Samstag, 14. Dezember 2019

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Solaranlage betreiben - Schritt für Schritt

Ist die Solaranlage geplant und installiert, kann Sie in Betrieb gehen und klimafreundlichen Sonnenstrom produzieren. Doch auch der laufende Betrieb stellt Eigentümer vor Fragen und Herausforderungen:

  • Was ist bei der Wartung der Solaranlage zu beachten?
  • Wie funktioniert die Stromeinspeisung?
  • Wie lässt sich die Anlage vor Schäden schützen?

Wir geben Ihnen Tipps und Informationen zum sachgerechten Betrieb Ihrer Solaranlage.

1. Wartung

Eine regelmäßige Wartung der Solaranlage stellt sicher, dass diese effizient arbeitet und langfristig Erträge erwirtschaftet. Zudem verlangen die Garantiebestimmungen einige Hersteller jährliche Wartungen.

Grundsätzlich sollten Sie auf einen professionellen Wartungsdienst setzen. Den aktuellen Zustand können Sie jedoch anhand verschiedener Anhaltspunkte selbst prüfen. Kontrollieren Sie dazu regelmäßig die Erträge, die die Anlage erbringt, und vergleichen sie die Werte mit öffentlichen Datenbanken oder den eigenen Vorjahreswerten. Fällt hier ein deutlicher Rückgang der Erträge auf, sollte die PV-Anlage vom Fachbetrieb kontrolliert werden.

Professionelle Wartung - darauf sollten Sie achten

Viele Anlagenbetreiber schließen mit dem Anbieter, der das PV-System installiert hat, einen Wartungsvertrag ab. Was genau Gegenstand eines solchen Wartungsvertrags ist, variiert von Anbieter zu Anbieter. Achten Sie dabei folgende Details:

  • Wie häufig erfolgen die Wartungsarbeiten?
  • Welche Komponenten werden bei der Wartung kontrolliert (Solarmodule, Verkabelung, Wechselrichter, Zähler, Montagesystem)?
  • Ist eine ereignisabhängige Sichtkontrolle (z.B. nach Hagel) im Vertrag inkludiert?
  • Ist der Austausch von Verbrauchsmaterialien Teil des Wartungsvertrags?
  • Wird nach Wartung ein Ergebnisprotokoll erstellt und ausgehändigt?
  • Wie hoch sind die Kosten des Wartungsvertrags?

Grundsätzlich sollte die Wartung im jährlichen Rhythmus erfolgen. Eine Sichtkontrolle der Solarmodule empfiehlt sich vierteljährlich, da starke Verschmutzungen die Leistung der Anlage deutlich beeinträchtigen können.

2. Stromeinspeisung

Um überschüssigen Strom ins Netz einspeisen zu können, muss zunächst ein Vertrag mit dem örtlichen Netzbetreiber abgeschlossen werden. Dieser vergütet ihnen dann die eingespeiste Strommenge. Die Höhe der Einspeisevergütung ist gesetzlich geregelt. In der Praxis wird eine Kalkulation über die jährliche Einspeisemenge vorgenommen, und Sie erhalten darauf basierende monatliche Abschläge. Am Jahresende wird die Kalkulation mit der tatsächlich eingespeisten Strommenge verrechnet, und die Abschläge werden angepasst.

Einspeisevergütung und Steuern

Da Sie über die Einspeisevergütung Einnahmen generieren, müssen Sie hierfür Steuern zahlen. Dabei ist zwischen Ertrags-, Umsatz- und Gewerbesteuer zu unterscheiden. Zudem müssen Sie eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung beim Finanzamt vorlegen.

  • Ertragssteuer

Ist in einem 20-jährigen Zeitraum zu erwarten, dass die Einnahmen durch die Einspeisevergütung höher liegen als die Ausgaben (Anschaffungskosten + Betriebskosten), müssen auf den Gewinn Steuern gezahlt werden. Wird kein Gewinn erwartet, sind keine Steuern zu zahlen, und das Finanzamt geht diesbezüglich von einem "Hobby" aus. Privatpersonen gehen in der Regel von einem Verlust aus, um Steuerzahlungen und bürokratischen Aufwand zu vermeiden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Solaranlage deshalb unrentabel ist. Denn: Ihr größter (finanzieller) Gewinn ist der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms, den Sie direkt auf Ihrer Stromrechnung einsparen. Bei den derzeitigen Strompreisen und Vergütungssätzen ist der Eigenverbrauch ohnehin deutlich rentabler als die Einspeisung.

  • Umsatzsteuer

Entscheiden Sie sich für eine regelmäßige Einspeisung und gehen daher von einem Gewinn aus, sind Sie ab einem jährlichen Umsatz von 17.500 Euro verpflichtet, die Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen an den Netzbetreiber auszuweisen. Ihr Vorteil: Sie können sich die Umsatzsteuer, die Sie für die Anschaffung, Wartung und Reparatur der Anlage zahlen, vom Finanzamt zurückholen. Ihr Nachteil: Sie zahlen Ertragssteuern. Alternativ können Sie sich die Umsatzsteuer sparen, wenn Sie unter dem jährlichen Betrag bleiben. Die Kosten der Solaranlage lassen sich dann jedoch umsatzsteuerlich nicht mehr geltend machen.

  • Gewerbesteuer

Installieren Sie eine kleine PV-Anlage auf Ihrem privaten Hausdach, benötigen Sie in der Regel keine Gewerbeanmeldung und müssen so auch keine Gewerbesteuer zahlen. Als "klein" gelten Solaranlagen mit einer Fläche von bis zu ca. 30 qm. Ist Ihre Anlage größer, entscheidet der Einzelfall darüber, ob eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist. Hierbei gilt: In der Anfangsphase, wenn durch die hohen Kosten für Anschaffung und Installation der Anlage kein Gewinn erwirtschaftet wird, besteht keine Gewerbepflicht. Diese tritt erst ein, wenn der Gewinn die Kosten deutlich überschreitet.

3. Versicherung

Um ihre Investition zu schützen, schließen viele Anlagenbetreiber eine Versicherung ab. Dabei sollten Sie zunächst prüfen, ob Ihre Haftpflichtversicherung die Solaranlage eventuell mit einschließt. Ist das nicht der Fall, können Sie über eine Betreiber-Haftpflicht nachdenken. Alternativ bietet sich eine Allgefahrenversicherung an. Überprüfen Sie auch hier zunächst, ob Ihre Wohngebäudeversicherung die Solaranlage bereits abdeckt. Ist das nicht der Fall, kann eine gute Allgefahrenversicherung schützen gegen:

  • Witterungseinflüsse (Hagel, Blitzschlag, Frost, Sturm, Schnee, Hochwasser, Erdrutsch)
  • Brand und Explosion
  • Raub, Diebstahl und Vandalismus
  • Bedienungsfehler
  • Allmählichkeitsschäden
  • Ertragsausfälle

Kontrollieren Sie den jeweiligen Leistungsumfang der Versicherung, da jedes Paket andere Kosten abdeckt. Überprüfen Sie dabei auch

  • eine eventuelle Selbstbeteiligung,
  • maximale Deckungssummen und
  • eventuelle Schadensauschlüsse.

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