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Radioaktiver Atommüll im Atlantik

02.11.2011 | Energienachrichten

Wie das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" berichtet, entweicht im Nordostatlantik seit Jahren Radioaktivität aus versenkten Atommüllfässern. Das Magazin beruft sich dabei auf Erkenntnisse der Kommission zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR), der unter anderem auch Deutschland und die EU angehören.

Für Menschen ist bereits eine Menge von einigen Millionstel Gramm Plutonium im Körper tödlich - dessen Halbwertzeit beträgt fast 90 Jahre. "Report Mainz" zeigt Unterwasseraufnahmen von aufgeplatzten und löchrigen Atommüllfässern, die die Umweltorganisation Greenpeace bereits im Jahr 2000 im Ärmelkanal gefunden hatte. Die letzten Untersuchungen in den Versenkungsgebieten wurden laut Bundesregierung im Jahr 2005 durchgeführt, allerdings mit unbrauchbaren Messergebnissen aufgrund technischer Probleme. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) arbeitet derzeit an einem aktualisierten Bericht über das gesamte radioaktive Material, das versenkt wurde. Dabei handelt es sich um Alpha-, Beta- und Gammastrahler. Zum Teil wurde auch das radioaktive Gas Tritium versenkt. Insgesamt enthalten die Fässer rund zehnmal mehr Radioaktivität als alle Abfälle, die in den Schacht Asse eingebracht wurden.

Laut Verzeichnissen der Nuclear Energy Agency (NEA) und der IAEA versenkten neun Staaten an 15 Stellen im Nordostatlantik bis zum Jahr 1982 insgesamt 114.726 Tonnen Atommüll in 222.732 Fässern. Auch Deutschland ist daran beteiligt - das Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung initiierte sogar die erste internationale Versenkungsaktion. Das Bundesumweltministerium gab auf Anfrage von "Report Mainz" zum Ausdruck, man sehe "keinen Anlass zu regelmäßigen Überwachungen des Versenkungsgebietes". Die in Fischen gemessenen Radioaktivitätskonzentrationen lägen in einem unbedenklichen Bereich.

© 2011 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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