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Agora Energiewende: Kohleausstieg führt nicht zu steigenden Strompreisen

14.08.2019 | Energienachrichten

Die Forscher der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende haben die Ergebnisse der Kohlekommission und deren energiewirtschaftliche Bedeutung analysiert. Fazit der Experten: Der angestrebte Ausstieg Deutschlands aus der Kohleverstromung habe bei gleichzeitigem Ausbau erneuerbarer Energien kaum Auswirkungen auf die hiesigen Strompreise.

Eine Kilowattstunde Strom werde im Jahr 2030 nur etwa ein Prozent mehr kosten als heute, wenn wie vorgesehen die Kohleverstromung um zwei Drittel zurückgehe und der Anteil regenerativer Energien auf 65 Prozent steige. Auch der energieintensiven Industrie gewährleiste der Kohlekompromiss weiterhin wettbewerbsfähige Strompreise.

Im Rechenmodell von Agora Energiewende wurde der Kohleausstieg nach den Empfehlungen der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" mit einem "Weiter-wie-bisher-Szenario" verglichen. Unter dem Strich würden Privathaushalte beim Ausstiegsszenario im Jahr 2030 schätzungsweise 0,4 Cent mehr pro Kilowattstunde Strom bezahlen als heute. Größter Kostenpunkt bleiben laut Analyse die Netzentgelte.

Die Empfehlungen der Kohlekommission ordnet Agora-Direktor Patrick Graichen wie folgt ein: "Auch wenn der Kohlekompromiss erst 2038 als Enddatum nennt, dürfte der tatsächliche Kohleausstieg im Zuge der alle drei Jahre stattfindenden Überprüfungen früher kommen. Der regulierte Kohleausstieg, entsprechend den Vorschlägen der Kohlekommission, gibt dabei den Kohleregionen Sicherheit beim Strukturwandel, unterstützt sie durch umfangreiche Strukturhilfen in Höhe von jährlich zwei Milliarden Euro und garantiert, dass kein Beschäftigter ins Bergfreie fällt. Deswegen ist der Kohlekompromiss so wertvoll und sollte jetzt eins zu eins umgesetzt werden."

Gemäß dem Ausstiegsfahrplan der Kommission wird die Kohlekraft in Deutschland 2030 noch bei einer Restleistung von 17 Gigawatt liegen, aktuell sind es 41. Mit diesem Rückgang werden die jährlichen CO2-Emissionen im Stromsektor von 319 auf 182 Millionen Tonnen - und damit um 60 Prozent - sinken.


© 2019 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz


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