Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich

Die Gas-Grundversorgung stellt sicher, dass Haushaltskunden auch ohne zuvor abgeschlossenen Sondervertrag mit Gas beliefert werden können. Grundversorger ist grundsätzlich das Energieunternehmen, das in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung die meisten Haushaltskunden beliefert. Der zuständige Netzbetreiber stellt alle drei Jahre fest, welches Unternehmen diese Funktion übernimmt.
Wer beispielsweise in eine Wohnung einzieht, Gas verbraucht und zuvor keinen anderen Gasliefervertrag abgeschlossen hat, schließt durch die tatsächliche Gasentnahme grundsätzlich einen Vertrag mit dem örtlichen Grundversorger. Für bestimmte Fälle einer Ersatzversorgung gelten allerdings abweichende Regeln.
Die Grundversorgung ist flexibel: Haushaltskunden können den Vertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Ob ein Wechsel zu einem anderen Anbieter Geld spart, hängt vom Wohnort, Verbrauch und den verfügbaren Tarifen ab. Die jüngsten amtlichen Vergleichsdaten zeigen jedoch deutliche Preisunterschiede zwischen den Vertragsarten.
Die Grundversorgung ist eine gesetzlich geregelte Form der Energielieferung für Haushaltskunden. Der örtliche Grundversorger muss seine allgemeinen Preise und Bedingungen öffentlich bekannt geben und leicht auffindbar im Internet veröffentlichen. Grundsätzlich ist er verpflichtet, Haushaltskunden zu diesen Bedingungen mit Gas zu beliefern; das Gesetz sieht allerdings Ausnahmen vor, etwa wenn die Versorgung für das Unternehmen wirtschaftlich unzumutbar wäre.
Welches Unternehmen Grundversorger ist, richtet sich nicht danach, wem das Gasnetz gehört. Grundversorger ist vielmehr das Energieunternehmen, das im jeweiligen Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert. Der Netzbetreiber überprüft und veröffentlicht diese Feststellung alle drei Jahre.
Häufig übernehmen örtliche Stadtwerke diese Rolle, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht. Strom- und Gas-Grundversorger können an derselben Adresse außerdem unterschiedliche Unternehmen sein.
Ein Grundversorgungsvertrag kann ohne ausdrückliche schriftliche Bestellung zustande kommen. Wer als Haushaltskunde Gas aus dem Netz entnimmt und keinen anderen Liefervertrag hat, schließt grundsätzlich durch dieses sogenannte konkludente Verhalten einen Vertrag mit dem zuständigen Grundversorger.
Typisch ist dieser Fall beim Einzug in eine Wohnung mit vorhandenem Gasanschluss, wenn noch kein Sondervertrag mit einem anderen Lieferanten abgeschlossen wurde. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, den Grundversorger über den Einzug und den Beginn der Gasentnahme zu informieren.
Wer bereits vor dem Einzug einen Liefervertrag mit einem anderen Anbieter abschließt, muss dagegen nicht zunächst in die Grundversorgung wechseln.
Grundversorgung und Ersatzversorgung werden häufig verwechselt, sind rechtlich aber nicht dasselbe.
Die Grundversorgung ist ein regulärer Liefervertrag mit dem örtlichen Grundversorger. Sie kann beispielsweise durch die Entnahme von Gas nach einem Einzug entstehen, wenn kein anderer Liefervertrag abgeschlossen wurde. Der Vertrag kann mit zwei Wochen Frist gekündigt werden.
Die Ersatzversorgung greift dagegen, wenn Gas aus dem Netz entnommen wird, dieser Bezug aber keinem konkreten Liefervertrag beziehungsweise keiner regulären Lieferung zugeordnet werden kann. Das kann beispielsweise passieren, wenn ein bisheriger Lieferant seine Belieferung einstellt.
Die Ersatzversorgung dauert höchstens drei Monate. Während dieser Zeit kann der Verbraucher jederzeit einen anderen Gasliefervertrag abschließen. Für die Beendigung der Ersatzversorgung besteht keine Kündigungsfrist.
Besteht nach drei Monaten weiterhin kein anderer Liefervertrag und sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt anschließend grundsätzlich eine Belieferung in der Grundversorgung.
Der Grundversorger darf für die Ersatzversorgung eigene Preise festlegen. Liegen diese über den Preisen der Grundversorgung, gelten besondere gesetzliche Anforderungen an die Berechnung. Die hierfür berücksichtigten kurzfristigen Beschaffungskosten müssen gesondert ausgewiesen werden.
Anders als in der Grundversorgung dürfen Preise der Ersatzversorgung jeweils zum 1. und zum 15. eines Monats neu festgesetzt und ohne vorherige Frist angepasst werden. Der Grundversorger muss die entsprechenden Preise im Internet veröffentlichen und dort auch die Preise der vergangenen sechs Monate bereithalten.
Zum Stichtag 1. April 2025 lag der mengengewichtete durchschnittliche Gaspreis in der Ersatzversorgung laut Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt bei 14,47 Cent pro Kilowattstunde. In der regulären Grundversorgung waren es 13,57 Cent pro Kilowattstunde.
Die Preise unterscheiden sich regional erheblich. Deshalb gibt es keinen einheitlichen deutschen Grundversorgungspreis.
Die jüngsten umfassenden amtlichen Vergleichsdaten stammen aus dem Monitoringbericht 2025 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Zum Stichtag 1. April 2025 ergaben sich folgende mengengewichtete Durchschnittspreise für Haushaltskunden:
|
Vertragsart |
Durchschnittlicher Gaspreis |
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Grundversorgung |
13,57 ct/kWh |
|
Sondervertrag beim örtlichen Grundversorger |
12,07 ct/kWh |
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Vertrag bei einem anderen Lieferanten |
11,56 ct/kWh |
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Ersatzversorgung |
14,47 ct/kWh |
Die Werte sind Stichtags- und Durchschnittswerte. Sie sagen nicht aus, welchen Preis ein einzelner Haushalt heute an seiner konkreten Adresse zahlen muss. Gaspreise unterscheiden sich nach Netzgebiet, Verbrauch, Anbieter und Tarif.
Die Tabelle zeigt aber, dass Haushalte in der Grundversorgung zum damaligen Stichtag im Durchschnitt mehr zahlten als Kunden in Sonderverträgen. Ein Preisvergleich ist deshalb sinnvoll.
Eine pauschale Ersparnis lässt sich nicht seriös versprechen. Entscheidend ist die Differenz zwischen dem eigenen Grundversorgungstarif und einem tatsächlich verfügbaren Alternativangebot.
Für Januar 2026 modellierte die Bundesnetzagentur einen durchschnittlichen Neukundenpreis für Gas von 9,6 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden errechnete die Behörde beim Lieferantenwechsel ein durchschnittliches Einsparpotenzial von rund 360 Euro pro Jahr.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Modellrechnung der Bundesnetzagentur und nicht um eine garantierte Ersparnis für jeden Haushalt. Vor einem Wechsel sollten deshalb die konkreten Tarife an der eigenen Postleitzahl miteinander verglichen werden.
Der Anteil der Gaskunden in der Grundversorgung ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2024 wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur nur noch rund 16 Prozent der Haushaltskunden über einen Grundversorgungstarif beliefert. 2023 waren es noch rund 19 Prozent.
Gleichzeitig stieg die Wechselaktivität. Im Jahr 2025 wechselten rund 2,1 Millionen Haushalte ihren Gaslieferanten. Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur erzielten diese Haushalte dadurch insgesamt eine Ersparnis von rund 126 Millionen Euro.
Das Rekordjahr war bislang 2024. Für dieses Jahr weist die Bundesnetzagentur rund 2,4 Millionen Gaslieferantenwechsel aus.
Am zuverlässigsten lässt sich der Grundversorger über den örtlichen Gasnetzbetreiber feststellen. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, den Grundversorger für sein Netzgebiet regelmäßig festzustellen und die Information zu veröffentlichen.
Auch auf der Gasrechnung finden Verbraucher Angaben zum aktuellen Lieferanten und Netzbetreiber. Wer bereits in der Grundversorgung ist, findet dort außerdem den geltenden Tarif und die Verbrauchskosten.
Bei StromAuskunft können Verbraucher ihre Postleitzahl und ihren Jahresverbrauch in den Gasvergleich eingeben und die verfügbaren Gastarife mit dem örtlichen Vergleichstarif gegenüberstellen.
Ein wesentlicher Vorteil der Grundversorgung ist ihre kurze Vertragsbindung. Nach § 20 GasGVV kann ein Grundversorgungsvertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.
Die Kündigung muss in Textform erfolgen, also beispielsweise per E-Mail oder Brief. Der Grundversorger muss den Eingang der Kündigung unverzüglich bestätigen und den Beendigungszeitpunkt nennen. Für die Kündigung – auch wegen eines Anbieterwechsels – darf kein gesondertes Entgelt verlangt werden.
Wer direkt zu einem anderen Gasanbieter wechseln möchte, kann den neuen Lieferanten normalerweise mit der Abwicklung des Wechsels beauftragen.
Ersatzversorgung beenden: Keine Kündigungsfrist
Für die Ersatzversorgung gilt die Zwei-Wochen-Frist ausdrücklich nicht. Sie kann jederzeit beendet werden, indem ein wirksamer Vertrag mit einem anderen Lieferanten abgeschlossen und die Belieferung aufgenommen wird.
Verbraucher, die in die Ersatzversorgung geraten, sollten daher die dort geltenden Preise prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen. Ob ein sofortiger Wechsel wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von den jeweils verfügbaren Tarifen ab.
Gibt es eine Unterbrechung der Gasversorgung beim Wechsel?
Nein, beim Wechsel des Gasanbieters gibt es keine Unterbrechung der Gasversorgung. Ihre Versorgung ist gesetzlich gesichert, sodass Sie jederzeit mit Gas beliefert werden. Selbst wenn es zu Verzögerungen im Wechselprozess kommen sollte, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein, sodass ...
Kann ich zurück in die Grundversorgung?
Ja, Sie können jederzeit in die Grundversorgung Ihres örtlichen Gasversorgers zurückkehren. Die Grundversorgung steht allen Haushaltskunden offen und kann ohne Vertragslaufzeit oder lange Kündigungsfristen genutzt werden. Um in die Grundversorgung zu wechseln, müssen Sie einfach einen Vertrag ...
Kann ich jederzeit den Gasanbieter wechseln?
Kann ich jederzeit den Gasanbieter wechseln? Grundsätzlich können Sie Ihren Gasanbieter jederzeit wechseln, allerdings gibt es einige Dinge zu beachten. Entscheidend ist die Kündigungsfrist Ihres aktuellen Vertrags. Bei Tarifen mit unbefristeter Laufzeit beträgt die Kündigungsfrist in der ...
Wo finde ich meinen Gaszähler und die Gaszählernummer?
Gaszähler: In Wohnung, Keller oder Treppenhaus In Einfamilienhäusern befinden sich Gaszähler üblicherweise im Keller bzw. im Raum mit den Hausanschlüssen für Gas und Wasser. In Mehrfamilienhäusern sind die Zähler - wenn nicht in der Wohnung selbst - in der Regel im Treppenhaus oder ...
Wer ist mein Gasanbieter?
Von welchem Anbieter Sie aktuell mit Gas beliefert werden, können Sie Ihrer letzten Jahresrechnung entnehmen. Ist diese nicht verfügbar, können Sie Ihren Gasversorger durch die monatlich abgehenden Pauschalbeträge auf Ihren Kontoauszügen ermitteln. Viele Haushalte in Deutschland beziehen ...
Wer ist der beste Gasanbieter?
Den einen besten Gasanbieter gibt es nicht. Je nach Region, lokalem Anbietermarkt und Verbrauch existieren für jeden Haushalt individuell vorteilhafte Tarifangebote. Darüber hinaus gilt: Verbraucher stellen vielfältige Ansprüche an den für sie passenden Gasanbieter - und dabei ist der Preis ...