Strommix in Deutschland 2025
Wind und Solar erstmals wichtigste Stromquellen
von Dr. Jörg Heidjann
Der Strommix beschreibt, aus welchen Energiequellen der in Deutschland erzeugte Strom stammt. Dazu zählen erneuerbare Energien ebenso wie fossile Brennstoffe.
Der Anteil der einzelnen Energieformen schwankt im Tages- und Jahresverlauf. Maßgeblich dafür sind Jahreszeit, Tageszeit und Wetter. So wird an sonnigen Sommertagen deutlich mehr Solarstrom erzeugt als im Winter, während die Windstromproduktion vor allem von der Wetterlage abhängt.
Langfristig ist ein klarer Strukturwandel erkennbar: Der Anteil fossiler Energieträger am deutschen Strommix nimmt seit 2002 kontinuierlich ab. Seit dem Ausstieg aus der Kernenergie wird in Deutschland zudem kein Atomstrom mehr erzeugt. Stattdessen wächst die Bedeutung erneuerbarer Energien stetig.
Ziel der Energiewende ist es, bis 2030 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Die aktuellen Zahlen zeigen Fortschritte: 2024 erreichte der Ökostromanteil mit 63 Prozent einen neuen Höchstwert.
Das Jahr 2025 markiert dabei einen Wendepunkt: Erstmals stammen die größten Anteile der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland aus Windkraft und Photovoltaik.
Nach aktuellen Auswertungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE lag der Anteil erneuerbarer Energien am öffentlichen Strommix 2025 bei 55,9 Prozent und damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Stromerzeugung und Netzeinspeisung 2025
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 440,8 Terawattstunden (TWh) Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Davon entfielen 419,5 TWh auf konventionelle und erneuerbare Kraftwerke der öffentlichen Versorgung.
Erneuerbare Energien lieferten dabei 256 TWh Netzeinspeisung, hinzu kamen 22 TWh Eigenverbrauch, vor allem aus Photovoltaik und Biomasse. Insgesamt erzeugten erneuerbare Quellen 278 TWh Strom.
Erneuerbare Energien erreichen 62 Prozent im Strommix
Ein zentrales Ergebnis für Verbraucher:
Erneuerbare Energien deckten 2025 rund 62 Prozent des öffentlichen Strommixes in Deutschland.
- Ökostrom gesamt erzeugt: 278 TWh
- Davon ins öffentliche Netz eingespeist: 256 TWh
- Eigenverbrauch aus erneuerbaren Energien: 22 TWh
Damit zeigt sich, dass ein wachsender Teil des Stroms direkt vor Ort verbraucht wird – etwa durch Solaranlagen auf Wohn- und Gewerbedächern.
Windkraft bleibt wichtigste Stromquelle
Die Windenergie war auch 2025 der stärkste einzelne Nettostromerzeuger in Deutschland:
- 132 TWh Strom aus Windenergie insgesamt
- davon rund 106 TWh Wind an Land (Onshore)
- sowie 26,1 TWh Wind auf See (Offshore)
Aufgrund schwächerer Windverhältnisse lag die Stromproduktion 3,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig blieb der Ausbau hinter den politischen Zielen zurück. Ende 2025 waren 68,1 Gigawatt Windleistung installiert – deutlich weniger als ursprünglich vorgesehen .
Rekordjahr für Solarstrom
Die Solarenergie verzeichnete 2025 ein starkes Wachstum und erreichte neue Höchststände:
- 87 TWh Solarstrom insgesamt
- 71 TWh Einspeisung ins öffentliche Netz
- 16,9 TWh Eigenverbrauch (Rekordwert)
Gegenüber 2024 stieg die Solarstromerzeugung um 21 Prozent. Damit überholte die Photovoltaik erstmals die Braunkohle und rückte auf Platz zwei der öffentlichen Nettostromerzeugung vor .
Ende 2025 waren 116,8 Gigawatt installierte Solarleistung in Betrieb. Der Ausbau lag bei rund 16,2 Gigawatt netto im Jahresverlauf.
Biomasse und Wasserkraft
Auch andere erneuerbare Energien trugen zur Stromversorgung bei:
- Biomasse: 41,1 TWh Strom
- davon 36 TWh Netzeinspeisung
- 5,1 TWh Eigenverbrauch
- Wasserkraft: 17,8 TWh
Die Wasserkraft blieb damit deutlich unter dem Vorjahreswert, vor allem aufgrund geringer Niederschläge
Fossile Energieträger im Strommix 2025
Die Stromerzeugung aus fossilen Quellen blieb insgesamt relativ stabil, mit Verschiebungen zwischen den Energieträgern:
- Braunkohle: 67,2 TWh (weiterer Rückgang)
- Steinkohle: 26,7 TWh (leichter Anstieg)
- Erdgas:
- 52,4 TWh für die öffentliche Stromversorgung
- 26,1 TWh für den industriellen Eigenverbrauch
Die Braunkohleverstromung erreichte damit ein historisch niedriges Niveau.
CO₂-Emissionen der Stromerzeugung
Die CO₂-Emissionen der deutschen Stromerzeugung lagen 2025 nach ersten Hochrechnungen bei 160 Millionen Tonnen. Das entspricht:
- dem Niveau von 2024
- einem Rückgang um 58 Prozent gegenüber 1990
Der sinkende Emissionswert ist vor allem auf den hohen Anteil erneuerbarer Energien zurückzuführen.
Stromimporte und -exporte
Deutschland war 2025 weiterhin Nettoimporteur von Strom:
- Importe: 76,2 TWh
- Exporte: 54,3 TWh
Importüberschuss: rund 21,9 TWh
Gegenüber dem Vorjahr ging der Importüberschuss jedoch zurück, unter anderem durch höhere Eigenstromerzeugung aus Erdgas.
Einordnung für Verbraucher
Der Strommix 2025 zeigt: Erneuerbare Energien prägen die Stromversorgung immer stärker, auch wenn der Ausbau – insbesondere bei der Windenergie – noch hinter den Zielen zurückbleibt. Für Verbraucher bedeutet das langfristig:
-
geringere CO₂-Belastung pro Kilowattstunde
-
steigende Bedeutung von Eigenverbrauch, etwa durch Solaranlagen
-
wachsende Relevanz transparenter Stromtarife
Die folgende Infografik zeigt den Strommix in Deutschland für das Jahr 2025. Sie verdeutlicht die Verteilung der verschiedenen Energieträger, die zur Stromerzeugung genutzt werden, sowohl aus erneuerbaren als auch aus konventionellen Quellen.
Im Jahr 2024 belief sich der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland auf 62 Prozent. Der Anteil aus konventioneller Energie lag bei 38 Prozent.