Samstag, 04. Dezember 2021

Strompreise in Deutschland - Was kostet Strom?

Empfehlungen

TÜV geprüftes Vergleichsportal,
Wechselservice & Tarifaufpasser

Gaspreise 2022 - Preiserhöhungen sind unvermeidbar

Lange Zeit profitierten Verbraucher in Deutschland von moderaten Gaspreisen. Im Unterschied zu den exorbitant hohen Stromkosten für Privathaushalte lagen die Preise für Erdgas hierzulande viele Jahre sogar unter dem EU-Durchschnitt. Diese Situation hat sich 2021 schlagartig geändert. Befeuert durch explodierende Großhandelspreise auf dem Weltmarkt ist Gas so teuer wie nie zuvor. Damit wächst auch die finanzielle Belastung für Millionen von Haushalten in Deutschland.

Wir beantworten Verbrauchern die dringendsten Fragen: Wohin geht die Reise bei den Gaspreisen 2022? Mit welchen Kosten müssen Haushalte und Unternehmen im kommenden Jahr rechnen? Unsere Prognose lautet:

Die Gaspreiswelle rollt. 2022 müssen Verbraucher mit deutlich steigenden Heizkosten rechnen. Je nach Haushaltsgröße und Verbrauch kann sich die Zusatzbelastung auf mehrere Hundert Euro belaufen. Hauptursache sind die extrem gestiegenen Großhandelspreise für Erdgas infolge der weltweit anziehenden Nachfrage.

Prognose zur Entwicklung der Gaspreise für das Jahr 2022

Millionen von Haushalten in Deutschland wurden von ihren Energieversorgern bereits im Herbst 2021 über anstehende Gaspreiserhöhungen in Kenntnis gesetzt. Dieser Trend wird sich bis zum Jahreswechsel und darüber hinaus fortsetzen. Hauptursache für das plötzliche Preishoch ist die stark anziehende Nachfrage nach Erdgas, die sich aus dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden wiedererstarkten Wirtschaftslage ergeben hat.

Börsenpreise für Gas auf Rekordhoch

Der Börsenpreis für Erdgas hat ein historisches Hoch ereicht. Im November 2021 lag der Preis für eine Megawattstunde bei über 90 Euro. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewegt sich der Börsengaspreis zwischen 10 und 25 Euro - die Kosten haben sich also vervielfacht. Gründe dafür: Viele Gasspeicher in Europa waren zu Beginn der Heizperiode leerer als sonst üblich. Gleichzeitig zog die weltweite Gasnachfrage nach dem Ende vieler Lockdown-Maßnahmen sprunghaft an.

CO2-Preis treibt Heizkosten in die Höhe

Eine zusätzliche Kostenlast müssen Haushalte seit Jahresbeginn 2021 durch die Einführung der CO2-Bepreisung klimaschädlicher Brennstoffe im Verkehrs- und Wärmesektor tragen. Die CO2-Kosten treiben die Preise für Sprit, Heizöl und eben auch Erdgas in die Höhe, denn sie werden in der Regel an die Letztverbraucher weitergegeben. Zweck der CO2-Bepreisung ist es, den Umstieg auf alternative, klimafreundliche Energien und Technologien attraktiver zu machen.

Der CO2-Preis lag zum Zeitpunkt seiner Einführung im Januar 2021 bei 25 Euro pro Tonne. Umgerechnet auf den Energieträger Gas enspricht dies 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Zum Jahresbeginn 2022 steigt der CO2-Preis auf 30 Euro pro Tonne und soll bis 2025 auf 55 Euro pro Tonne klettern. Das bedeutet für Verbraucher: Das Heizen mit konventionellen Energieträgern wird in den kommenden Jahren sukzessive verteuert.

Netzentgelte steigen weiter an

Das Gasnetz bildet nicht nur die Basis für die Wärmeversorgung der Mehrheit aller Haushalte und Unternehmen in Deutschland, es ist auch ein entscheidender Faktor für die Energiewende - etwa im Hinblick auf innovative Power-to-Gas-Technologien, die speicherbare erneuerbare Wärme bereitstellen können. Die Zukunftsfähigkeit des Gasnetzes ist mit entsprechenden Investitionen verbunden, die über die Netzentgelte an die Verbraucher weitergegeben werden. Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Gaspreises für Privathaushalte aus und steigen 2022 um zwei Prozent.

Lesen Sie auch: Strompreise 2022 - unsere Prognose zur Entwicklung der Strompreise in Deutschland.

Wie sollten Sie als Verbraucher jetzt reagieren?

Klar ist: Gaspreiserhöhungen sind in den kommenden Monaten kaum vermeidbar. Um die steigende Kostenlast zumindest abzumildern, empfehlen wir Verbrauchern, ihren Gastarif im Blick zu halten und Schreiben mit einer Preiserhöhung genau zu lesen. Da die günstigen Neutatife aktuell fast doppelt so viel kosten wie noch im Sommer des Jahres, kann es sein, dass Kunden mit einer moderaten Preiserhöhung weniger zahlen, als wenn sie den Anbieter wechseln. Fällt die Preiserhöhung allerdings hoch aus, so sollten Kunden dasgegen Einspruch erheben und von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Gerade bei den Kosten für Heizung und Warmwasser, die den Großteil des Energieverbrauchs im Haushalt ausmachen, schlummert in vielen Fällen erhebliches Sparpotenzial

Unsere Ratschläge für Haushaltskunden

  • Überprüfen Sie Ihren Gastarif regelmäßig

In den allermeisten Fällen sparen Verbraucher dann am meisten, wenn Sie regelmäßig den Anbieter wechseln. Das zeigen sowohl unsere eigenen jahrzehntelangen Erfahrungen auf dem Energiemarkt als auch die Untersuchungen von Verbraucherschützern. Viele Anbieter belohnen wechselwillige Kunden mit attraktiven Bonuszahlungen. Diese Prämien bedeuten einen sehr günstigen Gaspreis im ersten Vertragsjahr. Da die Tarife im zweiten Jahr deutlich teurer werden, sollten Sie als Verbraucher die Preise im Auge behalten. Sehr einfach und bequem ist das mit unserem kostenlosen Premium-Wechselservice für Strom und Gas möglich. Hierbei passen wir dauerhaft und automatisch auf Ihren Tarif auf und wechseln auf Wunsch regelmäßig den Anbieter für Sie.

  • Lehnen Sie Gaspreiserhöhungen ab

Erhöht Ihr Anbieter den Gaspreis deutlich, sollten Sie unbedingt Ihr geltendes Sonderkündigungsrecht wahrnehmen. Gerne können Sie dazu unser Musterschreiben "Sonderkündigung nach Preiserhöhung" verwenden. Diese und weitere Hilfen finden Sie in unserem Themenspecial "Strompreiserhöhung und Sonderkündigungsrecht".

Wichtig: Machen Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, dann setzen Sie das Kündigungsschreiben unbedingt persönlich auf - eine Kündigung durch den neuen Anbieter reicht in diesem Fall nicht aus.

  • Bleiben Sie flexibel

Angesichts der aktuellen Preislage empfehlen wir Verbrauchern, bei einem Anbieterwechsel zunächst einen Vertrag mit kurzer Laufzeit abzuschließen - maximal 12 Monate. Sollten im Laufe des nächsten Jahres wieder günstige Angebote verfügbar sein, können Kunden kurzfristig wechseln.

Wie sollten Sie als Unternehmer jetzt reagieren?

Für Unternehmen bedeuten hohe Energiekosten einen direkten Wettbewerbsnachteil. Gewerbekunden, deren bisherige Gaslieferverträge auslaufen, stehen aktuell vor einer großen Herausforderung: Unter Umständen müssen sie zu schlechteren Konditionen neu abschließen.

Unser Ratschlag für Unternehmen

Nutzen Sie unseren kostenlosen Preisvergleich für Gewerbekunden. Wenn Sie mehr als 50.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, dann holen wir für Ihr Unternehmen maßgeschneiderte Angebote ein. Sie können in aller Ruhe die Preise vergleichen und beim günstigsten Anbieter abschließen.

FAQ Gaspreise

Wie setzen sich die Strom- und Gaspreise zusammen?

Generell setzen sich die Strom- und Gaspreise aus folgenden Bestandteilen zusammen. Zusammensetzung des Strompreises: Beim Strompreis zählt dazu die Energielieferung, die Netznutzung und staatliche Steuern, Abgaben bzw. Umlagen. Gerade der Bestandteil Steuern, Abgaben und Umlagen ...

weiterlesen

Welche Informationen muss die Energierechnung enthalten?

Strom und Gas kosten Geld. Die Abrechnung erfolgt in der Regel per Rechnung. Viele Haushalte erhalten einmal im Jahr eine komplette Abrechnung für einen bestimmten Zeitraum (meist 12 Monate). Für den Kunden ist es natürlich sehr wichtig, dass die Rechnung transparent gestaltet ist und er auch ...

weiterlesen

Wann muss ich als Kunde die Gas- und/oder Stromrechnung bezahlen?

Laut Energiewirtschaftsgesetz müssen Kunden Nachzahlungsforderungen von Strom- oder Gasanbietern innerhalb von zwei Wochen leisten. Im Umkehrfall müssen auch die Energieversorger ein etwaiges Guthaben von Kunden binnen zwei Wochen auszahlen bzw. mit dem nächsten Abschlag verrechnen. Bei ...

weiterlesen

Welche Rechte habe ich, wenn ich Einspruch gegen die Rechnung einlegen will?

Wenn man Kunde bei einem Grundversorger ist und die zugesandte Rechnung merkwürdig vorkommt oder offensichtlich falsche Daten angegeben wurden, ist es das Recht des Endverbrauchers, die Rechnung anzufechten. Dazu gehört auch, einen Zahlungsaufschub oder gar eine Verweigerung der Zahlung ...

weiterlesen

Mein Energieversorger erhöht die Preise. Muss ich das akzeptieren?

Sie müssen die Preiserhöhung nicht akzeptieren und können Widerspruch dagegen einlegen bzw. Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen. Die Sonderkündigung kann innerhalb einer bestimmten Frist wahrgenommen werden, die in der Mitteilung zur Preiserhöhung genannt wird. Laut Energiewirtschaftsgesetz ...

weiterlesen

Aktuelle Nachrichten zum Thema Gaspreise

26.11.2021
Millionen von Haushalten in Deutschland sind derzeit von teils drastischen Strom- und Gaspreiserhöhungen betroffen. Zus...
18.11.2021
Wie verschiedene Marktanalysen aktuell bestätigen, erhöhen hunderte Gas- und Stromversorger aus dem gesamten Bundesgeb...
11.11.2021
Auf Haushalts- und Gewerbekunden des Energieversorgers RheinEnergie kommen nach dem Jahreswechsel höhere Gaspreise zu. ...
26.10.2021
Wie verschiedene Energiemarkt-Analysen bestätigen, werden die Netzentgelte im Jahr 2022 deutschlandweit steigen. Dies h...

Das sagen unsere Kunden: TÜV geprüft, Testsieger und eKomi Gold Siegel


eKomi Siegel Gold StromAuskunft
Kundenzufriedenheit ekomi
Note 4,9 von 5
Insgesamt 237 Empfehlungen
tuev-kundenzufriedenheit-2020.png
Test Bild