Donnerstag, 01. Dezember 2022

Aktuelle Strompreise / Energiekosten reduzieren 

Empfehlungen

TÜV geprüftes Vergleichsportal,
Wechselservice & Tarifaufpasser

Strommix in Deutschland

Wie setzt sich der aktuelle Strommix in Deutschland zusammen?

Strommasten

Zur Stromerzeugung in Deutschland werden eine Vielzahl verschiedener Energiequellen genutzt. Man unterscheidet dabei zwischen konventionellen und erneuerbaren Energieträgern. Zu den konventionellen Energien gehören die Primärenergieträger Braunkohle, Steinkohle, Erdgas und Erdöl. Zu den erneuerbaren Energien zählen Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse.

Die Summe aller zur Stromproduktion eingesetzten Energieträger bzw. deren Anteile ergeben letztlich den Strommix.

Strommix im ersten Halbjahr 2022

Obwohl die Bedeutung von Kohlestrom zuletzt zugenommen hat, ist die Einspeisung aus konventionellen Energieträgern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 insgesamt gesunken - von gut 56 auf knapp 52 Prozent des deutschen Strommixes. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist dementsprechend von 44 Prozent auf einen aktuellen Anteil von über 48 Prozent gestiegen. Die Zahlen im Überblick:

Konventionelle Energien: 51,5 Prozent

  • Kohlekraft: 31,4 Prozent
  • Erdgas: 11,7 Prozent
  • Kernenergie: 6,0 Prozent

Erneuerbare Energien: 48,5 Prozent

  • Windkraft: 25,7 Prozent
  • Photovoltaik: 11,2 Prozent
  • Biomasse: 5,7 Prozent
  • Wasserkraft: 3,2 Prozent

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Strommix im ersten Quartal 2022

  • Braunkohle 17,8 %
  • Steinkohle: 13,6 %
  • Erdgas: 10,3 %
  • Kernenergie: 6,2 %
  • Wind Onshore: 27,1 %
  • Wind Offshore: 5,5 %
  • Photovoltaik: 6,3 %
  • Biomasse: 6,9 %
  • Wasserkraft: 1,8 %
  • Pumpspeicher: 1,8 %
  • sonstige konventionelle: 2,4 %

(Quelle: Smard.de)

Strommix Deutschland 2022

Der in Deutschland erzeugte Strom stammte im ersten Quartal 2022 mehrheitlich aus Windenergie. Fast 1/3 des Stroms wurden über Windenergie erzeugt. An zweiter Stelle liegen Braunkohle mit 17,8 % und Steinkohle mit 13,6 %. Die Stromerzeugung aus Kohle macht damit zusammen 31,4 % aus.

Im ersten Jahresviertel lieferten die konventionellen Energien (Kohle, Gas, Kernkraft) laut Statistik insgesamt 52,9 Prozent des Stroms in Deutschland - rund acht Prozent weniger als im ersten Quartal 2021. Bislang konnten die erneuerbaren Energien die konventionellen lediglich im Corona-Jahr 2020 überflügeln. Wind, Sonne, Wasser und Biomasse kommen aktuell auf einen Anteil von 47,1 Prozent am deutschen Strommix.

Insgesamt wurden im ersten Jahresquartal rund 73,1 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse erzeugt. Das zeigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Vor allem in den ersten beiden Monaten des Jahres wurden aufgrund des stürmischen Wetters hohe Ökostrom-Erträge erzielt: Im Januar lag die Erneuerbaren-Quote bei 47 Prozent, im Februar erreichte sie sogar 62 Prozent. Der März war weniger windreich, hatte dafür aber mehr Sonnenstunden. Hier lag der Ökostrom-Anteil bei 41 Prozent.

Strommix in Deutschland, erstes Halbjahr 2022

  • 51,5 Prozent konventionelle Energien
  • 48,5 Prozent erneuerbare Energien

Wie hat sich der Strommix in Deutschland verändert?

Die Stromerzeugung in Deutschland befindet sich auf Grund der Energiewende in einem stetigen Wandel. Bedingt durch den Ausstieg aus der Atomkraft, der Abkehr von Gas aus Russland sowie den ambitionierten Klimazielen steigt der Anteil der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen kontinuierlich an.

Jahr für Jahr werden in Deutschland neue Ökostrom-Rekorde aufgestellt. Insbesondere die Windkraft sowie die Photovoltaik, also die Stromerzeugung mittels Solarenergie, verzeichnen rapide Zuwächse.

Weil der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen ist, und das Ende der Nutzung fossiler Energieträger, vor allem der Kohle, ebenfalls näher rückt, wird der Strommix der Bundesrepublik in Zukunft immer erneuerbarer und damit klimaschonender werden.

Entwicklung des Strommix in Deutschland seit 1990

Durch technologischen Fortschritt, veränderte Gegebenheiten auf dem Erzeugermarkt und vor allem durch die Aufbruchstimmung im Zuge von Energiewende und Klimaschutz hat sich der Strommix Deutschlands in der jüngeren Vergangenheit erheblich gewandelt. Wir haben für Sie die wichtigsten Daten aus vier Jahrzehnten zusammengestellt.

Energieträger 1990 2000 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Q1 /2022
Braunkohle 31,1 25,7 24,3 25,8 26,4 26,8 26,4 25,4 24,6 24,4 24,1 19,7 16,8 20,2 17,8
Steinkohle 25,6 24,8 18,6 18,6 19,7 20,4 20,2 19,4 18,2 14,9 13,3 9,6 7,3 9,4 13,8
Kernenergie 27,7 29,5 24,8 19,7 17,5 17,0 17,2 15,8 14,6 13,1 13,3 13,7 12,5 13,3 6,2
Gas 6,5 8,5 11,8 11,5 9,3 7,3 5,8 5,5 8,5 8,9 8,1 10,2 11,6 10,4 10,3
Öl 2,0 1,0 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,1 0,1 0,3 0,3 2,4
Windenergie 0,0 1,6 7,2 9,6 9,6 9,7 11,0 14,7 14,6 19,2 20,4 24,4 27,0 23,1 32,6
Photovoltaik 0,0 0,0 2,2 3,8 4,9 5,7 6,8 7,1 6,9 7,2 8,4 9,2 10,5 9,9 6,3
Biomasse 0,0 0,3 5,8 6,5 7,4 7,6 8,0 8,1 8,2 8,1 8,2 8,5 9,7 8,8 6,9
Wasserkraft 3,6 4,3 3,9 3,4 3,9 4,2 3,6 3,4 3,8 3,7 3,6 4,0 3,8 4,0 3,6
Andere 3,5 4,2 1,2 1,0 1,1 1,1 0,9 0,5 0,5 0,4 0,5 0,5 0,5 0,6 2,4
Erneuerbare Energien 3,6 6,6 19,1 23,3 25,9 27,2 29,3 33,3 33,5 38,2 40,6 46,1 50,9 45,8 47,1

Tabelle: Entwicklung des Strommix seit 1990: Jedes Jahr ein bisschen mehr erneuerbar
Quellen: AG Energiebilanzen Bruttostromerzeugung 1990 & 2000, Fraunhofer ISE Nettostromerzeugung 2010-2021, Statistisches Bundesamt, SMARD)

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der prozentualen Anteile der einzelnen Energieträger in der Bruttostromerzeugung in Deutschland vom Jahr 1990 bis 2022 an. In der zugehörigen Graifk lässt sich sehr schön erkennen, dass der Anteil der eneuerbaren Energien von 3,6 % im Jahr 1990 auf knapp 50 % im Jahr 2022 angestiegen ist.

Allerdings ist der Ausbau der erneuerbaren Energie in den letzten Jahren etwas in Stocken geraten, so dass sich der Anteil seit dem Jahr 2019 kaum verändert hat. Im ersten Quartal im Jahr 2022 lieferten die konventionellen Energien (Kohle, Gas, Kernkraft) laut Statistik insgesamt 52,9 Prozent des Stroms in Deutschland während die regenerativen Energien bei 47,1 % lagen. 

Strommix in Deutschland, 1990-2021
Entwicklung der prozentualen Anteile der Energieträger in der Bruttostromerzeugung

Grafik: Entwicklung des Strommix in Deutschland seit 1990-2022

Wie sieht Ihr persönlicher Strommix aus?

Der Strommix in Deutschland ist nicht bloß eine Zahl mit rein statistischem Wert. Er dient Stromkunden als Anhaltspunkt für die Einordnung des eigenen Tarifs. Hier kommt die sogenannte Stromkennzeichnung ins Spiel. Damit gemeint ist die gesetzlich vorgeschriebene Information von Endverbrauchern über die genaue Zusammensetzung des gelieferten Stroms. Jeder Energieversorger muss seine Kunden detailliert über die Bestandteile des Strommixes aufklären. So haben Verbraucher die Möglichkeit einzuordnen, wie konventionell oder erneuerbar, wie klimaschädlich oder -schonend die Stromlieferungen ihres Anbieters sind. Vor allem, weil diese stets in Relation zum bundesweiten Durchschnitt gesetzt werden müssen. Energieversorger sind verpflichtet, die Stromkennzeichnung auf Rechnungen, Werbematerial sowie auf ihrer Website nutzerfreundlich darzustellen.

Diese Angaben zum Strommix muss Ihre Stromrechnung enthalten:

  1. Individueller Strommix des Anbieters
  2. Umweltauswirkungen der Stromlieferungen (CO2-Emissionen, radioaktiver Abfall)
  3. Gesamtdeutsche Durchschnittswerte zum Vergleich

Wie viel CO2 verursacht eine Kilowattstunde Strom im deutschen Strommix?

Die Erzeugung von Strom verursacht die Emission des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂). Im Jahr 2021 wurden nach Angaben des Bundesumweltamtes durchschnittlich 420 Gramm CO₂ für die Erzeugung einer Kilowattunde Strom erzeugt. Im Vorjahr 2020 lag dieser Wert nur 375 g/kWh.

Entgegen den Zielen der Bundesregierung ist der Wert angestiegen. Ursache hierfür ist eine Verschiebung im Strommix zu Lasten der erneuerbaren Energien, da die Stromerzeugung durch Kernenergie weiter reduziert wurde und die Kohlverstromung auf Grund der hohen Gaspreise erhöht wurde. Dies kann in den Grafik Entwicklung des Strommix in Deutschland sehr gut nachvollzogen werden.

Wie hat sich der CO2- Emissionsfaktor in den letzten Jahren entwickelt?

Die Grafik zeigt die Entwicklung des CO2- Emissionsfaktors für den deutschen Strommix von 2000 bis zum Jahr 2021 an. Grundsätzlich gehen die Werte seite dem Jahr 2000 zurück, allerdings sind die Zahlen entgegen den Zielen der Bundesregierung im Jahr 2021 und nochmal auch im Jahr 2022 angestiegen.

Ursache hierfür ist eine Verschiebung im Strommix zu Lasten der erneuerbaren Energien, da die Stromerzeugung durch Kernenergie weiter reduziert wurde und die Kohlverstromung auf Grund der hohen Gaspreise erhöht wurde. Dies kann in den Grafik Entwicklung des Strommix in Deutschland sehr gut nachvollzogen werden.

u5okb-entwicklung-des-co2-emissionsfaktors-f-r-den-deutschen-strommix-von-2000-2021

Aktuelle Nachrichten zum Thema Strommix

09.09.2022
Der in der ersten Jahreshälfte 2022 in Deutschland erzeugte Strom stammte zu knapp einem Drittel aus Kohlekraftwerken. ...
19.07.2022
Die momentan zahlreichen Sonnenstunden haben Deutschland einen neuen Rekord bei der Stromerzeugung aus Solarenergie besc...
06.07.2022
Im ersten Halbjahr 2022 haben erneuerbare Energien 49 Prozent des Bruttoinlandstromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Da...
10.06.2022
Der in Deutschland erzeugte Strom stammte im ersten Quartal 2022 erneut mehrheitlich aus klimaschädlichen Energieträge...

FAQ Strommix

Woher kommt Strom?

Die meisten Haushalte verfügen selbst nicht über eine eigene Energieversorgung. Daher gibt es vor Ort Energieversorger, die in der Regel Strom, Gas und Fernwärme anbieten. Strom wird in Deutschland in Kraftwerken (Steinkohle, Braunkohle, Gas, Atom, Wasser) oder durch Windräder, PV - Anlagen ...

weiterlesen

Wie wird Strom erzeugt?

Marie Ampère entdeckte als erste den Zusammenhang zwischen Strom und Magnetismus. Rein physikalisch wird bei der Stromerzeugung keine Energie erzeugt, sondern Strom entsteht durch die Umwandlung von einer Energieform in einer andere, meistens durch einen Generator. Der erste Generator wurde im ...

weiterlesen

Was ist Strom?

Unter elektrischem Strom versteht man die Bewegung von elektrischen Ladungsträgern, den sogeannten Elektronen. Strom beschreibt demnach die Bewegung von elektrischen Ladungsträgern und wird in der physikalischen Einheit Ampere gemessen. Für quantitative Angaben zum elektrischen Strom verwendet ...

weiterlesen

Wie entsteht Strom?

Eektrischer Strom ist die Bewegung von elektrischen Ladungsträgern, den sogeannten Elektronen, in einem Leiter. Strom entsteht bzw. wird mit unterschiedlichsten Mehtoden erzeugt. Dabei werden rein physikalisch elektrischen Ladungen voneinander getrennt. Hierfür wird Energie benötigt. Um das zu ...

weiterlesen

Wie kommt der Strom ins Haus?

Der größte Anteil des Stroms wird heutzutage noch in Großkraftwerken (Kohle, Kernenergie, Gas) produziert und wird von dort über Stromnetze zu den Verbrauchern übertragen. Nachdem Strom in den Kraftwerken erzeugt wurde, wird er in das Stromleitungssystem eingespeist. Zur Fernübertragung von ...

weiterlesen

Wer hat den Strom erfunden?

Niemand hat Strom erfunden, denn Strom ist ein Naturphänomen. So ist und war Strom schon immer in der Natur vorhanden, z.B. in Blitzen. Es gibt jedoch Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Strom sehr intensiv auseinandergesetzt haben und bahnbrechende Entdeckungen im Bereich des Stroms gemacht ...

weiterlesen

Das sagen unsere Kunden: TÜV geprüft, Testsieger und eKomi Gold Siegel


eKomi Siegel Gold StromAuskunft
Kundenzufriedenheit ekomi
Note 4,9 von 5
Insgesamt 237 Empfehlungen
tuev-kundenzufriedenheit-2020.png
Test Bild