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Archiv der Kategorie ‘Experten‘

Rohstoffmangel gefährdet Energiewende

Dienstag, den 22. November 2011

In Zeiten des allgemeinen Aufbruchs Richtung Energiewende entsteht leicht der Eindruck, die Zukunft ließe sich allein auf Wind und Sonne gründen. Das ist leider ein Trugschluss, denn jenseits fossiler Brennstoffe entstehen neue Abhängigkeiten. Zahlreiche Zukunftstechnologien wie Elektroautos, Glasfaserkabel, Solarzellen oder Windkraftanlagen benötigen vor allem mineralische Rohstoffe. Und deren Versorgungslage wird aktuell als kritisch eingestuft.

Knappe Ressourcen für Zukunftstechnologien

Die von der KfW Bankengruppe in Auftrag gegebene Studie “Kritische Rohstoffe für Deutschland” hat erstmalig die prekäre Versorgungslage mit mineralischen Rohstoffen dargestellt. Dazu zählen Industriemineralien, Metalle, Steine und Erden, die für nahezu jede erdenkliche Zukunftstechnologie maßgeblich sind. Die Verknappung von 13 mineralischen Rohstoffen, die überwiegend den seltenen Metallen zuzuordnen sind, wird von der Studie aktuell als “kritisch” bzw. “sehr kritisch” eingestuft. Im einzelnen sind dies Germanium, Rhenium, Antimon, Indium, Wolfram, Seltene Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Niob, Chrom und Bismut. Germanium wird beispielsweise für die Produktion von Glasfaserkabeln benötigt, Rhenium für hocheffiziente Gasturbinen, Gallium und Indium für die Dünnschicht-Photovoltaik, während Seltene Erden bei Magneten in der Windkrafttechnologie, bei Batterien für Elektroautos sowie in der Informations- und Kommunikationstechnik eingesetzt werden.

Laut Studie sind die aktuellen Versorgungsrisiken für die als kritisch eingestuften Rohstoffe vor allem aus zwei Gründen entstanden: Zum einen besteht ein zu großes Ungleichgewicht zwischen den verfügbaren Ressourcen und der global boomenden Produktion darauf basierender Technologie. Auch das Rohstoff-Recycling zeigt sich diesbezüglich nur bedingt effektiv. Zum anderen ist die Förderung der knappen Rohstoffe derzeit auf wenige Länder konzentriert, vor allem auf die Volksrepublik China. Deutschland gerät dadurch in eine starke Importabhängigkeit. Zur Lösung der Problematik empfiehlt die Studie neben der verstärkten Beteiligung Deutschlands an Bergbauprojekten vor allem Maßnahmen zum effizienteren Einsatz von Rohstoffen.

Foto © Pixelio, Susanne und Giovanni Romano

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ÖKO-TEST prüft LED-Lampen

Dienstag, den 8. November 2011

Die Energiesparlampe, genauer gesagt die Kompaktleuchtstofflampe, galt vor wenigen Jahren noch als erste Alternative unter den effizienten Leuchtmitteln. Heute allerdings scheint sie eher das Schicksal einer kurzlebigen Übergangstechnologie zu ereilen, denn längst gelten LEDs als die wahrscheinlichere Zukunft der Lichts. Das Magazin ÖKO-TEST hat sich in seiner November-Ausgabe den vielgepriesenen Leuchtdioden gewidmet.

Teuer aber effizient

455497_R_K_B_by_Jörg Siebauer_pixelio.deIm vergangenen September wurde die dritte Stufe des schrittweisen Glühlampenausstiegs erreicht. Die klassischen Birnen mit 100, 75 und nun auch 60 Watt sind aus den Supermärkten verschwunden, und die Verbraucher müssen sich zunehmend Gedanken um Alternativen machen. Nachdem der Durchbruch der Energiesparlampe eigentlich nie wirklich eingesetzt hat, ruhen nun die Hoffnungen auf der LED-Technologie. Selbige verspricht hohe Effizienzwerte und eine enorme Langlebigkeit. Nachteil: Lampenfassungstaugliche LEDS sind aktuell noch äußerst kostspielig – zwischen 30 und 80 Euro müssen Energiesparer derzeit pro Modell investieren.

Das Magazin ÖKO-TEST hat elf LED-Lampen hinsichtlich ihrer Helligkeit, Energieeffizienz, Lichtqualität und Haltbarkeit geprüft und dabei auch den Elektrosmog im Auge behalten. Vergleichsbasis war eine klassische 60-Watt-Glühbirne. Als oberstes Fazit geben die Tester vor allem einen Rat: Verbraucher sollten lieber zur LED-Leuchte als zur Energiesparlampe greifen. Die geprüften Modelle erwiesen sich bis auf wenige Ausnahmen als verlässlich und effizient. Allerdings konnten lediglich vier der elf LEDs – Leuchten von Osram, Philips, Toshiba und Heitronic – mit der Helligkeit der herkömmlichen Glühlampe Schritt halten, die übrigen sieben waren schlicht zu funzelig. Im Hinblick auf die Lichtfarbe überzeugten Leuchten von Osram und Ledon als durchaus “sonnenähnlich”, während ansonsten die Vorgabe “warmweiß” leider nicht entsprechend umgesetzt werden konnte. Trotzdem loben die Tester die deutlich bessere Lichtqualität sowie das umfangreichere Farbspektrum der LED-Technologie im Vergleich zur Energiesparlampe. Den teuren Anschaffungspreis, so ÖKO-TEST, gleichen hochwertige LED-Leuchten auf lange Sicht aus. Die Testsieger von Osram, Philips und Toshiba schaffen es locker auf eine Lebensdauer von 25.000 Stunden und erzielen dabei eine Energieersparnis von bis zu 85 Prozent gegenüber der herkömmlichen 60-Watt-Glühbirne. Nach rund drei Jahren amortisiert sich der Kaufpreis durch die niedrigeren Stromkosten. Von den hohen Elektrosmog-Werten der LEDs war ÖKO-TEST nicht angetan, selbige lassen sich allerdings in ähnlichem Maße auch bei Energiesparlampen nachweisen.

Foto © Pixelio, Jörg Siebauer

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Stromanbieter Wechsel – Darauf kommt es an

Mittwoch, den 12. Oktober 2011

Interview mit Dr. Jörg Heidjann von StromAuskunft.de

Wie viel lässt sich denn mit einem Wechsel des Anbieters tatsächlich sparen?

Dr. Jörg Heidjann

Dr. Jörg Heidjann

Die mögliche Ersparnis bei einem Stromanbieterwechsel hängt von Ihrem jetzigen Tarif sowie von Ihrem Jahresverbrauch ab. Wenn Sie z.B. noch nie Ihren Anbieter gewechselt haben und somit den in der Regel teuren Grundtarif Ihres lokalen Versorgers beziehen, dann sind für eine Familie schnell mal 500 Euro Ersparnis pro Jahr drin.

Die größte Sorge der Verbraucher ist oft noch – es geht etwas schief und man sitzt im Dunkeln. Begründet?

Nein, der Stromanbieter Wechsel ist einfach und ohne jegliches Risiko möglich. Wenn Sie sich für einen neuen Stromanbieter entschieden haben, dann übernimmt dieser die lückenlose Stromversorgung. Der Stromzähler muss nicht ausgetauscht werden und es werden auch keine neuen Leitungen gelegt. Es gibt kein Risiko, nach dem Wechsel ohne Strom dazustehen. Das ist gesetzlich garantiert.

Worauf sollte man bei Preisvergleichen denn achten? Der billigste Anbieter steht ja immer ganz oben. Den kann man doch gleich nehmen?

Im Prinzip ist das richtig. Wir empfehlen jedoch, die Tarife genau zu vergleichen und die vorhandenen Filterfunktionen in unserem Tarifrechner zu nutzen.  Achten Sie z.B. auf eine nicht zu lange Vertragslaufzeit und auf eine kurze Kündigungsfrist.  Je kürzer, desto besser. Dann sollten Sie Tarife mit hohen Vorauszahlungen, hohen Kautionen sowie Festpreisangebote meiden.

Nicht erst seit dem beschlossenen Atomausstieg steht Ökostrom immer höher im Kurs. Hier hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass der oft deutlich teurer ist. Was sind Ihre Erfahrungen?

In der Tat wechseln immer mehr Verbraucher zu einem Ökostrom Anbieter. Und die sind in der Regel nicht teurer, als der jetzige Anbieter. Viele Verbraucher sparen durch einen Wechsel zu einem Ökostromanbieter sogar noch Geld, insbesondere natürlich die Estwechsler, d.h. diejenigen, die in den teureren Tarifen Ihres lokalen Versorgers stecken.

Wir empfehlen unseren Kunden ganz klar einen Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Denn damit sorgen sie nicht nur für mehr Wettbewerb im Strommarkt, sondern leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz.

Wie geht das? Worauf kommt es an?

Für einen Strompreisvergleich benötigen Sie lediglich Ihren Jahresverbrauch und Ihre Postleitzahl. Bei der Auswahl des richtigen Tarifes geben wir folgende Empfehlungen:

-       Die Vertragslaufzeit sollte nicht zu lang sein. Als Faustformel kann man sich hier 1 Jahr merken.

-       Für die Kündigungsfrist gilt: Je kürzer, desto besser.

-       Tarife mit hohen Vorrauszahlungen, hohen Kautionen sowie Festpreisangebote sollten gemieden werden.

-       Der Stromtarif sollte regelmäßig, mindestens 1 mal pro Jahr überprüft werden. Dazu bieten wir bei StromAuskunft.de z.B. unseren kostenlosen Service, den „StromSheriff“ an.

Unser Tipp:

Überprüfen Sie jetzt Ihren Stromtarif mit dem kostenlosen Stromrechner von StromAuskunft.de

P.S. Hören Sie sich auch den Radiobeitrag zum Thema Strompreise und Stromanbieterwechsel an.


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Stromautobahnen – Wie geht es mit dem Stromnetzausbau weiter?

Montag, den 26. September 2011

Der Ausbau in erneuerbarer Energien ist wichtig. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Wie die Stromautobahnen geplant werden, darüber streiten die Experten. Im Gespräch sind drei mächtige Stromtrassen.

Stromnetzausbau: Öffentliche Planung statt Alleingänge

Ingrid_Nestle_250Zu den Plänen der Übertragungsnetzbetreiber, drei Stromautobahnen quer durch Deutschland verlegen zu wollen, erklärt Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Der Einsatz der innovativen Gleichstromtechnik ist grundsätzlich zu begrüßen. Auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Energien müssen wir die Stromnetze ausbauen. Aber: Wir brauchen einen für Deutschland und Europa abgestimmten Ausbauplan. Welche Stromautobahnen nötig sind, sollte im gerade begonnenen, öffentlich kontrollierten Planungsprozess bestimmt werden. Wenn schon jetzt Trassen festgelegt werden, bedroht das die Glaubwürdigkeit der Netzausbauplanung – und die Akzeptanz für die Trassen der Netzbetreiber.

Der Netzausbau wird nur Akzeptanz finden, wenn er von allen Beteiligten akzeptiert wird. Ein Alleingang der Netzbetreiber schadet da nur. Die Netzbetreiber sollten daher gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und Politik prüfen, welche Trassen tatsächlich gebraucht werden – unabhängig davon, wer das Prestigeprojekt letztlich ausführen “darf”.

Foto © Pressefoto Ingrid Nestle

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Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Jedes Unternehmen in Deutschland benötigt Energie. Strom für Anlagen in der Produktion, Wärme für Gebäude. Größere, produzierende Mittelständler benötigen dabei häufig soviel Strom und Wärme, die jeweils dem Verbrauch einer Kleinstadt entsprechen können. Klimaschützer sprach mit Prof. Dr. Andreas Schulte, Leiter des Wald-Zentrums der Universität Münster, über die Möglichkeiten von Unternehmen, Energie zu sparen und damit nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern auch im Sinne der Wirtschaftlichkeit zu handeln.

Klimaschützer:
Prof. Schulte, vorab die wichtigste Frage: Kann Klimaschutz für ein Unternehmen überhaupt wirtschaftlich sein?

Prof. Schulte:portrait-andreas-schulte
„Ich behaupte sogar: Umwelt- und Klimaschutz sind heute Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg! Aber fangen wir von vorne an. Unternehmen, die sich für erneuerbare Energien interessieren, haben natürlich die enorm gestiegenen Energiepreise im Blick – oder besser im Nacken. Durch Optimierungen im Produktionsprozess können der Energieverbrauch und damit die Kosten gesenkt werden, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit volatilen, stark steigenden Preisen bleibt jedoch bestehen. Natürlich ist ein Umstieg auf erneuerbare Energien mit einer Investition verbunden. Neue Anlagen müssen angeschafft und installiert, ggf. Personal angelernt und neue Zulieferer gefunden werden. Das Beispiel einer von uns durchgeführten Studie für die Krombacher Brauerei zeigt, dass sich diese Investition bereits nach deutlich weniger als 10 Jahren bezahlt macht. Das Unternehmen reduziert damit bereits mittelfristig die CO2-Emissionen, die Abhängigkeit von großen Energieversorgern und Energiekosten in Millionenhöhe jährlich.“

Klimaschützer:
Wie wird man als Unternehmen klimaneutral?

Prof. Schulte:
„Der Weg zur sogenannten Klimaneutralität beginnt mit der Erfassung der Treibhausgasbilanz des Unternehmens, des Corporate Carbon Footprint. Um diesen zu ermitteln werden nach vorgegebenen Standards möglichst sämtliche Stoff- und Energieströme des Unternehmens identifiziert und quantifiziert. Ist dies geschehen, ist der 1. Schritt die Vermeidung von Emissionen durch z. B. Steigerung der Energieeffizienz bei der Produktion, dem Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn, etc. Im 2. Schritt wird geprüft, welche Möglichkeiten bestehen, aus der fossilen in die regenerative Energieversorgung am Standort selbst einzusteigen. Hierbei gibt es keine allgemeingültigen Lösungen, sondern nur einzelbetriebliche Betrachtungen, die dann mit Vorschlägen von der Geothermie bis zum Biomasse-Blockheizkraftwerk reichen können.

Trotz Vermeidung und Substitution verbleiben grundsätzlich klimarelevante Emissionen, die nicht vermieden werden können. Um diesen ‚Rest-Fußabdruck’ auszugleichen kann ein Unternehmen dann als 3. Schritt Natur- und Umweltschutzprojekte initiieren oder unterstützen, die z. B. über die Wiedervernässung von Mooren oder Moorwäldern, Waldschutzprojekte bzw. Aufforstungen von degradierten Agrar- und Weideflächen CO2 binden oder natürliche Emissionen stoppen.“

Klimaschützer:
Viele Unternehmen geben sich einen grünen Anstrich. Ist Nachhaltigkeit nur ein Modetrend für Unternehmen.

Prof. Schulte:
„Im Jahr des Waldes muss man darauf verweisen, dass das heute fast überstrapazierte Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens erstmalig vor etwa 300 Jahren in forstwirtschaftlichen Schriften beschrieben wird. Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz, bringt das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung auf den Punkt und meinte damals, nur soviel Holz dem Wald zu entnehmen, wie nachwächst. Heute wird der Begriff der Nachhaltigkeit auch in Unternehmen, die auf den ersten Blick weit von der Forst- und Holzwirtschaft entfernt sind, zum Leitprinzip erhoben. Ökologische Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes werden heute mit sozialen und wirtschaftlichen Zielen verknüpft.
Grüne Verpackungen, die aus dem Marketing kommen, reichen längst nicht mehr aus und werden schnell als ‚Greenwashing’ erkannt. Eins ist klar: Der Wille zum nachhaltigen Wirtschaften muss langfristig in einer Nachhaltigkeitsstrategie und damit auch in der Unternehmensleitung verankert sein. Diese rechnet sich bereits kurz- bis mittelfristig nicht nur für die Natur und das Klima, sondern auch den betriebswirtschaftlichen Erfolg.“

Das Team des Wald-Zentrums berät Unternehmen, die zukünftig nachhaltig bzw. klimaneutral arbeiten und dabei auch noch Kosten einsparen wollen. Dazu entwickeln die Wissenschaftler Machbarkeitsstudien, die eine wissenschaftliche und unabhängige Entscheidungsgrundlage für die Unternehmen darstellen. Neben der Krombacher Brauerei gehören u.a. auch die Provinzial Rheinland Versicherung AG und die Klasmann-Deilmann GmbH zu den Kunden des Wald-Zentrums in Sachen nachhaltig erfolgreichem Wirtschaften.

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Kampf der Sparlampen

Donnerstag, den 21. April 2011

Die Glühlampe ist tot, es lebe die… ja, was eigentlich? Lange Zeit galt die Kompaktleuchtstofflampe – im Volksmund auch Energiesparlampe genannt – als der designierte Nachfolger der vom Aussterben bedrohten Glühfunzel. Mittlerweile kennt der Markt allerdings Alternativen. Und jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Stiftung Warentest vergleicht Beleuchtungssysteme

Thorben WengertDie Energiesparlampe hat seit ihrer schritt- aber eben auch zwangsweisen Einführung schon so manchen kritischen Bugtreffer einstecken müssen. Wurden zu Beginn des Glühlampenausstiegs noch hitzige Debatten über Preis und Lichtqualität der alternativen Stromsparer geführt, befinden wir uns nunmehr tief im Sumpf der Quecksilber-Diskussion. Energiesparlampen vergiften Mensch und Umwelt, sagen die Kritiker, die Hersteller halten eine niedrige Konzentration und weitestgehende Bruchsicherheit der Leuchten dagegen. Wie auch immer, Recht hat letztlich der Kunde – und der kann mittlerweile mehr als nur ein Produkt kaufen. Deshalb hat die Stiftung Warentest im jüngsten Sparlampen-Vergleich (Ausgabe 03/2011) auch gleich drei Beleuchtungssysteme gegeneinander antreten lassen. Ring frei für: Energiesparlampen vs. LED-Leuchten vs. Halogenglühlampen.

Der Halogentechnik erteilten die Tester eine überdeutliche Abfuhr – die zwei geprüften Leuchten kamen nicht über die Endnoten “ausreichend” und “mangelhaft” hinaus. Grund: Der Stromverbrauch ist so hoch, dass man hier kaum von energiesparend sprechen kann. Im Vergleich zu wirklich effizienten Sparlampen ziehen die Halogenmodelle rund dreimal so viel Saft. Einziger Vorteil dieses Systems ist die hervorragende Farbechtheit des Lichts. Wer also seinen Rembrandt stilgerecht ausleuchten möchte, greift zu, alle anderen lieber nicht. Die Stärken der klassischen Energiesparlampe liegen laut Stiftung Warentest im günstigsten Preis und in der besten Helligkeit. In Sachen Farbechtheit lässt die Kompaktleuchtstofflampe allerdings Federn. Als bestbewertete Energiesparlampe erhielt eine Leuchte von Osram die Endnote 2,0. Der Testsieg ging, nicht zum ersten Mal, an die LED-Technik. Zwei Modelle der Hersteller Toshiba und Philips wurden mit der Gesamtnote 1,6 gekrönt, weil sie die beste Mischung aus Energieeffizienz und Lichtqualität boten. Zudem zeichnen sich LED-Lampen gemeinhin durch die im Vergleich zu anderen Systemen verlässlichste Schaltfestigkeit aus.

Ein Wort noch zum Preis. Wer denkt, die Testsieger in den Kategorien Energiesparlampe (Osram Dulux Superstar Mini Ball für 11 Euro) und LED-Leuchte (Toshiba E-Core für 15 Euro) seien bereits unverschämt teuer, der lese jetzt besser nicht weiter. Denn die zweitplatzierte LED-Lampe Philips Econic kostet satte 59 Euro. Stromspareffekt und Langlebigkeit hin oder her – bei solchen Preisen gehen definitiv die Lichter aus.

Foto © Pixelio, Thorben Wengert

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Atomausstieg bis 2015?

Dienstag, den 12. April 2011

Dass sich Deutschland in absehbarer Zeit von der Atomkraft verabschieden wird, scheint festzustehen. Die Frage ist nur: Wann genau? Die Mehrheit der öffentlichen Statements pendelt sich irgendwo um das Jahr 2020 ein, während die Atomwirtschaft und Teile der Regierung eher Richtung 2025 deuten. Eine neue Berechnung der Umweltorganisation Greenpeace stellt hingegen eine sehr viel schnellere Machbarkeit in Aussicht. Demnach soll der vollständige Atomausstieg bereits bis 2015 möglich sein.

Greenpeace berechnet Zeitplan

Gerd AltmannLaut Greenpeace-Berechnungen, die auf der Basis aktueller Kraftwerksplanungen des Bundesverbandes der Energiewirtschaft vorgenommen wurden, wäre ein Atomausstieg bis 2015 machbar, ohne dass dadurch negative Auswirkungen in Sachen Versorgungssicherheit, Klimaschutz oder Energiekosten entstehen würden. Die sieben ältesten AKW sowie der Pannenmeiler Krümmel könnten laut Greenpeace abgeschaltet bleiben und der Reaktor Neckarwestheim 2 noch in diesem Jahr stillgelegt werden. Zwischen 2012 und 2015 könnten dann pro Jahr zwei weitere Meiler vom Netz gehen, so dass der Atomausstieg bereits in vier Jahren vollendet wäre. Dies sei möglich, so Greenpeace, weil bereits im derzeitigen Kraftwerkspark klare Überkapazitäten bestehen und sich zudem mehr als 50 neue Kraftwerke in Bau oder Planung befinden.

Insgesamt müssten für die 17 deutschen Kernkraftwerke Erzeugungskapazitäten von 21.000 Megawatt ersetzt werden. Laut Greenpeace-Berechnungen könnte dies auch ohne zusätzliche Stromimporte bis 2015 geleistet werden. Der Ersatz-Strom soll dabei überwiegend aus geplanten oder sich bereits im Bau befindlichen Gaskraftwerken, Wind- und Solaranlagen bezogen werden, denn ab 2013, so die Umweltorganisation, könne zusätzlich mit der Abschaltung alter Kohlekraftwerke begonnen werden. Zwar gehen in diesem und dem nächsten Jahr vier neue Kohlekraftwerke ans deutsche Netz, allerdings spielt diese klimaschädliche Technologie als Ersatz für die Atomkraft in den Greenpeace-Berechnungen keine Rolle. Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling: “Eine Laufzeitverkürzung von Atomkraftwerken kann den Klimaschutz befördern, wenn dadurch Investitionen in Erneuerbare, in Effizienz und in neue Gaskraftwerke wie Kraft-Wärme-Kopplung ausgelöst werden. Zusätzliche Kohlekraftkraftwerke werden nicht gebraucht und würden das Klimaproblem verschärfen.”

Foto © Pixelio, Gerd Altmann

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Ökoenergien lassen Städtekassen klingeln

Montag, den 25. Oktober 2010

Die noch immer anhaltende Diskussion um eine mögliche Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken hat eindrucksvoll untermauert, dass der Energiediskurs in Deutschland eher finanz- denn umweltpolitisch ausgefochten wird. Eine kürzlich vorgestellte Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) besagt in diesem Zusammenhang, dass gerade die erneuerbaren Energien Milliarden in die arg gebeutelten Kassen der Kommunen spülen.

Hohe Wertschöpfung durch erneuerbare Energien

Rainer SturmLaut IÖW-Studie haben Deutschlands Städte und Gemeinden im Jahr 2009 durch die wirtschaftlichen Effekte von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse rund 6,8 Milliarden Euro eingenommen. 2008 wurden hierzulande 2,2 Millionen Solarkollektoren und Photovoltaik-Anlagen, 400.000 Wärmepumpen, 22.000 Windkraftanlagen sowie 4.500 Biogasanlagen installiert bzw. in Betrieb genommen. Die Kommunen profitieren dabei vor allem durch neue Steuereinnahmen und die Verpachtung von Flächen für die Erzeugung von Ökostrom, aber auch durch neu geschaffene Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Einkommenssteuern. Vom dezentralen Charakter der Ökoenergien profitieren laut IÖW vor allem ländliche Regionen, aber auch in Ballungsräumen sei der Effekt auf die Energiewirtschaft spürbar. So könnten sich gerade die Stadtwerke und lokalen Versorger durch erneuerbare Energien immer erfolgreicher als Marktakteure etablieren. Der Gesamtumsatz der Branche betrug im Vorjahr laut Agentur für Erneuerbare Energien bereits 36 Milliarden Euro – Tendenz massiv steigend.

Sollte sich der Ausbau der erneuerbaren Energien ähnlich dynamisch wie bisher fortsetzen, erwartet das IÖW eine Verdopplung der wirtschaftlichen Wertschöpfung bis zum Jahr 2020. Und genau an diesem Punkt kommen wir wieder auf den leidigen Atomdisput zurück. Denn Experten warnen eindringlich vor einem Ausbremsen regenerativer Energieerzeugung durch die Kernkraftpläne der Bundesregierung. Diese könnten sich nicht nur umweltpolitisch, sondern auch finanzwirtschaftlich als fatal erweisen.

Foto © Pixelio, Rainer Sturm

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Skepsis im Stromnetz

Montag, den 30. August 2010

Nicht nur in den Planungen der Bundesregierung spielen intelligente Netze eine zentrale Rolle. “Smart Grid” lautet das Zauberwort für das Energiekonzept der nahen Zukunft. Ob allerdings der Verbraucher die baldige Intelligenz der Netze überhaupt zum eigenen Vorteil nutzen kann und will, ist eine ganz andere Frage.

Verbraucher sehen Smart Grid misstrauisch entgegen

Susanne SchmichEine aktuelle Studie des Beratungsdienstleisters Accenture zeigt: Zwar trauen sich vier von fünf Stromkunden in Deutschland die Optimierung des eigenen Energieverbrauchs grundsätzlich zu, aber nur ein Drittel ist sich der Vielfalt an neuen Stromprodukten und Tarifen bewusst, die der Ausbau des intelligenten Stromnetzes künftig ermöglichen soll. Speziell gegenüber den ersten zeitvariablen Tarifmodellen, die bereits im kommenden Jahr verfügbar sein werden, ist die Skepsis noch groß. Mit dem fortschreitenden Einbau intelligenter Stromzähler hat die erste Stufe des Smart Grid deutsche Haushalte bereits punktuell erreicht. Aber trotz der Transparenz über den eigenen Stromverbrauch, die die neue Technik mit sich bringt, herrscht beim Bürger bislang vor allem Unwissenheit und Unsicherheit. Nur jeder Dritte etwa weiß, dass sich mit zeitvariablen Stromtarifen in Zukunft Energie und Kosten einsparen lassen, beispielsweise durch den gezielten Betrieb energieintensiver Geräte während verbrauchsarmer und damit kostengünstiger Tageszeiten. Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet die Stromversorger nämlich ab 2011 dazu, genau solche Tarife anzubieten. Wie das lastvariable Stromangebot ihres jeweiligen Versorgers konkret aussieht, ist den meisten Kunden allerdings völlig unbekannt. Und wie so oft führt auch hier Unwissenheit zu Ablehnung: Laut Studie bewerten neun von zehn Befragten die neuen Tarifmodelle negativ. Man fühlt sich in der freien Gestaltung des eigenen Energieverbrauchs und dadurch im generellen Lebenskomfort eingeschränkt und hat darüber hinaus datenschutzrechtliche Bedenken. Auch befürchten die Kunden durch die Installation der neuen Technik eher steigende als sinkende Stromrechnungen.

Das Hauptproblem liegt wohl noch immer in der Wahrnehmung des Produktes. Viele Verbraucher sehen Strom nicht als frei wählbare Ware, die sie individuell gestalten können, sondern als selbstverständliches Gebrauchsgut, dass schlicht aus der Steckdose fließt. Aber: Der Strommarkt ist bereits seit zwölf Jahren liberalisiert und vollzieht nun durch den Ausbau intelligenter Netze einen weiteren Wandel. Das Produkt Strom wird in naher Zukunft noch liberaler, noch individueller.

Foto © Pixelio, Susanne Schmich

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Atom-Talk

Donnerstag, den 26. August 2010

Normalerweise sehe ich mir Late-Night-Talkshows, bei denen Gemischtrunden aus Politikern und Halb-Prominenten dazu angestiftet werden, sich zum Thema der Woche gegenseitig an die Gurgel zu springen, grundsätzlich nicht an. Zu laut, zu populistisch, zu platt. Und der gestrige Kreisch-Kreis bei „Hart aber fair“ mit dem illustren Untertitel „Der Atom-Showdown“ hat mich mal wieder bestätigt.

TV-Klamauk zu Brennelementesteuer und Co.

Sigrid RossmannDiesmal durften sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Ex-Irgendwie-Alles-Minister Wolfgang Clement, Grünen-Griesgram Renate Künast, Mr. Atomkraft Ralf Güldner sowie Schwarm-Autor Frank Schätzing als Quotenpromi verbal an die Kehle. Blutig ist es geworden. Und konfus. Wolfgang Clement zum Beispiel, dauerbeleidigt, weil als Konzern-Marionette stigmatisiert, stellte nach anfänglichem Schwadronieren unter dem Motto „Gefälligst mehr Respekt für den verdienten Staatsmann“ schnell die Sachlichkeit ein. Danach machte er nur noch Werbung für das RWE-Subunternehmen, in dessen Aufsichtsrat er gerade sitzt. Ach ja, er sagte noch, für den Job gäbs nur 20.000 im Jahr – also kein Anreiz, gleich korrupt zu werden. Schon klar. Renate Künast konzentrierte sich auf ständige Blutgrätschen gegen den armen Norbert Röttgen, der zwar dieser Tage so grün dahersäuselt wie kein CDU-Mann zuvor, aber schließlich immer noch der parlamentarische Feind ist. Am anderen Ende der sinnstiftend von rechts nach links eingeteilten Sitzreihe der Präsident des Deutschen Atomforums. Selten habe ich soviel ökonomisch schnittige Angriffslust in jemandes Augen gesehen, wie in denen von Ralf Güldner. Da wurde mir ganz eisig ums Herz. Dem Mann möchte man seine Meiler am liebsten für die nächsten tausend Jahre zusichern, nur, damit er einen in Ruhe lässt. Und wieso war Schätzing jetzt eigentlich nochmal da? Keine Ahnung, aber wissenschaftlich angehauchte Prosa scheint wohl ebenso quotenträchtig zu sein wie seine verdammt telegene Frisur. Außerdem gefallen mir Menschen, die anderen nicht ständig in den halb angefangenen Satz poltern.

Worum gings eigentlich noch? Ach ja, um die böse Brennelementesteuer, den Atomausstieg, darum, dass die Strom-Oligopolisten Land und Bevölkerung bedrohen, während die Umweltpolitiker die Industrie kaputtbesteuern. Und das Fazit: An einem Strang ziehen nur die Befürworter der Atomkraft. Nun ja, monetäre Interessen vereinen. Die Kontra-Seite ist zutiefst zerstritten, weil man in verschiedenen politischen Lagern sitzt und immer noch nur in Legislaturperioden und Dimensionen von Regierung und Opposition denkt. So wird das nichts.

Foto © Pixelio, Sigrid Rossmann

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