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Atomkraftwerke für Kaltreserve ungeeignet

20.06.2011 | Energienachrichten

Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Kurzstudie des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme ist der Vorschlag der Bundesregierung, ein Atomkraftwerk für ein Jahr in Kaltreserve vorhalten zu wollen, ungeeignet, weil teuer und gefährlich. Ein akuter Stromengpass, beispielsweise im kommenden Winter, sei, so die Studie, ohnehin wenig wahrscheinlich.

Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace: "Es ist richtig und auch die Pflicht der Regierung, Vorsorge für alle nur erdenklichen Extremsituationen bei der Sicherheit der Stromversorgung zu treffen. Der Vorschlag, eines der älteren AKW für ein Jahr als Reserve weiter laufen zu lassen, ist allerdings absurd und unverantwortlich. Zumal der Reservemodus den alten Atommeiler sogar zusätzlich belasten könnte." Laut Studie sind Atomkraftwerke als sogenannte Kaltreserve wenig geeignet und wurden in der Praxis hierfür auch bislang nicht eingesetzt. Geeignete Notreserven bei etwaigen Engpässen müssten in weniger als 36 Stunden zur Verfügung stehen. Aufgrund der komplizierten Anfahrtstechnik hieße das für ein Atomkraftwerk, dass es mehr oder weniger dauerhaft im sogenannten "heißen Standby" laufen müsste. Dies würde abgesehen von hohen Kosten auch zusätzliche Sicherheitsrisiken bedeuten.

Zur Vorsorge vor kurzzeitigen Engpässen empfiehlt die Studie günstigere und sicherere Alternativen als die Kernkraft. Möglich seien neben einem längeren Betrieb bereits bestehender Reservekraftwerke auch Maßnahmen zur Reduzierung der Spitzenlast. So könnten industrielle Großverbraucher beispielsweise gegen finanzielle Kompensationen die Produktion zwischenzeitlich drosseln.

© 2011 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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