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Hydraulischer Abgleich spart Heizkosten

11.10.2010 | Energienachrichten

Immer noch schlummern in Deutschlands Gebäuden große Energie- und CO2-Einsparpotenziale, deren Aktivierung es eigentlich keiner großen Energiekonzepte bedarf. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden knapp 80 Prozent des Endenergiebedarfs und mehr als 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs durch das Heizen und die Warmwasserbereitung verursacht. Das Schornsteinfegerhandwerk hat in seiner aktuellen Erhebung bis zum Jahr 2009 ermittelt, dass ein Fünftel der rund 13,4 Mio. Öl- und Gasfeuerungsanlagen in Deutschland über 20 Jahre alt ist. Die Wahrscheinlichkeit ist in so einem Fall sehr hoch, dass im Vergleich zu einer neuen Heizungsanlage 30 bis 40 Prozent zu viel Energie verheizt werden.

Wenn eine Heizungsanlage älter als 20 Jahre ist, hat sie im Grunde ihren Zenit überschritten. In solchen Fällen gehen Fachleute davon aus, dass die Heizungsanlage technisch gesehen nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ineffizient arbeitet und durch moderne Heizungstechnik erneuert werden sollte. Klarheit schafft in diesen Situationen der standardisierte Heizungs-Check des Fachhandwerks. Dieser dauert in einem Einfamilienhaus ca. eine Stunde. Dafür erhält man danach konkrete Empfehlungen zu hilfreichen energiesparenden Modernisierungs- oder Optimierungsmaßnahmen. Neben einer Heizungserneuerung durch moderne Öl- oder Gasbrennwerttechnik, einen Holzpelletofen oder eine Wärmepumpe, die durchaus 30 bis 40 Prozent Energieeinsparung bringen kann, könnte auch die Installation einer hocheffizienten Heizungspumpe oder der Tausch der Thermostatregler sinnvoll sein, um den Heizenergie- und Stromverbrauch spürbar zu reduzieren. In jedem Fall raten Experten dazu, den sogenannten Hydraulischen Abgleich an der Heizungsanlage durchführen zu lassen. Dies ist bei Verbrauchern ein noch relativ unbekanntes Verfahren, das z. B. in Kombination mit dem Einbau einer neuen Heizungspumpe 15 bis 20 Prozent der Energiekosten einsparen kann und seit Juli auch Voraussetzung für die Fördermittel im Rahmen des Marktanreizprogramms ist. In der Regel wird der Hydraulische Abgleich ohne großen Aufwand von Fachhandwerksbetrieben durchgeführt.

Doch was genau ist der Hydraulische Abgleich und wofür ist er gut? Wenn Sie beispielsweise im Obergeschoss Ihres Hauses, in einem Raum der am weitesten von der Heizungsanlage entfernt ist, die Heizung sehr hoch aufdrehen müssen, um die gleiche Wärmeleistung wie im Erdgeschoss zu erreichen, dann handelt es sich um eine permanente Überversorgung im System. Diese verbraucht unnötig viel Energie und verschlechtert gleichzeitig die Wohnqualität. Die Ursache liegt darin, dass auch Heizungswasser immer den Weg des geringsten Widerstandes sucht. Da es im verzweigten Heizungssystem verschieden lange Fließwege mit unterschiedlichen Widerständen gibt, muss im Rahmen eines Hydraulischen Abgleichs eine an die Räume und den Wärmebedarf angepasste Verteilung der Wassermengen erfolgen. Dazu montiert der Fachhandwerker nach einer raumspezifischen Wärmebedarfsermittlung evtl. neue voreinstellbare Ventile bzw. Drosseln an den Heizkörpern und regelt diese individuell. Das warme Heizungswasser erreicht damit alle Bereiche der Heizungsanlage gleichzeitig. So wird ein gleichmäßiges, schnelles und vor allem energiesparendes Aufheizen aller Räume sichergestellt.

© 2010 GasAuskunft

Björn Katz, Redaktion GasAuskunft


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