Dienstag, 26. Oktober 2021

Strompreise in Deutschland - Was kostet Strom?

Empfehlungen

TÜV geprüftes Vergleichsportal,
Wechselservice & Tarifaufpasser

Strompreise 2022 – Wohin geht die Reise?


Von Dr. Jörg Heidjann

Deutschland ist Europameister bei den Strompreisen, nirgendwo sonst in Europa zahlen Haushalte mehr für Strom als hierzulande. Aktuell liegt der Strompreis für Haushaltsstrom in der Grundversorgung bei 34,73 Cent pro kWh und 28,33 Cent pro kWh bei beim günstigsten Alternativanbieter.*

Doch wohin geht die Reise bei den Strompreisen im Jahr 2022. Mit welchen Kosten müssen Haushalte und Unternehmen im kommenden Jahr rechnen? Steigt der Strompreis weiter oder wird es eine Entlastung bei den Preisen geben? Mit diesen Fragen haben wir uns beschäftigt und stellen folgende Prognose:

*Grundlage für die Berechnung der Strompreise ist ein Jahresverbrauch von 3.500 kWh. Stromtarife mit Kaution und/oder Vorauskasse werden nicht berücksichtigt.

„Wir gehen davon aus, dass die Strompreise auch im Jahr 2022 weiter steigen werden. Hauptursache dafür sind die aktuell sehr hohen Erzeugerpreise an der Leipziger Strombörse (EEX). Hinzu kommt die extrem hohe Belastung von knapp 53 Prozent an Steuern und Abgaben auf den Strompreis. Und auch die Netzentgelte werden nicht sinken. Privathaushalte und Unternehmen sollten sich daher auf höhere Strompreise einstellen.“

Dr. Jörg Heidjann, Geschäftsführer StromAuskunft.de

Prognose zur Entwicklung der Strompreise für das Jahr 2022

Wer in nächster Zeit seine Stromrechnung bekommt oder auf der Suche nach einem günstigen Stromanbieter ist, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn vor allem die Erzeugerpreise steigen gerade sehr stark an. Und beim staatlichen Anteil, der über die Hälfte des Strompreises für Haushalte ausmacht, gibt es aktuell noch keine Entlastung. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Strompreise in Deutschland zwar eine deutliche Reduzierung der EEG-Umlage in Aussicht gestellt, die zu einer Entlastung der Haushalte führen würde. Wir vermuten aber, dass diese Entlastung nicht ausreicht, um die Strompreise auf dem jetzigen Niveau zu stabilisieren.

Erzeugerpreise auf Rekordhoch

Denn am Terminmarkt der Strombörse in Leipzig (EEX) sind die Strompreise aktuell so hoch wie noch nie. Dort kostet die Megawattstunde für Grundlaststrom im September 2021 über 100 Euro, ein neuer Preisrekord. Einen solchen hohen Wert und rasanten Anstieg haben Strompreis – Experten erst viel später erwartet.

Dass die Erzeugerpreise so hoch sind, ist eine Verkettung von mehreren Ursachen. Zum einen ist das Jahr 2021 bislang ein ungewöhnlich „windarmes“ Jahr, so dass durch Windenergie deutlich weniger regenerativer Strom erzeugt wird. Nutznießer davon sind die Kohlekraftwerke, die dann hochgefahren werden, um die Stromlücke zu füllen. Für den schmutzigen Kohlestrom sind aber teure CO2-Zertifikate notwendig, die schließlich zu einer Verteuerung des Stroms führen.

Gleichzeitig sind auch die Preise im Terminmarkt in Leipzig gestiegen. Hier decken sich Versorger für die Zukunft mit Strom ein. Die erhöhten Einkaufskosten werden in der Regel an die Kunden weitergeleitet. Haushalte und auch Unternehmen sollten daher für das Jahr 2022 mit steigenden Preisen rechnen.

Die Beschaffungskosten sind im Unterschied zu Steuern, Umlagen und Netzentgelten der Strompreis-Bestandteil, auf den die Energieversorger tatsächlichen Einfluss haben. Sie machen, inklusive Vertriebskosten und Gewinnmarge, etwa ein Viertel des Strompreises für Privathaushalte aus.

Steuern, Abgaben, Umlagen

Die EEG -Umlage sinkt für das kommende Jahr 2022 deutlich von 6,5 Cent pro Kilowattstunde auf 3,723 Cent. Die Reduktion auf 3,723 Cent bedeutet für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden eine finanzielle Entlastung von knapp 100 Euro. 

Energiemarkt-Experten bezweifeln allerdings, dass die Reduzierung der EEG-Umlage ausreichen wird, um Verbraucher nachhaltig zu entlasten. Einige Politiker denken bereits laut über die komplette Abschaffung der EEG – Umlage nach, damit Strom bezahlbar bleibt und nicht zu einem Luxusgut wird.

Netzentgelte

Die Netzentgelte steigen ebenfalls seit Jahren kontinuierlich an. Die Gebühr für Stromtransport und Messung wird von den Netzbetreibern erhoben und macht knapp ein Viertel des Strompreises für Privathaushalte aus. Sie ist damit der größte Kostenblock auf der Stromrechnung.

Seit 2015 stiegen die Netzentgelte im Durchschnitt um über 25 Prozent. Wer im Jahr 3.000 Kilowattstunden Strom verbraucht, zahlt heute 47 Euro mehr für die Netznutzung als vor fünf Jahren.

Auch 2022 ist bei den Netzentgelten keine Entlastung zu erwarten. So steigt nach neuesten Berechnungen im Wirtschafsministerium der Stromverbrauch durch die Energiewende in den nächsten Jahren stark an. Im Jahr 2030 geht Altmaier von einem Strombedarf bis zu 665 TWh aus, das sind 17 Prozent mehr als 2020.

Die für die Energiewende und den erhöhten Strombedarf benötigten Leitungen fehlen aber noch. Geplant ist dafür der Bau von 12.200 Kilometern neuer Stromtrassen. Die Netzbetreiber haben für die nächsten zehn Jahre einen um 17 Prozent gestiegenen Ausbaubedarf an die Bundesnetzagentur nach Bonn gemeldet und wollen dafür über 16 Milliarden Euro investieren. Das führt wahrscheinlich zu einem weiteren Anstieg der Netzengelte.

Wie sollten Sie als Verbraucher jetzt reagieren?

Um der Kostenlast entgegenzuwirken, empfehlen wir Verbrauchern, ihren Stromtarif zu optimieren, denn hier schlummert in vielen Fällen ein erhebliches Sparpotenzial. Unsere aktuellen Strompreis-Analysen zeigen: Durch einen Wechsel vom Grundversorger zum günstigsten Stromanbieter spart ein Haushalt in Deutschland im bundesweiten Schnitt 224,02 EUR.

Unsere Ratschläge für Haushaltskunden

  • Überprüfen Sie Ihren Stromtarif regelmäßig

    Stiftung Warentest hat festgestellt, dass Verbraucher am meistern sparen, wenn Sie regelmäßig den Anbieter wechseln. Das liegt daran, dass viele Anbieter wechselwillige Kunden mit hohen Bonuszahlungen belohnen, wenn Sie den Anbieter wechseln. Diese Bonuszahlungen bedeuten für den Endkunden dann einen sehr günstigen Strompreis im ersten Jahr. Leider sind gerade Tarife mit attraktiven Bonuszahlungen im zweiten Jahr deutlich teurer. Daher sollten Sie als Verbraucher Ihren Tarif im Auge behalten. Sehr einfach und bequem ist das mit unserem kostenliosen Premium-Wechselservice für Strom und Gas möglich. Damit passen wir dauerhaft automatisch auf Ihren Tarif auf und wechseln auf Wunsch regelmäßig den Anbieter für Sie. 

  • Strompreiserhöhung ablehnen

    Erhöht Ihr Anbieter den Strompreis, sollten Sie unbedingt Ihr geltendes Sonderkündigungsrecht wahrnehmen. Gerne können Sie dazu unser Musterschreiben "Sonderkündigung nach Preiserhöhung" verwenden. Diese und weitere Hilfen finden Sie in unserem Special "Strompreiserhöhung und Sonderkündigungsrecht".

    Wichtig: Machen Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, so setzen Sie das Kündigungsschreiben unbedingt persönlich auf - eine Kündigung durch den neuen Anbieter reicht in diesem Fall nicht aus.

Wie sollten Sie als Unternehmer jetzt reagieren?

Für Unternehmen in Deutschland sind die hohen Strompreise ein Wettbewerbsnachteil im internationalen Geschäft. Insofern ist es für Unternehmen besonders wichtig, günstigen Gewerbestrom zu bekommen. Gewerbekunden, deren aktuelle Lieferverträge auslaufen, stehen vor einer großen Herausforderung. In der Regel müssen Kunden dann zu schlechteren Konditionen neu abschließen.

Unser Ratschlag für Unternehmen

Nutzen Sie unseren kostenlosen Preisvergleich für Gewerbekunden. Wenn Sie mehr als 50.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, dann holen wir für Ihr Unternehmen maßgeschneiderte Angebote ein. Sie können dann in Ruhe die Preise vergleichen und beim günstigsten Anbieter abschließen.

FAQ Strompreise

Mein Energieversorger erhöht die Preise. Muss ich das akzeptieren?

Sie müssen die Preiserhöhung nicht akzeptieren und können Widerspruch dagegen einlegen bzw. Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen. Die Sonderkündigung kann innerhalb einer bestimmten Frist wahrgenommen werden, die in der Mitteilung zur Preiserhöhung genannt wird. Laut Energiewirtschaftsgesetz ...

weiterlesen

Wie spart man Strom?

Um Strom zu sparen, sollten Sie sich zuerst auf die größten Stromverbraucher im Haushalt konzentrieren. Das sind die drei größten Stromfresser im Haushalt: - Waschmaschine und Trockner benötigen ca. 20% des Jahresstromverbrauchs - Kühl & Gefriergeräte verbrauchen ca. 20 % des ...

weiterlesen

Was verbraucht am meisten Strom?

Stromverbrauch im Haushalt: Am meisten Strom im Haushalt verbrauchen TV, Audio und Bürogeräte, gefolgt von Kühlgeräten, Trockner, Waschmaschine und Beleuchtung. Fernseher, Computer, Stereoanlage & Co. TV. Audio und Bürogeräte verbrauchen bis zu 25% des Jahresstromverbrauchs. Hier lässt ...

weiterlesen

Wer legt die Strompreise fest?

Der Stromanbieter legt den Strompreis fest. Allerdings besteht ein Großteil des Stromspreises aus Steuern und Netzentgelten, die vom Staat bzw. den Netzbetreiben einmal pro Jahr festegelegt werden. Insofern ist ein Großteil des Strompreises schon durch Steuern und Abgaben festgelegt. Die ...

weiterlesen

Wie entstehen Strompreise?

Seit der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 1998 wird der Strompreis am Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der in den Kraftwerken produzierte Strom wird ganz ähnlich wie Aktien oder Rohstoffe an der Börse gehandelt. Die Strombörse ist die European Energy Exchange (kurz: EEX) in ...

weiterlesen

Wie setzen sich die Strompreise zusammen?

Im Wesentlichen setzt sich der Strompreis aus den drei Bereichen zusammen 54% des Strompreises bestimmen Steuern und Abgaben 21% des Strompreises bestimmen Strombeschaffung und Vertrieb 25% des Strompreises bestimmen regulierte Netzentgelte Für Haushaltskunden in Deutschland betrug der Anteil ...

weiterlesen

Warum sind die Strompreise in Deutschland so hoch?

Die Strompreise in Deutschland sind im Europa-Ranking ganz vorne. Grund dafür sind vor allem die hohen staatlichen Abgaben, die in Deutschland rund 52% betragen. Die Strompreise eines Landes werden von einer Reihe verschiedener Faktoren beeinflusst. Neben der konkreten Wettbewerbssituation auf ...

weiterlesen

Wer ist der günstigste Stromanbieter?

Es gibt nicht den einen günstigsten Stromanbieter. Je nach Region und Verbrauch können Verbraucher an ihrem Wohnort zwischen rund 100 Versorgern und mehreren hundert Stromtarifen wählen. Welcher Stromanbieter der günstigste ist, lässt sich schnell, kostenfrei und unverbindlich mit unserem ...

weiterlesen

Stromrechnung zu hoch, was tun?

Es gibt viele Gründe für hohe Stromrechnungen und unliebsame Nachzahlungen: Gestiegene Strompreise, ein höherer Verbrauch im Vergleich zu Vorjahren oder schlicht und einfach Abrechnungsfehler des Anbieters. Egal, ob die jährliche Endabrechnung nun einmalig und sprunghaft oder kontinuierlich und ...

weiterlesen

Wie kann ich meine Stromkosten senken?

Um Ihre Stromkosten dauerhaft zu senken sollten Sie an zwei Stellen gleichzeitig ansetzen. Zum einen ist die Wahl des richtigen Stromtarifes entscheidend, denn wir oben gezeigt, sparen Sie dadurch mehrere hundert Euro pro Jahr. Zum anderen können Sie Ihren Stromverbrauch reduzieren. Stromkosten ...

weiterlesen

Aktuelle Nachrichten zum Thema Strompreise

25.10.2021
Die Verbraucherzentrale NRW hat den Kölner Strom- und Gasanbieter Immergrün abgemahnt. Hintergrund ist die Ankündigun...
15.10.2021
Wie das Statistische Bundesamt aktuell bestätigt, sind die Erzeuger-, Import- und Großhandelspreise für Erdgas und St...
14.10.2021
Wie die Nachrichtenagentur Reuters, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Spiegel übereinstimmend berichten, sinkt...
14.10.2021
In ganz Europa steigen die Energiepreise seit Wochen rasant an. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten deshalb Maßna...

Das sagen unsere Kunden: TÜV geprüft, Testsieger und eKomi Gold Siegel


eKomi Siegel Gold StromAuskunft
Kundenzufriedenheit ekomi
Note 4,9 von 5
Insgesamt 192 Empfehlungen
tuev-kundenzufriedenheit-2020.png
Test Bild