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Archiv der Kategorie ‘Stromanbieter‘

Die Ökostrom-Offensive

Dienstag, den 17. Januar 2012

Ökostrom wird mehr und mehr zum Lieblingskind der deutschen Energieverbraucher. Seit Fukushima und dem Atomausstiegsbeschluss hält der Boom grüner Stromprodukte ungebrochen an – fast monatlich treten neue Anbieter und Tarife auf den Markt und eine stetig wachsende Zahl von Kunden entscheidet sich für einen Wechsel hin zum ökologischen Strombezug. Und endlich scheinen auch die großen Energiekonzerne die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und investieren zunehmend in erneuerbare Energien.

Energiekonzerne forcieren grüne Strategien

Nach Angaben des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) ist der deutsche Strommix im abgelaufenen Jahr deutlich grüner geworden. Der Anteil von Sonne, Wind, Biomasse und Co. an der hiesigen Stromerzeugung hat 2011 sogar die 20-Prozent-Marke geknackt. Dabei boomt Ökostrom gleich in zweierlei Hinsicht: Als immer beliebter werdendes Tarifmodell für Endverbraucher sowie als technologischer Zukunftsmarkt, innerhalb dessen beispielsweise Wind- und Solaranlagen zum internationalen Verkaufsschlager werden. Laut BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann hat die Energiewende allerdings nicht erst im letzten Jahr begonnen. Erneuerbare Stromerzeugung sei ein langfristiger Trend, der im Moment bei 20 Prozent liege und innerhalb des nächsten Jahrzehnts sogar bis zu 50 Prozent erreichen könne.

Diese Entwicklung, von vielen kleineren Stromanbietern längst erkannt und genutzt, fordert nun auch seitens der lange Zeit zögerlichen Energiekonzerne ein Umdenken. Nach eigenen Angaben planen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Großinvestitionen in eine grünere Zukunft. E.ON hatte bereits im vergangenen Dezember ein sieben Milliarden Euro schweres Programm für erneuerbare Energien angekündigt. Der Stromriese will künftig alle 18 Monate einen neuen Windpark anfahren – darunter das Großprojekt “Amrumbank West”, wo in drei Jahren 80 Turbinen Windstrom für 300.000 Haushalte produzieren sollen. Auch RWE hat für die nächsten fünf Jahre ein Investitionsvolumen von fünf Milliarden Euro aufgelegt. Diese sollen vor allem in die Offshore-Windenergie fließen. Konventionelle Kraftwerksprojekte will der Konzern, sofern bereits begonnen, zwar noch zu Ende führen, allerdings vorerst keine neuen Investitionen in diesem Bereich tätigen. EnBW, mehrheitlich in Händen des mittlerweile grün regierten Landes Baden-Württemberg, hatte in letzter Zeit vor allem durch personelle Umbrüche in der Führungsetage Schlagzeiten gemacht. Zudem ließ das Unternehmen verlautbaren, sich in Zukunft stärker auf erneuerbare Energien und flexibel regelbare Gaskraftwerke konzentrieren zu wollen. Ähnliche Töne bei Vattenfall. Auch hier soll grüne Energie, vor allem in Form dezentraler Anlagen für Strom und Fernwärme, gefördert werden. Zwischen 50 und 70 Milliarden Euro will der Konzern nach eigenen Aussagen bis 2050 investieren, um bis zu 90 dieser nachhaltigen Kleinkraftwerke zu errichten.

Foto © Pixelio, Henrik Gerold Vogel

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Kampf den Konzernen

Dienstag, den 20. Dezember 2011

Die Energiewende ist eine Chance. Und zwar nicht nur für Umwelt und Klima, sondern auch für neue Machtverhältnisse auf dem Strommarkt. Die Dominanz der etablierten Kohle- und Atomkonzerne könnte angesichts alternativer Erzeugungs- und Vermarktungsformen zunehmend schwinden, während kleinteilige, dezentral organisierte Anbieter den Ausbau erneuerbarer Energien für sich nutzen. Diesbezüglich hat nun die SPD angekündigt, die Marktmacht der Konzerne künftig auch mit politischen Mitteln brechen zu wollen.

SPD will neue Verhältnisse auf dem Strommarkt

Geht es nach dem Willen der Sozialdemokraten, so soll der Marktanteil der Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall – derzeit noch bei etwa 80 Prozent – innerhalb der nächsten zehn Jahre auf unter 50 Prozent sinken. Gleichzeitig soll die Position der Stadtwerke und kommunalen Versorger, die derzeit über einen rund zehnprozentigen Marktanteil verfügen, deutlich gestärkt werden. Der Weg dahin führt zwangsläufig über den Bereich der Erzeugung. So heißt es im SPD-eigenen Antrag zur Energiewende: “Dabei müssen sich die Stadtwerke weiter entwickeln, sie dürfen nicht mehr alleine nur Stromhändler sein, sondern müssen auch wieder eigenständig Produktionskapazitäten aufbauen.” Und genau das will man künftig gezielt fördern. Beim Bau neuer und hocheffizienter Kraftwerke sollen entsprechende Investitionszuschüsse des Staates nach dem Willen der SPD ausschließlich an mittelständische Erzeugungsunternehmen, Stadtwerke und Genossenschaften vergeben werden. Gleichzeitig ist im Falle eines Wahlsieges 2013 geplant, die bis 2016 laufende Brennelementesteuer zu entfristen und damit zu erhöhen. Die Atomkonzerne, die nach bisheriger Planung bereits mit jährlich rund 1,3 Milliarden Euro zur Kasse gebeten werden, würden dadurch noch stärker belastet.

Im Positionspapier der SPD zur Energiewende finden sich des Weiteren Strategien zur Minderung des Verbrauchs und gleichzeitigen Steigerung der Effizienz. Beispielsweise soll in Zukunft deutlich mehr Geld als die bisherigen 1,5 Milliarden Euro pro Jahr in die Förderung energetischer Sanierungen fließen. Im Strombereich plant die SPD bereits bis zum Jahr 2020 einen mehr als 40-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien. Dieser soll unter anderem durch eine weiterhin dynamische und nicht etwa, wie aktuell von Wirtschaftsminister Rösler gefordert, begrenzte Solarförderung erzielt werden. Auch der Strom für den deutschen Bahnverkehr soll nach sozialdemokratischer Planung künftig rein erneuerbar und damit CO2-frei werden. In Bezug auf den dringend notwendigen Netzausbau prüft die SPD, ob Bahnstrecken und Autobahnen verstärkt für neue Trassen genutzt werden können, um Landschaftseingriffe zu vermeiden.

Foto © Pixelio, her-life.com

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Verbraucherfreundliche Stromrechnung

Dienstag, den 18. Oktober 2011

Infolge einer Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) müssen Strom- und Gasrechnungen künftig deutlich mehr und vor allem verständlichere Informationen enthalten, um letztlich verbraucherfreundlicher zu werden. Höchste Zeit, denn eine Umfrage des Bundes der Energieverbraucher zeigt, dass rund die Hälfte der Stromkunden bei der jährlichen Endabrechnung keinen Durchblick hat.

Stromversorger zu mehr Informationen verpflichtet

352300_R_B_by_Andreas Morlok_pixelio.deDie Novelle des EnWG sieht bereits jetzt ein deutliches Informationsplus für alle Strom- und Gasrechnungen vor. So müssen beispielsweise die Vertragsdauer, die Kündigungsfrist sowie die nächstmögliche Kündigungsmöglichkeit ab sofort auf der Jahresrechnung vermerkt sein. Ab Februar nächsten Jahres folgen weitere Pflichtangaben. Künftig müssen die Stromanbieter grafisch darstellen, inwieweit sich der eigene Verbrauch vom Konsumverhalten anderer Kunden mit vergleichbaren Gegebenheiten unterscheidet. Damit sollte jeder Endverbraucher auf einen Blick erkennen können, wie sparsam bzw. verschwenderisch im eigenen Haushalt mit Energie umgegangen wird. Darüber hinaus muss die jährliche Stromrechnung künftig spätestens sechs Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums zugestellt werden. Die Verbraucher können ab nächstem Jahr außerdem frei wählen, ob sie statt der jährlichen eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung erhalten möchten. Bei intelligenten Stromzählern ist dieser Service kostenfrei. Befindet sich ein herkömmlicher Stromzähler im Haushalt, darf der Versorger allerdings ein zusätzliches Entgelt für Abrechnungen in kürzeren Intervallen erheben.

Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, begrüßt die neue Informationspflicht und denkt noch einen Schritt weiter: “Die neuen Regelungen des EnWG zu Stromrechnungen kommen den Bedürfnissen der Verbraucher entgegen. Die Bundesnetzagentur sollte den Unternehmen genauere Vorgaben für eine bundesweit einheitliche Gestaltung der Rechnungen machen. Zu solchen Vorgaben ist die Netzagentur aufgrund der neuen gesetzlichen Regelung auch durchaus berechtigt.” Laut Umfrage des Verbandes halten 51 Prozent der Stromkunden ihre bisherige Rechnung für schwer verständlich. Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich in Zukunft eine aufgeschlüsselte Detailübersicht sowie einen direkten Überblick zu Gesamtverbrauch und Endpreis auf der ersten Seite. Die Befragung ergab außerdem, dass rund die Hälfte der Verbraucher eine Abrechnung in kürzeren Intervallen als nur einmal pro Jahr für sinnvoll hält.

Foto © Pixelio, Andreas Morlok

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Energieriesen unter Beschuss

Dienstag, den 26. Juli 2011

Das Ansehen der vier großen Energiekonzerne Deutschlands befindet sich im freien Fall. Wie eine aktuelle Studie von StromAuskunft belegt, haben E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall im Zuge des Atomausstiegs mit massiven Vertrauensverlusten innerhalb der Bevölkerung zu kämpfen. Und damit nicht genug. Auch Finanz- und Wirtschaftsexperten beurteilen die Lage der Energieriesen mittlerweile als prekär.

Beispiel: RWE

400869_R_by_Ralf Schmitz_pixelio.deIn der vergangenen Woche hatte die New Yorker Ratingagentur Moody’s – bereits berüchtigt für herzhafte Schlammschlachten mit diversen Euro-Staaten – die Bonität des Energiekonzerns RWE herabgestuft. Als Begründung wurden neben dem beschlossenen Atomausstieg auch die veranschlagte Brennelementesteuer sowie nötige Großinvestitionen aufgrund der Energiewende genannt. In der Summe führe dies zur Minderung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Auch wenn der börsianischen Orakelei solcher Ratingagenturen im Hinblick auf die ohnehin schon pervertierten Finanzmärkte dringend Einhalt geboten werden muss, dürfte die versammelte Buchhaltungsetage von RWE wohl trotzdem wütend Bleistifte kauen.

Dazu gesellte sich ebenfalls in der letzten Woche folgende Nachricht: Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender von RWE, landete in der regelmäßigen Umfrage “Manager nach Noten” einer Wiesbadener Unternehmensberatung auf dem vorletzten Platz. Befragt wurden 1.000 deutsche Führungskräfte zu ihrer Einschätzung gegenüber den 15 bedeutendsten Konzernspitzen im Lande. Da die Mehrheit der Befragten die beschleunigte Energiewende für richtig hält, wurde der unnachgiebige Atomkurs von RWE entsprechend abgestraft. Also, wenn man sogar schon nach dem Prinzip “Manager beurteilen Manager” hinten liegt – dann gut’ Nacht.

Das größte Rätsel bei alledem ist die Frage, warum sich die deutschen Energieriesen offenkundig so wenig um ihr gesellschaftliches Ansehen scheren. Möglicherweise ist es die tiefsitzende Arroganz eines über Jahrzehnte kultivierten Oligopols. Vielleicht ist es aber auch nur der einsetzende Realitätsverlust im Angesicht des wirtschaftlichen Niedergangs. Denn wenn die Konzerne ihren reaktionären Kurs nicht schleunigst korrigieren und endlich anfangen die Energiewende konstruktiv mitzugestalten, werden sie sich bald in einem Land wiederfinden, dessen Bürger nur noch Solardächer und Ökostromanbieter benötigen.

Foto © Pixelio, Ralf Schmitz

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Platzverweis für TelDaFax

Freitag, den 6. Mai 2011

Obwohl der angeschlagene Energieversorger TelDaFax in letzter Zeit zum Teil hoffnungsfrohe Nachrichten von neuen Investoren und einem Eigentümer- und Vorstandswechsel verlauten ließ, scheint das Troisdorfer Unternehmen mehr denn je in argen Nöten zu stecken. Seit Jahresbeginn ist TelDaFax von mehr als 40 Netzbetreibern im wahrsten Sinne des Wortes ausgesperrt worden.

Netzbetreiber sperren TelDaFax

420235_R_by_Torsten Bogdenand_pixelio.deLaut Informationen des Handelsblattes haben im ersten Quartal 2011 zwischen 40 und 60 Netzbetreiber TelDaFax den Zugang zu ihren Netzen verweigert. Grundlage sind Zahlen der Bundesnetzagentur, die besagen, dass die Häufigkeit der verhängten Sperren seit April sogar noch an Dynamik gewonnen habe. Allein in Baden-Württemberg, so berichtete die dortige Verbraucherzentrale dem Handelsblatt, habe ein Drittel der ansässigen Netzbetreiber TelDaFax den Netzzugang aufgekündigt bzw. stehe kurz davor. Zuletzt hatten unter anderem die örtlichen Betreiber in München, Essen, Bielefeld, Osnabrück und Chemnitz angekündigt, die Strom- und Gaslieferungen von TelDaFax künftig zu sperren. Grund sind nach wie vor ausstehende Zahlungen. Als bundesweit aktiver Energieanbieter muss TelDaFax Netznutzungsgebühren für die lokale Durchleitung von Strom und Gas entrichten, denen das Unternehmen in letzter Zeit offensichtlich nicht mehr nachkommen konnte. Die Preispolitik des Troisdorfer Versorgers basierte in der Vergangenheit auf Discounttarifen mit Vorkasse-Prinzip. Zwar wurde dieses Geschäftsmodell mittlerweile überarbeitet, aber das Kind in Form einer akuten finanziellen Schieflage scheint bereits in den Brunnen gefallen zu sein.

Besonders prekär wirken sich die zunehmenden Netzsperren natürlich für viele betroffene TelDaFax-Kunden aus. Unter diesen haben nicht wenige ihre Strom- und Gasbezüge bereits per Vorkasse bezahlt, fallen aber nun zwangsweise in die lokale Grundversorgung und werden damit ein zweites Mal zur Kasse gebeten. Ob diese Verbraucher ihr Geld jemals wiedersehen – dahinter steht zumindest ein großes Fragezeichen. Schließlich muss TelDaFax, sobald liquide, noch einige Säumigkeiten bei Netzbetreibern begleichen.

Eine etwas kuriose Meldung noch zum Schluss: Bekanntermaßen ist TelDaFax Sponsor des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Laut eines Berichtes von Spiegel TV ist die Vereinsführung ob der jüngsten Negativschlagzeilen offenbar leicht nervös geworden und hat die noch ausstehenden Sponsorengelder für die laufende Saison, immerhin in Millionenhöhe, prompt eingefordert – und erhalten. Es gibt viele Stromkunden, aber eben nur einen Rudi Völler.

Foto © Pixelio, Torsten Bogdenand

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Ökostrom-Label mit grüner Garantie

Dienstag, den 26. April 2011

Im Zuge der aktuellen Atomdiskussion verzeichnen viele Energieversorger eine drastisch erhöhte Nachfrage nach Ökostromtarifen. Mehr und mehr Verbraucher stellen bewusst den Umweltgedanken über einen möglichst günstigen Strompreis. Aber: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Wer in Sachen Nachhaltigkeit sicher gehen will, sollte in jedem Fall auf entsprechende Zertifikate achten.

Auf die Verpackung kommt es an

Robert MelzerGrundsätzlich müssen Verbraucher für den Bezug von Ökostrom noch immer tiefer in die Tasche greifen als bei günstigen Tarifen auf Basis konventioneller Erzeugung. Allerdings schrumpfen die Preisunterschiede zusehends, so dass Ökostrom oftmals schon heute günstiger zu beziehen ist als zum Beipiel die generell teuren Tarife der Grundversorgung. Wer aus ebendieser zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt, kann durchaus spürbar sparen. Für viele Verbraucher ist diese Diskussion allerdings längst nicht mehr entscheidend – sie sind bereit, einen höheren Preis für sauber erzeugten Strom zu zahlen. Wie sauber ist aber ein bestimmter Ökostromtarif? An dieser Stelle gehen die Definitionen nämlich aufgrund mangelnder gesetzlicher Vorgaben deutlich auseinander. Manche Versorger deklarieren auschließlich die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen als Ökostrom, andere fassen darunter beispielsweise auch Energieprodukte aus Kraft-Wärme-Kopplung, die zwar ressourcenschonend aber eben nicht rein regenerativ angelegt ist. Und für den harten Kern ist Ökostrom nur dann wirklich öko, wenn die erzielten Gewinne auch in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden. Auf dieses Kriterium sollten Verbraucher stets achten, sofern sie mit ihrem grün gemeinten Strompreis nicht letztenendes den Bau neuer Kohlekraftwerke finanzieren möchten.

Ökostrom-Label, die strenge Richtlinien nicht nur bei der Erzeugung, sondern auch im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften der Energieversorger ansetzen, sind das ok-power-Label, das Grüner Strom Label sowie TÜV-Zertifikate. Diese drei Gütesiegel garantieren eine ausschließlich regenerative Stromerzeugung sowie die Reinvestition der Gewinne in erneuerbare Energien. Eine explizite Warnung sprechen Verbraucherschützer und Energieexperten in Bezug auf RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) aus. Diese ermöglichen es Versorgern, konventionelle Stromprodukte durch den Kauf von Zertifikaten in Ökostrom umzudeklarieren. Verbraucher, die den Gütesiegel-Dschungel umgehen und in jedem Fall auf Nummer sicher gehen wollen, sollten auf einen Anbieter zurückgreifen, der ausschließlich Ökostrom vertreibt. Hier ist nachhaltiges Wirtschaften schon im Ansatz garantiert.

Foto © Pixelio, Robert Melzer

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Billigstrom statt Ökostrom

Freitag, den 25. März 2011

Eine von Yahoo! Deutschland veröffentlichte Energiemarkt-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die große Mehrheit der Bundesbürger beim Thema Stromanbieterwechsel finanzielle Aspekte deutlich über den Umweltgedanken stellt. Allerdings: Die Befragung erfolgte wenige Tage vor der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima. Seither berichten zahlreiche Versorger von einem regelrechten Run auf Ökostrom.

Geld oder Gewissen

Klaus-Uwe GerhardtZwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen oftmals ganze Welten. Und genau dies gilt auch laut der vorliegenden Studie beim Wechselverhalten deutscher Stromkunden. Zwar befinden mehr als drei Viertel der Befragten die Themen Umweltschutz und Energiesparen grundsätzlich für wichtig – der konkrete Stromtarif wird allerdings nach anderen Maßstäben ausgewählt. Mit einer Quote von über 90 Prozent steht das Kriterium “günstiger Preis” an erster Stelle der Motive für einen Anbieterwechsel. Weiterhin legen 90 Prozent der Befragten Wert auf eine “lange Preisgarantie” und 80 Prozent überzeugt das Argument “guter Service”. Und die Umwelt? Abgeschlagen. Das Kriterium Ökostrom rangiert laut Studie weit hinter den genannten finanziellen Aspekten – 50 Prozent der Befragten stufen klimaschonende Tarife als wichtig ein.

Dass sich die Welt seit Fukushima anders dreht, spüren wir jeden Tag. Und neben der neu eröffneten Atomdiskussion auf politischer Ebene sind auch die Verbraucher beim Thema Stromquellen innerhalb kürzester Zeit neu sensibilisiert worden. Viele Versorger verzeichnen deutlich gestiegene Absätze bei ihren Ökostrom-Angeboten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend auch anhält, wenn die rauchenden Reaktoren auf der anderen Seite des Globus längst einbetoniert sind. Mal abgesehen davon: Billigstrom oder Ökostrom, Geld oder Gewissen – das muss sich nicht zwangsläufig ausschließen. Viele Verbraucher setzen Klimaschutz fälschlicherweise mit hohen Strompreisen gleich. Und das, obwohl die meisten noch immer in der teuersten Tarifart überhaupt stecken: der Grundversorgung. Ökostrom ist schon heute günstiger zu bekommen – rechnen Sie selbst.

Foto © Pixelio, Klaus-Uwe Gerhardt

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Tchibo-Gas im Test

Donnerstag, den 17. Februar 2011

Die Kaffeeröster-Kette Tchibo ist bereits seit letztem Jahr als bundesweiter Stromanbieter aktiv. Und genau wie beim hauseigenen Ökostrom-Produkt soll es seit Ende Januar auch in Sachen Erdgas grün und günstig sein. Tchibo bietet Verbrauchern einen klimaschonenden Gastarif an, der stets günstiger als die lokale Grundversorgung sein soll. Ob das Angebot auch wirklich hält, was es verspricht, hat sich Stiftung Warentest mal genauer angesehen.

Kundenfreundlich aber teuer

Ernst RoseGleich zu Beginn das Entscheidende: der Preis. Tchibo wirbt mit explizit günstigen Gaskosten, die laut Stiftung Warentest einem umfassenden Tarifvergleich aber kaum standhalten. Der Gaspreis von Tchibo liege in den meisten Fällen zwar tatsächlich unter dem Niveau der Grundversorgungstarife, allerdings nur um wenige Euro. Verbraucher, die entweder in die Sondertarife der Grundversorger oder, noch besser, gleich zu einem wirklich günstigen Anbieter wechseln, kommen nach Auswertung von Stiftung Warentest deutlich kostensparender davon. Hier liege die Differenz zu Tchibo mitunter bei mehreren hundert Euro im Jahr.

Beim Thema grüner Gasverbrauch scheiden sich die Geister. Tchibo hat sich für ein klimaneutrales Modell entschieden, bei dem das freigesetzte CO2 durch die Unterstützung internationaler Klimaschutzprojekte kompensiert wird. Dies hat man sich durch das Gütesiegel des TÜV Nord sowie den WWF-Goldstandard gleich doppelt zertifizieren lassen. Ein noch direkterer Effekt würde durch das Angebot von rein regenerativ erzeugtem Biogas erzielt. Allerdings enthalten die Tarife von Anbietern, die sich für diesen Weg entschieden haben, zumeist nur einen Biogas-Anteil von fünf bis zehn Prozent. Darüber hinaus kann es schnell teuer werden, denn in Deutschland existieren bisher schlichtweg zu wenige Biogasanlagen.

Als klares Plus bewertet Stiftung Warentest die Vertragsbedingungen von Tchibo. Mit einem monatlichen Kündigungsrecht trotz zwölfmonatiger Preisgarantie seien diese mehr als fair. Zudem lauern keinerlei versteckte Vorkasse- oder Sondermodalitäten und Neukunden erhalten bei Vertragsabschluss immerhin einen Einkaufsgutschein über 50 Euro. Ist doch was.

Weitere Informationen zum Gasangebot von Tchibo sowie zu weiteren Gasanbietern und Gastarifen inklusive kostenlosem Preisvergleich erhalten Sie bei GasAuskunft.

Foto © Pixelio, Ernst Rose

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ZDF Wiso rät zum Wechsel

Dienstag, den 15. Februar 2011

Gestern hatte Wiso mal wieder die Stromerzeuger im Visier. Zusammenfassend kann festgestellt werden, ohne Wechsler gibt es keine Bewegung im Strommarkt.

Stress mit Teldafax

491714_R_K_by_Thorben-Wengert_pixelio_Strompreis_1000x667Auch Rudi Völler kann daran nichts ändern. Die Sportikone macht Werbung für Teldafax, aber die Hotline bleibt – wohl ein bekanntes Problem bei Teldafax – unerreichbar.

Zum Schluss gab es einen guten Rat für den Pressesprecher von Teldafax. Er sollte auch Wechseln und zwar den Job. Teldafax scheint wohl wirklich nicht der Hit zu sein. Vor dem Wechsel lohnt es sich auf jeden Fall mal das Forum zu befragen, ob Stromauskunft-Kunden gute oder schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Foto © Pixelio | Thorben Wengert

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Vorkasse-Stromanbieter in der Kritik

Dienstag, den 16. November 2010

Strom- und Gastarife mit den Prinzipien Vorauszahlung oder Kaution sind seit Jahren auf den freien Energiemärkten etabliert. Gerade für Verbraucher, die die absolut günstigsten Angebote suchen, gibt es oftmals kein Vorbeikommen an einem Vorkasse-Anbieter. Der kürzliche Wirbel um die angeblich instabile Lage des Energieversorgers TelDaFax wirft nun lange Schatten auf das Geschäftsmodell der Vorauszahlung.

Fall TelDaFax erzeugt Grundsatzdiskussion um Abrechnungsmodelle

Marko GreitschusVor wenigen Wochen berichtete das Handelsblatt über eine angebliche Verschuldung und möglicherweise sogar drohende Insolvenz von TelDaFax und stellte in diesem Zuge auch das Vorkasse-Prinzip des Strom- und Gasanbieters in Frage. TelDaFax selbst dementierte jegliche Gerüchte um eine finanzielle Schieflage oder löchrige Geschäftspolitik als vorsätzliche Medienhetze. Mittlerweise sickerte durch, dass TelDaFax eine erhebliche Finanzspritze seitens eines russischen Investors erhält, womit zumindest die Insolvenz-Gerüchte schnell verstummen dürften. Nichtsdestotrotz bleibt ein schaler Beigeschmack und vor allem die Frage, wie sicher Tarifangebote mit Vorkasse-Prinzip sind. Die Verbraucherzentralen warnen zumindest aktuell vor solchen Abrechnungsmodellen, da das vorausbezahlte Geld im Falle einer Insolvenz des Anbieters höchstwahrscheinlich verloren wäre. Und bei Zahlungen über Zeiträume von einem oder gar zwei Jahren könnten im Ernstfall ärgerlich hohe Summen verschwinden.

Trotzdem wäre es wohl ein Fehler, in Panik zu verfallen und das Prinzip Vorkasse grundsätzlich zu verteufeln. Immerhin bieten die entsprechenden Tarife in der Regel die größten Einsparpotenziale für Verbraucher. Laut Zahlen von Verivox führen derzeit 76 Stromanbieter Tarifmodelle mit jährlicher Vorauszahlung im Programm. Das Erstaunliche: Bei mehr als der Hälfte dieser Anbieter handelt es sich um lokale Grundversorger bzw. deren Vertriebstöchter, also um Unternehmen, die man gemeinhin eigentlich als ausgesprochen solide einstufen würde. Im Übrigen datiert die letzte Pleite eines Stromversorgers auf das Jahr 2002 – Insolvenzen auf dem Energiemarkt sind also bei Weitem kein Alltagsphänomen.

Foto © Pixelio, Marko Greitschus

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