Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich
Ein aktueller Fall aus Münster zeigt, wie teuer es werden kann, eine Gaspreiserhöhung einfach hinzunehmen: Der Arbeitspreis eines Haushalts mit einem Jahresverbrauch von 30.000 Kilowattstunden soll zum 5. Oktober 2026 von 8,62 auf 14,57 Cent je Kilowattstunde steigen. Das entspricht einer Erhöhung um rund 69 Prozent.
StromAuskunft hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Preiserhöhung einen neuen Gastarif gesucht und den Anbieterwechsel durchgeführt. Das Ergebnis: Auch der neue Tarif ist teurer als der bisherige Vertrag – aber erheblich günstiger als der angekündigte neue Preis des bisherigen Versorgers.
Im ersten Vertragsjahr spart der Haushalt durch den Wechsel rechnerisch rund 1.170 Euro.
Bei einem konstanten Jahresverbrauch von 30.000 Kilowattstunden ergeben sich aus dem bisherigen Arbeitspreis von 8,62 Cent je Kilowattstunde und dem Grundpreis von 179,93 Euro rechnerische Jahreskosten von 2.765,93 Euro.
Mit dem ab 5. Oktober angekündigten Arbeitspreis von 14,57 Cent je Kilowattstunde würden die Kosten bei identischem Jahresverbrauch auf 4.550,93 Euro pro Jahr steigen. Der Grundpreis von 179,93 Euro pro Jahr bleibt laut Preisanpassungsschreiben unverändert.
Damit würde derselbe Gasverbrauch künftig rund 1.785 Euro mehr pro Jahr kosten. Die rechnerischen Gesamtkosten des Tarifs steigen damit um knapp 65 Prozent.
Der Versorger hat in dem konkreten Fall entsprechend auch den monatlichen Abschlag deutlich angehoben: von bislang 275 auf künftig 377 Euro.
Statt die Preiserhöhung hinzunehmen, wurde unmittelbar ein Tarifvergleich für die Lieferstelle in Münster durchgeführt.
Der ausgewählte neue Gastarif hat einen Verbrauchspreis von 11,04 Cent je Kilowattstunde und einen Grundpreis von 282,65 Euro pro Jahr. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwölf Monaten und eine eingeschränkte Preisgarantie von zwölf Monaten. Vorauszahlung und Kaution sind nicht vorgesehen.
Bei 30.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ergeben sich damit reguläre Jahreskosten von:
30.000 kWh × 11,04 Cent + 282,65 Euro Grundpreis = 3.594,65 Euro.
Gegenüber den angekündigten Kosten des bisherigen Tarifs von 4.550,93 Euro ergibt sich somit bereits ohne Berücksichtigung eines Bonus eine Ersparnis von 956,28 Euro pro Jahr.
Der neue Tarif beinhaltet zusätzlich einen einmaligen Neukundenbonus von 214 Euro. Unter der Voraussetzung, dass die Bonusbedingungen erfüllt werden und der Bonus vollständig ausgezahlt wird, sinken die Kosten im ersten Vertragsjahr rechnerisch auf 3.380,65 Euro.
Damit beträgt die Ersparnis im ersten Jahr gegenüber der angekündigten Preiserhöhung insgesamt 1.170,28 Euro.
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Tarif |
Rechnerische Jahreskosten bei 30.000 kWh |
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Bisheriger Tarif |
2.765,93 € |
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Tarif nach Preiserhöhung |
4.550,93 € |
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Neuer Tarif ohne Bonus |
3.594,65 € |
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Neuer Tarif im 1. Jahr inkl. 214 € Bonus |
3.380,65 € |
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Ersparnis durch Wechsel ohne Bonus |
956,28 € |
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Ersparnis im 1. Jahr inkl. Bonus |
1.170,28 € |
Die Rechnung zeigt allerdings auch: Der Gaspreis bleibt für diesen Haushalt höher als zuvor. Selbst der neue Tarif kostet ohne Bonus rechnerisch rund 829 Euro mehr pro Jahr als der alte Tarif vor der Preiserhöhung. Einschließlich des Neukundenbonus beträgt die Differenz im ersten Jahr noch rund 615 Euro.
Der Wechsel macht Gas also nicht wieder so günstig wie zuvor – er begrenzt aber die Mehrbelastung erheblich.
Das Beispiel aus Münster lässt sich nicht pauschal auf alle Gaskunden übertragen. Preise und verfügbare Tarife unterscheiden sich je nach Postleitzahl, Verbrauch und Vertragsbedingungen. Es zeigt aber, wie wichtig ein Tarifvergleich nach einer Preiserhöhung sein kann.
Verbraucher sollten eine angekündigte Preisänderung nicht nur anhand des neuen monatlichen Abschlags beurteilen. Entscheidend sind vor allem Arbeitspreis, Grundpreis, Jahresverbrauch und die Vertragsbedingungen eines möglichen neuen Tarifs.
Bei einer einseitigen Änderung der Preise oder sonstiger Vertragsbedingungen haben Verbraucher grundsätzlich das Recht, ihren Vertrag zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu beenden.
Wer aktuell eine Gaspreiserhöhung erhält, sollte deshalb nicht vorschnell den höheren Abschlag akzeptieren, ohne die Alternativen zu prüfen.
Schicken Sie uns Ihre Preiserhöhung an wechselservice@stromauskunft.de oder vergleichen Sie direkt Ihren Gastarif. Schon wenige Cent Unterschied je Kilowattstunde können bei Haushalten mit hohem Gasverbrauch mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen – wie der konkrete Fall aus Münster zeigt.
StromAuskunft ist ein TÜV-geprüftes Vergleichsportal und wurde von Stiftung Warentest als Spitzenreiter unter den kostenlosen Wechselservices für Strom und Gas ausgezeichnet.
Unser Rat: Wer eine Preiserhöhung für Gas erhält, sollte möglichst schnell reagieren. Preise prüfen, Jahreskosten ausrechnen und Alternativen vergleichen. Der Fall aus Münster zeigt: Ein Wechsel kann die Mehrbelastung erheblich reduzieren.
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