Günstiges Gas für Mieter
Dienstag, den 9. August 2011Knapp neun Millionen Haushalte in Deutschland haben nicht die Möglichkeit zum eigenständigen Gasanbieterwechsel. Der Grund: In vielen Mehrfamilienhäusern existiert lediglich ein zentraler Gaszähler, wodurch zahlreiche Mietparteien in Sachen Gasbezug direkt auf ihren Vermieter angewiesen sind. Laut Gesetz gilt trotzdem das Gebot zu möglichst günstigen Preisen.
Vermieter zu Gaspreisvergleich verpflichtet
Laut § 560 BGB gilt bei der Vermietung einer Immobilie stets das Wirtschaftlichkeitsgebot. Selbiges soll die Betriebskosten für Mieter möglichst gering halten. Und darunter fallen natürlich zu einem erheblichen Teil die Energiekosten. Während es beim Strombezug in Mietshäusern kaum noch vereinheitlichte Abrechnungen gibt, und Mieter generell selbst über Anbieter und Tarife entscheiden, wird das Thema Gas noch immer sehr viel stiefkindlicher gehandhabt. Eine grobe Schieflage, denn immerhin heizt fast die Hälfte der 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas. Mieter, die keine Möglichkeit zum eigenmächtigen Gasanbieterwechsel haben, sind steigenden Gaspreisen oftmals hilflos ausgeliefert. Allerdings nimmt die Gesetzeslage in diesen Fällen durchaus den Vermieter in die Pflicht. Ab einer zehnprozentigen Steigerung der Betriebskosten im Vergleich zum Vorjahr müssen Vermieter die genauen Gründe für den Preisanstieg darlegen. Nicht selten stellen sich hierbei gestiegene Gaspreise als Kostentreiber heraus. In solchen Fällen sollten Mieter ihren Vermieter dringend zu einem Preisvergleich und etwaigem Anbieterwechsel anhalten. Abgesehen vom gesetzlich formulierten Wirtschaftlichkeitsgebot profitieren bei einem fairen Mietverhältnis mit möglichst geringen Betriebskosten ohnehin beide Parteien.
Die Gaspreise in Deutschland sind seit 2005 um rund 20 Prozent angestiegen. Auch zum August und September dieses Jahres haben ganze 90 Versorger erneute Preiserhöhungen angekündigt. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur bleibt die Quote der Gasanbieterwechsel mit lediglich zehn Prozent dennoch gering. Dabei sind immense Sparpotenziale, auch für Mieter, möglich. Durch einen gezielten Gaspreisvergleich können Haushalte ihre Kosten um mehrere hundert Euro pro Jahr senken. Und der Wechsel des Gasanbieters ist in der Regel ebenso unkompliziert und sicher wie ein Stromanbieterwechsel.
Foto © Pixelio, Dr. Klaus-Uwe Gerhardt
Gleich zu Beginn das Entscheidende: der Preis. Tchibo wirbt mit explizit günstigen Gaskosten, die laut Stiftung Warentest einem umfassenden
Laut Eurostat liegt der durchschnittliche
Bei einem landesweiten Preisvergleich während der vergangenen Monate hatten die Kartellhüter bei den betreffenden Unternehmen in der Relation auffällig hohe Preise festgestellt. Das Kartellamt verglich in den Monaten Februar bis April 2010 die Preise von 144 Gasversorgern in NRW. Dabei waren 19 Unternehmen mit zum Teil besonders hohen Preisen aufgefallen. Preisauffällig ist ein Gasversorger nach Auffassung der Kartellbehörde dann, wenn die eingeforderten Entgelte um mehr als zehn Prozent über den jeweiligen Durchschnittspreisen liegen. Die betreffenden Anbieter – darunter Unternehmen aus Bocholt, Herne, Dülmen und Monheim – sind jetzt aufgefordert, ihre Preise gegenüber den Behörden sorgfältig zu rechtfertigen. Kommen sie dieser Aufforderung nicht nach oder sind ihre Erläuterungen nicht nachvollziehbar, werden Preissenkungen durch das Landeskartellamt festgelegt. Ein anschließendes Verfahren wegen Preismissbrauchs steht ebenfalls im Raum.
In Zusammenarbeit mit den Marktanalysten von Kreutzer Consulting hat Verivox kürzlich den Energiemarktreport 2009 veröffentlicht. Zentrales Ergebnis der Studie, die die Wettbewerbsentwicklung auf den Energiemärkten analysiert, ist der Trend von immer weiter auseinanderklaffenden Preisunterschieden bei den Versorgern. Speziell auf dem
Als Begründung für das Unterbinden der Ölpreisbindung wurde verlautet, dass die Energieversorger mit der automatischen Koppelung beider Preise zusätzliche Gewinne erzielen, die in dieser Form eine unangemessene Benachteiligung der Kunden darstellen. Kurz gesagt: Die Ölpreisbindung war längst nicht mehr marktgerecht und zeitgemäß, ihre Abschaffung überfällig. Über Jahrzehnte hinweg konnten die Energieversorger auch bei sinkenden Beschaffungskosten mit einem einfachen Fingerzeig auf den Ölkurs hohe Gaspreise festschreiben – und dies obwohl beide Energieträger jeweils eigenen Marktbedingungen unterliegen. Die Ölpreisbindung hatte darüber hinaus zur Folge, dass sich auf dem
Die Idee ist so simpel wie effektiv. Die Städtischen Werke Kassel unterstützen Klimaprojekte aus aller Welt, die an anderer Stelle CO2-Emissionen in der Höhe der in Kassel ausgestoßenen binden oder vermeiden. Das Ergebnis ist eine CO2-neutrale Bilanz und die jährliche Vermeidung von rund 250.000 Tonnen des klimaschädlichen Gases. Konkret unterstützt der nordhessische Energieversorger fünf Schutzmaßnahmen in Deutschland, China, Indien, Brasilien und der Türkei. Die Projekte reichen von Windparks über Wasserkraftwerke bis hin zur Grubengasnutzung und allen Maßnahmen ist gemein, dass vor Ort neue Arbeitsplätze entstehen und die lokale Umwelt geschützt wird. Die Städtischen Werke Kassel hatten ihre Kunden bereits 2007 auf
Der Schrecken der allgemeinen Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel sitzt uns noch tief in den Knochen, da kurbeln bereits die nächsten Versorger kräftig an der Preisschraube. Bereits im Januar hatten rund 160
Bereits Mitte November ratterte die Schlagzeile von steigenden Strompreisen durch den Äther. Mindestens 40 Versorger, darunter auch viele der großen Energiekonzerne, erhöhen zum Jahreswechsel ihre Preise um durchschnittlich 5 Prozent. Ob nun steigende Beschaffungskosten, Neuregelungen des EEG, die allgemein schlechte Wirtschaftslage oder einfach fantasiereiche Konzernbosse Schuld am Preisanstieg sind, sei dahingestellt. Fakt ist: Millionen Verbraucher müssen ab 2010 für jede Kilowattstunde tiefer in die Tasche greifen. Und als wäre die Last steigender Strompreise nicht schon groß genug, steht uns in puncto Gas eine ähnliche Entwicklung ins Haus. Nachdem die Gaspreise im laufenden Jahr in paradiesisch pünktlichen Regelmäßgkeiten gefallen sind, deutet sich zum Jahreswechsel ein weitaus unerfreulicherer Trend an. Aktuellen Meldungen zufolge planen in 2010 rund 70 Versorgungsunternehmen Preiserhöhungen von bis zu 12 Prozent. Im Dezember und Januar kommen Verbrauchern vielerorts letztmalige Gaspreissenkungen zu Gute. Da die krude Marktlogik aber noch immer der Ölpreisbindung folgt, ist spätestens zum Frühjahr mit flächendeckenden Preisraketen zu rechnen.