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Archiv der Kategorie ‘Experten‘

Zweifelhafter Solar-Kompromiss

Montag, den 1. März 2010

Was wurde in den letzten Wochen zum Thema Solarstromförderung nicht alles beschlossen, debattiert, protestiert und geschimpft. Auf die radikalen Kürzungspläne von Bundesumweltminister Norbert Röttgen reagierte die geschlossene Branche mit düsteren Zukunftsvisionen und Massendemonstrationen. Und nun hat die Regierungskoalition einen fragwürdigen Kompromiss vorgelegt, der die weitere Entwicklung der Solarenergie neuerlich torpediert.

Bundesregierung kürzt Ackerflächen weg

Rainer SturmAnne Kreutzmann, Chefredakteurin des Solarstrom-Magazins PHOTON, erklärte vor wenigen Tagen, dass der nun verhandelte Kompromiss zur Solarstromförderung zwar grundsätzlich in die richtige Richtung gehe, mit dem Ausschluss von Ackerflächen aber eine klare Fehlsteuerung beinhalte, welche Solarstrom unnötig verteuern und damit den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland langfristig gefährden werde. Schauen wir mal genauer hin: Der Koalitionsausschuss hat beschlossen, die Vergütung für Solarstromanlagen auf Ackerflächen vollständig streichen zu wollen. Damit würde ausgerechnet die mit Abstand billigste Form der Solarstromerzeugung in Deutschland aus der Förderung purzeln, obwohl der ursprüngliche Vorschlag des Bundesumweltministers lediglich eine 25-prozentige Absenkung für diesen Anlagentyp vorsah. Als Begründung für den Ausschluss der Ackerflächen aus der Förderung wird die direkte Konkurrenz zur Produktion energetisch verwertbarer Biomasse angeführt. Aber: Aktuell werden zehn Prozent der Ackerflächen in Deutschland für die Produktion von Bioenergie genutzt – und darauf werden magere 6 Prozent des deutschen Energiebedarfs erzeugt. Würde ebendiese Fläche vollständig für Solarkraftwerke verwendet, so könnte damit rechnerisch der gesamte Strombedarf der Bundesrepublik gedeckt werden.

Warum sich Bundesumweltminister Röttgen nicht gegen den Ausschluss der Ackerflächen wehrt, ist völlig unverständlich. Gibt es neben der Atomlobby jetzt auch noch finstere Drahtzieher aus der Biomasse-Branche? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass man die Kürzung im verhandelten Kompromiss einfach kopflos umverteilt hat. Schnellschuss ins Nichts.

Foto © Pixelio, Rainer Sturm

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Achtung falscher Energieberater

Samstag, den 20. Dezember 2008

Wie WISO in seiner letzten Sendung am 15.12.2008 berichtete, treiben falsche Energieberater ihr Unwesen. Nicht Beratung sondern Profit steht im Vordergrund.

Verbraucher werden über den Tisch gezogen

WISO ermittelt und stellt fest, da sind Abzocker unterwegs. Unter dem Deckmäntelchen als unabhängige Energieberater tätig zu sein, werden gezielt Verbraucher zu einem bestimmten Stromanbieter “geschleust”.

Der gutgläubige Kunde geht davon aus, einen kompetenten und unabhängigen Berater anzutreffen, der diesen Service natürlich kostenlos anbietet. Da gilt das alte Sprichwort: Was nichts kostet – taugt auch nichts. Denn warum sollte der Energieberater diesen Service ohne Kosten anbieten? Er macht seinen Profit durch die Vermittlungsprovision des Stromanbieters. Aber schauen Sie sich den Beitrag einfach im Internet »WISO an.

Linktipps:

Foto Pixelio | Dehn

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Stromanbieter, Gasanbieter wechseln

Dienstag, den 11. November 2008

Gas und Strom bleiben weiter teuer. Da verstehe einer die Welt. Der Gaspreis ist am Ölpreis gekoppelt. Wird Öl teurer, wird auch Gas teuerer. So weit so gut. Sinkt aber der Ölpreis, bleibt Gas weiterhin teuer. Das ist Abzocke!

Wechseln ist in manchen Regionen nicht so einfach

PixelioWie das Morgenmagazin heute (11.11.08) berichtet, steigen die Gaspreise beharrlich:

“Rechtzeitig zur Heizperiode haben Anfang Herbst 276 Gasversorger ihre Preise um bis zu 31 Prozent angehoben. Die stärkste Preiserhöhung haben die Stadtwerke Herne zum ersten Oktober durchgeführt. Dort stiegen die Preise um 31 Prozent, was jährlichen Zusatzkosten von 392 Euro entspricht”, so das Magazin auf ihrer Homepage.

Die Versorger reden sich raus. Sie können den Gaspreis erst im Frühjahr wieder senken, weil der Gaspreis immer leicht dem Ölpreis hinterherhinkt. Dann ist die teure Heizsaison zu Ende. Schade, hier könnte sich doch mal das Kartellamt einschalten oder die Politiker mal für etwas Druck sorgen. Wir Medien können nur den Finger in die Wunde legen.

In einigen Bereichen sinkt der Gaspreis bereits (s.a. Blog vom 08.11.08), viele Anbieter weigern sich weiterhin diesen wichtigen Schritt zu tun. Gestern habe ich für 1,18 Euro pro Liter Super getankt – aber Gas bleibt bei uns im Emsland immer noch sehr, sehr teuer.

GasAuskunftLinktipps:

Foto © PIXELIO | Ernst Rose

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Stromtarifrechner im Test bei Stiftung Warentest

Mittwoch, den 1. Oktober 2008

(c) Stiftung WarentestDie Stromtarifrechner haben durchweg gut abgeschnitten. Seit September 2008 dürfen wir das Logo von Stiftung Warentest auf unserer Homepage tragen.

Geprüft und für gut befunden

“Verbraucherzentralen, Öko-Test (Stiftung Warentest) sowie namhafte Medien und Verbände empfehlen Stromauskunft.de.”, heißt es auf der Homepage von c10.info.

Pixelio | Tim Heinrichs-NollVertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, so das Motto der meisten Verbraucher. Stromauskunft.de hat bewiesen, dass man sich auf die Daten von Stromauskunft verlassen kann. Gut so, dass wird auch weiterhin unser Ansporn sein.

Linktipps:

Foto Pixelio | Tim Heinrichs-Noll

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Stromauskunft fragt Experten

Freitag, den 18. Juli 2008

In der neuen Rubrik Experten, befragt Stromauskunft Fachleute aus dem Bereich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu aktuellen Themen. Heute Stromnetze. Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) ist Mitglied des Deutschen Bundestages und Energieexperte.

Ist es eigentlich gut für den Verbraucher, wenn die Stromnetze unabhängig werden?

Die stetig steigenden Energiepreise belasten Wirtschaft und Verbraucher. Wir brauchen mehr Transparenz und Wettbewerb. Erste Ergebnisse konnten bereits erzielt werden: So werden etwa die Stromerzeuger künftig ihre Kraftwerksdaten auf einer Website veröffentlichen; die dabei zu veröffentlichenden Daten werden deutlich ausgeweitet und es soll eine breite Marktabdeckung dadurch geben, so dass sowohl die großen Stromkonzerne als auch die kommunalen Erzeuger und die Industrie teilnehmen. Damit können Vorgänge im Stromgroßhandel transparenter nachvollzogen werden. Doch es ist klar, das ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die konsequente europaweite Liberalisierung der Märkte für Strom (wie übrigens auch für Gas) ist eine Voraussetzung, dass sich in den früher von Monopolen geprägten Wirtschaftszweigen der Wettbewerb entfaltet. Dabei genügt Wettbewerb alleine nicht, wir brauchen zugleich Energieversorgungssicherheit. Um unsere Versorgungslage sicherzustellen, brauchen wir einen soliden Energiemix.

Vor diesem Hintergrund sind Laufzeitverlängerungen unverzichtbar, wenn wir nicht künftig teuere Kernenergie aus den europäischen Nachbarländern importieren wollen. Und an dieser Stelle will ich die Stromkonzerne wiederum in die Pflicht nehmen – vor einer Laufzeitverlängerung will ich wissen, wie die Stromerzeuger den Preisvorteil an die Kunden weitergeben.

Bezüglich der Ihrerseits angesprochenen Netzenteignungsfrage folgendes: die deutsche Monopolkommission – die die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät – hat in Ihrem aktuellen Hauptgutachten hierzu Stellung bezogen. Sie steht der Enteignung wegen der nicht unerheblichen ökonomischen Risiken kritisch gegenüber, insbesondere seien die Auswirkungen der eigentumsrechtlichen Entflechtung auf die Energiepreise nicht vorhersehbar und langwierige Rechtsstreitigkeiten drohen. Damit wird die Haltung unseres Wirtschaftsministers, Michael Glos, bestätigt, der sich für einen so genannten dritten Weg in der Entflechtung der Netze von den Konzernen einsetzt. Glos will die staatliche Kontrolle über die Netze verschärfen und will den Energiekonzernen die organisatorische Hoheit über die Netze entziehen, sie sollen aber im Eigentum der Konzerne bleiben. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehe ich das genauso: wir wollen, dass unsere Netze ausgebaut und ertüchtigt werden. Dies sollen die tun, die über die entsprechenden Mittel verfügen und das sind nun mal die Eigentümer. Ein Retro-Sozialismus wird uns an dieser Stelle nicht weiterbringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Georg Nüßlein

Linktipps:

Foto (c) Georg Nüßlein

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