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Archiv der Kategorie ‘Klimaschutz‘

Kein Geld für die Energiewende?

Donnerstag, den 19. Januar 2012

Wir Klimaschützer haben es nicht leicht. Klar ist: Die Energiewende kostet Geld. Mit Sicherheit werden die Verbraucher zu Kasse gebeten und vermutlich wird auch der Steuerzahler zuschießen müssen – also wieder wir. Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma?

Energie- und Klimafonds halbiert

Wie aus Regierungskreisen heute bekannt wurde, wird der Energie- und Klimafonds halbiert.

Deutschland ist schön: Hier Harburg in Bayer / Schwaben

Dazu erklären Bettina Herlitzius (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen), Sprecherin für Stadtentwicklung, und Daniela Wagner, Sprecherin für Bau- und Wohnungspolitik:

“Gegen die Bedenken der Opposition wurden im vergangenen Jahr die Mittel für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Städten und Gemeinden komplett aus dem Haushalt gestrichen. Programme wie CO2-Gebäudesanierung und energetische Stadtsanierung werden jetzt über den Energie- und Klimafonds finanziert. Das geschieht außerhalb des regulären Haushalts und somit damit intransparent und abhängig von der konjunkturellen Lage. Gespeist wird der Fonds über den Verkauf von CO2-Zertifikaten. Die Bundesregierung ging in ihren Berechnungen für den Fonds von einem Preis von 17 Euro pro Zertifikat aus. Der Preis ist allerdings 2011 auf sieben Euro gefallen und liegt jetzt bei weniger als der Hälfte. 2012 wird der Fonds nur knapp die Hälfte der eingeplanten Mittel über die CO2-Zertifikate einnehmen. Es ist offensichtlich, dass der als Füllhorn gedachte Fonds austrocknet. Das Auf und Ab der Finanzierung der CO2-Gebäudesanierungsprogramme ist seit 2009 noch nicht behoben, die Verunsicherung der Marktteilnehmer bleibt weiterhin bestehen. Das ist Gift für die Energiewende im Gebäudebereich und Städtebau.

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordern:

Die Energiewende ist eine zentrale Herausforderung für unsere Zukunft. Maßnahmen der Energieeffizienz und energetischen Sanierung dürfen nicht länger von Schattenhaushalten mit wackeliger Finanzierungsgrundlage abhängig sein. Die Finanzierung muss langfristig und verlässlich über den Bundeshaushalt gesichert werden.

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Foto © 2011 Redaktionsbüro Kebschull

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Klimaschutz-Index: Spitzenreiter und Sünder

Dienstag, den 13. Dezember 2011

Vor wenigen Tagen ist die 17. UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban zu Ende gegangen. Fazit: Hoffnung ja, Verbindlichkeiten nein. Es scheint, als wäre verordneter Klimaschutz in der internationalen Staatengemeinschaft derzeit nur auf äußerst rudimentärem Niveau machbar. Die Verantwortung zum Handeln liegt demnach auch weiterhin bei den einzelnen Ländern. Passend dazu hat sich die Organisation Germanwatch aktuell in der Welt umgesehen und ein Ranking der tüchtigsten Klimaschützer erstellt.

Germanwatch stuft Staaten ein

Im Klimaschutz-Index 2012, der von Germanwatch Anfang der letzten Woche in Durban veröffentlicht wurde, belegen aktuell die Länder Schweden, Großbritannien und Deutschland die Spitzenplätze. Die Organisation machte jedoch gleichzeitig klar, dass es wirkliche Vorbilder in Sachen Klimaschutz derzeit nicht gebe. Schweden habe zwar relativ niedrige Emissionen und gute Trends im Gebäudebereich, allerdings seien dort in den vergangenen Jahren keine neuen Klimaschutzgesetze auf den Weg gebracht worden. Großbritannien hingegen habe zwar ein ambitioniertes Gesetz zum Klimaschutz vorgelegt, so Vertreter von Germanwatch, dieses jedoch noch nicht ausreichend in die Praxis umgesetzt. Für Deutschland spreche derzeit vor allem der Trend zu immer weniger Treibhausgasen. Den beschlossenen Atomausstieg und das gleichzeitige Festhalten an hochgesteckten Klimazielen bewertet Germanwatch besonders positiv. Allerdings seien die geplanten Emissionsminderungen nicht zu erreichen, solange der wichtige Bereich der Energieeffizienz weiterhin vernachlässigt werde. Die Tatsache, dass Deutschland noch immer einen vergleichsweise hohen Ausstoß an Treibhausgasen aufweist, verhindert aktuell einen absoluten Spitzenplatz im Klimaschutz-Index. Generell, so Germanwatch, unternehme kein Land genug, um dem Klimawandel adäquat zu begegnen. Daher ließ die Organsiation die ersten drei Plätze des Rankings symbolisch leer.

Die USA kletterten im Klimaschutz-Index leicht, da die dortige Wirtschaftskrise zu verminderten Treibhausgas-Emissionen führte. Indien fiel aufgrund gestiegener Emissionen und einer unzureichenden Klimapolitik deutlich zurück. China ist zwar nach wie vor der weltweit größte CO2-Emittent, fällt im Gegenzug allerdings positiv durch einen Boom alternativer Energieerzeugung auf. Die letzten Plätze des Klima-Rankings belegen Kasachstan, der Iran und zum wiederholten Male das Schlusslicht Saudi-Arabien.

Foto © Pixelio, Gerd Altmann

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Klimarat IPCC – Klimawandel ja oder nein?

Samstag, den 19. November 2011

Die einen sagen: Früher wurde viel mehr Dreck in die Luft gepustet (z.B. Ruhrgebiet zur Zeit der Hochkonjunktur 1970), die anderen sagen, wir sorgen schon mit Euro 5, 6 für die Autos und diversen Filtersystemen im Bereich der Stromversorgung für besseres Klima. Aber machen wir uns es da nicht zu einfach? Ist der Klimawandel nicht ein weltweites – also ein globales Problem?

Der Klimarat IPCC macht auf Extremereignisse aufmerksam.

  • Klimawandel und Extremereignisse Weltklimarat IPCC zeigt zukünftige Risiken auf
  • Röttgen und Schavan: Klimaschutz stärken und Wissensbasis verbessern

Extremereignisse wie lang andauernde Hitzeperioden oder Starkniederschläge werden in einigen Regionen der Welt wahrscheinlich zunehmen.

Herbts

Bei uns ist die Welt noch in Ornung - oder?

Maßnahmen zu Klimaanpassung und Risikomanagement sind weltweit bislang unzureichend und auf die künftigen Extremereignisse und ihre Folgen nur unzureichend vorbereitet. Das ist das Fazit des Weltklimarats IPCC in seinem aktuellen Sonderbericht “Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel”.

Der Sonderbericht zeigt nachdrücklich, dass Maßnahmen zur Klimaanpassung und Risikomanagement gestärkt und besser miteinander verbunden sein müssen.

“Der fortschreitende Klimawandel wird voraussichtlich zu deutlich mehr Extremwetterereignissen überall auf der Welt führen. Wir können nicht endlos emittieren, weil sonst die Natur zurückschlägt. Die Folge unkontrollierter Erderwärmung sind Überflutungen, Dürren, Hitzewellen und die daraus entstehenden Konflikte um Wasser und Weideland”, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

“Der Sonderbericht macht deutlich, dass die künftigen Risiken durch Extremereignisse auch davon abhängen, wie verwundbar Gesellschaften und Ökosysteme sind”, fasst Bundesforschungsministerin Annette Schavan zusammen.

Linktipps:

Foto © 2011 Redaktionsbüro Kebschull

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Klimaschutz-Ausstellung und Energiesparberatung

Dienstag, den 11. Oktober 2011

Vom Mitte Oktober bis Mitte Dezember wird in den Rathäusern von neun schwäbischen Voralbgemeinden bei Göppingen die Ausstellung „Klimaschutz aktuell“ der Landesenergieagentur KEA gezeigt. Eine Aktion, mit Vorbild-Charakter. Eine gute Idee, die Schule machen sollte.

Neun Voralbgemeinden informieren Mitarbeiter und Bürger

  • Aktivitäten sind Teil des kommunalen Energiemanagements. Landesenergieagentur KEA begleitet Verbund-Projekt.

Die Ausstellung ist Teil des gemeinsamen kommunalen Energiemanagements. Ziel ist eine Senkung des Energieverbrauchs der kommunalen Liegenschaften um zehn Prozent – ohne Investitionen in die Technik vorzunehmen. Die öffentliche Ausstellung richtet sich vor allem an die Mitarbeiter der Verwaltung.

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In jeder Gemeinde ist die Ausstellung eine Woche lang zu sehen. Jeweils am Dienstagvormittag von 10 bis 12 Uhr ist auch eine persönliche Beratung durch einen Energieexperten möglich. Zu den neun Voralbgemeinden gehören Aichelberg, Bad Boll, Dürnau, Eschenbach, Gammelshausen, Hattenhofen, Heiningen, Schlierbach und Zell unter Aichelberg.

signet_klima_200x200Bereits im Februar dieses Jahres haben die Verwaltungsmitarbeiter und Hausmeister in einem Energiesparseminar Verhaltenstipps gelernt, die die Energiekosten mindern und trotzdem nicht zu Komforteinbußen führen. Dazu gehören beispielsweise

  • richtiges Lüften,
  • die Handhabung der Thermostatventile,
  • die Regulierung der Raumtemperatur,
  • die Minderung der Standby-Verluste und die Senkung des Wasserverbrauchs.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert. Nach Projektende soll das Energiemanagement durch die Gemeinden eigenständig weitergeführt werden.

Über die KEA

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrheitsgesellschafter ist das Land Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA ist in Karlsruhe.

Foto © Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

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Jugendumweltgipfel in Hamburg

Samstag, den 10. September 2011

Wir Klimaschützer begrüßen jede Aktivität, die der Umwelt zu Gute kommt. Daher freuen wir uns über den Jugendumweltgipfel, der vom 9. bis 11. September in Hamburg statt findet. Wer Zeit hat, sollte sich dieses Event nicht entgehen lassen.

Dieses Wochenende gehört die Stadt den Jugendlichen!

  • EU-Umweltdirektor, Umweltsenatorin und NAJU eröffneten heute im Rahmen der Umwelthauptstadt den Jugendumweltgipfel im Hamburger Stadtparkbad

„Jugendliche haben den Anspruch, ihre Zukunft zu gestalten. Deshalb fragen wir: Wie sieht die Stadt aus, in der du leben willst?“, das ist die Botschaft von NAJU-Landesjugendsprecher Manuel Tacke, der heute gemeinsam mit Karl Falkenberg, Generaldirektor Umwelt der EU-Kommission, und Jutta Blankau, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, den Jugendumweltgipfel der Umwelthauptstadt (JUG) eröffnet hat.

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Der Gipfel findet an diesem Wochenende (9. bis 11. September) auf dem Gelände des Hamburger Stadtparkbads statt. Bei einem Rundgang über den „Markt der Möglichkeiten“ und die „grüne Jobmesse“, wo sich über 40 Projekte, Initiativen und Unternehmen vorstellen, haben sich der EU-Umweltdirektor und die Senatorin vom vielfältigen Engagement der Jugendlichen überzeugt.

Drei Tage lang werden etwa 400 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren Umweltfragen diskutieren. In so genannten Speedvorträgen, mit Planspielen und auf Exkursionen formulieren die Teilnehmer Visionen und Wünsche, wie ihre Stadt der Zukunft aussehen soll. Dazu gibt es ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Improvisationstheater, Kurzfilmen, Sportangeboten und einer Party.

Karl Falkenberg: „Mit dem Titel ‚European Green Capital‘ wollen wir vor allem den Dialog und den Wettbewerb um die besten Ideen für umweltgerechte, zukunftsorientierte Städte in Europa fördern. Es freut mich, dass in Hamburg mit dem Jugendumweltgipfel die Chance genutzt wird, die Jugendlichen an dieser Diskussion zu beteiligen. Ich wünsche den Veranstaltern und den Teilnehmern viel Erfolg.“

Ihre Ergebnisse und Wünsche diskutieren die Jugendlichen am Sonntag, 11. September, von 10:30 bis 12:00 Uhr  mit Senatorin Jutta Blankau, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Dr. Kirsten Brodde, Autorin und freie Journalistin und Autorin von „Saubere Sachen“, Frank Böttcher, Institut für Klima- und Wetterkommunikation und Kristina Wahl, B.A.U.M. e.V..

Mehr dazu im Internet:

Screenshot © jug2011.de | Jugenumweltgipfel 2011

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Umweltschutz und Nachhaltigkeit – Gemeinsam und aktiv!

Dienstag, den 30. August 2011

Vermehrt verbreitet sich der Gedanke, dass zum Schutz des Klimas jeder Einzelne aktiv beitragen kann. Neben diversen individuellen Projekten, die sich mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit auseinandersetzen, gibt es inzwischen auch vermehrt Organisationen, die sich mit dem Thema beschäftigen und sich zum Ziel gesetzt haben, Menschen dazu anzuregen nachhaltig zu leben, zu konsumieren und zu handeln. Dabei wird besonders der Multimediabereich verstärkt genutzt.

Multimedial das Klima schützen

save our nature

Die Vorteile der Nutzung des Multimediabereichs macht sich auch die
save our nature foundation, die erste Umwelt-Medien-Stiftung weltweit, zu
Nutzen und initiiert verschiedene Projekte in diesem Bereich, um so ein
Bewusstsein für die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit
natürlichen Ressourcen unserer Erde zu schaffen, eine breite
Öffentlichkeit zu erreichen und zum Handeln anzuregen.

Dabei handelt es sich um Filme und Internetprojekte, die Umweltschutz,
Nachhaltigkeit und ethischen Konsum thematisch aufgreifen und durch
die Vermittlung von Wissen für diese Themen sensibilisieren. Im
Speziellen wird etwa die Produktion von Dokumentationen, wie z.B. zum
Thema Fairtrade und nachhaltigem Konsum in Afrika, iniitiert. Um
möglichst früh ein Umweltbewusstsein auch bei Kindern zu wecken,
werden einige Filmprojekte speziell auf Schulen und andere interessierte
Bildungseinrichtungen zugeschnitten. Die Stiftung save our nature ist
unter anderem auch Initiator der Umwelt Community savemynature.com,
die Wissen über Umweltthemen verbreiten und zum aktiven Austausch,
zur Diskussion und zum Handeln anregen soll.

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Energiewende auf Kosten der Armen?

Dienstag, den 5. Juli 2011

Der endgültige Beschluss zum Atomausstieg und damit zur breit angelegten Energiewende trifft bei der überwältigenden Mehrheit der Bundesbürger auf große Zustimmung. Wenn man sich auch nicht gleich “blühende Landschaften” ausmalt, dann doch zumindest eine nachhaltige, klima- und ressourcenschonende Zukunft. Aber ist die dann auch sozial gerecht? Die Hilfsorganisation “Brot für die Welt” mahnt diesbezüglich an, dass die nationale Energiewende durchaus Tendenzen beinhaltet, die die internationale Armut befördern.

“Brot für die Welt” kritisiert Kürzungen beim internationalen Klimaschutz

517018_R_B_by_Gerd Altmann_Shapes_dezignus.com_pixelio.deGrundsätzlich begrüßt das evangelische Hilfswerk den Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg. Immerhin sei die Verwirklichung der Energiewende auch auf das Engagement der Zivilgesellschaft und der Kirchen zurückzuführen. Deren Ruf nach Zukunftsverantwortung habe den politischen Entscheidungsprozess positiv beeinflusst. Nun aber appelliert “Brot für die Welt” an die Regierungskoalition, ihre klimapolitische Verantwortung auch international wahrzunehmen. Auf einer Bilanzpressekonferenz in Berlin gab die Direktorin, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, zu bedenken, dass die deutsche Energiewende auf Kosten armer Länder zu gehen drohe. Hintergrund ist ein Gesetzentwurf der Regierung, demzufolge die ursprünglich für den weltweiten Klimaschutz vorgesehenen Mittel gekürzt werden sollen, um die nationale Energiewende zu finanzieren. Diese Gelder sollen künftig beispielsweise in den Ausbau der Elektromobilität oder auch in die Kompensation energieintensiver Wirtschaftszweige fließen. Füllkrug-Weitzel übt daran deutliche Kritik: “Damit würden wir nicht nur die Armen weiter in eine fatale Richtung treiben, sondern auch unsere Glaubwürdigkeit verlieren.”

Nicht nur Kürzungen beim internationalen Klimaschutz könnten sich dabei als fatal für die Entwicklung ärmerer Länder erweisen, sondern auch der zunehmende Run auf Agrarflächen, die zum Anbau von Biotreibstoffen genutzt werden. Während selbst in Deutschland diesbezüglich immer wieder Diskussionen geführt werden, stellt die Vedrängung des Nahrungsmittelanbaus durch Bioenergien gerade in agrarwirtschaftlich orientierten Ländern und Regionen eine massive Belastung dar. Benachteiligt werden in erster Linie ärmere Bevölkerungsteile, weil Ackerflächen knapp und Nahrungsmittel teurer werden. Als Beispiel nennt “Brot für die Welt” den Fall Sierra Leone, wo ausländische Firmen Ackerland für den Anbau von Zuckerrohr als Biotreibstoff vereinnahmen, während die heimischen Kleinbauern gleichzeitig verarmen.

Foto © Pixelio, Gerd Altmann

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Förderprogramm: Energetische Gebäudesanierung

Donnerstag, den 30. Juni 2011

Wie der Bundestag berichtet, können Gebäude, die vor 1995 errichtet wurden energetisch saniert werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Mietwohnungen oder um selbst genutztes Wohneigentum handelt. Gut für den Klimaschutz.

Koalition setzt energetische Gebäudesanierung mit Änderungen durch

Emden, das Otto Huus

Emden, das Otto Huus

Der Finanzausschuss hat am Mittwoch dem von der Koalition eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden (17/6074) zugestimmt. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP votierten für den Gesetzentwurf, nachdem sie zuvor eine Reihe von Änderungen eingefügt hatten. Die Fraktionen von SPD und Die Linke votierten gegen den Gesetzentwurf. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen enthielt sich.

Mit dem Gesetz sollen energetische Maßnahmen an Gebäuden, die vor 1995 errichtet wurden, gefördert werden. Dabei gibt es zwei Wege:

  • Bei vermieteten Gebäuden sollen Abschreibungen möglich werden, bei Maßnahmen an selbstgenutzten Gebäuden sollen die Aufwendungen wie steuerliche Sonderausgaben geltend gemacht werden.
  • Bei vermieteten Wohngebäuden sollen Maßnahmen gefördert werden, ”mit denen insbesondere erreicht wird, dass das Gebäude einen Primärenergiebedarf von 85 Prozent eines zum Zeitpunkt des Beginns der Maßnahme vergleichbaren Neubaus nicht überschreitet“, heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfs. Steuerpflichtige können über einen Zeitraum von 10 Jahren diese nachträglichen Herstellungskosten in Höhe von jeweils 10 Prozent steuermindernd geltend machen.

Bei energetischen Sanierungsmaßnahmen an selbst genutzten Wohngebäuden können die entsprechenden Aufwendungen über einen Zeitraum von 10 Jahren gleichmäßig verteilt wie Sonderausgaben abgezogen werden.

Mit den von der Koalition beschlossenen Änderungen soll das Gesetz nun nicht mehr zum 1. Januar 2012, sondern bereits im laufenden Jahr in Kraft treten. Als Datum eingefügt wurde der Tag nach der Verkündung des Gesetzes. Die erhöhten Absetzungen bei vermieteten Gebäuden oder der Abzug wie Sonderausgaben bei selbst genutztem Wohneigentum werden nach dem Änderungsbeschluss für Maßnahmen gewährt, die ab dem 6. Juni (Tag des Kabinettsbeschlusses) begonnen und vor dem 1. Januar 2022 abgeschlossen werden. Mehrere Änderungswünsche der Opposition wurden von der Koalitionsmehrheit abgelehnt.

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Foto © Redaktionsbüro Kebschull

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Klimaschutz: Offshore-Wind in Deutschland

Donnerstag, den 26. Mai 2011

Mit Wind ist gut Geld zu verdienen. Denn sonst würde E.ON nicht so viele Euros in diese Projekt stecken. Wir Klimaschützer begrüßen das natürlich!

Projekt Hochsee-Windpark

  • 40-köpfiges Projektteam im Hamburg
  • Weitere 1.100 Megawatt für Deutschland in Planung

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40 Windkraft-Experten hat die Düsseldorfer E.ON AG in ihrem Hamburger Projektbüro zusammengezogen, um die letzten Planungsarbeiten für den nächsten großen Hochsee-Windpark des Unternehmens zu stemmen. Der Offshore-Windpark Amrumbank West soll rund 35 km nördlich von Helgoland und rund 37 km westlich der nordfriesischen Insel Amrum entstehen. Die Windturbinen sollen in einer Wassertiefe von rund 25 m errichtet werden. Geplant sind 80 Windturbinen der neuesten Generation mit einer Gesamtleistung von rund 300 Megawatt (MW). Damit könnten etwa 300.000 Haushalte mit Energie versorgt werden.

Das Hamburger Projektteam bringt das Projekt im Rahmen des sogenannten „Detailed Engineering“ derzeit zur Baureife. Dies beinhaltet die detaillierte Bauplanung, Vertragsverhandlungen mit den Lieferanten von Komponenten und Logistik sowie den Netzanschluss. Im Sommer kann dann die endgültige Investitionsentscheidung erfolgen, Baubeginn ist für 2013 geplant. Wichtige Erfahrungen haben die Spezialisten mit der Realisierung des ersten weltweiten Hochsee-Windparks alpha ventus sowie in vier weiteren europäischen Offshore Projekten gesammelt.

Darüber hinaus arbeitet E.ON an drei weiteren deutschen Offshore-Projekten in Nord- und Ostsee mit einem Gesamtumfang von bis zu 1.100 MW (darunter Delta Nordsee mit max. 480 MW, Arkonabecken Südost mit max. 480 MW). E.ON hat 2010 mehr als eine Milliarde in Erneuerbare Energien investiert und dabei die Kapazität bei Windkraft und Solarenergie um 600 Megawatt auf aktuell gut 3.600 Megawatt ausgebaut. Für den Zeitraum von 2011 bis 2013 sind weitere 2,6 Milliarden Euro vorgesehen.

Foto (c) Alpha Ventus

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Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Jedes Unternehmen in Deutschland benötigt Energie. Strom für Anlagen in der Produktion, Wärme für Gebäude. Größere, produzierende Mittelständler benötigen dabei häufig soviel Strom und Wärme, die jeweils dem Verbrauch einer Kleinstadt entsprechen können. Klimaschützer sprach mit Prof. Dr. Andreas Schulte, Leiter des Wald-Zentrums der Universität Münster, über die Möglichkeiten von Unternehmen, Energie zu sparen und damit nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern auch im Sinne der Wirtschaftlichkeit zu handeln.

Klimaschützer:
Prof. Schulte, vorab die wichtigste Frage: Kann Klimaschutz für ein Unternehmen überhaupt wirtschaftlich sein?

Prof. Schulte:portrait-andreas-schulte
„Ich behaupte sogar: Umwelt- und Klimaschutz sind heute Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg! Aber fangen wir von vorne an. Unternehmen, die sich für erneuerbare Energien interessieren, haben natürlich die enorm gestiegenen Energiepreise im Blick – oder besser im Nacken. Durch Optimierungen im Produktionsprozess können der Energieverbrauch und damit die Kosten gesenkt werden, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit volatilen, stark steigenden Preisen bleibt jedoch bestehen. Natürlich ist ein Umstieg auf erneuerbare Energien mit einer Investition verbunden. Neue Anlagen müssen angeschafft und installiert, ggf. Personal angelernt und neue Zulieferer gefunden werden. Das Beispiel einer von uns durchgeführten Studie für die Krombacher Brauerei zeigt, dass sich diese Investition bereits nach deutlich weniger als 10 Jahren bezahlt macht. Das Unternehmen reduziert damit bereits mittelfristig die CO2-Emissionen, die Abhängigkeit von großen Energieversorgern und Energiekosten in Millionenhöhe jährlich.“

Klimaschützer:
Wie wird man als Unternehmen klimaneutral?

Prof. Schulte:
„Der Weg zur sogenannten Klimaneutralität beginnt mit der Erfassung der Treibhausgasbilanz des Unternehmens, des Corporate Carbon Footprint. Um diesen zu ermitteln werden nach vorgegebenen Standards möglichst sämtliche Stoff- und Energieströme des Unternehmens identifiziert und quantifiziert. Ist dies geschehen, ist der 1. Schritt die Vermeidung von Emissionen durch z. B. Steigerung der Energieeffizienz bei der Produktion, dem Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn, etc. Im 2. Schritt wird geprüft, welche Möglichkeiten bestehen, aus der fossilen in die regenerative Energieversorgung am Standort selbst einzusteigen. Hierbei gibt es keine allgemeingültigen Lösungen, sondern nur einzelbetriebliche Betrachtungen, die dann mit Vorschlägen von der Geothermie bis zum Biomasse-Blockheizkraftwerk reichen können.

Trotz Vermeidung und Substitution verbleiben grundsätzlich klimarelevante Emissionen, die nicht vermieden werden können. Um diesen ‚Rest-Fußabdruck’ auszugleichen kann ein Unternehmen dann als 3. Schritt Natur- und Umweltschutzprojekte initiieren oder unterstützen, die z. B. über die Wiedervernässung von Mooren oder Moorwäldern, Waldschutzprojekte bzw. Aufforstungen von degradierten Agrar- und Weideflächen CO2 binden oder natürliche Emissionen stoppen.“

Klimaschützer:
Viele Unternehmen geben sich einen grünen Anstrich. Ist Nachhaltigkeit nur ein Modetrend für Unternehmen.

Prof. Schulte:
„Im Jahr des Waldes muss man darauf verweisen, dass das heute fast überstrapazierte Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens erstmalig vor etwa 300 Jahren in forstwirtschaftlichen Schriften beschrieben wird. Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz, bringt das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung auf den Punkt und meinte damals, nur soviel Holz dem Wald zu entnehmen, wie nachwächst. Heute wird der Begriff der Nachhaltigkeit auch in Unternehmen, die auf den ersten Blick weit von der Forst- und Holzwirtschaft entfernt sind, zum Leitprinzip erhoben. Ökologische Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes werden heute mit sozialen und wirtschaftlichen Zielen verknüpft.
Grüne Verpackungen, die aus dem Marketing kommen, reichen längst nicht mehr aus und werden schnell als ‚Greenwashing’ erkannt. Eins ist klar: Der Wille zum nachhaltigen Wirtschaften muss langfristig in einer Nachhaltigkeitsstrategie und damit auch in der Unternehmensleitung verankert sein. Diese rechnet sich bereits kurz- bis mittelfristig nicht nur für die Natur und das Klima, sondern auch den betriebswirtschaftlichen Erfolg.“

Das Team des Wald-Zentrums berät Unternehmen, die zukünftig nachhaltig bzw. klimaneutral arbeiten und dabei auch noch Kosten einsparen wollen. Dazu entwickeln die Wissenschaftler Machbarkeitsstudien, die eine wissenschaftliche und unabhängige Entscheidungsgrundlage für die Unternehmen darstellen. Neben der Krombacher Brauerei gehören u.a. auch die Provinzial Rheinland Versicherung AG und die Klasmann-Deilmann GmbH zu den Kunden des Wald-Zentrums in Sachen nachhaltig erfolgreichem Wirtschaften.

» Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz

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