Donnerstag, 02. April 2020

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Elektromobilität in Deutschland - Strom für Elektroautos

Die Zukunft der Mobilität

Einer der wichtigsten Bausteine für das Gelingen der Energiewende in Deutschland und das Erreichen der nationalen Klimaziele ist die nachhaltige Gestaltung des Verkehrsektors. In diesem Zusammenhang ist das Thema Elektromobilität in aller Munde. Elektroautos gelten als Schlüsseltechnologie für eine klimafreundliche Verkehrswende. Strom wird damit automatisch zum Treibstoff der Mobilität von morgen.

Elektromobilität: Zahlen und Fakten

  • Marktanteile

Anfang 2019 ist die Zahl der in Deutschland zugelassenen Elektro-PKW auf knapp 213.000 angewachsen. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sind inzischen über die Hälfte davon rein batterieelektrische Fahrzeuge. Der ehemals stärkere Anteil der Hybriden ist demzufolge rückläufig. Zwar befindet sich die Elektromobilität weltweit und auch hierzulande in den letzten Jahren im Aufwind, dennoch ist das ursprünglich angestrebte Ziel der Bundesregierung von einer Million E-Autos im Jahr 2020 gescheitert.

Noch fristet die Elektromobilität mit einem Anteil von rund zwei Prozent am gesamten Automobilbestand der Bundesrepublik ein Nischendasein. Verbrauchern in Deutschland stehen gegenwärtig mehr als 60 verschiedene E-Modelle heimischer und ausländischer Hersteller zur Auswahl, weniger als die Hälfte stammt von deutschen Automobilmarken.

  • Förderung

Der sogenannte Umweltbonus - eine Kaufprämie für Elektroautos - wurde rückwirkend ab Mai 2016 eingeführt. Die Prämie belief sich zunächst auf 4.000 Euro für rein batterieelektrische Fahrzeuge und 3.000 Euro für Plug-in-Hybride und wird zu gleichen Teilen vom Bund und der Automobilindustrie getragen. Das Förderprogramm sollte ursprünglich Mitte 2019 enden, wurde von der Bundesregierung jedoch verlängert und zugleich ausgeweitet. Laut neuer Planung werden reine E-Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro künftig mit einer Prämie von 6.000 Euro gefördert. Oberhalb dieser Kaufsumme wird der Zuschuss bei 5.000 Euro liegen. Für Plug-in-Hybride steigt die Fördersumme auf 4.500 Euro. Die Prämien sollen bis zum Jahr 2025 gezahlt werden.

  • Politik

Bereits 2010 rief die Bundesregierung die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ins Leben. Experten aus Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft analysierten die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland mit dem Ziel, einen Leitmarkt für Elektrofahrzeuge bis 2020 zu entwickeln. Ende 2018 wurde die Arbeit der NPE in die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) überführt.

  • Ladeinfrastruktur

Wie eine Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigt, ist die deutschlandweite Zahl der öffentlichen und teilöffentlichen Ladestationen für Elektroautos im ersten Quartal 2019 auf rund 17.400 angewachsen. Mehr als drei Viertel der Ladesäulen werden von Energieversorgungsunternehmen betrieben, etwa zwölf Prozent sind mit Schnellladetechnik ausgestattet. Rein rechnerisch kommen im bundesweiten Schnitt derzeit etwa zwölf E-Fahrzeuge auf eine Ladestation.

(Stand: 2019. Quellen: VDA, ADAC, BDEW)

Elektroautos in Deutschland - auf einen Blick

  • Bundesweit sind mehr als 200.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen
  • Über 50 Prozent davon sind rein batteriebetriebene Fahrzeuge
  • Der Marktanteil der Elektroautos in Deutschland liegt bei rund zwei Prozent
  • Verbraucher können zwischen rund 60 E-Modellen wählen
  • Bundesweit sind mehr als 17.000 öffentliche Ladestationen installiert
  • Die Kaufprämie beträgt 6.000 Euro (E-Auto) bzw. 4.500 Euro (Hybrid)
  • Die Förderung läuft bis Ende 2025

Man unterschiedet die folgenden Typen von Elektroautos:

  • Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
  • Plug-in-Hybride (PHEV)
  • Range Extender Fahrzeuge (REEV)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV)

Elektromobilität: Perspektiven und Prognosen

Der Branchenverband VDA erwartet, dass allein das Angebot deutscher Autobauer in den nächsten drei Jahren auf rund 100 E-Modelle steigen wird. Die wachsende Vielfalt sollte sich positiv auf die Akzeptanz der Elektromobilität, deren Marktanteile und das Preisniveau der Fahrzeuge auswirken. Derzeitige Analysen zu den Strategien und Produktplanungen der heimischen Automobilindustrie kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Quote der Elektroautos in Deutschland bis 2025 verfünffachen könnte - von heute zwei auf dann zehn Prozent.

Hürden und Herausforderungen der E-Mobilität:

  • Anschaffungskosten der Fahrzeuge
  • Reichweiten der Batterien
  • Angebots- und Modellvielfalt
  • Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur
  • Akzeptanz in der Bevölkerung

Strom: Treibstoff für E-Autos

Das Thema Elektromobilität stellt nicht nur für die weltweite Automobilindustrie eine der größten Herausforderungen der Gegenwart und nahen Zukunft dar, sondern auch für die Energiebranche und unser Stromversorgungssystem im Allgemeinen. Wenn die Mobilität von morgen zunehmend elektrifiziert sein soll, dann wird der Verkehrssektor zu einem neuen Großverbraucher für Strom. Und der muss vor allem eines sein: grün.

Elektromobilität braucht Ökostrom

Um mit dem Umstieg auf Elektroautos eine wirklich nachhaltige Verkehrswende zu schafffen, ist das Laden mit Ökostrom Grundvoraussetzung. Denn ein mit dem durchschnittlichen Strommix inklusive fossiler Energien "betanktes" E-Auto würde im Hinblick auf seine Klimabilanz nur unzureichende Verbesserungen gegenüber Benzin- oder Dieselfahrzeugen bringen. Deshalb gilt es, die schon heute zum Teil hohen Stromüberschüsse aus Wind- und Solarkraft künftig für die Elektromobilität verfügbar zu machen.

Viele Anbieter spezieller Stromtarife für das heimische Laden von E-Autos setzen genau wie die meisten öffentlichen Ladeangebote auf Ökostrom. Ein Kriterium, auf das private Nutzer neben dem Preis unbedingt achten sollten. Ein Elektroauto kann den Strombedarf eines Haushalts schnell verdoppeln - der gewählte Ladetarif entscheidet also über wesentliche Kosten und Emissionen.

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