Billigstrom statt Ökostrom
Freitag, den 25. März 2011Eine von Yahoo! Deutschland veröffentlichte Energiemarkt-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die große Mehrheit der Bundesbürger beim Thema Stromanbieterwechsel finanzielle Aspekte deutlich über den Umweltgedanken stellt. Allerdings: Die Befragung erfolgte wenige Tage vor der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima. Seither berichten zahlreiche Versorger von einem regelrechten Run auf Ökostrom.
Geld oder Gewissen
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen oftmals ganze Welten. Und genau dies gilt auch laut der vorliegenden Studie beim Wechselverhalten deutscher Stromkunden. Zwar befinden mehr als drei Viertel der Befragten die Themen Umweltschutz und Energiesparen grundsätzlich für wichtig – der konkrete Stromtarif wird allerdings nach anderen Maßstäben ausgewählt. Mit einer Quote von über 90 Prozent steht das Kriterium “günstiger Preis” an erster Stelle der Motive für einen Anbieterwechsel. Weiterhin legen 90 Prozent der Befragten Wert auf eine “lange Preisgarantie” und 80 Prozent überzeugt das Argument “guter Service”. Und die Umwelt? Abgeschlagen. Das Kriterium Ökostrom rangiert laut Studie weit hinter den genannten finanziellen Aspekten – 50 Prozent der Befragten stufen klimaschonende Tarife als wichtig ein.
Dass sich die Welt seit Fukushima anders dreht, spüren wir jeden Tag. Und neben der neu eröffneten Atomdiskussion auf politischer Ebene sind auch die Verbraucher beim Thema Stromquellen innerhalb kürzester Zeit neu sensibilisiert worden. Viele Versorger verzeichnen deutlich gestiegene Absätze bei ihren Ökostrom-Angeboten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend auch anhält, wenn die rauchenden Reaktoren auf der anderen Seite des Globus längst einbetoniert sind. Mal abgesehen davon: Billigstrom oder Ökostrom, Geld oder Gewissen – das muss sich nicht zwangsläufig ausschließen. Viele Verbraucher setzen Klimaschutz fälschlicherweise mit hohen Strompreisen gleich. Und das, obwohl die meisten noch immer in der teuersten Tarifart überhaupt stecken: der Grundversorgung. Ökostrom ist schon heute günstiger zu bekommen – rechnen Sie selbst.
Foto © Pixelio, Klaus-Uwe Gerhardt
Eine aktuelle Studie des Beratungsdienstleisters Accenture zeigt: Zwar trauen sich vier von fünf Stromkunden in Deutschland die Optimierung des eigenen Energieverbrauchs grundsätzlich zu, aber nur ein Drittel ist sich der Vielfalt an neuen
Der Sachzwang zum Ausbau des deutschen Stromnetzes ist ein im Prinzip hausgemachtes Problem. Durch die fortschreitende Integration erneuerbarer Energien, speziell der Windkraft, sind bei gleichzeitigem Nichtabschalten von Kohle- und Atomenergie zusätzliche Leitungskapazitäten von Nöten. Es fließt schlichtweg zuviel Strom durch die Trassen. Würde man die konventionellen Energieträger parallel zur Zunahme der erneuerbaren herunterfahren, ließe sich der kostenintensive Netzausbau wohl umgehen. Nicht aber die Interessen der Energiewirtschaft – und so verlegt der Bund lieber neue Kabel, anstatt den Energiemix früher als geplant anzupassen. Entsprechend wenig Akzeptanz findet der anstehende Netzausbau in der Bevölkerung. Im Rahmen einer aktuellen Studie der Universität Magdeburg im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe wurden von neuen Stromtrassen Betroffene befragt. Ergebnis: Um sich überhaupt mit dem Thema Netzausbau anfreunden zu können, fordern die Bürger beispielsweise Mindestabstände der Leitungen von ihren Wohngebieten bzw. eine grundsätzliche Erdverkabelung. Dafür wären viele Befragte sogar bereit, einen höheren
Eine Umfrage von infas, dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft, hat kürzlich ergeben, dass ein Drittel der Verbraucher aus der unbegründeten Angst vor einer Versorgungsunterbrechung nicht den
Der Energieexperte Gunnar Harms hat im Auftrag der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag die Einkaufspreise an der Leipziger Strombörse EEX mit den entsprechenden
Die vor wenigen Tagen in Brüssel präsentierte Untersuchung “Roadmap 2050: A practical guide to a prosperous, low-carbon Europe” zeigt darüber hinaus, dass der Weg in eine
Das Ergebnis gleich vorweg: Beim Qualitätskriterium Kundennähe liegen Ökostromanbieter an der bundesdeutschen Spitze. Auf dem Prüfstand war vor allem das Beratungs- und Informationsangebot für Neukunden. Unter das Sieger-Triumvirat der grünen Anbieter Naturstrom, LichtBlick und Greenpeace Energy (durchweg gut bis sehr gut benotet) mischt sich mit ENTEGA lediglich ein konventioneller Versorger, der zudem ebenfalls über ein umfangreiches Ökostromangebot verfügt. Desweiteren wurden die günstigsten Tarife führender Anbieter hinsichtlich der Verbraucherfreundlichkeit ihrer Vertragsbedingungen getestet. Ergebnis: Bei den konventionellen Versorgern liegt die EnBW-Tochter Yello ganz vorn, unter den Ökostromanbietern kann sich Greenpeace Energy ein weiteres Mal an die Spitze schieben.