Mittwoch, 30. November 2022

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Strompreise 2022

Strompreise 2022: Steigende Kosten für Millionen Verbraucher

Stromleitung

Stromleitung

Von Dr. Jörg Heidjann

Die Strompreise in Deutschland sind im Jahr 2022 extrem stark getiegen. Hauptursache dafür ist die Verknappung des Angebotes in Folge des Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine bei einer weiterhin hohen Nachfrage. So sind die Beschaffungskosten für den Stromeinkauf schon Ende 2021 stark gestiegen und seit Ausbruch des Urkraine-Krieges hat sich dieser Effekt noch verstärkt. Die Preise an der Strombörse sind in den letzten 12 Monaten (April 2021 bis April 2022) um 400% gestiegen.

Aktuell liegt der Preis für Haushaltsstrom in der Grundversorgung bei 44,83 Cent pro kWh und 44,99 Cent pro kWh beim günstigsten Alternativanbieter.*

*Grundlage für die Berechnung der Strompreise ist ein Jahresverbrauch von 3.500 kWh. Stromtarife mit Kaution und/oder Vorauskasse werden nicht berücksichtigt.

Doch wohin geht die Reise bei den Strompreisen 2022? Mit welchen Kosten müssen Haushalte und Unternehmen in diesem Jahr rechnen? Unsere Prognose lautet:

"Alle Verbraucher sollten sich auf Preiserhöhungen einstellen. Wir gehen davon aus, dass die Strompreise in den kommenden Jahren hoch bleiben werden und wir das Preisniveau aus dem Jahr 2020 nicht so schnell wieder erreichen. Der notwendige Aufbau neuer Lieferketten in Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine braucht einfach Zeit".
Dr. Jörg Heidjann, Geschäftsführer StromAuskunft.de

Entwicklung der Strompreise für das Jahr 2022

Wer in nächster Zeit seine Stromrechnung erhält oder auf der Suche nach einem günstigen Stromanbieter ist, erlebt in der Regel eine böse Überraschung. Denn die Strompreise sind sehr stark gestiegen und eine Entlastung ist nicht in Sicht. Daher müssen fast alle Verbraucher deutlich mehr für Strom bezahlen.

Die Ursachen für den Preisanstieg sind folgende:

Erzeugerpreise auf Rekordhoch

Am Terminmarkt der Strombörse in Leipzig (EEX) sind die Strompreise von April 2021 bis April 2022 um 400 % gestiegen. Einen solch rasanten Anstieg haben Marktexperten nicht vorhergesehen.

Dass die Erzeugerpreise so hoch sind, ist eine Verkettung mehrerer Ursachen. Zum einen war 2021 ein vergleichsweise windarmes Jahr, so dass durch Windenergie deutlich weniger regenerativer Strom erzeugt wurde. Nutznießer hiervon sind Kohlekraftwerke, die hochgefahren wurden, um Stromlücken zu schließen. Für den schmutzigen Kohlestrom sind jedoch kostspielige CO2-Zertifikate notwendig, die zu einer Verteuerung des Stroms führen.

Zum anderen ist die weltweite Nachfrage nach Energie nach Beendigung der meisten corona-bedingten Lockdown-Maßnahmen seit Mitte 2021 wieder deutlich angestiegen.

Ukraine-Krieg treibt Strompreise weiter nach oben

Die bereits angespannte Preis- und Marktlage auf dem Strommarkt wurde durch den Angriffskrieg Russlands auf die  Ukraine nochmals deutlich verschärft. Im Juni 2022 wurde der Gasfluss durch die Pipelines nach Deutschland deutlich gedrosselt. Da die Gasversorgung auch für die Stromproduktion in Deutschland von großer Bedeutung ist - sind dadurch die Strompreise erneut gestiegen.

Die Beschaffungskosten sind im Unterschied zu Steuern, Umlagen und Netzentgelten der Strompreis-Bestandteil, auf den die Energieversorger tatsächlichen Einfluss haben. Sie machen, inklusive Vertriebskosten und Gewinnmarge, etwa 40 Prozent des Strompreises für Privathaushalte aus. Erhöhte Beschaffungskosten werden in der Regel an die Kunden weitergegeben.

Abschaffung der EEG-Umlage

Die EEG-Umlage ist 2022 deutlich von 6,5 Cent pro Kilowattstunde auf 3,723 Cent gesunken. Zum 1. Juli 2022 wurde  sie komplett abgeschafft. Dadurch spart ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden rund 130 Euro. Die übrigen im Strompreis enthaltenen Umlagen verzeichnen leichte, jedoch kaum spürbare Anstiege.

Aber: Energiemarkt-Experten bezweifeln, dass die Abschaffung der EEG-Umlage ausreichen wird, um Verbraucher nachhaltig zu entlasten. Weil die Erzeugerpreise derart drastisch gestiegen sind, ist allenfalls mit einer Dämpfung des Kostenanstiegs zu rechnen.

Steigende Netzentgelte

Die Netzentgelte steigen seit Jahren kontinuierlich an. Die Gebühr für Stromtransport und Messung wird von den Netzbetreibern erhoben und macht knapp ein Viertel des Strompreises für Privathaushalte aus. Sie ist damit der größte Kostenblock auf der Stromrechnung. Seit 2015 sind die Netzentgelte im bundesweiten Schnitt um über 25 Prozent gestiegen.

Auch 2022 ist bei den Netzentgelten keine Entlastung zu erwarten. So steigt nach neuesten Berechnungen des Bundeswirtschafsministeriums der Stromverbrauch durch die Energiewende in den nächsten Jahren stark an. Für das Jahr 2030 geht man von einem Strombedarf von bis zu 665 TWh aus - das sind 17 Prozent mehr als 2020. Die für die Energiewende und den erhöhten Strombedarf benötigten Leitungen fehlen aber noch. Geplant ist dafür der Bau von 12.200 Kilometern neuer Stromtrassen. Die Netzbetreiber haben für die nächsten zehn Jahre einen um 17 Prozent gestiegenen Ausbaubedarf an die Bundesnetzagentur gemeldet und wollen dafür über 16 Milliarden Euro investieren. Das führt wahrscheinlich zu einem weiteren Anstieg der Netzengelte.

Strompreisentwicklung in Deutschland
Strompreise für Privathaushalte
Grafik "Strompreisentwicklung in Deutschland"

Die Grafik zeigt deutlich die oben beschriebenden Verwerfungen auf dem Strommarkt an. Auf monatlicher Basis sind dort die durchschnittlichen Strompreise seit dem Jahr 2014 für Haushaltkunden in Deutschland dargestellt. Die Preise beziehen sich auf einen Jahresstromverbrauch von 3.500 kWh. Es sind die Preise für den lokalen Stromanbieter (Grundversorger), den günstigsten Stromtarif sowie den günstigsten Ökostromtarif abgebildet. Es handelt sich dabei um Durchschnittspreise für ganz Deutschland, jeweils gemittelt aus den Strompreisen für 6.300 Städte und umgerechnet in Cent pro kWh. Quelle: StromAuskunft.de, Bundesnetzangentur, BDEW

  • Wie sich die Strompreise in den kommenden Jahren wahrscheinlich entwickeln werden, lesen Sie auf unserer Seite Strompreis Prognose

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60 Prozent und damit knapp zwei Drittel der Verbraucher in Deutschland kennen weder ihren genauen Strompreis noch die Ve...
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Lesen Sie auch: Gaspreise 2022 - unsere Prognose zur Entwicklung der Heizkosten in Deutschland.

Wie sollten Sie als Verbraucher jetzt reagieren?

Online den Stromanbieter wechseln

Um der Kostenlast entgegenzuwirken, empfehlen wir Verbrauchern, ihren Stromtarif zu optimieren, denn hier schlummert in vielen Fällen erhebliches Sparpotenzial. Unsere aktuellen Strompreis-Analysen zeigen: Durch einen Wechsel vom Grundversorger zum günstigsten Stromanbieter spart ein Haushalt in Deutschland im bundesweiten Schnitt derzeit -5,73 EUR.

Unsere Ratschläge für Haushaltskunden

Empfehlungsgrundlage für einen durchschnittlichen Haushalt in Deutschland. Die Richtwerte sind je nach Verbrauch und PLZ unterschiedlich, da die Preise regional schwanken.

  • Sie haben einen langfristigen Vertrag mit einem Arbeitspreis zwischen 25 und 37 Cent pro kWh?

    Der Wechsel des Anbieters lohnt sich derzeit eher nicht.

  • Sie haben eine Preiserhöhung mit einem Arbeitspreis von über 37 Cent pro kWh erhalten?

    Sie sollten sich einen neuen Anbieter suchen, beispielsweise über unseren Stromrechner. Haben Sie einen günstigeren Anbieter gefunden, können Sie die Strompreiserhöhung ablehnen und wechseln.  

  • Ihr bisheriger Anbieter hat die Belieferung eingestellt und Sie sind in die Ersatzversorgung Ihres Grundversorgers gerutscht?

    Überprüfen Sie die Kosten. Viele Grundversorger verlangen seit Anfang 2022 Preise von Neukunden in der Ersatzversorgung, die deutlich über denen für Bestandskunden liegen.

Wichtig: Überprüfen Sie Ihren Stromtarif regelmäßig

Stiftung Warentest hat festgestellt, dass Verbraucher am meistern sparen, wenn Sie regelmäßig den Anbieter wechseln. Das liegt daran, dass viele Versorger wechselwillige Kunden mit hohen Bonuszahlungen belohnen. Diese Boni bedeuten einen sehr günstigen Strompreis im ersten Vertragsjahr - aber häufig auch steigende Kosten ab dem zweiten Jahr.

Daher sollten Verbraucher Ihren Tarif stets im Auge behalten. Sehr einfach und bequem geht das mit unserem kostenlosen Premium-Wechselservice für Strom und Gas. Damit passen wir dauerhaft und automatisch auf Ihren Tarif auf und wechseln auf Wunsch regelmäßig den Anbieter für Sie.

So lehnen Sie Strompreiserhöhungen ab

Erhöht Ihr Anbieter den Strompreis, können Sie Ihr geltendes Sonderkündigungsrecht wahrnehmen. Gerne können Sie dazu unser Musterschreiben "Sonderkündigung nach Preiserhöhung" verwenden. Diese und weitere Hilfen finden Sie in unserem Special "Strompreiserhöhung und Sonderkündigungsrecht".

Wichtig: Machen Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, so setzen Sie das Kündigungsschreiben unbedingt persönlich auf - eine Kündigung durch den neuen Anbieter reicht in diesem Fall nicht aus.

Wie sollten Sie als Unternehmer jetzt reagieren?

Gewerbestrom für Büros

Für Unternehmen in Deutschland sind die hohen Strompreise ein Wettbewerbsnachteil im internationalen Geschäft. Insofern ist es für Unternehmen besonders wichtig, günstigen Gewerbestrom zu beziehen. Gewerbekunden, deren aktuelle Lieferverträge auslaufen, stehen vor einer großen Herausforderung: In der Regel müssen sie zu schlechteren Konditionen neu abschließen.

Unser Ratschlag für Unternehmen

Nutzen Sie unseren kostenlosen Preisvergleich für Gewerbekunden. Wenn Sie mehr als 50.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, dann holen wir für Ihr Unternehmen maßgeschneiderte Angebote ein. Sie können in aller Ruhe die Preise vergleichen und beim günstigsten Anbieter abschließen.

FAQ Strompreise

Mein Energieversorger erhöht die Preise. Muss ich das akzeptieren?

Sie müssen die Preiserhöhung nicht akzeptieren und können Widerspruch dagegen einlegen bzw. Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen. Die Sonderkündigung kann innerhalb einer bestimmten Frist wahrgenommen werden, die in der Mitteilung zur Preiserhöhung genannt wird. Laut Energiewirtschaftsgesetz ...

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Wie spart man Strom?

Um Strom zu sparen, sollten Sie sich zuerst auf die größten Stromverbraucher im Haushalt konzentrieren. Das sind die drei größten Stromfresser im Haushalt: - Waschmaschine und Trockner benötigen ca. 20% des Jahresstromverbrauchs - Kühl & Gefriergeräte verbrauchen ca. 20 % des ...

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Was verbraucht am meisten Strom?

Stromverbrauch im Haushalt: Am meisten Strom im Haushalt verbrauchen TV, Audio und Bürogeräte, gefolgt von Kühlgeräten, Trockner, Waschmaschine und Beleuchtung. Fernseher, Computer, Stereoanlage & Co. TV. Audio und Bürogeräte verbrauchen bis zu 25% des Jahresstromverbrauchs. Hier lässt ...

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Wer legt die Strompreise fest?

Der Stromanbieter legt den Strompreis fest. Allerdings besteht ein Großteil des Stromspreises aus Steuern und Netzentgelten, die vom Staat bzw. den Netzbetreiben einmal pro Jahr festegelegt werden. Insofern ist ein Großteil des Strompreises schon durch Steuern und Abgaben festgelegt. Die ...

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Wie entstehen Strompreise?

Seit der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 1998 wird der Strompreis am Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der in den Kraftwerken produzierte Strom wird ganz ähnlich wie Aktien oder Rohstoffe an der Börse gehandelt. Die Strombörse ist die European Energy Exchange (kurz: EEX) in ...

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Wie setzen sich die Strompreise zusammen?

Im Wesentlichen setzt sich der Strompreis aus den drei Bereichen zusammen 54% des Strompreises bestimmen Steuern und Abgaben 21% des Strompreises bestimmen Strombeschaffung und Vertrieb 25% des Strompreises bestimmen regulierte Netzentgelte Für Haushaltskunden in Deutschland betrug der Anteil ...

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Warum sind die Strompreise in Deutschland so hoch?

Die Strompreise in Deutschland sind im Europa-Ranking ganz vorne. Grund dafür sind vor allem die hohen staatlichen Abgaben, die in Deutschland rund 52% betragen. Die Strompreise eines Landes werden von einer Reihe verschiedener Faktoren beeinflusst. Neben der konkreten Wettbewerbssituation auf ...

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Wer ist der günstigste Stromanbieter?

Es gibt nicht den einen günstigsten Stromanbieter. Je nach Region und Verbrauch können Verbraucher an ihrem Wohnort zwischen rund 100 Versorgern und mehreren hundert Stromtarifen wählen. Welcher Stromanbieter der günstigste ist, lässt sich schnell, kostenfrei und unverbindlich mit unserem ...

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Stromrechnung zu hoch, was tun?

Es gibt viele Gründe für hohe Stromrechnungen und unliebsame Nachzahlungen: Gestiegene Strompreise, ein höherer Verbrauch im Vergleich zu Vorjahren oder schlicht und einfach Abrechnungsfehler des Anbieters. Egal, ob die jährliche Endabrechnung nun einmalig und sprunghaft oder kontinuierlich und ...

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Wie kann ich meine Stromkosten senken?

Um Ihre Stromkosten dauerhaft zu senken sollten Sie an zwei Stellen gleichzeitig ansetzen. Zum einen ist die Wahl des richtigen Stromtarifes entscheidend, denn wir oben gezeigt, sparen Sie dadurch mehrere hundert Euro pro Jahr. Zum anderen können Sie Ihren Stromverbrauch reduzieren. Stromkosten ...

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Das sagen unsere Kunden: TÜV geprüft, Testsieger und eKomi Gold Siegel


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