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Fusionsenergie – Kommen wir ohne diese Technologie aus?

Montag, den 5. April 2010

Wir haben uns auf Stromauskunft schon sehr lange mit diesem Thema beschäftigt. Ein Beitrag im aktueller Focus (14/2010) des Plasmaphysikers Günther Hasinger greift diese hochkomplexe Technologie auf. Gibt es eine Stromversorgung ohne Fusionsenergie?

Der weltweite Strombedarf wird sich bis 2050 verdreifachen

Um diese gewaltigen Strommengen zu produzieren, muss die Frage erlaubt sein: Reicht das Konzept “Ausbau der Erneuerbarer Energien”? Professor Hasinger stellt fest: “Mit keiner heute bekannten Technik wird sich jedoch der prognostizierte Bedarf alleine decken lassen. Fusionsenergie […] verspricht gegenüber den bekannten Energiequellen so große Vorteile, dass sich alle Anstrengungen lohnen, um sie zu nutzen.”*

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Vulkanausbruch 1986 Ätna

Der Weg zum ersten Fusionsreaktor ist steinig und teuer. JET und ITER sind die ersten Schritte auf dem Weg. Die Forschung wird Milliarden verschlingen und bislang gibt es keine konkreten Prognosen, ab wann Strom aus Fusionsenergie endlich verfügbar sein wird.

135 Millionen bringt die Bundesregierung jährlich auf, um an diesen Thema weiter zu forschen. Zu wenig, um das Thema schnell voranzutreiben. Die Stromerzeuger halten sich bei diesen Projekte vornehm zurück. Obwohl “hohe Renditen winken”, so Hasinger.
* Quelle: Focus 14/2010

Linktipps:

Bild: Vulkanausbruch 1986 Ätna
Foto Pixelio | Helga Hauke

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Dilemma Stromerzeugung

Freitag, den 19. Februar 2010

Alle Menschen wollen sauberen Strom. Also weg mit Atomenergie und den Dreckschleudern, auch Kohlekraftwerke genannt. Soll aber ein Windpark eingerichtet werden, laufen die Anwohner Sturm. Windpark ja, aber nicht in unserer Nähe.

Ausstieg vom Ausstieg?

Der Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat sich da ja schon kräftig (und mutig) aus dem Fenster gelehnt: Wenn die Erneuerbaren Energien (EN) es schaffen, mindestens 40 Prozent des Strombedarfes zu produzieren, wäre die Atomenergie nicht mehr notwendig. Ein Schock für die Stromanbieter, die sich gerade bequem zurück lehnen, da ja Schwarz/Gelb den Ausstieg aus dem Ausstieg plant.

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Wütend macht mich nur, dass immer wir die Zeche zahlen müssen. Die Stromkonzerne verdienen Milliarden, für die Entsorgung des Abfalls kommt größtenteils der Steuerzahler auf (s.a. Asse). Erneuerbare Energien rechnen sich doch auch nur, weil die Erzeugung der Energie durch Finanzspritzen vom Staat konkurrenzfähig ist. Wer zahlt? Blöde Frage: Wir!

Aber zurzeit gibt es wohl keinen Weg aus diesem Dilemma. Fusionsenergie steckt noch in den Kinderschuhe, wird vermutlich auch sehr teuer und benötigt noch Jahrzehnte. Andere Projekte, wie Strom aus Afrika, sind so gigantisch, dass es einem bei den Zahlen schwindelig wird. Erfahrungsgemäß werden die Zahlen meist auch “schön gerechnet” und am Ende müssen noch ein paar Milliarden draufgelegt werden.

Es bleibt spannend, denn ohne Strom geht gar nichts und selbst die Grünen haben begriffen, wenn ich meinen Elektrorasierer einmotte, rette ich die Welt nicht.

Linktipps:

Foto Solaranlagen mit Strommasten © Pixelio | Rainer Sturm

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TV-Tipp

Montag, den 7. September 2009

“Abenteuer Wissen” beschäftigt sich mit dem Thema Fusionsenergie. Forscher versuche das Thema Kernfusion anzugreifen. Das ZDF in aufwändigen Animationen wie ITER aussehen soll.

Energie im Überfluss – Das Sonnenexperiment

  • “Abenteuer Wissen”:  ZDF-Wissenschaftsmagazin in HD-Format

Energie im Überfluss aus einem Rohstoff, der nichts kostet, ohne Nebenwirkungen für die Umwelt. Geht das? Dieser Frage geht das ZDF-Magazin “Abenteuer Wissen” am Mittwoch, 9. September 2009, um 0.00 Uhr nach. Die Sendung wird im hochauflösenden HD-Format ausgestrahlt.

Ein Menschheitstraum könnte wahr werden, wenn gelingt, woran Forscher in aller Welt arbeiten: Die Kernfusion. Es ist die größte technische Herausforderung aller Zeiten. Das Vorbild: Die Sonne. Aufgelöste Atome – gefangen in magnetischen Käfigen. Nie zuvor musste der Mensch solch gewaltige Kräfte bändigen. Mathematisch ist das alles längst berechnet, seit 50 Jahren suchen Wissenschaftler nach der praktischen Umsetzung. Das faszinierende an der Kernfusion: Als Rohstoff braucht man nur Deuterium und Lithium. Deuterium ist im Wasser enthalten, die Weltvorräte von Lithium würden ausreichen, um den Weltenergiebedarf über mehr als ein Jahrtausend zu decken.

Karsten Schwanke moderiert die ZDF-Sendung im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald. “Wendelstein-7X” haben die Wissenschaftler ihr Projekt geheimnisvoll genannt. Das Grund- problem der Kernfusion: Man muss zunächst enorme Energie in den Prozess stecken, um dann mit einer noch immensen Ausbeute belohnt zu werden.

Das wohl ambitionierteste Kernfusionsprojekt aller Zeiten wird an der französischen Mittelmeerküste entstehen: 33 Nationen beteiligen sich an ITER, dem “Internationalen thermonuklearen experimentellen Reaktor”. Noch ist ITER eine riesige Baustelle.

Zum ersten Mal zeigt das ZDF in aufwändigen Animationen wie ITER aussehen soll. Das Abenteuer-Wissen-Team durfte exklusiv das Treffen der Spitzenwissenschaftler aus aller Welt im südfranzösischen Cadarache begleiten.

Amerikanische Fusionsforscher haben einen anderen Weg eingeschlagen, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen und scheinen schon einen Schritt weiter zu sein. Sie setzen auf gigantische Laser. Aber haben sie wirklich nur die zivile Nutzung im Sinn? Schon im kalten Krieg wurde im kalifornischen Livermore für das Militär an Wasserstoffbomben geforscht. Und auch ein halbes Jahrhundert danach beschäftigen sich hier noch immer Wissenschaftler mit hoch geheimer und extrem gefährlicher Waffentechnologie für die Kriege der Zukunft.

Linktipp:

Foto ©  ZDF und Lars Schwellnuss

  • In Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern wird der Stellerator zusammengebaut. In seinem Innern wird das Experiment zur Kernfusion stattfinden.
  • Auf riesigen Flächen im südfranzösischen Cadarache soll die internationale Fusionstestanlage ITER entstehen.

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Gorleben und kein End(e –lager) in Sicht

Montag, den 24. November 2008

Die Krawalle um den Atommülltransport sind vorbei. Jetzt kann man mal nüchtern die Situation betrachten. Wir (Deutschland) beschließen den Atomausstieg, übernehmen aber freiwillig den Atommüll aus Frankreich.

Nachts, wenn der Strom billig wird

Foto (c) DaimlerIm Gegenzug importieren wir dann den teuren Atomstrom aus Frankreich, wenn wir endgültig ausgestiegen sind. Um gleich die Karten auf den Tisch zu legen: Natürlich mache ich mir Sorgen, wie man mit dem Atommüll umzugehen hat. Ich sehe aber zurzeit keine Chance, ohne Atomenergie, den wachsenden Strombedarf zu decken.

Alternative Energien sind ein schönes Zubrot. Bislang sind wir aber nicht in der Lage, mit Wind-, Sonnen oder Wasserenergie, unseren Bedarf zu decken. Öl oder Gas zu verstromen ist teuer – und man begibt sich zusätzlich in eine Abhängigkeit von Lieferanten. Fusionsenergie wäre vielleicht ein Ausweg. Aber bis wir auf diese Energieform zugreifen können, vergehen sicherlich noch zwei bis drei Jahrzehnte.

Was tun? Sparen ist sicher ein guter Weg. Aber irgendwie ist das Potenzial auch schon ziemlich erschöpft. Kommen die Elektroautos weiter voran, gibt es sogar einen zusätzlichen Bedarf an Nachtstrom. Die Stromversorger wird es freuen. Denn die bieten dann vermutlich den Strom ab 22 Uhr gern sogar zu einem Spartarif an. Eine gleichmäßige Stromabnahme im Netz ist der Traum eines jeden Versorgers.

Gorleben, (c) Pixelio

Linktipps:

eSmart oben rechts, Foto © Daimler AG

Foto Gorleben, Pixelio | m. gade

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Teil 1 – Interview: Atomkraftwerke – Nein Danke?

Donnerstag, den 17. April 2008

Die Atomkraftwerke sollen sukzessive abgeschaltet werden. Aber wie wird die “Stromlücke” geschlossen. Zu diesem Thema werden wir Politiker und Verantwortliche der Stromindustrie befragen. Stromauskunft.de sprach mit dem Energieexperten der SPD und Mitglied des Deutschen Bundestages Rolf Hempelmann.

Frage: Der Atomausstieg ist eine beschlossene Sache. Es stellt sich nun die Frage, wie kann die produzierte Energiedifferenz ausgeglichen werden?

Rolf HempelmannRolf Hempelmann: Um die durch den im Atomgesetz verankerten Kernenergieausstieg wegfallenden Erzeugungskapazitäten zu kompensieren, bedarf es zunächst einer signifikanten Steigerung der Energieeffizienz sowohl auf der Angebots- wie auch auf der Erzeugungsseite. Ziel der Bundesregierung ist hier die Verdopplung der Energieproduktivität bis zum Jahr 2020.

Flankiert werden muss diese Effizienzstrategie durch einen weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien, für den wir aktuell mit der Novelle des EEG die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen.

Allein wird dies allerdings nicht ausreichen: Notwendig sind daher auch Investitionen in die Modernisierung des fossilen Kraftwerksparks. Ganz oben auf der Tagesordnung steht dabei die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG-Novelle), aber auch die Errichtung weiterer fossiler Kraftwerke als Ersatz für Altanlagen, die weit hinter dem Stand der Technik zurückliegen. Die Politik hat hier die Aufgabe, diese notwendigen Investitionen auch gegen öffentliche Widerstände argumentativ zu unterstützen.

Frage: Gibt es eine Prognose, wie hoch etwa der Anteil an Erneuerbaren Energien (EN) in fünf Jahren (2013) sein wird?

Rolf Hempelmann: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien geht schneller voran als von vielen erwartet. Im Jahr 2007 konnte der Anteil Erneuerbarer am Stromverbrauch auf 14,2% und am Gesamtenergieverbrauch auf 8,5% gesteigert werden. Schon heute ist also das ursprünglich für das Jahr 2010 anvisierte Ziele eines EE-Anteils von 12,5% an der Stromerzeugung übertroffen. Diesen Weg wollen wir – auch durch eine entsprechende Gesetzgebung (u.a. EEG, EEWärmeG, KWKG) – fortsetzen. Realistische Ausbauszenarien für die Erneuerbaren Energien sind nach einer im Auftrag des BMU vom DLR erstellten Leitstudie Anteile von knapp 10% (2010) und 18% (2020) am gesamten Endenergieverbrauch. Die deckt sich übrigens auch mit dem von Deutschland zu leistenden Beitrag, um das EU-Ziel eines Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf 20% bis 2020 zu erreichen.

Frage: Wie bewertet die Bundesregierung die Option “Fusionsenergie”? Gibt es eine Chance, durch Erhöhung der Fördermittel den Fortschritt zu beschleunigen?

Rolf Hempelmann: Ob die Fusionsenergie tatsächlich eine Option für die langfristige Energieversorgung sein kann, muss sich erst noch erweisen. Im Blick auf die Förderung dieser Technologie ist aber festzustellen, dass die Bundesregierung im Zeitraum von 2007-2010 Mittel in Höhe von über 450 Mio. Euro für die institutionell bei der Helmholtz-Gesellschaft angesiedelte Fusionsforschung bereitstellt. Hinzu kommen Projektfördermittel in Höhe von 11 Mio. Euro jährlich. Angesichts der Tatsache, dass auch finanzielle Ressourcen begrenzt sind und gerade im Bereich der Energieforschung eine erhebliche Fördermittelkonkurrenz besteht (Grundlagenforschung, rationelle Energieumwandlung, Erneuerbare Energien, Sicherheitstechnologien), ist dies ein durchaus beachtlicher Beitrag.

Foto © Deutscher Bundestag

Serie Atomkraftwerke – Nein Danke, »Interview Teil 2

» Teil 1 – Interview: Atomkraftwerke – Nein Danke?

Fusionsenergie der Schlüssel zur Problemlösung?

Sonntag, den 24. Februar 2008

Vor vielen Jahren habe ich mal etwas zum Thema Wasserstoffbombe gelesen. Die Energie, die dort freigesetzt wird, ist einfach gigantisch. Damals hieß es, dass diese Technologie auch für die Energieversorgung benutzt werden könnte. Nur wüsste man noch nicht, wie man diese riesigen, sich plötzlich entfaltenden Energiemengen, bändigen könnte.

Wie funktioniert das?

Ich bin kein Physiker. Aber soviel habe ich verstanden, dass zum Zünden einer Wasserstoffbombe riesige Mengen Energie benötigt werden. Daher hat man damals eine herkömmliche Atombombe (Fusionssprengsatz) benutzt. Auch für den zivilen Einsatz – jetzt nicht als Bombe, sondern als Energieerzeuger, benötigt man den gleichen Ansatz. 

Auf der Homepage der Europäischen Union werden sehr schön die Vorteile dieser „Spitzentechnologie“ beschrieben, als da sind: Brennstoffressourcen reichlich vorhanden, der „Abfall“ ist Helium und nicht radioaktiv, keine Treibhausgasemissionen usw. Die Zahl ist beeindruckend: In einer Sekunde werden 16 Megawatt Fusionsstrom erzeugt.

Über 2000 Wissenschaftler arbeiten in 30 Labors in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an dieser Technologie. ITER – auf Lateinisch „der Weg“ – wird der nächste Schritt sein. Mit ITER soll überprüft werden, ob diese Technologie irgendwann serienreif ist. Als Zeitansatz gehen die Wissenschaftler von etwa 50 Jahren aus. Ab etwa 2030 könnte man mit dieser Technologie rechnen. Ein spannendes Thema. Die Lösung aller unserer Energieprobleme? 

Links

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