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Anbieterwechsel für Strom und Gas - Wissenschaftler untersuchen Wechselservices

20.01.2020 | Energienachrichten

Dass sich das regelmäßige Wechseln des Stromanbieters finanziell lohnt, haben bereits einige Studien untersucht:

  • Verbraucherzentrale Niedersachsen: "Mindestens einmal pro Jahr sollte der Stromtarif überprüft werden."
  • Stiftung Warentest: "Wer nicht regelmäßig den Strom- und Gasanbieter wechselt, verschenkt viel Geld."
  • Bundesnetzagentur: "Ein Lieferanten- oder Vertragswechsel für Haushaltskunden in der Grundversorgung lohnt fast immer. Hierzu ermuntern wir Verbraucher."
  • StromAuskunft.de: "In einer Simulation haben wir jedes Jahr den Anbieter gewechselt und kamen auf rund 280,- Euro Ersparnis pro Jahr und Wechsel."

 

Aber trotz der attraktiven finanziellen Einsparungen ist die Wechselquote von Verbrauchern zwischen Energieversorgern eher gering. "Rund 10% der Haushalte in Deutschland wechseln jedes Jahr den Stromanbieter, die Hälfte davon wechselt den Anbieter bedingt durch einen Umzug. Zieht man diese ab, so wechseln nur rund 5 % der Deutschen aktiv den Stromanbieter, um Geld zu sparen" sagt Dr. Jörg Heidjann, Energieexperte von StromAuskunft.de.

Was sind also die Hürden aus Verbrauchersicht? Und können Wechselservices die Wechselbereitschaft der Verbraucher erhöhen? Diesen Fragestellungen gehen jetzt Wissenschaftler um Professor Löschel vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Mikroökonomik insb. Energie- und Ressourcenökonomik der Universität Münster zusammen mit dem Verbraucherportal StromAuskunft.de auf den Grund.

"Eine bekannte Hürde sind die sogenannten Such- und Wechselkosten, die es Verbrauchern erschweren zum günstigsten Anbieter zu wechseln. Speziell beim Stromanbieterwechsel sind Such- und Wechselkosten relevant. In Japan haben Wissenschaftler für die Höhe der Such- und Wechselkosten rund 50 - 100 Euro ermittelt", berichtet Gerald Hagen Zunker von der Universität Münster, Leiter der Studie. Eine weitere Hürde ist, dass Verbraucher Strom nicht als homogenes Gut betrachten, sondern Präferenzen für gewisse Anbieter oder Eigenschaften haben.

Insbesondere die lokalen Versorger, also in der Regel die Stadtwerke vor Ort, haben weniger Wechsel bei den Kunden. Auch 20 Jahre nach der Liberalisierung des Strommarktes werden noch 75% der Haushalte in Deutschland vom lokalen Versorger mit Strom beliefert und 27% aller Stromkunden sind noch der teuren Grundversorgung.

Dass aktuell mit den Wechselservices ein neuer Markt entsteht, ist unbestritten. Auf rund 100.000 Kunden schätzt Heidjann die Zahl der Kunden, die in Deutschland derzeit durch Wechselservices für Strom und Gas betreut werden, Tendenz steigend. StromAuskunft selber betreut derzeit gut 10.000 Kunden im Rahmen eines Wechselservices, 3 von 4 Neukunden registrieren sich bei dem Portal für den kostenlosen Premium Wechselservice. "Unser Ziel ist es, die Such- und Wechselkosten soweit zu reduzieren, dass möglichst viele Kunden mit dem kostenlosen Wechselservice von der möglichen jährlichen Ersparnis profitieren", sagt Dr. Jörg Heidjann.

Über die Studie

Das Ziel des Forschungsprojekts "Automatisches Wechseln - Determinanten, Effekte und Potentiale" ist eine wissenschaftliche Analyse des Automatischen Wechselns.

Es erforscht,

(a) die Determinanten des Automatischen Wechselns (Versorger, Tarifart, Preis, Sicherheit, Qualität, Grad der Automatisierung, Eigenschaften des Kunden etc.),

(b) die Effekte des Automatischen Wechselns (Vorteile, Nachteile, Gewinner, Verlierer, Auswirkungen auf Versorger, Reaktion der Versorger, monetäre Einsparungen, Opportunitätskosten, Stromverbrauch, etc.), und

(c) die Potentiale des Automatischen Wechselns (Größe des jetzigen Marktes, Größe des zukünftigen Marktes, Möglichkeiten der Weiterentwicklung, etc.).

Die Fragestellungen werden anhand von Daten, die von stromauskunft.de bereitgestellt werden, untersucht. Weitere Fragestellungen können sich im Verlauf des Forschungsprojekts ergeben. Die Studie wird durchgeführt am Lehrstuhl für Mikroökonomik insb. Energie- und Ressourcenökonomik der Universität Münster, Prof. Löschel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

So funktioniert ein Wechselservice - am Beispiel StromAuskunft.de

Um den Premium Wechselservice zu initialisieren, erteilt der Kunde der Wechselplattform "stromauskunft.de" eine Gattungsvollmacht und stellt personenbezogene Daten (Name, Adresse, Bankverbindung, aktueller Stromverbrauch, aktueller Stromversorger) sowie Präferenzen bezüglich möglicher neuer Stromverträge (Dauer, Kündigungsfrist, Ökostrom usw.) zur Verfügung. Ein Algorithmus identifiziert die günstigsten und besten verfügbaren Verträge und der Kunde wählt seinen bevorzugten Vertrag. Der Rest (Kündigung beim alten Versorger, Anmeldung beim neuen Versorger) wird von "stromauskunft.de" übernommen.

Anschließend wird dem Kunden eine jährliche Wechsel-Erinnerung zugeschickt und er kann per "Maus-Klick" auf den bevorzugten Vertrag wechseln. Die personenbezogenen Daten und Präferenzen müssen nicht erneut angegeben werden.

Alternativ zur jährlichen Wechsel-Erinnerung können Kunden ihren Wechsel auch vollständig automatisieren lassen. Dabei wird, wenn möglich und sinnvoll, der laufende Vertrag des Kunden gekündigt und stattdessen ein neuer und günstigerer Vertrag abgeschlossen. Kunden haben immer ein Widerspruchsrecht und können innerhalb von 14 Tagen den Wechsel kostenlos widerrufen.


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