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Kritik an Klimaverhandlungen

09.11.2009 | Energienachrichten

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht das Zustandekommen eines verbindlichen Klimaschutzabkommens in Kopenhagen weiter in Frage gestellt. Bei den heute in Barcelona zu Ende gegangenen letzten Vorverhandlungen zur Weiterführung des Kyoto-Vertrages habe sich leider nur wenig bewegt. Die bisher vorliegenden Zusagen der Industriestaaten, ihren Kohlendioxidausstoß um maximal 23 Prozent zu verringern, genügen laut BUND nicht, um das angestrebte Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius auch tatsächlich zu erreichen. Es fehle außerdem weiterhin das klare Bekenntnis der reichen Nationen zur Finanzierung von Umweltschutzmaßnahmen in den sogenannten Entwicklungsländern.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Barcelona hat den Druck auf die Verhandelnden zwar erhöht und die Dringlichkeit von mehr Klimaschutz wieder in den Fokus der Politik gerückt. Aber das Gesamtergebnis ist leider äußerst dünn. Kein einziger Industriestaat setzt auf den erforderlichen hundertprozentigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Stattdessen werden auch in Deutschland Dutzende neuer Kohlekraftwerke geplant, wird die Ausbeutung fossiler Ressourcen in großem Stil vorangetrieben und in den Klimaschutz gefährdende Industrieprojekte im Süden investiert. Der globale Klimaschutz wird scheitern, wenn neue Öl- und Gaspipelines gebaut werden, Atomkraftwerke länger laufen und sich die Industrie weiter aus ihrer Verantwortung stiehlt."

Für einen wirksamen Klimaschutz müssten die Industriestaaten ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 45 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Um dies zu erreichen gehören laut BUND der ambitionierte Ausbau erneuerbarer Energien, die umfassende Anwendung von Energiesparmaßnahmen und die Abschaffung ökologisch nachteiliger Subventionen auf die politische Agenda. Weiger: "Den in Barcelona anwesenden Beamten fehlte das politische Mandat, die bislang schwachen Zusagen der Industriestaaten zu erweitern. Nach Kopenhagen müssen die Staatschefs reisen, damit die notwendigen Entscheidungen zum weltweiten Klimaschutz getroffen werden können. Wenn es darauf hinausläuft, dort lediglich eine politische Absichtserklärung zu verabschieden, droht die Fortsetzung des Kyoto-Abkommens zu scheitern."

Mehr zum Thema Klimaschutz bei StromAuskunft.

© 2009 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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