Bei dynamischen Stromtarifen richten sich die Kosten nach den stundenaktuellen Börsenstrompreisen. Haushalte, die über einen Smart Meter verfügen und ihren Verbrauch gezielt anpassen, können auf diese Weise Hunderte Euro im Jahr sparen, sagen die Marktexperten von Finanztip und nennen empfehlenswerte Anbieter.
von Björn Katz
Knapp eine Million Haushalte werden bis Ende 2025 über einen intelligenten Stromzähler, einen sogenannten Smart Meter, verfügen. Das betrifft vor allem Verbraucher mit PV-Anlage, Wärmepumpe und Wallbox, denn für diese ist der Einbau inzwischen verpflichtend. Smart Meter erfassen den Stromverbrauch im Haushalt in Echtzeit - eine wichtige Voraussetzung für die meisten dynamischen Stromtarife. Und weil Nutzer von Wärmepumpen und E-Autos einen generell erhöhten Verbrauch aufweisen, lohnt sich ein dynamisches Tarifmodell in diesen Fällen ganz besonders.
"Wer seinen Stromverbrauch flexibel gestaltet, kann auf der Stromrechnung sparen", sagt Finanztip-Energieexperte Benjamin Weigl. Aktuelle Berechnungen des Verbraucherratgebers zeigen: Wird ein Elektroauto konsequent in Zeiten günstiger Strompreise geladen, spart der dynamische Stromtarif rund 300 Euro im Jahr.
Experte Weigl führt aus: "Erfahrungsgemäß sind morgens und abends teure Stunden, wenn in den Privathaushalten viel Strom verbraucht wird. Daher empfehlen wir intelligente Steuerungen oder Apps, die den Stromverbrauch in besonders günstige Phasen verlagern. So lassen sich die Wärmepumpe oder das Laden eines E-Autos optimal timen." Viele Anbieter dynamischer Tarife würden die Preise des kommenden Tages via App oder Kundenportal anzeigen, so dass Nutzer den Verbrauch entsprechend planen könnten.
Finanztip hat 20 bundesweit verfügbare dynamische Tarifangebote verglichen. Sie wurden ausgewählt, weil sie verbraucherfreundliche Kriterien erfüllen, maximal einen Monat Vertragslaufzeit haben und ihre Gebühren transparent machen. Vier Stromtarife konnten letztlich überzeugen:
"Im Vergleich zu einem herkömmlichen Stromtarif lohnt sich ein dynamischer Tarif nur, wenn man es schafft, den Großteil des Verbrauchs in günstige Preisslots zu verschieben", erklärt Benjamin Weigl. Nicht geeignet seien dynamische Modelle für Haushalte, die ihren Stromverbrauch nicht flexibilisieren können oder wollen. "Denn hier überwiegt das Risiko hoher Börsenstrompreise", so Weigl.
Finanztip rät Haushalten mit Smart Meter und flexiblem Stromverbrauch, die sich für einen dynamischen Tarif interessieren, unbedingt auf eine kurze Mindestvertragslaufzeit von höchstens einem Monat zu achten. So lasse sich das Prinzip ohne großes Risiko ausprobieren, und der Wechsel zurück in einen konventionellen Stromtarif sei jederzeit möglich.
Weitere ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Seite Dynamische Stromtarife.