Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich
Rund 3,7 Millionen Haushalte haben im ersten Halbjahr 2026 ihren Stromanbieter gewechselt, 1,1 Millionen ihren Gasanbieter. Das zeigen neue Zahlen der Bundesnetzagentur. Beim Gas war der Preisvorteil besonders groß. Seitdem sind Neukundentarife jedoch deutlich teurer geworden – beim Strom liegt der durchschnittliche Neukundenpreis inzwischen sogar über dem Niveau der Bestandskunden.
Die Bundesnetzagentur schätzt, dass die Wechsler des ersten Halbjahres 2026 jährlich 331 Millionen Euro beim Strom und 455 Millionen Euro beim Gas sparen – zusammen rund 786 Millionen Euro.
Die Wechselbereitschaft blieb hoch: Rund sieben Prozent der Haushalte wechselten ihren Stromanbieter, knapp neun Prozent ihren Gasanbieter. Beim Strom lag die Zahl der Wechsel rund zwei Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, beim Gas rund zwei Prozent darüber.
Gaskunden zahlten zum Stichtag 1. April 2026 durchschnittlich 12,16 Cent pro Kilowattstunde. Der von der Bundesnetzagentur modellierte Neukundenpreis lag im ersten Halbjahr bei 10,13 Cent. Bei 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht das einer rechnerischen Ersparnis von rund 406 Euro im Jahr, nach rund 264 Euro im Vorjahreszeitraum. Die geschätzte Gesamtentlastung stieg von 285 auf 455 Millionen Euro.
Beim Strom verlief die Entwicklung umgekehrt. Einem Bestandskundenpreis von 37,96 Cent standen durchschnittliche Neukundenpreise von 35,39 Cent gegenüber. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch ergibt das rund 90 Euro im Jahr, nach rund 121 Euro im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtentlastung sank von 454 auf 331 Millionen Euro – vor allem, weil der Abstand zwischen Neu- und Bestandskundenpreisen kleiner geworden ist.
| Kennzahl | Strom | Gas |
|---|---|---|
| Haushalte mit Anbieterwechsel | 3,7 Mio. | 1,1 Mio. |
| Veränderung zum Vorjahreszeitraum | - 2 % | + 2 % |
| Durchschnittlicher Bestandskundenpreis (Stichtag 1.4.2026) | 37,96 ct/kWh | 12,16 ct/kWh |
| Modellierter Neukundenpreis (1. Halbjahr 2026) | 35,39 ct/kWh | 10,13 ct/kWh |
| Modellierter Neukundenpreis (September 2026) | 38,62 ct/kWh | 11,33 ct/kWh |
| Rechnerische Ersparnis pro Haushalt und Jahr | ca. 90 € | ca. 406 € |
| Geschätzte jährliche Gesamtersparnis | 331 Mio. € | 455 Mio. € |
| Gesamtentlastung Vorjahreszeitraum | 454 Mio. € | 285 Mio. € |
Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD, Einzelhandelsdaten Strom und Gas, veröffentlicht am 27. Oktober 2026. Die Berechnungen beruhen auf durchschnittlichen Preisunterschieden und standardisierten Verbrauchswerten. Es handelt sich nicht um individuell nachgewiesene Einsparungen.
Seit dem Frühjahr sind die Beschaffungskosten der Versorger deutlich gestiegen. Die Gasgroßhandelspreise liegen laut Bundesnetzagentur rund 60 Prozent über dem Niveau vom April. Als Treiber nennt die Behörde vor allem geopolitische Unsicherheiten, unter anderem rund um den Iran-Konflikt.
Das schlägt auf neue Verträge durch. Im September lag der modellierte Strompreis für Neukunden bei 38,62 Cent pro Kilowattstunde – rund neun Prozent über dem Durchschnitt des ersten Halbjahres und damit bereits über dem durchschnittlichen Bestandskundenpreis vom April. Beim Gas stieg der Neukundenpreis um rund zwölf Prozent auf 11,33 Cent, blieb aber noch unter dem Bestandskundenniveau. Für Oktober erwartet die Bundesnetzagentur weitere Anstiege. Da Bestandskundenpreise nur zum Stichtag 1. April vorliegen, ist der Vergleich ein Anhaltspunkt.
Die Daten des StromAuskunft Energy Price Data Lab bestätigen den Trend: Der günstigste Stromtarif für Neukunden kostete im bundesweiten Durchschnitt im Juni 23,47 Cent pro Kilowattstunde, im Oktober 30,54 Cent und am 3. November 32,02 Cent – gut ein Drittel mehr als im Juni (3.500 kWh, Grundpreis und Boni eingerechnet).
Zugleich liegen die günstigsten Angebote weiterhin deutlich unter dem von der Bundesnetzagentur modellierten Durchschnittspreis. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob man wechselt, sondern in welchen Tarif.
Für Verbraucher heißt das: Ein neuer Vertrag ist nicht automatisch günstiger als der bestehende. Wer einen günstigen Vertrag mit laufender Preisgarantie hat, sollte ihn nicht vorschnell aufgeben. In der Grundversorgung oder nach einer Preiserhöhung kann sich ein Wechsel dagegen weiterhin deutlich lohnen.
Entscheidend sind die gesamten Jahreskosten, nicht der beworbene Kilowattstundenpreis. In den Vergleich gehören Arbeitspreis, Grundpreis, Boni, Vertragslaufzeit und Preisgarantie.
Vorsicht bei Boni: Sie machen einen Tarif im ersten Vertragsjahr günstiger, entfallen aber meist danach. Wichtig sind deshalb auch die Preise und Bedingungen nach Ablauf der Erstlaufzeit.
StromAuskunft unterstützt Verbraucher deshalb mit einem kostenlosen Strom- und Gasvergleich sowie einem persönlichen Wechselservice. Ziel ist nicht ein möglichst häufiger Anbieterwechsel, sondern eine langfristig wirtschaftlich sinnvolle Energieversorgung.
Besonders wichtig: Kunden sollten angekündigte Strom- oder Gaspreiserhöhungen frühzeitig melden. Nur wenn die neuen Vertragskonditionen bekannt sind, lässt sich zuverlässig beurteilen, ob sich ein Wechsel lohnt.
Über die kostenlose Tarifberatung können Verbraucher ihre Preiserhöhung melden und einen individuellen Energiecheck anfordern:
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Alternativ können Haushalte ihre Tarife direkt selbst vergleichen:
Fazit: Die Wechsler des ersten Halbjahres haben vom Wettbewerb deutlich profitiert, beim Gas stärker als im Vorjahr. Seitdem sind Neukundentarife jedoch spürbar teurer geworden; beim Strom liegt der durchschnittliche Neukundenpreis inzwischen über dem der Bestandskunden. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt deshalb mehr denn je vom eigenen Vertrag ab – und davon, den richtigen neuen Tarif zu finden.
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