Mittwoch, 27. Mai 2020

Strompreise 2020 - Strom wird teuerer. Jetzt vergleichen!

Empfehlungen

TÜV geprüftes Vergleichsportal
und Wechselservice

Stromanbieter Insolvenz - Tipps für betroffene Kunden

Seit der Liberalisierung des Strommarktes, die zahlreiche neue Unternehmen und Geschäftsmodelle mit sich brachte, gab es eine Reihe kleinerer und größerer Insolvenzfälle in der Energiebranche. Einige namhafte und kundenstarke Stromanbieter gerieten in finanzielle Schieflage und mussten die Stromlieferung an Haushalte einstellen. Zahlreiche Stromkunden wurden anschließend zu Gläubigern, denn geleistete Vorauszahlungen oder vertraglich festgelegte Boni konnten von den insolventen Unternehmen nicht mehr beglichen werden.

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Stromanbieter-Insolvenz. Weiter unten haben wir außerdem die größten Pleiten auf dem deutschen Strommarkt zusammengefasst.

Gut zu wissen: Ihre Stromversorgung ist gesichert

Auch im Insolvenzfall bleibt die Stromversorgung für Privathaushalte gesichert. Verbraucher haben durch die gesetzlich geregelte Grund- und Ersatzversorgung in Deutschland keine plötzlichen Stromlücken zu befürchten.

  • Ist ein Stromanbieter insolvent, übernimmt zunächst der örtliche Grundversorger die Stromlieferung.
  • Springt der Grundversorger ein, stoppen Sie alle Zahlungen an den insolventen Stromanbieter und kündigen Sie den Vertrag.
  • Lesen Sie den Zählerstand ab und notieren Sie sich diesen.
  • Grundversorgungstarife sind teuer! Suchen Sie sich also schnellstmöglich einen neuen, günstigen und verlässlichen Stromanbieter.

Insolvenz von Stromanbietern - Fragen und Antworten

Wie verhalte ich mich im Falle einer Insolvenz?

Fall 1: Der Stromanbieter beliefert Sie weiterhin mit Strom.

Solange Kunden mit Strom und Gas beliefert werden, laufen die bestehenden Verträge weiter. Ein Recht auf Sonderkündigung besteht bei einer Insolvenz nicht. Es gelten daher die normalen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen ihres Stromtarifes.

Fall 2: Der Stromanbieter hat die Stromlieferung eingestellt.

Sie werden im Rahmen der Ersatzversorgung automatisch von Ihrem Grundversorger mit Strom beliefert. Diesen Tarif sollten Sie möglichst schnell wechseln, denn die Grundversorgung ist sehr teuer.

Tipp: Wer Klarheit über den Lieferstatus haben möchte, sollte sich bei seinem Netzbetreiber oder beim Stromanbieter selbst erkundigen. Da es rechtlich nicht eindeutig ist, ob bestehende Verträge mit dem Lieferstopp enden, sollten Kunden in diesem Fall vorsorglich kündigen, raten unter anderem Verbraucherschützer.

Was passiert mit meinen Vorauszahlungen?

Ist Ihr Stromanbieter insolvent, und Sie haben Stromlieferungen im Voraus bezahlt, sollten Sie unbedingt Rückforderungen beim Insolvenzverwalter des Unternehmens anmelden.

Wichtig: Forderungen können erst nach Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens angemeldet werden. Dafür erhalten Kunden ein Formular vom Verwalter. Verfrüht eingereichte Forderungen sind unwirksam und werden nicht berücksichtigt.

Wird ein Insolvenzverfahren eröffnet, steht an dessen Ende entweder die Sanierung des Unternehmens oder dessen Abwicklung. Dann wird es schwerer, bestehende Ansprüche durchzusetzen. Kunden erhalten zumeist nur einen Teil ihrer Forderungen zurück, zudem kann es Jahre dauern, bis ein entsprechendes Insolvenzverfahren abgeschlossen ist.

Sollte ich bei einer Insolvenz den Stromanbieter wechseln?

Ja, sie sollten den Stromanbieter wechseln, sobald es die Vertragslaufzeit zulässt. Hier kommt es also auf die Restlaufzeit und Kündigungsfrist ihres Tarifes an.

Fall 1: Der Grundversorger hat die Ersatzversorgung übernommen.

In der Grundversorgung werden Sie vom örtlichen Versorger beliefert. Grundversorgungstarife zählen zu den teuersten, können jedoch monatlich gekündigt werden. Sie sollten also schnellstmöglich zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Fall 2: Der insolvente Stromanbieter beliefert Sie weiterhin mit Strom.

Solange Kunden mit Strom und Gas beliefert werden, laufen die bestehenden Verträge weiter. Es gelten daher die vertraglich festgelegten Laufzeiten und Kündigungsfristen. Einzelheiten finden sie in den AGB Ihres Stromliefervertrages sowie Ihrer letzten Jahresrechnung.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl eines passenden Stromanbieters. Am besten nutzen Sie unseren Stromanbieter-Wechselservice.

Die größten Insolvenzfälle auf dem deutschen Strommarkt

BEV Energie, Januar 2019

Die 2013 gegründete BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH, kurz BEV Energie, meldete Ende Januar 2019 Insolvenz an. Zuvor hatten sich die Verbraucherbeschwerden über den Münchener Stromdiscounter gehäuft - verspätete und fehlerhafte Stromrechnungen sowie die zögerliche oder ausbleibende Zahlung von Guthaben und Boni waren die Hauptgründe. Von der BEV-Pleite waren mehr als 500.000 Kunden betroffen, deren Forderungen sich auf über 80 Millionen Euro summierten.

Care-Energy, Februar 2017

Die 2011 gegründete Care Energy GmbH aus Hamburg war­ mittels eines speziellen Geschäftsmodells erfolg­reich geworden: Kun­den wurde keine EEG-Um­la­ge zur För­de­rung er­neu­er­ba­rer En­er­gi­en be­rech­net, wo­durch sich zunächst äußerst güns­ti­ge Stromprei­se er­ga­ben. Care-En­er­gy ar­gu­men­tier­te, kein konventioneller Strom­ver­sor­ger zu sein, son­dern Dienst­leis­ter für Wär­me, Käl­te und Licht. Diese Strategie scheiterte jedoch, die Netz­be­trei­ber verlangten die Zahlung der EEG-Um­la­ge, und Care-Energy sah sich mit For­de­run­gen von über 80 Mil­lio­nen Euro konfrontiert, die das Unternehmen nicht tra­gen konn­te. 2017 muss­te Care-En­er­gy mit all sei­nen Ab­le­gern Insolvenz an­mel­den. Hatte man zu Spitzenzeiten über 200.000 Verbraucher mit Strom und Gas versorgt, war die Kundenzahl kurz vor der Pleite auf unter 15.000 zusammengeschrumpft.

FlexStrom, April 2013

Die 2003 gegründete FlexStrom AG gehörte mit mehr als 550.000 Kunden in den Jahren 2011 und 2012 zu den größten konzernunabhängigen Strom- und Gasanbietern in Deutschland. Der Berliner Energiediscounter vertrieb die Marken Löwenzahn Energie, OptimalGrün, ÖkoFlex und FlexGas. Im April 2013 meldeten FlexStrom und seine Tochtergesellschaften Insolvenz an. Mit rund 835.000 Gläubigern bis März 2014 ist die Insolvenz der FlexStrom-Gruppe die bislang größte auf dem deutschen Strommarkt. Insgesamt wurden Forderungen in Höhe von 511 Millionen Euro angemeldet, die zum Großteil aus Vorauszahlungen von Kunden stammten.

TelDaFax, Juni 2011

Die TelDaFax Holding AG aus dem rheinischen Troisdorf war die Dachgesellschaft diverser Tochterunternehmen - eines davon der Stromdiscounter TelDaFax Energy GmbH, gegründet 2006. Im Juni 2011 stellte TelDaFax beim Amtsgericht Bonn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Bereits wenige Tage später wurden die Strom- und Gaslieferungen an Kunden eingestellt und von der örtlichen Grundversorgung übernommen. Die TelDaFax-Pleite war mit rund 750.000 Gläubigern die bis dahin größte auf dem Energiemarkt und ist bis heute der zweitgrößte Insolvenzfall nach FlexStrom. Beim TelDaFax-Verfahren bestand bereits zu Beginn des Verfahrens kaum Aussicht auf Entschädigung der Gläubiger. Überwiegend waren Kunden betroffen, die im Rahmen ihrer Discounttarife Vorauszahlungen geleistet hatten.

Aktuelle Nachrichten zum Thema Stromanbieter Insolvenz

29.01.2020
Der Münchener Stromanbieter BEV Energie meldete vor etwa einem Jahr Insolvenz an. Zuvor hatte die BEV mit hohen Wechsel...
19.12.2019
Angesichts einbrechender Zubauzahlen und neuer politischer Hürden warnt die deutsche Windbranche vor einer drohenden Pl...
17.10.2019
Das Amtsgericht München hat am gestrigen Mittwoch das Insolvenzverfahren im Fall des Stromdiscounters BEV Bayerische En...
05.08.2019
Stromkunden in Deutschland lassen sich von einer Insolvenz ihres Energieversorgers kaum verunsichern. Nur 14 Prozent de...

FAQ Stromanbieter Insolvenz

Wie läuft ein Beschwerdeverfahren gegen den Energieversorger ab?

In der Regel sollte das Verhältnis zwischen dem Energielieferanten und seinem Endkunden harmonisch verlaufen. Allerdings gibt es Situationen, in denen es als Verbraucher wichtig ist, seine Rechte im Streitfall mit dem Energieversorger zu kennen. Denn nicht immer verhält sich der Energielieferant ...

weiterlesen

Wie kann mir die Schlichtungsstelle Energie helfen?

Verbraucher, die Probleme mit Ihrem Strom - oder Gasanbieter haben, können sich seit November 2011 an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Diese kümmert sich um Kunden, die Ärger mit ihrem Energieversorger haben. Es handelt sich hierbei um eine außergerichtliche Streitschlichtung.Für ...

weiterlesen

Was passiert, wenn der Stromanbieter pleite geht?

Wenn der Stromanbieter oder Gasversorger den Betrieb endgültig einstellt, dann schreibt das Energiewirtschaftsgesetz vor, dass der örtliche Grundversorger unmittelbar einspringt und eine unterbrechungsfreie Strom- bzw. Gaslieferung gewährleistet. In solch einem Fall werden die übernommenen ...

weiterlesen

Wo kann ich mich über Stromanbieter beschweren?

Bei Problemen mit Stromanbietern, egal welcher Art, sollten Kunden zu allererst den naheliegendsten Weg wählen: die direkte Kontaktaufnahme. Ob Servicemängel, finanzielle Unstimmigkeiten, Probleme beim Wechselprozess oder anderes – in vielen Fällen lassen sich Differenzen am ...

weiterlesen

Das sagen unsere Kunden: TÜV geprüft, Testsieger und eKomi Gold Siegel


eKomi Siegel Gold
StromAuskunft StromAuskunft
Kundenzufriedenheit ekomi
Note 4,9 von 5
Insgesamt 192 Empfehlungen
tuev-kundenzufriedenheit-2020.png
Test Bild