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Ostdeutschlands Braunkohle-Holding EPH warnt vor Kohleausstieg

15.12.2017 | Energienachrichten

Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital hat der Eigentümer der ostdeutschen Braunkohleunternehmen LEAG und MIBRAG vor einem vorzeitigen Kohleausstieg der Bundesrepublik gewarnt. Die Energiewende sei zwar grundsätzlich eine großartige Idee, die Kohle spiele in der Übergangssphase  jedoch eine wichtige Rolle, so Jan Springl, Vorstand der Prager Energieholding EPH, im Interview.

Die tschechische Dachgesellschaft hatte im vergangenen Jahr die ostdeutsche Braunkohlesparte des Energiekonzerns Vattenfall übernommen. Seitdem kontrolliert EPH fast die Hälfte der deutschen Braunkohleförderung. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung würde die Tochterfirmen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier hart treffen.

"Die Kohle wird auch in Deutschland noch mindestens 25 bis 30 Jahre gebraucht", ist Jan Springl überzeugt. Im Capital-Interview betont er, EPH wolle sich in der Lausitz langfristig engagieren - "nicht für die nächsten 100 Jahre, aber auf jeden Fall so lange, bis das Kohlezeitalter einschließlich der Rekultivierungsmaßnahmen vorbei ist".

Auch LEAG-Vorstandschef Helmar Rendez warnt gegenüber Capital vor den ökonomischen und sozialen Folgen eines Kohleausstiegs. Man könne nicht einfach einzelne Kraftwerke schließen, ohne Dominoeffekte in den Tagebauen und damit der gesamten regionalen Wirtschaft auszulösen. Für die Lausitz erwarte man eine faire Chance. "Wir brauchen noch 25 bis 30 Jahre, um hier etwas Neues zu entwickeln. Und diese Zeit möchten wir haben", so Rendez, der im Falle von kurzfristigen Stilllegungen Entschädigungen fordert: "Wer bestellt, muss auch bezahlen. Es gibt in Deutschland keine Berufsverbote oder willkürlichen Enteignungen."

© 2017 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz

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