Donnerstag, 29. Juli 2021

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Ökostrom-Gütesiegel: Die wichtigsten Label für grüne Stromtarife

Die Kennzeichnung von Ökostromtarifen mit vertrauenswürdigen Ökostrom-Gütesiegeln ist entscheidend, denn: Der Begriff Ökostrom ist in Deutschland nicht geschützt. Es gibt keinen gesetzlichen Standard für nachhaltige Stromprodukte. Da viele Stromanbieter vermeintliche Ökostromtarife vermarkten, die nicht direkt aus erneuerbaren Energiequellen stammen, geben Gütesiegel mit strengen Richtlinien eine wichtige Orientierungshilfe für Verbraucher.

Ökostrom-Gütesiegel in der Übersicht

Für Ökostrom gibt es deutschlandweit fünf relevante Gütesiegel von verschiedenen Organisationen: Das ok-power-Label, das Grüner Strom Label, zwei TÜV-Zertifikate sowie das europaweite EKOenergie-Label. Zur Zertifizierung mit einem dieser Siegel müssen Versorger unterschiedliche Bedingungen erfüllen. Stiftung Warentest erachtet die beiden erstgenannten Label als besonders aussagekräftig.

  • ok-power-Label
  • Grüner Strom Label
  • TÜV-Zertifikate
  • EKOenergie-Label

ok-power-Label

Herausgeber des ok-power-Labels ist der EnergieVision e. V., der gemeinsam vom Öko-Institut e.V. und der Hamburg Institut Research gGmbH getragen wird. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung von Markttransparenz auf dem Strommarkt.

Die Zertifizierung erfolgt nach einheitlichen und transparenten Kriterien. Diese unterteilen sich in Pflicht- und Wahlpflichtkriterien. Ihre Einhaltung wird jährlich von unabhängigen Gutachtern geprüft.

Die Pflichtkriterien müssen vom Ökostromanbieter komplett erfüllt werden. Sie garantieren, dass:

  • der zertifizierte Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien stammt.
  • der Stromanbieter keine wesentlichen finanziellen Beteiligungen an Atom- und Kohlekraftwerken hat.
  • die Tarifbedingungen für den Endkunden fair und transparent sind.

Die Wahlpflichtkriterien stellen sicher, dass das Ökostromprodukt einen zusätzlichen Beitrag zur Energiewende leistet, wahlweise durch:

  • Beschaffung von Ökostrom aus neuen Anlagen.
  • Investitionen in neue Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung.
  • Investitionen in innovative Energiewende-Projekte und -Maßnahmen.
  • Weiterbetrieb ehemals geförderter Anlagen.

Anbieter, die nicht nur einzelne Ökostromprodukte, sondern ihre gesamte Absatzmenge an Tarifkunden nach ok-power zertifizieren lassen, erhalten das Siegel ok-power-plus.

Grüner Strom Label

Das Grüner Strom Label wird vom Verein Grüner Strom Label e.V. vergeben und von gemeinnützigen Verbänden und Organisationen getragen - darunter der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Das Gütesiegel zertifiziert ausschießlich Ökostromprodukte, nicht die Anbieter selbst.

Das Grüner Strom Label gilt aufgrund seiner strengen Richtlinien als Siegel mit besonders hohem Umweltnutzen. An Stromtarife stellt es unter anderem die folgenden Bedingungen für eine Zertifizierung:

  • 100 Prozent Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen.
  • Garantierte Investitionen in neue Anlagen und innovative Energiewende-Projekte.

Das Grüner Strom Label zeichnet sich wie folgt als verlässliche Orientierunghilfe für Verbraucher aus:

  • Empfohlen und getragen von führenden Umwelt- und Verbraucherverbänden.
  • Unabhängige Zertifizierung nach höchsten Umweltstandards.
  • Erstes Ökostromlabel in Deutschland, gegründet 1998.

TÜV-Zertifikate

TÜV-Zertifikate werden sowohl vom TÜV Nord als auch vom TÜV Süd herausgegeben. Während der TÜV Nord nach einer Basisrichtline zertifiziert, setzt der TÜV Süd drei verschiedene Kriterienkataloge an.

TÜV Nord

Basis für die Herausgabe des TÜV-Nord-Zertifikats ist die "NDTÜV-Basisrichtlinie für Ökostromprodukte". Diese gibt vor, dass bereitgestellter Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden muss, wobei 50 Prozent aus KWK-Anlagen stammen dürfen. Als wesentliches Ziel des Zertifikats wird der Ausbau von erneuerbaren Energien genannt, so dass Stromanbieter verpflichtet werden, diesen Aspekt einzubeziehen und Kunden über Förderungsmaßnahmen zu informieren. Genauere Auflagen werden nicht genannt, jedoch ist festgelegt, dass Aufschläge auf das Ökoprodukt der Förderung erneuerbarer Energien und dem Neubau von entsprechenden Anlagen dienen sollen.

TÜV Süd

Auch bei den TÜV-Süd-Zertifikaten muss der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen geliefert werden, wobei nur in der Variante UE01 50 Prozent davon aus KWK-Anlagen stammen dürfen. Bei allen drei Varianten dienen Preisaufschläge dem Ausbau erneuerbarer Energien.

  • EE01: Bei der Bereitstellung des Stroms aus 100 Prozent erneuerbaren Energien müssen mindestens 25 Prozent der Liefermenge aus neuen Kraftwerken stammen.
  • EE02: Es werden Stromprodukte aus 100 Prozent erneubaren Energien zertifiziert, die eine zeitgleiche Lieferung zwischen Erzeugung und Verbrauch im Viertelstunden-Raster garantieren.
  • UE01: Die Bereitstellung von Strom erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, wobei 50 Prozent aus KWK-Anlagen stammen dürfen und mindestens 25 Prozent einen Neuanlagenteil darstellen müssen.

EKOenergie-Label

Das EKOenergie-Label ist eine Initiative des EKOenergie-Netzwerks, einer Gruppe von mittlerweile 34 europäischen Umweltorganisationen aus 26 Ländern. Es ist das erste und bislang einzige europaweite Ökostromlabel.

Für die Vergabe des Labels müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Der Strom muss aus einer der folgenden Energiequellen erzeugt worden sein: Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft, Meeresenergie, Erdwärme, Bioenergie, Deponiegas oder Klärgas.
  • EKOenergie-zertifizierter Strom muss einen Mehrwert für den Klimaschutz bringen. Deshalb gehen pro verkaufter MWh mindestens zehn Cent an den EKOenergie-Klimafonds.

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