Kraftwerk in Ensdorf – Kohlekraft für das Saarland
Sonntag, den 17. Juli 2011Raus aus der Kernkraft, rein in die alten Techniken? Ist das der richtige Weg? RWE strebt den Weiterbetrieb des Kraftwerks in Ensdorf an.
Kraftwerk Ensdorf produziert weiter Strom fürs Saarland
- VSE, Saarstahl, Saarschmiede und RWE Power schließen Vereinbarungen, die den Weiterbetrieb des Kraftwerks in Ensdorf nach 2012 sichern.
Der Unterzeichnung waren lange Verhandlungen vorangegangen, die seitens Politik und Gewerkschaft verdi unterstützt wurden: „Unser Dank gebührt allen Beteiligten, die diese Abmachung erst ermöglicht haben“, so einhellig die beiden Verhandlungsführer VSE-Vorstandsmitglied Tim Hartmann und der Vorstandsvorsitzende von Saarstahl, Dr. Klaus Harste.
Saarstahl und Saarschmiede werden jeweils Betreiber des Blockes 3 in Ensdorf. Hierzu erwirbt VSE den Block 3 von RWE Power und verpachtet diesen dann an Saarstahl und Saarschmiede. VSE als Betreiber des Blockes 1 in Ensdorf wird wie bisher die Betriebsführung für beide Blöcke übernehmen.
Auch Tim Hartmann sieht in der Kooperation einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit aller Beteiligten und des Energiestandortes Saar: „Diese Kooperation haben wir selbstverständlich zunächst unseren langjährigen Kunden Saarstahl und Saarschmiede angeboten. Mit der gefundenen Lösung sichern wir hochqualifizierte Arbeitsplätze und wertvolles Know how an der Saar“. RWE habe VSE durch den Verkauf von Block 3 bei den Bemühungen unterstützt, ein regionales Partnerkonzept zu realisieren, das wichtig für den Industriestandort Saarland sei. Deshalb danke man RWE Power für die Bereitschaft, dieses Konzept mitzutragen.
In der Vergangenheit wurden bereits umfangreiche Investitionen im Kraftwerk getätigt. Zum wirtschaftlichen Weiterbetrieb sind bei den sich ständig ändernden Marktbedingungen für konventionelle Kraftwerke Anpassungen auch des Personalbestandes unumgänglich. Wegen einer marktbedingt anderen Fahrweise und des Einsatzes von Importkohle müssen die Prozesse im Kraftwerk weiter optimiert werden
Foto © pixelio.de | Siegfried Fries

Anfang September hatte das OVG Münster den Bau des Kohlekraftwerks Datteln gestoppt. Grund: Das milliardenschwere Projekt des Energieriesen E.ON steht im Widerspruch zur Klimapolitik Nordrhein-Westfalens. Um den Kraftwerksbau allen Unkenrufen zum Trotz doch noch zu ermöglichen, wollen die Regierungsfraktionen CDU und FDP nun kurzerhand sämtliche klimapolitischen Ziele NRWs aus dem “Gesetz zur Landesentwicklung” tilgen. Spitzenidee! Ich empfehle zusätzlich, Stoppschilder aus dem Verkehrsrecht zu streichen, weil selbige das Porsche-Fahren entspaßen, sowie einige Schlüsselszenen der Bibel umzutexten, damit die Leute gefälligst auch an Ostern zur Arbeit erscheinen. Um das nochmal klar auszudrücken: Hier werden nicht nur landespolitische Langzeitinteressen, sondern auch globale Klimanotwendigkeiten zu Gunsten eines einzelnen Unternehmens durch den Wolf gedreht. Der Leiter Politik und Presse der Deutschen Umwelthilfe, Gerd Rosenkranz, nennt das eine “Renaissance der Kumpanei” zwischen Wirtschaft und Politik – und das ist noch milde ausgedrückt.
Das größte Monoblock-Steinkohlekraftwerk Europas im westfälischen Datteln ereilte Anfang September ein zukunftsweisendes Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster. Erstmals wurde die Baugenehmigung für ein Kohlekraftwerk eng an Fragen des Klimaschutzes geknüpft. Ergebnis: Die Richter befanden den Kraftwerksbau für unvereinbar mit dem klimapolitischen Entwicklungsplan des Landes NRW. Hinzu kommt eine Reihe gravierender Planungsfehler hinsichtlich Lage und Gefährdungspotenzial, von denen jeder einzelne bereits den nun erfolgten Baustopp erzwungen hätte.


