Die Warmwasser-Nutzung ist der nachweislich zweitgrößte Energiefresser in deutschen Haushalten und macht rund zwölf Prozent des durchschnittlichen Gesamtverbrauchs aus. Zum Vergleich: Die Beleuchtung verbraucht lediglich ein Prozent des privaten Energieaufkommens – nichtsdesotrotz stehen Energiesparlampen sehr viel mehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses als etwa Wasserspar-Technologien. Um dieser Schieflage entgegenzuwirken, fördert die Europäische Kommission derzeit den nationenübergreifenden Wettbewerb “Energiesparcup”.
EU fördert Energiesparmeisterschaften
Der Energiesparcup ist eine Art europäische Effizienzmeisterschaft, innerhalb derer elf Länder und Regionen gegeneinander antreten. Teilnehmen kann grundsätzlich jeder Haushalt, und zwar noch bis zum Ende des Wettbewerbs am 30. April 2012. Die besten Energie- und Warmwasser-Sparer in Deutschland sowie das letztlich siegreiche Länderteam werden im Rahmen einer großen Siegerehrung in Brüssel mit einer Reihe themenbezogener und attraktiver Preise bedacht. Die Anmeldung erfolgt über das Internetportal www.energiesparcup.de, welches Verbraucher nicht nur zum Wettbewerb motivieren, sondern auch praktische Hilfestellungen zur Senkung des Warmwasserverbrauchs geben möchte. Sechs einfache Tipps bereits hier im Überblick:
1. Duschtechnik: Mit Sparduschköpfen und Durchlaufbegrenzern wird warmes Wasser deutlich effizienter genutzt. Die unkompliziert und von jedem Laien installierbare Technik optimiert den Wasserstrahl ohne Komfortverlust. Bereits bei einer täglichen Duschzeit von nur fünf Minuten können im Jahr etwa 16.500 Liter Wasser und rund 160 Euro an Energiekosten gespart werden.
2. Dichtungen: Tropfende Brauseschläuche und Wasserhähne sowie undichte Spülkästen können im Ernstfall literweise Wasser verschwenden. Schuld sind zumeist poröse oder verkalkte Dichtungen. Günstigen Ersatz gibt es im Baumarkt oder Fachhandel, gegen Verkalkungen hilft oftmals schon der Essigreiniger.
3. Gerätetausch: Bei energie- und wasserfressenden Geräten zahlt sich ein Neukauf zum Teil auch dann aus, wenn veraltete Modelle noch funktionstüchtig sind. Ein unnötig hoher Verbrauch belastet das Portemonnaie auf Dauer höher als die einmalige Anschaffung effizienter Geräte. Vor allem Geschirrspüler und Waschmaschinen sind in den vergangenen Jahren deutlich energiesparender geworden.
4. Effizienzlabel: Auch bei aktuellen Neugeräten können erhebliche Unterschiede im jeweiligen Strom- und Wasserverbrauch auftreten. Verbraucher sollten diesbezüglich stets die hilfegebenden Effizienzlabel im Auge behalten. Für Geschirrspüler und Waschmaschinen gelten seit Ende letzten Jahres neue Label, die die höchste Effizienzklasse mit A+++ ausweisen. Die alten Label mit einem einfachen A dürfen allerdings bis Ende 2011 ebenfalls noch verwendet werden. Für Duschen, WC-Spülsysteme und weitere Sanitäranlagen gibt es seit Kurzem das WELL-Label eines europäischen Herstellerverbandes.
5. Wäsche und Geschirr: Geschirrspüler und Waschmaschinen sollten bei der Nutzung optimal ausgelastet werden, üblicherweise also voll sein. Dank moderner Kaltwaschmittel reichen beim Wäsche Waschen heutzutage zumeist niedrige Temperaturen aus – dies senkt den Stromverbrauch drastisch. Bei größerer Verschmutzung ist längeres Waschen energetisch effizienter als die Wahl höherer Temperaturen. Bei schmutzigem Geschirr lohnt sich vorheriges Einweichen, um anschließend auf die energiesparenden Programme des Geschirrspülers zurückzugreifen.
6. Boiler: Für sämtliche Nutzungsbereiche warmen Wassers reicht eine Maximaltemperatur von 60 Grad vollkommen aus. Wer diese Schwelle an Boiler oder Durchlauferhitzer reguliert, kann äußerst simpel Energie sparen. Bei Durchlauferhitzern lohnt es sich, auf ein elektronisch gesteuertes Gerät zurückgreifen. Diese Modelle erlauben es, die Temperatur des Wassers exakt zu steuern.
Foto © Pixelio, pauline
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