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Netzausbau in Deutschland: Stromautobahnen machen Fortschritte

02.06.2021 | Energienachrichten

Nach der offiziellen Inbetriebnahme des Seekabels "NordLink", das die Stromnetze Deutschlands und Norwegens verbindet, sieht die Bundesnetzagentur die weiteren im Zuge der Energiewende geplanten Stromautobahnen auf einem guten Weg.

Auf NordLink folgen SuedLink und SuedOstLink

Für die kommenden Stromnetzprojekte "SuedLink" (Schleswig-Holstein - Süddeutschland) und "SuedOstLink" (Sachsen-Anhalt - Bayern) sei die Bundesfachplanung abgeschlossen, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Die Korridore, in denen die Leitungen verlegt werden sollen, stehen damit fest." Im sich jetzt anschließenden Planfeststellungsverfahren werde der detaillierte Verlauf festgelegt. Über die inländischen Stromautobahnen soll der überwiegend im Norden produzierte Windstrom in die Verbrauchszentren in der Mitte und im Süden Deutschlands transportiert werden.

Erdkabel führen zu Verzögerungen

Bei der Planung der Nord-Süd-Trassen war es zu Verzögerungen gekommen, weil die Politik infolge von Bürgerprotesten den vermehrten Einsatz von Erdkabeln statt Freileitungen beschlossen hatte. "Das war eine richtige Entscheidung, hat aber eine völlige Neuplanung nötig gemacht", so Netzagentur-Chef Homann. Derzeit ist beispielsweise noch unklar, ob SuedLink im Jahr 2026 fertiggestellt werden kann, oder sich das Projekt bis 2028 verschiebt.

NordLink verbindet Stromnetze von Deutschland und Norwegen

Das rund zwei Milliarden Euro teure Projekt NordLink verbindet die Strommärkte Deutschlands und Norwegens und gilt als Meilenstein für die grenzüberschreitende Energiewende. Ende letzter Woche wurde das Seekabel von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg offiziell eingeweiht. NordLink verläuft zwischen Wilster in Schleswig-Holstein und dem südnorwegischen Tonstad. Von den insgesamt 623 Kilometern Länge sind 516 am Grund der Nordsee verlegt.

Über das Seekabel fließt - je nach Verfügbarkeit und Bedarf - deutscher Windstrom nach Norwegen bzw. norwegischer Ökostrom aus Wasserkraft nach Deutschland. Die riesigen Wasserkraftwerke Norwegens können so als indirekter Speicher für Überschüsse aus deutschen Windparks dienen. Im Gegenzug kann die Bundesrepublik witterungsbedingte Schwankungen bei der erneuerbaren Energieversorgung durch Wasserkraft aus Norwegen ausgleichen.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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