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Offshore-Windkraft wird immer wettbewerbsfähiger

09.11.2016 | Energienachrichten

Obwohl der Stromerzeugung aus Offshore-Windkraftanlagen ein erhebliches Potenzial zugeschrieben wird, kommt der Ausbau der Windenergie auf See noch immer eher schleppend voran. Hauptgrund dafür sind die hohen Kosten für Bau und Betrieb von Windparks unter den speziellen Bedingungen auf See. Pro erzeugter Megawattstunde liegen diese Kosten bisher zwei- bis dreimal so hoch wie bei Anlagen an Land. Skeptiker bezweifeln daher auch die grundsätzliche Wettbewerbsfähigkeit dieser Art der Stromerzeugung.

Marktanalysten der Unternehmens- und Strategieberatung Roland Berger sehen aktuell jedoch einen Wendepunkt erreicht: Das Ergebnis der Ausschreibung für den neuen Offshore-Windpark "Borssele" in den Niederlanden kommt auf Gesamtkosten von 87 Euro pro Megawattstunde erzeugter Strommenge. Damit hat Borssele den Abstand zu Onshore-Windparks halbiert und liegt heute schon deutlich unter den 115 Euro pro Megawattstunde, die sich die Branche erst für 2020 als Ziel gesetzt hat.

"Die rekordverdächtig niedrigen Stromgestehungskosten beim Borssele-Projekt zeigen das erhebliche Einsparpotenzial für die Offshore-Windkraft", sagt Manfred Hader, Partner von Roland Berger. Laut einer Untersuchung von Roland Berger ist der günstige Preis des niederländischen Windparks vor allem auf vier Faktoren zurückzuführen: optimierte betriebliche Prozesse, technische Innovationen, größere und leistungsstärkere Turbinen sowie mehr Wettbewerb unter den Zulieferern. Hader: "Diese strukturellen Faktoren gelten grundsätzlich für die gesamte Branche."

Zum Vergleich: Bei fossilen Kraftwerken liegen die durchschnittlichen Kosten pro Megawattstunde beim derzeit niedrigen Preis für CO2-Emissionszertifikate zwischen 40 und 60 Euro, bei Windkraft an Land zwischen 40 und 70 Euro und bei Strom aus Photovoltaik zwischen 70 und 130 Euro. "Das Borssele-Projekt mit seinen 87 Euro pro Megawattstunde zeigt deutlich, dass Offshore-Windenergie schon bald zum ernstzunehmenden Wettbewerber für alle anderen Stromerzeugungsmethoden wird", prognostiziert Hader.

© 2016 StromAuskunft.de

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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