Donnerstag, 01. Dezember 2022

Aktuelle Strompreise / Energiekosten reduzieren 

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Gewerbestrompreis

Gewerbestrompreise und Industriestrompreise

gewerbestrompreise

Von Dr. Jörg Heidjann

Großhandelspreise für Strom und Gas steigen im 2. Halbjahr 2021 sehr stark an

Energie wird immer teurer, nicht nur für Haushalte (siehe Strompreise 2022), sondern auch für Gewerbekunden. Gas kostete z.B. 2020 rund 5 Euro pro Megawattstunde. Aktuell steht der Kurs bei 80 Euro. Die Großhandelspreise für Strom lagen 2020 bei rund 40 Euro pro Megawattstunde und liegen jetzt bei über 100 Euro. Eine Prognos-Studie aus dem Jahr 2021 kommt zu dem Ergebnis, dass der Strompreis bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen wird. Hauptursache für den starken Anstieg seien demnach steigende CO2- und Erdgaspreise. Gegensteuern kann die Politik, z.B. mit einer deutlichen Senkung der EEG-Umlage sowie der Stromsteuer. 

Im ersten Halbjahr 2021 sind die Gewerbestrompreise noch leicht gesunken. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes zahlten Unternehmen im ersten Halbjahr 2021 für Strom (ohne Steuern) durchschnittlich 14,90 Cent je Kilowattstunde. Das waren 1,2 Prozent weniger als in der zweiten Jahreshälfte 2020.

Für Erdgas zahlten Unternehmen im zurückliegenden Halbjahr durchschnittlich 3,05 Cent pro Kilowattstunde und damit 14,2 Prozent mehr als in Vergleichszeitraum.

Die Preise für Energie ziehen massiv an und belasten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe. Insofern ist es für Unternehmen besonders wichtig, günstigen Gewerbestrom zu bekommen. Gewerbekunden, deren aktuelle Lieferverträge auslaufen, stehen vor einer großen Herausforderung. In der Regel müssen Kunden dann zu schlechteren Konditionen neu abschließen.

Unser Ratschlag für Unternehmen

Nutzen Sie unseren kostenlosen Preisvergleich für Gewerbekunden. Wenn Sie mehr als 50.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, dann holen wir für Ihr Unternehmen maßgeschneiderte Angebote ein. Sie können dann in Ruhe die Preise vergleichen und beim günstigsten Anbieter abschließen.

Kein bundesweit einheitlicher Preis für Gewerbestrom

Laut Zahlen der Bundesnetzagentur (Monitoringbericht 2020) kostet die Kilowattstunde Gewerbestrom in Deutschland 23,03 Cent (bezogen auf einen Jahresverbrauch von 50.000 kWh). Dies bedeutet einen leichten Anstieg um 3,65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Laut unseren eigenen Analysen fällt der Gewerbestrompreis regional sehr unterschiedlich aus. Einen bundesweiten Überblick bieten wir mit unserem Dashboard für Strompreise derzeit nur für Haushaltsstrom an.

Der Gewerbestrompreis setzt sich zu rund 50 Prozent aus Steuern, Netzentgelten, Umlagen und Abgaben zusammen. Die Netzentgelte werden von den regional zuständigen Netzbetreibern erhoben und variieren je nach Postleitzahl deutlich. Aus diesem Grund gibt es keinen bundesweit einheitlichen Strompreis. Das gilt sowohl für Endkunden als auch für Gewerbekunden. Zudem hängt der Preis noch vom Verbrauch und der Marge des Anbieter ab.

In der Regel gilt: Je mehr Strom Sie beziehen, desto günstiger ist Ihr Tarif. Zudem spielen Vertragslaufzeiten und auch Faktoren der Erzeugung des Stromes (z.B. Ökostrom) eine Rolle.

Die Strompreise für mittlere Gewerbebetriebe mit einem Verbrauch von 2 bis 20 Mio. kWh/Jahr liegen laut Bundesnetzagentur im Schnitt bei 16,54 ct/kWh. Diese Betriebe profitieren vor allem von deutlich geringeren Umlagen, Steuern und Netzentgelten.

Privilegierte, stromintensive Industriebetriebe (Verbrauch 70 bis 150 Mio. kWh/Jahr) zahlen im Idealfall 4,7 ct/kWh. Die Strompreise sind in diesem Segment in den letzten sieben Jahren um gut 25 Prozent gesunken, während die Strompreise für Haushalte im gleichen Zeitraum um 40 Prozent gestiegen sind.

Strompreise für Haushalte, Gewerbe und Industrie

Gewerbestrompreis: 23,03 ct/kWh

Industriestrompreis: 16,54 ct/kWh

Haushaltsstrompreis: 32,05 ct/kWh

(Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2020)

Gewerbestrompreise

Kraftwerk mit Strommasten

Kraftwerk mit Strommasten

Einen einheitlichen Strompreis für Gewerbetreibende und industrielle Abnehmer gibt es in Deutschland nicht, da sich die einzelnen Preisbestandteile je nach Anbieter, Region und Vertragsbedingungen stark unterscheiden. Allein bei den Netzentgelten, die rund 20 Prozent des Gewerbestrompreises ausmachen, ist bundesweit ein hohes Gefälle zu beobachten. Weitere preisbildende Faktoren sind die Strombezugsmenge, die Lieferdauer, die genutzte Spannungsebene sowie die etwaige Inanspruchnahme von Ausnahmeregelungen.

Im Sinne möglichst niedriger Energiekosten werden für Unternehmen neben den Themen Energieeffizienz, Lastmanagement und Eigenstromerzeugung auch mögliche Einsparpotenziale durch Anbieterwechsel immer wichtiger – umso mehr, da hierfür keinerlei Investitionen notwendig sind.

Der Markt für Gewerbestrom ist vielfältig: Laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur können Betriebe bundesweit unter mehr als 900 Stromanbietern wählen. Die diesbezügliche Wechselquote liegt seit Jahren konstant bei etwa zwölf Prozent, wobei insbesondere Industrie- und Gewerbekunden mit besonders hohen Stromverbräuchen häufiger zum Anbieterwechsel tendieren als kleinere Unternehmen. Insgesamt bietet der Markt für Gewerbestrom jedoch noch hohe Einsparpotenziale für Abnehmer aller Größen.

Zusammensetzung der Gewerbestrompreise

Lediglich rund 30 Prozent des gegenwärtigen Gewerbestrompreises können direkt seitens der Stromanbieter beeinflusst werden. Etwa 70 Prozent sind durch Umlagen, Abgaben, Steuern und Netzentgelte bestimmt. Nichtsdestotrotz können Gewerbetreibende, insbesondere RLM-Kunden mit hohen Stromverbräuchen, durch Ausnahmeregelungen auch bei den staatlich festgelegten Posten sowie bei den Abgaben an die Netzbetreiber spürbare Preisvorteile erzielen.

Die Preisbestandteile in der Übersicht:

  • Erzeugung und Vertrieb (Beschaffungskosten, Transport und Vermarktung, Gewinnmargen der Anbieter): 30 Prozent

  • Steuern und Abgaben: 50 Prozent

  • Netzentgelte: 20 Prozent

Warum ist Gewerbestrom günstiger als Haushaltsstrom?

Gewerbliche Stromverbraucher sind in Deutschland gegenüber Haushaltskunden spürbar begünstigt, da der Gewerbestrompreis grundsätzlich anders gewichtet ist. Unternehmen zahlen in der Regel einen ermäßigten Satz an Steuern und Abgaben, zudem werden die Netznutzungskosten dieser Kundengruppe differenzierter berechnet.

Der niedrigere Strompreis für Industrie und Gewerbe rechtfertigt sich auch durch die vergleichsweise hohe Strombezugsmenge, die sich generell in verbesserten Konditionen seitens der Versorger niederschlägt. Ein weiterer preisdämpfender Faktor: Der Anschluss an das Hoch- bzw. Mittelspannungsnetz ist kostengünstiger als das für Privathaushalte bereitgestellte Niederspannungsnetz. Zudem benötigen Gewerbekunden je nach Branche auch nachts und zu anderen Nebenzeiten eine konstante oder gar erhöhte Strommenge, die dann zu entsprechend günstigeren Tarifen abgerechnet wird. Dies betrifft vor allem Gewerbetreibende, die ihren Strom nicht über eine monatlich gleichbleibende Pauschale beziehen, sondern per verbrauchsabhängigem Preis oder gleich über ein individuell maßgeschneidertes Tarifmodell.

Einfluss der verschiedenen Faktoren auf den Gewerbestrompreis

Für Gewerbe und Industriekunden gibt es viele Ausnahmeregelungen für Steuern und Abgaben. Insbesondere Industriekunden mit einem sehr hohen Stromverbrauch pofitieren von diesen Ausnahmeregelungen.

So sind die Netzentgelte deutlich geringer und entfallen für manche Großkunden mit bestimmten Verbrauchsprofilen gänzlich. Für die EEG-Umlage gilt ähnliches. Hier sind ebenfalls die großen Industriebetriebe mit einem Verbrauch ab 1 Mio. kWh deutlich privilegiert.

Die KWK – Umlage beträgt ab einem Verbrauch von min. 100.000 kWh pro Jahr maximal 0,05 ct / kWh. Weiterhin existieren Rabatte bei der Offshore – Haftungsumlage, der Abschaltumlage und der Konzessionsabgaben. Die Mehrwertsteuer ist abzugsfähig und bei der Stromsteuer gibt es auch zahlreiche Regelungen für Vergünstigungen.

Wie haben sich die Gewerbestrompreise entwickelt?

Während die Strompreise für private Haushaltskunden zwischen den Jahren 1998 und 2014 um 70 Prozent gestiegen ist, lässt sich im Bereich Gewerbe- und Industriestrom eine gänzlich andere Entwicklung beobachten. So zahlen Unternehmen mittlerer Größe im Vergleich zu Privathaushalten heutzutage nur etwa die Hälfte pro Kilowattstunde Strom.

Energieintensive Industriebetriebe, die von Ausnahmeregelungen bei Steuern, Umlagen und Netzentgelten profitieren, erzielen sogar ein noch deutlich niedrigeres Kostenniveau, das im Idealfall nur etwa ein Sechstel des in Deutschland haushaltsüblichen Strompreises beträgt. Im energieintensiven Segment maximal privilegierter Unternehmen sind die Strompreise im Verlauf der letzten Jahre dramatisch gesunken, während die Kosten für private Haushalte im selben Zeitraum ebenso drastisch gestiegen sind.

Aber: In der jüngeren Vergangenheit zeigt auch der Preistrend für Gewerbestrom nach oben – und zwar insbesondere bei kleinen und mittleren Betrieben, die pro Jahr mittlerweile um bis zu zwölf Prozent mehr zahlen. Ursächlich für den neuerlichen Anstieg sind insbesondere die staatlichen Umlagen, die den allgemein sinkenden Großhandelspreisen für Strom entgegenwirken.

Allein zwischen den Jahren 2012 und 2014 hat der Gesetzgeber drei neue Umlagen geschaffen: die Umlage zum Ausgleich netzentgeltbefreiter Industrieunternehmen, die Offshore-Haftungsumlage und die Umlage für abschaltbare Lasten. Darüber hinaus sind innerhalb der letzten Jahre auch die Netzentgelte merklich angestiegen. Ein Trend, der sich aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen wird, da im Zuge der Energiewende weiterhin hohe Investitionen in den Ausbau der Stromnetze notwendig sein werden.

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