Donnerstag, 28. Juli 2016
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Ökostrom Gütesiegel - Ökostrom Label

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Die Einführung der Ökostrom Labels soll Verbrauchern helfen, sauberen, echten Ökostrom auf den ersten Blick zu erkennen. Die Kennzeichnung mit Ökostrom Labels und Ökostrom Zertifikaten ist so wichtig, da der Begriff Ökostrom bisher in Deutschland nicht geschützt ist. Das bedeutet, in Deutschland gibt es zurzeit kein einheitliches Zertifikat oder Gütesiegel für Ökostrom. Das Fehlen eines einheitlichen Ökostrom Gütesiegels oder auch Ökostrom Standards führt dazu, dass fast jeder Stromanbieter einen Ökostromtarif anbieten darf, ohne vorherige Prüfung, ob es sich dabei auch tatsächlich um Ökostrom, also Strom aus erneuerbaren Energiequellen, handelt. Nicht jedes der deutschen Ökostrom Labels kennzeichnet einen Stromtarif als hundertprozentigen Ökostrom. Verbraucher müssen sich also informieren, welches Ökostrom Zertifikat welche Aussage trifft. Nur wenige Ökostrom Labels bezeugen, dass der geprüfte Stromanbieter ausschließlich Strom aus z.B. Wind, Wasser und Solar bezieht.

Für die Anbieter von Ökostrom gibt es deutschlandweit vier Gütesiegel von verschiedenen Organisationen sowie zwei Ökostrom Zertifikate, welche europaweit eingesetzt werden. Die Ökosiegel und Ökostrom Zertifikate sollen den Verbrauchern eine Orientierung bei der Wahl des Ökostrom-Angebots ermöglichen und als Nachweis für eine Stromproduktion aus umweltfreundlichen Stromquellen dienen. Zur Zertifizierung mit einem dieser Siegel müssen die Versorger unterschiedliche umweltfreundliche Bedingungen erfüllen. Laut Stiftung Warentest werden insbesondere zwei Ökostrom Gütesiegel als besonders sinnvoll erachtet: Das ok-Power-Label und das Grüner Strom Label. Im Folgenden werden wir die verschiedenen Ökostrom Labels für Sie kurz vorstellen.

Alle wichtigen Ökostrom Labels in der Übersicht

Das ok-Power Label

OK Power Label

Das ok-power-Label ist ein unabhängiges Qualitätssiegel für Ökostromprodukte. Ziel ist es, den Stromverbrauchern unter der Vielzahl von Ökostromtarifen diejenigen sichtbar zu machen, die besonders förderlich für die Energiewende sind.

Das Siegel wird vom EnergieVision e.V. vergeben, einem gemeinnützigen Verein, dem unter anderem das Öko-Institut und das Hamburg Institut angehören. Die Kriterien werden von einem Beirat aus sehr erfahrenen und renommierten Experten entwickelt und laufend überprüft.

Die Kriterien setzen an vier entscheidenden Merkmalen für glaubwürdigen Ökostrom an:

-        Der gelieferte Strom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energien

-        Verbraucherfreundliche Tarifbedingungen

-        Keine Beteiligung der Anbieter an Atom-, Braunkohle- und neuen Steinkohlekraftwerken

-        Sinnvolle und wirksame Förderung der Energiewende zusätzlich zu den staatlichen Instrumenten, wie z.B. dem EEG.

Die Förderung der Energiewende durch die Ökostromanbieter erfolgt über drei mögliche Modelle:

Innovationsfördermodell: Der Stromanbieter führt einen definierten Anteil (zwischen 0,2 und 0,5 ct. je kWh) aus den Erlösen des Ökostromtarifs in einen unternehmensinternen Fonds ab, aus dem innovative Projekte wie Stromspeicher, Effizienzmaßnahmen oder virtuelle Kraftwerke finanziert werden, die die Energiewende voranbringen bzw. beschleunigen.

Initiierungsmodell: Der Anbieter verpflichtet sich, in Abhängigkeit von seinem Ökostromabsatz den Bau und die Finanzierung von erneuerbaren Kraftwerken fortlaufend zu initiieren und das Risiko für die Planung zu übernehmen.

Händlermodell: Der Anbieter beschafft überdurchschnittlich viel Strom aus neu gebauten Anlagen und fördert durch diese Nachfrage den Zu- und Ausbau erneuerbarer Energien. Der gelieferte Strom stammt zu einem Drittel aus Kraftwerken, die nicht älter als 6 Jahre sind und zu einem weiteren Drittel aus Anlagen, die nicht älter als 12 Jahre sind.

 

Beliefert ein Anbieter alle Privat- und Kleingewerbekunden mit ok-power-zertifiziertem Strom, erhält er das Siegel ok-power-plus. So werden Stromanbieter gekennzeichnet, die sich in vollem Umfang für die Energiewende engagieren.

Das Grüner Strom Label

Das Ökostrom Zertifikat „Grüner - Strom - Label" wird vom Verein Grüner Strom Label e.V. vergeben und von gemeinnützigen Verbänden und Organisationen, wie z.B. dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), getragen. Das Ökostrom Label zertifiziert Ökostromprodukte und nicht die Anbieter selbst.

Das Grüner Strom-Label ist das Siegel für Ökostrom mit besonders hohem Umweltnutzen. Es bietet Verbrauchern im komplexen Strommarkt eine einfache Orientierungshilfe für den richtigen Ökostromtarif.

  • 100 % echter Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen
  • Garantierte Investitionen in neue Anlagen und innovative Energieprojekte
  • Empfohlen und getragen von führenden Umwelt- und Verbraucherverbänden
  • Unabhängige Zertifizierung nach höchsten Umweltstandards
  • Erstes Ökostromlabel in Deutschland seit 1998

Weitere Informationen zu den zertifizierten Produkten finden Sie auf der Grüner Strom Label e.V Webseite.

Dort finden Sie außerdem einen ausführlicheren Grüner Strom Label Kriterienkatalog zur Zertifizierung.

Das Gütesiegel Öko-Strom

Das Gütesiegel Öko-Strom wird von der Landesgewerbsanstalt (LGA) Bayern vergeben. Um das Gütezeichen Öko-Strom zu erhalten, muss der Anbieter mindestens die Hälfte seines Stroms aus erneuerbaren Energieformen gewinnen und darf höchstens zu 50% aus Anlagen mit KWK bestehen. Laut der LGA Bayern sollen Aufschläge auf das Ökoprodukt im Vergleich zu Standarttarifen zur Förderung von erneuerbaren Energien und dem Neubau von Anlagen eingesetzt werden.

Ökostromlabel EKOenergie

EKO Energie Label

Das EKOenergie-Label ist eine Initiative des EKOenergie Netzwerks, einer Gruppe von mittlerweile 34 europäischen Umweltorganisationen aus 26 Ländern, und das erste und bislang einzige europaweite Ökostromlabel.

Für die Vergabe des Labels müssen u.a. folgende Kriterien erfüllt sein:

Der Strom muss aus einer der folgenden Quellen erzeugt worden sein: Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft (mit Ausnahme von Pumpspeicherkraftwerken), Meeresenergie (Gezeitenenergie, Wellenenergie, Meeresströmungsenergie,...), Erdwärme, Bioenergie (fest, flüssig und gasförmig), Deponiegas oder Klärgas.

Zudem müssen die Anlagen, in denen EKOenergie-zertifizierter Strom produziert wird, bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, damit sie das Label erhalten können. So wird z.B. Biomasse, die auch als Nahrungsmittel verwendet werden könnte, ausgeschlossen, sodass negative Auswirkungen auf weltweite Nahrungsmittelpreise vermieden werden. Ein wichtiger Bestandteil des Labels ist außerdem, dass der verkaufte Strom zu zusätzlichem Nutzen für das Klima beitragen muss. Deshalb gehen pro verkaufter MWh zertifizierter EKOenergie auch mindestens 10 Cent an den EKOenergie Klimafonds.

Das TÜV - Zertifikat

T

Ein Ökostrom Zertifikat wird auch vom TÜV vergeben. TÜV Zertifikate werden sowohl vom TÜV-Nord als auch vom TÜV Süd herausgegeben. Hierbei gibt es einige Unterschiede in den Vergaberichtlinien für die Ökostrom Gütesiegel, so zertifiziert der TÜV Nord nach einer Basisrichtline, während der TÜV Süd drei verschiedene Kriterienkataloge anbietet.

TÜV-Nord

Basis für die Herausgabe des TÜV Zertifikats ist die „NDTÜV-Basisrichtlinie für Ökostromprodukte". Diese gibt vor, dass bereitgestellter Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien gewonnen werden muss, wobei hier 50% aus KWK-Anlagen stammen dürfen. Als wesentliches Ziel des Zertifikats wird der Ausbau von erneuerbaren Energien genannt, so dass Stromanbieter verpflichtet werden, diesen Aspekt einzubeziehen und Kunden über Förderungsmaßnahmen zu informieren. Genauere Auflagen werden nicht genannt, jedoch wird festgelegt, dass Aufschläge auf das Ökoprodukt der Förderung erneuerbarer Energien und dem Neubau von Anlagen dienen sollen.

Mehr Infomationen zu dem TÜV Zertifikat finden Sie unter der TÜV Nord Basisrichtlinie Ökostrom.

TÜV- Süd

Auch beim TÜV-Zertifikat muss der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen stammen, wobei nur bei der UE01 Variante auch 50% davon aus KWK-Anlagen stammen dürfen. Bei allen drei Varianten dienen Preisaufschläge dem Ausbau erneuerbarer Energien. Im Folgenden werden die verschiedenen Kriterien näher dargestellt:

EE01

Bei der Bereitstellung des Stroms aus 100% erneuerbaren Energien müssen mindestens 25% der Liefermenge aus neuen Kraftwerken stammen. Hier finden Sie den TÜV Süd EE01 Kriterienkatalog.

EE02

Es werden Stromprodukte zertifiziert, die aus 100% erneubaren Energien bestehen und eine zeitgleiche Lieferung zwischen Erzeugung und Verbrauch im Viertelstunden-Raster garantieren. Weitere Informationen finden Sie auch im Tüv Süd EE02 Kriterienkatalog.

UE01

Die Bereitstellung von Strom erfolgt zu 100% aus erneuerbaren Energien, wobei 50% aus KWK-Anlagen stammen dürfen und mindestens 25% einen Neuanlagenteil darstellen müssen. Einen ausführlicheren Kriterienkatalog finden Sie auf der TÜV Süd Webseite.

Ökostrom Labels, echter Ökostrom

Das sollten Sie zu den Ökostrom Labels noch wissen: In Deutschland gibt es vier Ökostrom Anbieter (Lichtblick, Naturstrom, EWS Schönau, Greenpeace Energy), die ausschliesslich Ökostrom anbieten. Um sich von den anderen Ökostromanbietern abzuheben, verzichten sie auf jegliche Deklarierung mit Ökostrom Labels. Aber auch ohne diese Ökostrom Labels ist der Strom dieser Anbieter zu 100 Prozent Ökostrom, dem die Verbraucher vertrauen können. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite Echter Ökostrom.

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