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5 Tipps für guten Ökostrom

5 Tipps für guten Ökostrom

Ökostrom ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bereits Anfang 2011 – also noch vor Fukushima – hatten laut Bundesnetzagentur insgesamt 3,7 Millionen Haushalte einen Ökostromtarif. Kein Wunder also, dass fast jeder Versorger mit einem eigenen Öko-Tarif aufwartet. Allerdings: Viele Angebote bringen die Energiewende nicht voran.

1. Etikettenschwindel vermeiden

Aus der Steckdose kommt immer der gleiche Strom – der des nächstgelegenen Kraftwerks. Dennoch ist es nicht egal, woher die Versorger ihren Strom beziehen, da Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom ist. Viele Anbieter erwerben Herkunftsnachweise, sogenannte RECS-Zertifikate, mit denen sie Kohle- und Atomstrom in Ökostrom umetikettieren. Im jüngsten Tarifvergleich weist die Stiftung Warentest auf die Schwächen solcher Angebote hin und bilanziert: der „Umweltnutzen ist zurzeit gleich null". Glaubwürdige Ökostromanbieter verzichten daher auf RECS-Zertifikate. Sie schließen Verträge direkt mit Wasserkraftwerken in Österreich oder der Schweiz. Deutschen Ökostrom enthält dagegen kaum ein Grünstromtarif. Der Grund: Der Ökostrom hierzulande wird über das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu Festpreisen vergütet und an der Strombörse als anonymer „Graustrom" verkauft. Die einzige Ausnahme bildet das Unternehmen naturstrom. Der Anbieter liefert über die Hälfte des Ökostroms aus deutschen Anlagen, die dafür aus dem Fördersystem aussteigen.

2. Nur neue Ökokraftwerke bringen die Energiewende voran

Für den unmittelbaren Umweltnutzen eines Ökotarifs ist entscheidend, ob der Stromhändler konsequent auf neue grüne Kraftwerke setzt, da der reine Handel mit Ökostrommengen nichts am bestehenden Strommix in Deutschland oder Europa ändert. Die Mengen werden lediglich von einem Kunden zum anderen verschoben. Engagierte Anbieter garantieren ihren Kunden daher, mit einem festen Anteil des Preises den Bau neuer Kraftwerke zu finanzieren. Unabhängige Ökostromanbieter wie die Elektrizitätswerke Schönau oder naturstrom haben bereits vor über zehn Jahren solche Förderprogramme etabliert und investieren ausschließlich in grüne Kraftwerke.

3. Aufs richtige Label achten

Das Grüner Strom Label zertifiziert nur Stromtarife, die pro verkaufter Kilowattstunde einen festgelegten Betrag in die Energiewende stecken. Da es außerdem die Nutzung von RECS-Zertifikaten ausschließt, gilt das Grüner Strom Label als strengstes Ökostromlabel in Deutschland. Getragen wird es von großen Umweltverbänden wie dem BUND, dem NABU und dem Deutschen Naturschutzring (DNR). Daneben hat sich auch das ok-power-Label als glaubwürdiges Gütesiegel etabliert. Hinter dem Label stehen die Verbraucherzentrale NRW, der WWF und das Öko-Institut Freiburg.

4. Wer bekommt mein Geld?

Ökostromtarife gibt es zu Hunderten. Doch welche Unternehmen engagieren sich wirklich für den grünen Wandel? Verbraucher sollten genau hinsehen, denn für viele Versorger ist der Öko-Tarif nicht mehr als ein Feigenblatt. Unabhängige Anbieter, die ausschließlich Ökostrom anbieten, sind rar. Dennoch sind sie am Markt vertreten: LichtBlick, naturstrom, Greenpeace Energy und die Elektrizitätswerke Schönau sind Ende der 90er Jahre in den liberalisierten Strommarkt eingestiegen. Diese Unternehmen werden vom Bündnis „Atomausstieg selber machen" empfohlen, in dem sich über zwanzig Umweltverbände zusammengeschlossen haben. Daneben haben auch einige Stadtwerke den Wandel eingeläutet und setzen auf erneuerbare Energien. Interessenten sollten sich im Einzelfall erkundigen, was ihr Stadtwerk konkret vor Ort für die Energiewende tut.

5. Vertragsbedingungen nicht vernachlässigen

Natürlich sind auch bei Ökostromtarifen die Vertragsbedingungen wichtig. Verbraucher sollten hier genau hinsehen und beim Preisvergleich dubiose Angebote sofort aussortieren. Besondere Vorsicht geboten ist bei Tarifen mit Vorkasse. Rutscht der Versorger in die Insolvenz, kann das bereits gezahlte Geld verloren gehen. Auch hohe Neukundenboni in Verbindung mit einer langen Vertragslaufzeit können tückisch sein. Dabei könnte bereits nach kurzer Zeit eine vorher nicht angekündigte, starke Preiserhöhung anstehen. Verbraucherfreundliche Tarife zeichnen sich demgegenüber durch den Verzicht auf eine Mindestvertragslaufzeit und eine relativ lange Preisgarantie aus. Viele seriöse Versorger garantieren den Preis bis zum Jahresende, da sich dann häufig gesetzliche Rahmenbedingungen ändern.

Ökostrom oft günstiger als Normalstrom

Bei allem Zuspruch für die Energiewende muss auch der Preis stimmen. In den vergangenen Jahren haben die Ökostromanbieter aufgeholt, heute stehen bei einem Wechsel keine nennenswerten Mehrkosten ins Haus. Im Gegenteil: Wer den Grundversorgungstarif des örtlichen Anbieters bezieht, kann bei einem Wechsel zu hochwertigem Ökostrom sogar meist sparen.

Tipp: Nutzen Sie in unserem Ökostromrechner den Filter "Nur Tarife mit Gütesiegel anzeigen".

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