Freitag, 07. August 2020

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Elektromobilität in Deutschland - Strom für Elektroautos

Die Zukunft der Mobilität

Einer der wichtigsten Bausteine für das Gelingen der Energiewende in Deutschland und das Erreichen der nationalen Klimaziele ist die nachhaltige Gestaltung des Verkehrsektors. In diesem Zusammenhang ist das Thema Elektromobilität in aller Munde. Elektroautos gelten als Schlüsseltechnologie für eine klimafreundliche Verkehrswende. Strom wird damit automatisch zum Treibstoff der Mobilität von morgen.

Elektromobilität: Zahlen und Fakten

  • Marktanteile

Mitte 2020 ist die Zahl der in Deutschland zugelassenen E-Autos auf rund 300.000 angewachsen. Über die Hälfte davon sind rein batterieelektrische Fahrzeuge. Deren Marktanteil liegt bei etwa zwei Prozent. Zwar befindet sich die Elektromobilität weltweit und auch hierzulande in den letzten Jahren im Aufwind, dennoch ist das ursprünglich angestrebte Ziel der Bundesregierung von einer Million E-Autos im Jahr 2020 klar gescheitert.

Verbrauchern in Deutschland stehen gegenwärtig rund 130 verschiedene E-Modelle zur Auswahl, etwa 60 davon stammen von heimischen Autobauern.

  • Förderung

Der sogenannte Umweltbonus - eine Kaufprämie für Elektroautos - wurde rückwirkend ab Mai 2016 eingeführt. Die Prämie belief sich zunächst auf 4.000 Euro für rein batterieelektrische Fahrzeuge und 3.000 Euro für Plug-in-Hybride und wird zu gleichen Teilen vom Bund und der Automobilindustrie getragen. Das Förderprogramm sollte ursprünglich Mitte 2019 enden, wurde von der Bundesregierung jedoch verlängert und zugleich ausgeweitet. Demnach werden reine E-Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro nun mit einer Prämie von bis zu 6.000 Euro gefördert. Für Plug-in-Hybride beträgt die Fördersumme 4.500 Euro. Die Prämien sollen in dieser Form bis zum Jahr 2025 gezahlt werden. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und des damit verbundenen Konjunkturprogramms hat die Bundesregierung ihren Prämienanteil verdoppelt. Dadurch sind die Fördersätze - zunächst befristet bis Ende 2021 - auf 9.000 Euro bzw. 6.750 Euro angewachsen.

  • Politik

Bereits 2010 rief die Bundesregierung die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ins Leben. Experten aus Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft analysierten die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland mit dem Ziel, einen Leitmarkt für Elektrofahrzeuge bis 2020 zu entwickeln. Ende 2018 wurde die Arbeit der NPE in die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) überführt.

  • Ladeinfrastruktur

Wie Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen, liegt die deutschlandweite Zahl der öffentlichen und teilöffentlichen Ladepunkte für Elektroautos Mitte 2020 bei rund 28.000. Drei Viertel der Ladestationen werden von Energieversorgungsunternehmen betrieben, etwa 14 Prozent sind mit Schnellladetechnik ausgestattet. Rein rechnerisch reicht die Zahl der öffentlichen Ladepunkte derzeit für die Versorgung von rund 440.000 E-Fahrzeugen.

(Stand: 2020. Quellen: VDA, ADAC, BDEW, BMWi)

Elektroautos in Deutschland - auf einen Blick

  • Bundesweit sind rund 300.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen.
  • Über 50 Prozent davon sind rein batterieelektrische Fahrzeuge.
  • Der Marktanteil der Elektroautos in Deutschland liegt bei rund zwei Prozent.
  • Verbraucher können zwischen rund 130 E-Modellen wählen.
  • Bundesweit sind rund 28.000 öffentliche Ladestationen installiert.
  • Die Kaufprämie beträgt bis zu 9.000 Euro (E-Auto) bzw. 6.750 Euro (Hybrid).
  • Die Förderung gilt bis Ende 2021.

Man unterschiedet die folgenden Typen von Elektroautos:

  • Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
  • Plug-in-Hybride (PHEV)
  • Range Extender Fahrzeuge (REEV)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV)

Elektromobilität: Perspektiven und Prognosen

Der Branchenverband VDA erwartet, dass das elektromobile Angebot deutscher Autobauer in den nächsten Jahren deutlich steigen wird. Die wachsende Vielfalt sollte sich positiv auf die Akzeptanz der Elektromobilität, deren Marktanteile und das Preisniveau der Fahrzeuge auswirken. Derzeitige Analysen zu den Strategien und Produktplanungen der heimischen Automobilindustrie kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Quote der Elektroautos in Deutschland bis 2025 verfünffachen könnte - von heute zwei auf dann zehn Prozent.

Hürden und Herausforderungen der E-Mobilität:

  • Anschaffungskosten der Fahrzeuge
  • Reichweiten der Batterien
  • Angebots- und Modellvielfalt
  • Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur
  • Akzeptanz in der Bevölkerung

Strom: Treibstoff für E-Autos

Das Thema Elektromobilität stellt nicht nur für die weltweite Automobilindustrie eine der größten Herausforderungen der Gegenwart und nahen Zukunft dar, sondern auch für die Energiebranche und unser Stromversorgungssystem im Allgemeinen. Wenn die Mobilität von morgen zunehmend elektrifiziert sein soll, dann wird der Verkehrssektor zu einem neuen Großverbraucher für Strom. Und der muss vor allem eines sein: grün.

Elektromobilität braucht Ökostrom

Um mit dem Umstieg auf Elektroautos eine wirklich nachhaltige Verkehrswende zu schafffen, ist das Laden mit Ökostrom Grundvoraussetzung. Denn ein mit dem durchschnittlichen Strommix inklusive fossiler Energien "betanktes" E-Auto würde im Hinblick auf seine Klimabilanz nur unzureichende Verbesserungen gegenüber Benzin- oder Dieselfahrzeugen bringen. Deshalb gilt es, die schon heute zum Teil hohen Stromüberschüsse aus Wind- und Solarkraft künftig für die Elektromobilität verfügbar zu machen.

Viele Anbieter spezieller Stromtarife für das heimische Laden von E-Autos setzen genau wie die meisten öffentlichen Ladeangebote auf Ökostrom. Ein Kriterium, auf das private Nutzer neben dem Preis unbedingt achten sollten. Ein Elektroauto kann den Strombedarf eines Haushalts schnell verdoppeln - der gewählte Ladetarif entscheidet also über wesentliche Kosten und Emissionen.

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