Der Strommix in Deutschland zeigt, aus welchen Energiequellen Strom erzeugt wird. Dazu gehören erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse ebenso wie fossile Energieträger wie Braunkohle, Steinkohle und Erdgas. Für Verbraucher ist der Strommix ein wichtiger Indikator: Er zeigt, wie klimafreundlich die Stromversorgung ist und wie stark eine Kilowattstunde Strom durchschnittlich mit CO₂ belastet ist.
Der Strommix ist jedoch kein fester Jahreswert. Er verändert sich im Tagesverlauf – je nachdem, wie viel Wind weht, wie stark die Sonne scheint, wie hoch die Stromnachfrage ist und welche Kraftwerke gerade einspeisen. Deshalb zeigen wir hier neben langfristigen Jahresdaten auch die aktuelle Stromerzeugung in Deutschland. Das neue Strommix-Modul macht sichtbar, aus welchen Energieträgern der heute eingespeiste Strom stammt.
Das Modul zeigt die aktuelle Stromerzeugung in Deutschland und berechnet daraus den heutigen Strommix. Ausgewiesen werden unter anderem der Anteil erneuerbarer Energien, die größte einzelne Energiequelle, der gemeinsame Anteil von Wind- und Solarstrom sowie der Anteil fossiler Energieträger. Die Werte werden im Tagesverlauf aktualisiert, sobald neue Viertelstundenwerte vorliegen.
Damit beantwortet das Modul eine einfache Frage: Wie grün ist der Strom, der heute in Deutschland erzeugt wird?
Für Verbraucher ist diese Information aus zwei Gründen nützlich. Erstens zeigt sie, wie stark erneuerbare Energien die Stromversorgung inzwischen prägen. Zweitens macht sie deutlich, warum sich Strompreise und CO₂-Bilanz je nach Tageszeit unterscheiden können. An wind- und sonnenreichen Tagen steigt der Anteil erneuerbarer Energien häufig deutlich. Bei wenig Wind und wenig Sonne müssen konventionelle Kraftwerke stärker einspringen.
Das Strommix-Modul von StromAuskunft.de zeigt die öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland. Grundlage sind Viertelstundenwerte von Energy-Charts.info des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Der Strommix wird als Durchschnitt der öffentlichen Nettostromerzeugung berechnet. Grenzüberschreitender Stromhandel, also Stromimporte und Stromexporte, ist in diesen Erzeugungsanteilen nicht enthalten.
Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen drei Begriffen:
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Begriff |
Bedeutung |
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Bruttostromerzeugung |
gesamte in Deutschland erzeugte Strommenge |
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öffentliche Nettostromerzeugung |
Strommenge, die in das öffentliche Netz eingespeist wird |
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Stromverbrauch / verbrauchsbasierter Strommix |
Strom, der tatsächlich verbraucht wird, einschließlich Importen und abzüglich Exporten |
Das Modul zeigt also nicht den Strom, der bei einem einzelnen Haushalt aus der Steckdose kommt. Es zeigt auch nicht den individuellen Ökostromanteil eines bestimmten Stromtarifs. Es zeigt vielmehr, aus welchen Energieträgern der aktuell in Deutschland öffentlich eingespeiste Strom stammt. Für die Einordnung des deutschen Stromsystems ist das besonders aufschlussreich.
Der Strommix schwankt vor allem, weil Wind- und Solarstrom wetterabhängig sind. Bei starkem Wind steigt der Anteil der Windenergie. An sonnigen Tagen liefert die Photovoltaik vor allem zur Mittagszeit viel Strom. Nach Sonnenuntergang fällt dieser Anteil wieder zurück. Wasserkraft und Biomasse liefern vergleichsweise stetiger, haben aber deutlich kleinere Anteile als Wind- und Solarenergie.
Wenn erneuerbare Energien wenig Strom liefern, übernehmen konventionelle Kraftwerke einen größeren Teil der Versorgung. Dazu gehören vor allem Gas- und Kohlekraftwerke. Diese Anlagen sind weiterhin wichtig, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Sie verursachen jedoch deutlich höhere CO₂-Emissionen als Wind- und Solarstrom im laufenden Betrieb. Deshalb verändert sich mit dem Strommix auch die durchschnittliche Klimabilanz einer Kilowattstunde Strom.
Für Verbraucher bedeutet das: Der Strommix ist nicht nur eine Jahresstatistik. Er ist ein laufender Blick auf die Energiewende im Alltag. Das Modul zeigt, wann erneuerbare Energien besonders viel zur Stromversorgung beitragen – und wann fossile Energieträger stärker benötigt werden.
Der aktuelle Strommix hilft, die eigene Stromnutzung besser einzuordnen. Wer zum Beispiel eine Waschmaschine, Spülmaschine, Wärmepumpe oder Wallbox flexibel steuern kann, kann Strom tendenziell dann nutzen, wenn viel erneuerbare Energie im Netz ist. Das senkt zwar nicht automatisch den Strompreis im eigenen Tarif, verbessert aber das Verständnis dafür, wann das Stromsystem besonders klimafreundlich arbeitet.
Besonders relevant wird diese Information in Verbindung mit dynamischen Stromtarifen und aktuellen Börsenstrompreisen. Denn Zeiten mit hoher Wind- und Solarstromproduktion können häufig mit niedrigeren Börsenstrompreisen zusammenfallen. Das ist nicht garantiert, aber ein wichtiger Zusammenhang im Strommarkt: Viel günstige erneuerbare Erzeugung kann die Preise am Großhandelsmarkt drücken.
Wer nicht nur klimafreundlicher, sondern auch günstiger Strom beziehen möchte, sollte deshalb zwei Dinge unterscheiden: den allgemeinen Strommix in Deutschland und den konkreten Stromtarif des eigenen Haushalts. Ein Ökostromtarif kann die persönliche Strombilanz verbessern. Ein dynamischer Stromtarif kann zusätzlich helfen, flexible Verbräuche in günstigere Zeitfenster zu verschieben. StromAuskunft.de unterstützt Verbraucher dabei als TÜV-geprüftes Vergleichsportal und Spitzenreiter bei Stiftung Warentest mit einem transparenten Stromvergleich.
Erneuerbare Energien sind inzwischen die wichtigste Säule der deutschen Stromversorgung. Wie hoch ihr Anteil ist, hängt jedoch davon ab, welche Kennzahl betrachtet wird: Bruttostromverbrauch, öffentliche Nettostromerzeugung, Bruttostromerzeugung oder tatsächlicher Stromverbrauch. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Werte je nach Methode voneinander abweichen können.
Für die energiepolitischen Ausbauziele wird in Deutschland üblicherweise der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch betrachtet. Nach Berechnungen von BDEW und ZSW lag dieser Anteil im ersten Halbjahr 2026 bei 58,0 Prozent. Das war ein neuer Rekordwert für ein erstes Halbjahr.
Die amtliche Statistik zeigt für das erste Quartal 2026 ebenfalls die Dominanz erneuerbarer Energien: Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis März 2026 insgesamt 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland erzeugt und in das Netz eingespeist. Davon stammten 53,3 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern.
Für Verbraucher bedeutet das: Mehr als jede zweite Kilowattstunde Strom stammt inzwischen rechnerisch aus erneuerbaren Quellen. Der Anteil schwankt aber stark – je nach Wetter, Jahreszeit, Tageszeit und Betrachtungsmethode. Genau deshalb ergänzt das Strommix-Modul die Jahres- und Quartalszahlen: Es zeigt, wie sich die Stromerzeugung heute zusammensetzt.
Der Anteil erneuerbarer Energien schwankt, weil Wind- und Solarstrom wetterabhängig sind. Weht viel Wind, steigt die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen. Scheint die Sonne, steigt die Einspeisung aus Photovoltaikanlagen. Nach Sonnenuntergang fällt der Solarstrom weg; bei windarmen Wetterlagen sinkt auch die Windstromproduktion.
Hinzu kommen saisonale Unterschiede. Im Sommer liefert Photovoltaik deutlich mehr Strom als im Winter. Im Herbst und Winter kann Windenergie besonders stark sein. Wasserkraft hängt von Niederschlägen und Wasserständen ab. Biomasse ist besser steuerbar, hat aber nur einen begrenzten Anteil am Strommix.
Wenn erneuerbare Energien weniger Strom liefern, müssen andere Quellen die Versorgung absichern. Dazu gehören vor allem Erdgas- und Kohlekraftwerke, außerdem Stromimporte und flexible Speicherlösungen. Deshalb ist der Strommix nie statisch. Er verändert sich von Stunde zu Stunde.
Das ist auch für die Strompreise relevant. Zeiten mit viel Wind- und Solarstrom fallen häufig mit niedrigeren Börsenstrompreisen zusammen, weil viel Strom mit niedrigen laufenden Kosten im Markt ist. Umgekehrt können die Preise steigen, wenn viel Strom nachgefragt wird und wenig erneuerbare Erzeugung verfügbar ist. Für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen wird dieser Zusammenhang zunehmend praktisch relevant.
Die wichtigste Stromquelle in Deutschland ist derzeit die Windenergie. Sie liefert zusammen mit der Photovoltaik den größten Beitrag zur erneuerbaren Stromerzeugung. Im Jahr 2025 standen Windkraft und Solarstrom nach Angaben des Fraunhofer ISE erstmals gemeinsam an der Spitze der öffentlichen Stromerzeugung in Deutschland.
Windenergie hat vor allem im Winterhalbjahr häufig hohe Anteile, weil dann in Deutschland oft mehr Windstrom erzeugt wird. Photovoltaik prägt dagegen vor allem sonnige Tage und die Sommermonate. Besonders zur Mittagszeit kann Solarstrom einen sehr großen Teil der aktuellen Erzeugung stellen. Biomasse und Wasserkraft liefern vergleichsweise stetiger, bleiben aber deutlich kleiner als Wind und Solar.
Die Reihenfolge der wichtigsten Stromquellen kann sich kurzfristig ändern. An windreichen Tagen liegt Windkraft deutlich vorn. An sonnigen Sommertagen kann Photovoltaik zeitweise die wichtigste Erzeugungsquelle sein. Bei wenig Wind und wenig Sonne steigt der Anteil konventioneller Kraftwerke, vor allem Gas- und Kohlekraftwerke. Das neue Strommix-Modul zeigt diese Verschiebungen tagesaktuell.
Die aktuellen Daten für 2026 zeigen, dass erneuerbare Energien weiter an Bedeutung gewinnen. Nach BDEW und ZSW deckten sie im ersten Halbjahr 2026 rund 58,0 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Grundlage dieser Berechnung ist der Bruttostromverbrauch – also die übliche Kennzahl für die Bewertung der deutschen Ausbauziele bei erneuerbaren Energien.
Das Statistische Bundesamt meldete für das erste Quartal 2026 eine gesamte Netzeinspeisung von 126,6 Milliarden Kilowattstunden. Davon entfielen 53,3 Prozent auf erneuerbare Energieträger. Die erneuerbare Stromerzeugung stieg gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 13,9 Prozent; die konventionelle Stromerzeugung sank um 1,8 Prozent.
Besonders wichtig bleibt die Windenergie. Sie ist die tragende erneuerbare Stromquelle in Deutschland. Die Photovoltaik wächst ebenfalls stark und gewinnt vor allem in den sonnenreichen Monaten an Gewicht. Für die Einordnung einzelner Tage reicht ein Jahres- oder Halbjahreswert aber nicht aus. Deshalb zeigt das Strommix-Modul auf dieser Seite zusätzlich die aktuelle öffentliche Nettostromerzeugung.
Die folgende Grafik zeigt die genaue Zusammensetzung des Strommixes in Deutschland im ersten Quartal 2026.
Abbildung: "Der Strommix in Deutschland im 1. Quartal 2026 – Erneuerbare Energien erreichen rund 54,5 Prozent Anteil. Daten: Fraunhofer ISE 2026"
Grafik zur freien Verfügung unter Creative Commons Lizenz
Die Grafik zeigt die Zusammensetzung des Strommixes in Deutschland im ersten Quartal 2026. Deutlich wird: Erneuerbare Energien stellen den größten Anteil an der Stromversorgung.
Den größten Beitrag liefert die Windenergie – sowohl an Land als auch auf See. Dahinter folgt die Solarenergie, die vor allem in den sonnenreichen Monaten stark an Bedeutung gewinnt. Biomasse und Wasserkraft tragen kontinuierlich zur Stromerzeugung bei, spielen jedoch eine kleinere Rolle.
Konventionelle Energieträger wie Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sind weiterhin Bestandteil des Strommixes, verlieren jedoch langfristig an Bedeutung. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn erneuerbare Energien wetterbedingt weniger Strom liefern.
Kurz gesagt:
Der Strommix in Deutschland ist heute überwiegend erneuerbar geprägt – bleibt aber ein Zusammenspiel aus erneuerbaren und konventionellen Energiequellen.
Für Verbraucher ist der Strommix vor allem aus drei Gründen wichtig.
Erstens zeigt er, wie klimafreundlich die Stromversorgung in Deutschland ist. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto niedriger ist in der Regel der durchschnittliche CO₂-Ausstoß je Kilowattstunde Strom. Der Strommix ist damit ein zentraler Indikator für die Klimabilanz des Stromsystems.
Zweitens hilft der Strommix, die Energiewende im Alltag zu verstehen. Wer das Strommix-Modul betrachtet, sieht unmittelbar, wann Wind, Sonne, Biomasse, Wasserkraft, Gas oder Kohle besonders viel zur Stromversorgung beitragen. Die Energiewende wird dadurch sichtbar – nicht als abstraktes Ziel, sondern als laufende Veränderung im Stromsystem.
Drittens wird der Strommix für Haushalte mit flexiblem Verbrauch immer praktischer. Wer ein E-Auto lädt, eine Wärmepumpe betreibt oder einen Batteriespeicher nutzt, kann Strom zunehmend dann verbrauchen, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist. In Verbindung mit dynamischen Stromtarifen und aktuellen Börsenstrompreisen kann das auch finanziell interessant sein.
Wichtig bleibt aber: Der allgemeine Strommix ist ein Durchschnittswert. Er sagt nicht automatisch aus, welchen Strom ein einzelner Haushalt vertraglich bezieht. Wer seine persönliche Strombilanz verbessern möchte, sollte zusätzlich auf einen passenden Ökostromtarif achten. StromAuskunft.de unterstützt Verbraucher dabei als TÜV-geprüftes Vergleichsportal und Spitzenreiter bei Stiftung Warentest mit einem transparenten Stromvergleich.
StromAuskunft unterstützt Sie dabei als TÜV-geprüftes Vergleichsportal und Spitzenreiter bei Stiftung Warentest, transparente und verbraucherfreundliche Stromtarife zu finden.

Der Strommix in Deutschland hat sich 2025 weiter in Richtung erneuerbare Energien verschoben. Nach Auswertungen des Fraunhofer ISE lag ihr Anteil am öffentlichen Strommix bei 55,9 Prozent.
Insgesamt wurden rund 440,8 Terawattstunden (TWh) Strom in das öffentliche Netz eingespeist.
Zentrale Erkenntnis:
Erneuerbare Energien sind heute die wichtigste Säule der Stromversorgung in Deutschland.
Damit lag der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bei rund 62 Prozent.
Auffällig ist: Ein wachsender Teil des Stroms wird direkt vor Ort verbraucht – etwa durch Solaranlagen auf Dächern.
Die Windenergie war auch 2025 die stärkste Einzelquelle:
Trotz dieser führenden Rolle lag die Produktion leicht unter dem Vorjahr (−3,2 %), vor allem aufgrund schwächerer Windverhältnisse.
Die Photovoltaik entwickelte sich 2025 besonders stark:
Damit überholte Solarstrom erstmals die Braunkohle und wurde zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland.
Während Biomasse stabil bleibt, war die Wasserkraft aufgrund geringer Niederschläge schwächer als im Vorjahr.
Die Stromerzeugung aus fossilen Quellen blieb insgesamt relativ stabil, mit Verschiebungen zwischen den Energieträgern:
Die Braunkohleverstromung erreichte damit ein historisch niedriges Niveau.
Die CO₂-Emissionen der deutschen Stromerzeugung lagen 2025 nach ersten Hochrechnungen bei 160 Millionen Tonnen. Das entspricht:
Der sinkende Emissionswert ist vor allem auf den hohen Anteil erneuerbarer Energien zurückzuführen.
Deutschland war 2025 weiterhin Nettoimporteur von Strom:
Deutschland war damit weiterhin Nettoimporteur von Strom, auch wenn sich der Importüberschuss zuletzt verringert hat.
Im Jahr 2024 lag der Anteil erneuerbarer Energien bei rund 58 Prozent der Stromerzeugung.
Die wichtigsten Entwicklungen:
Der Vergleich zeigt: Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet kontinuierlich voran.
Der Strommix beschreibt, aus welchen Energiequellen der in Deutschland erzeugte Strom stammt. Dazu zählen erneuerbare Energien ebenso wie fossile Brennstoffe.
Der Anteil der einzelnen Energieformen schwankt im Tages- und Jahresverlauf. Maßgeblich dafür sind Jahreszeit, Tageszeit und Wetter. So wird an sonnigen Sommertagen deutlich mehr Solarstrom erzeugt als im Winter, während die Windstromproduktion vor allem von der Wetterlage abhängt.
Langfristig ist ein klarer Strukturwandel erkennbar: Der Anteil fossiler Energieträger am deutschen Strommix nimmt seit 2002 kontinuierlich ab. Seit dem Ausstieg aus der Kernenergie wird in Deutschland zudem kein Atomstrom mehr erzeugt. Stattdessen wächst die Bedeutung erneuerbarer Energien stetig.
Ziel der Energiewende ist es, bis 2030 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Die aktuellen Zahlen zeigen Fortschritte: 2024 erreichte der Ökostromanteil mit 63 Prozent einen neuen Höchstwert.
Das Jahr 2025 markiert dabei einen Wendepunkt: Erstmals stammen die größten Anteile der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland aus Windkraft und Photovoltaik.
Der deutsche Strommix hat sich seit 1990 grundlegend verändert. Anfang der 1990er-Jahre wurde Strom in Deutschland noch überwiegend aus Kohle, Kernenergie und Erdgas erzeugt. Erneuerbare Energien spielten nur eine kleine Rolle. Inzwischen sind Windkraft und Photovoltaik tragende Säulen der Stromversorgung.
1990 bestand der Strommix überwiegend aus:
Erneuerbare Energien spielten mit 3,5 Prozent nur eine Nebenrolle.
Heute zeigt sich ein völlig anderes Bild: Erneuerbare Energien stellen inzwischen den größten Anteil am Strommix.
Die Entwicklung seit 1990 folgt einem klaren Muster:
Die Grafik zur Entwicklung des Strommixes verdeutlicht diesen Wandel eindrucksvoll: Der Anteil erneuerbarer Energien ist über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich gestiegen, während fossile Energieträger an Bedeutung verloren haben.
Grafik: "Entwicklung Strommix Deutschland nach Anteilen seit dem Jahr 1990"
Der Wandel verlief nicht gleichmäßig. Zunächst wuchs vor allem die Windenergie, später kam der starke Ausbau der Photovoltaik hinzu. Der Ausstieg aus der Kernenergie, steigende CO₂-Kosten, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Rückgang der Kohleverstromung haben den Strommix deutlich verändert.
Ein zentraler Treiber der Energiewende ist der massive Ausbau erneuerbarer Energien.
Damit hat sich ihr Anteil innerhalb von rund 30 Jahren mehr als verfünfzehnfacht.
Besonders stark gewachsen sind:
Erneuerbare Energien sind damit heute die wichtigste Säule der Stromerzeugung in Deutschland.
Parallel dazu ist die Bedeutung konventioneller Energieträger deutlich gesunken.
Kohle:
Kernenergie:
Mit dem Atomausstieg ist die Kernenergie vollständig aus dem deutschen Strommix verschwunden.
Erdgas hat im Strommix an Bedeutung gewonnen:
Gas wird vor allem eingesetzt, um Schwankungen bei erneuerbaren Energien auszugleichen. Es gilt daher als Brückentechnologie im Zuge der Energiewende.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anteile einzelner Energieträger an der Bruttostromerzeugung in Deutschland seit 1990.
Sie verdeutlicht den strukturellen Wandel besonders klar:
Der Anteil erneuerbarer Energien ist kontinuierlich gestiegen, während Kohle und Kernenergie stark zurückgegangen sind.
| Energieträger | 1990 | 2000 | 2010 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Braunkohle | 31,1 | 25,9 | 23,3 | 24,1 | 23,2 | 23,0 | 23,0 | 18,7 | 16,0 | 18,8 | 20,1 | 17,0 | 16,2 |
| Steinkohle | 25,6 | 25,0 | 18,7 | 18,4 | 17,4 | 14,4 | 13,0 | 9,5 | 7,4 | 9,3 | 11,0 | 8,6 | 5,4 |
| Kernenergie | 27,7 | 29,7 | 22,5 | 14,3 | 13,2 | 11,8 | 12,0 | 12,3 | 11,2 | 11,8 | 6,0 | 1,4 | 0,0 |
| Erdgas | 6,5 | 8,6 | 14,2 | 9,6 | 12,5 | 13,3 | 12,9 | 14,8 | 16,5 | 15,4 | 13,7 | 15,5 | 15,8 |
| Mineralöl | 2,0 | 1,0 | 1,4 | 1,0 | 0,9 | 0,9 | 0,8 | 0,8 | 0,8 | 0,8 | 1,0 | 1,0 | 1,0 |
| Windenergie | 0,0 | 1,6 | 6,4 | 12,3 | 12,2 | 16,1 | 17,0 | 20,7 | 23,0 | 19,5 | 21,6 | 26,8 | 29,1 |
| Photovoltaik | 0,0 | 0,0 | 1,9 | 5,8 | 5,7 | 5,9 | 6,9 | 7,4 | 8,6 | 8,4 | 10,4 | 11,9 | 14,7 |
| Biomasse | 0,0 | 0,3 | 4,4 | 6,6 | 6,7 | 6,6 | 6,7 | 7,3 | 7,8 | 7,5 | 8,0 | 8,5 | 9,0 |
| Wasserkraft | 3,5 | 4,3 | 3,3 | 2,9 | 3,1 | 3,1 | 2,8 | 3,3 | 3,3 | 3,4 | 3,0 | 3,8 | 4,2 |
| Sonstige | 3,6 | 3,6 | 4,1 | 5,0 | 5,1 | 5,0 | 5,1 | 5,2 | 5,3 | 5,2 | 5,1 | 5,6 | 4,7 |
| Erneuerbare Energien | 3,5 | 6,2 | 16,0 | 27,6 | 27,7 | 31,7 | 34,4 | 39,7 | 43,8 | 39,8 | 44,1 | 52,0 | 58,1 |
Tabelle: "Bruttostromerzeugung in Deutschland nach Energieträgern seit 1990", Quellen: AG Energiebilanzen, BDEW
Die Daten zeigen einen tiefgreifenden Wandel des Energiesystems in Deutschland:
Innerhalb von drei Jahrzehnten sind sie von einer Nischenlösung zur wichtigsten Energiequelle geworden.
Vor allem Kohle wird schrittweise aus dem Strommix verdrängt.
Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien wächst der Bedarf an:
Der Strommix verändert sich vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Neue Windparks, zusätzliche Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Netzausbau und flexible Verbraucher verschieben die Stromerzeugung weg von fossilen Kraftwerken. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen, Rechenzentren und die Elektrifizierung der Industrie.
Das stellt das Stromsystem vor eine neue Aufgabe: Es muss nicht nur genug Strom erzeugt werden, sondern Stromangebot und Stromnachfrage müssen zeitlich besser zusammenpassen. Denn Wind- und Solarstrom sind wetterabhängig. An sonnigen und windreichen Tagen kann sehr viel erneuerbarer Strom verfügbar sein. Bei Dunkelflauten, also Zeiten mit wenig Wind und wenig Sonne, müssen Speicher, flexible Kraftwerke, Importe und steuerbare Verbraucher helfen, die Versorgung zu sichern.
Für Verbraucher wird der Strommix dadurch praktischer. Er erklärt, warum Strompreise an manchen Tagen stark schwanken, warum dynamische Stromtarife wichtiger werden und warum steuerbare Verbraucher wie Wallboxen, Wärmepumpen und Batteriespeicher künftig stärker in das Stromsystem eingebunden werden.
Der Wandel des Strommixes hat mehrere Gründe:
Diese Faktoren haben dazu geführt, dass erneuerbare Energien heute wirtschaftlich konkurrenzfähig sind und fossile Energieträger zunehmend verdrängen.
Der Strommix in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren weiter deutlich verändern. Ziel der Energiepolitik ist es, den Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich zu erhöhen und gleichzeitig die CO₂-Emissionen zu senken.
Nach den aktuellen Ausbauzielen sollen erneuerbare Energien künftig den überwiegenden Teil der Stromversorgung übernehmen.
Im Zentrum der Entwicklung steht der weitere Ausbau von:
Vor allem Wind- und Solarenergie gelten als tragende Säulen der zukünftigen Stromversorgung. Parallel dazu wird die dezentrale Stromerzeugung weiter zunehmen – etwa durch Solaranlagen auf privaten und gewerblichen Gebäuden.
Konventionelle Energieträger wie Kohle werden langfristig weiter an Bedeutung verlieren. Der Kohleausstieg in Deutschland ist politisch beschlossen und soll schrittweise umgesetzt werden.
Erdgas wird voraussichtlich mittelfristig eine Übergangsrolle spielen, insbesondere zur Absicherung der Stromversorgung in Zeiten geringer erneuerbarer Einspeisung.
Der Umbau des Stromsystems bringt auch Herausforderungen mit sich:
Diese Faktoren entscheiden maßgeblich darüber, wie schnell und stabil der Strommix weiter umgestellt werden kann.
Für Haushalte ergeben sich daraus mehrere Entwicklungen:
Für Verbraucher lohnt es sich daher, Stromtarife regelmäßig zu prüfen. StromAuskunft unterstützt dabei als TÜV-geprüftes Vergleichsportal und Spitzenreiter bei Stiftung Warentest mit einem unabhängigen und transparenten Tarifvergleich.
Die Erzeugung von Strom verursacht die Emission des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂). Im Jahr 2021 wurden nach Angaben des Bundesumweltamtes durchschnittlich 420 Gramm CO₂ für die Erzeugung einer Kilowattunde Strom erzeugt. Im Vorjahr 2020 lag dieser Wert nur 375 g/kWh.
Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto niedriger ist der durchschnittliche CO₂-Wert des Strommixes.
Entgegen den Zielen der Bundesregierung ist der Wert angestiegen. Ursache hierfür ist eine Verschiebung im Strommix zu Lasten der erneuerbaren Energien, da die Stromerzeugung durch Kernenergie weiter reduziert wurde und die Kohlverstromung auf Grund der hohen Gaspreise erhöht wurde. Dies kann in den Grafik Entwicklung des Strommix in Deutschland sehr gut nachvollzogen werden.
Die Grafik zeigt die Entwicklung des CO2- Emissionsfaktors für den deutschen Strommix von 2000 bis zum Jahr 2021 an. Grundsätzlich gehen die Werte seite dem Jahr 2000 zurück, allerdings sind die Zahlen entgegen den Zielen der Bundesregierung im Jahr 2021 und nochmal auch im Jahr 2022 angestiegen.
Ursache hierfür ist eine Verschiebung im Strommix zu Lasten der erneuerbaren Energien, da die Stromerzeugung durch Kernenergie weiter reduziert wurde und die Kohlverstromung auf Grund der hohen Gaspreise erhöht wurde. Dies kann in den Grafik Entwicklung des Strommix in Deutschland sehr gut nachvollzogen werden.

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