Wenn Verbraucher mit der Zahlung ihrer Stromrechnung in Verzug sind, kann ihnen im schlimmsten Fall der Strom gesperrt werden. Energieversorger sind allerdings verpflichtet, ihren Kunden zuvor eine zinsfreie monatliche Ratenzahlung anzubieten.
von Björn Katz
Vor dem Hintergrund eines aktuellen Gerichtsurteils klärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen über Rechte und Pflichten rund um das Thema Stromsperre auf. Lesen Sie hierzu auch unser Themenspecial mit weiteren ausführlichen Tipps und Informationen.
Wenn Haushalte die Stromrechnung nicht begleichen, gilt folgende Regelung: Ab einem Zahlungsrückstand von zwei monatlichen Abschlägen und mindestens 100 Euro dürfen Energieversorger den Stromanschluss sperren. Um Verbraucher vor diesem Szenario zu schützen, gibt es jedoch das Recht auf eine Ratenzahlungsvereinbarung. Es legt fest, dass Energieversorger säumigen Kunden bei hohen Rückständen Ratenzahlungen von bis zu 24 Monaten anbieten müssen.
"Die Folgen einer Stromsperre sind für die Betroffenen gravierend", kommentiert Kolja Ofenhammer, Jurist bei der Verbraucherzentrale NRW. "Eine Ratenzahlungsvereinbarung gibt ihnen die Chance, die Stromsperre abzuwenden und den Zahlungsrückstand auszugleichen."
Ein aktuelles Gerichtsurteil (Februar 2025) unterstreicht die Rechte von Verbrauchern in dieser Angelegenheit. So hatte die NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH für den Ratenzahlungsplan von Kunden Gebühren erhoben. Außerdem beschränkte der Energieversorger die Dauer der Zahlungsvereinbarung auf 12 Monate. Dagegen klagte die Verbraucherzentrale NRW erfolgreich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, das den Verbraucherschützern in beiden Punkten Recht gab.
"Das Urteil bestätigt die Rechte von Verbraucher:innen gegenüber ihrem Energieversoger und schützt sie davor, in eine plötzliche Stromsperre zu rutschen", so Ofenhammer. "Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten brauchen konkrete Hilfsangebote, um ihre Schulden auszugleichen und keine zusätzlichen Hürden, die ihre Situation verschlimmern."