgas als Übergangstechnologie

Erdgas hat im Strommix an Bedeutung gewonnen:

  • 1990: 6,5 %
  • 2024: 15,8 %

Gas wird vor allem eingesetzt, um Schwankungen bei erneuerbaren Energien auszugleichen. Es gilt daher als Brückentechnologie im Zuge der Energiewende.

Tabelle: Entwicklung des Strommix seit 1990

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anteile einzelner Energieträger an der Bruttostromerzeugung in Deutschland seit 1990.

Sie verdeutlicht den strukturellen Wandel besonders klar:
Der Anteil erneuerbarer Energien ist kontinuierlich gestiegen, während Kohle und Kernenergie stark zurückgegangen sind.

Energieträger 1990 2000 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Braunkohle 31,1 25,9 23,3 24,1 23,2 23,0 23,0 18,7 16,0 18,8 20,1 17,0 16,2
Steinkohle 25,6 25,0 18,7 18,4 17,4 14,4 13,0 9,5 7,4 9,3 11,0 8,6 5,4
Kernenergie 27,7 29,7 22,5 14,3 13,2 11,8 12,0 12,3 11,2 11,8 6,0 1,4 0,0
Erdgas 6,5 8,6 14,2 9,6 12,5 13,3 12,9 14,8 16,5 15,4 13,7 15,5 15,8
Mineralöl 2,0 1,0 1,4 1,0 0,9 0,9 0,8 0,8 0,8 0,8 1,0 1,0 1,0
Windenergie 0,0 1,6 6,4 12,3 12,2 16,1 17,0 20,7 23,0 19,5 21,6 26,8 29,1
Photovoltaik 0,0 0,0 1,9 5,8 5,7 5,9 6,9 7,4 8,6 8,4 10,4 11,9 14,7
Biomasse 0,0 0,3 4,4 6,6 6,7 6,6 6,7 7,3 7,8 7,5 8,0 8,5 9,0
Wasserkraft 3,5 4,3 3,3 2,9 3,1 3,1 2,8 3,3 3,3 3,4 3,0 3,8 4,2
Sonstige 3,6 3,6 4,1 5,0 5,1 5,0 5,1 5,2 5,3 5,2 5,1 5,6 4,7
Erneuerbare Energien 3,5 6,2 16,0 27,6 27,7 31,7 34,4 39,7 43,8 39,8 44,1 52,0 58,1

Tabelle: "Bruttostromerzeugung in Deutschland nach Energieträgern seit 1990", Quellen: AG Energiebilanzen, BDEW

Die Daten zeigen einen tiefgreifenden Wandel des Energiesystems in Deutschland:

Erneuerbare Energien dominieren heute den Strommix

Innerhalb von drei Jahrzehnten sind sie von einer Nischenlösung zur wichtigsten Energiequelle geworden.

Fossile Energieträger verlieren an Bedeutung

Vor allem Kohle wird schrittweise aus dem Strommix verdrängt.

Stromsystem wird komplexer

Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien wächst der Bedarf an:

  • flexiblen Kraftwerken
  • Stromspeichern
  • leistungsfähigen Netzen

Ursachen der Entwicklung

Der Wandel des Strommixes hat mehrere Gründe:

  • politisch gesetzte Klimaziele
  • Förderung erneuerbarer Energien (z. B. EEG)
  • steigende CO₂-Preise
  • technologische Fortschritte und sinkende Kosten

Diese Faktoren haben dazu geführt, dass erneuerbare Energien heute wirtschaftlich konkurrenzfähig sind und fossile Energieträger zunehmend verdrängen.

Wie entwickelt sich der Strommix in Deutschland in Zukunft?

Der Strommix in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren weiter deutlich verändern. Ziel der Energiepolitik ist es, den Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich zu erhöhen und gleichzeitig die CO₂-Emissionen zu senken.

Nach den aktuellen Ausbauzielen sollen erneuerbare Energien künftig den überwiegenden Teil der Stromversorgung übernehmen.

Ausbau erneuerbarer Energien im Fokus

Im Zentrum der Entwicklung steht der weitere Ausbau von:

  • Windkraft an Land und auf See
  • Photovoltaik
  • Stromspeichern und Netzinfrastruktur

Vor allem Wind- und Solarenergie gelten als tragende Säulen der zukünftigen Stromversorgung. Parallel dazu wird die dezentrale Stromerzeugung weiter zunehmen – etwa durch Solaranlagen auf privaten und gewerblichen Gebäuden.

Rückgang fossiler Energieträger

Konventionelle Energieträger wie Kohle werden langfristig weiter an Bedeutung verlieren. Der Kohleausstieg in Deutschland ist politisch beschlossen und soll schrittweise umgesetzt werden.

Erdgas wird voraussichtlich mittelfristig eine Übergangsrolle spielen, insbesondere zur Absicherung der Stromversorgung in Zeiten geringer erneuerbarer Einspeisung.

Herausforderungen der Energiewende

Der Umbau des Stromsystems bringt auch Herausforderungen mit sich:

  • Schwankende Stromerzeugung durch Wetterabhängigkeit
  • Ausbau der Stromnetze zur Verteilung erneuerbarer Energie
  • Speicherung von Strom, um Angebot und Nachfrage auszugleichen

Diese Faktoren entscheiden maßgeblich darüber, wie schnell und stabil der Strommix weiter umgestellt werden kann.

Bedeutung für Verbraucher

Für Haushalte ergeben sich daraus mehrere Entwicklungen:

  • Strom wird langfristig klimafreundlicher
  • Preisschwankungen bleiben möglich, etwa durch Markt- und Wettereffekte
  • Die Bedeutung von Eigenverbrauch (z. B. Photovoltaik) steigt
  • Transparente und flexible Stromtarife werden wichtiger

Für Verbraucher lohnt es sich daher, Stromtarife regelmäßig zu prüfen. StromAuskunft unterstützt dabei als TÜV-geprüftes Vergleichsportal und Spitzenreiter bei Stiftung Warentest mit einem unabhängigen und transparenten Tarifvergleich.

Wie viel CO2 verursacht eine Kilowattstunde Strom im deutschen Strommix?

Die Erzeugung von Strom verursacht die Emission des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂). Im Jahr 2021 wurden nach Angaben des Bundesumweltamtes durchschnittlich 420 Gramm CO₂ für die Erzeugung einer Kilowattunde Strom erzeugt. Im Vorjahr 2020 lag dieser Wert nur 375 g/kWh.

Durchschnittlicher CO₂-Wert im deutschen Strommix

Aktuell liegt der durchschnittliche CO₂-Ausstoß des deutschen Strommixes bei etwa 350 bis 400 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde (g CO₂/kWh). Dieser Wert ist ein Mittelwert und verändert sich kontinuierlich, da sich der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix erhöht.
 
Zum Vergleich:
 
  • Braunkohle: ca. 900–1.100 g CO₂/kWh
  • Steinkohle: ca. 700–900 g CO₂/kWh
  • Erdgas: ca. 400–500 g CO₂/kWh
  • Erneuerbare Energien: nahe 0 g CO₂/kWh im Betrie

Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto niedriger ist der durchschnittliche CO₂-Wert des Strommixes.

Entgegen den Zielen der Bundesregierung ist der Wert angestiegen. Ursache hierfür ist eine Verschiebung im Strommix zu Lasten der erneuerbaren Energien, da die Stromerzeugung durch Kernenergie weiter reduziert wurde und die Kohlverstromung auf Grund der hohen Gaspreise erhöht wurde. Dies kann in den Grafik Entwicklung des Strommix in Deutschland sehr gut nachvollzogen werden.

Wie hat sich der CO2- Emissionsfaktor in den letzten Jahren entwickelt?

Die Grafik zeigt die Entwicklung des CO2- Emissionsfaktors für den deutschen Strommix von 2000 bis zum Jahr 2021 an. Grundsätzlich gehen die Werte seite dem Jahr 2000 zurück, allerdings sind die Zahlen entgegen den Zielen der Bundesregierung im Jahr 2021 und nochmal auch im Jahr 2022 angestiegen.

Ursache hierfür ist eine Verschiebung im Strommix zu Lasten der erneuerbaren Energien, da die Stromerzeugung durch Kernenergie weiter reduziert wurde und die Kohlverstromung auf Grund der hohen Gaspreise erhöht wurde. Dies kann in den Grafik Entwicklung des Strommix in Deutschland sehr gut nachvollzogen werden.

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