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ARD-Recherche: Experten prognostizieren Strompreis von 37 Cent

07.10.2021 | Energienachrichten

In den kommenden zwei Jahren könnte der Strompreis in Deutschland von derzeit knapp 32 auf 37 Cent pro Kilowattstunde steigen. Das zeigen Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus. Ausschlaggebend sei demnach vor allem der zu langsame Ausbau erneuerbarer Energien.

Deutschland droht Stromlücke 2030

Energieexperte Detlef Stolten vom Forschungsinstitut Jülich bei Aachen hat für Plusminus die künftige Stromversorgung Deutschlands berechnet. In seinem Modell geht der Wissenschaftler davon aus, dass bis 2030 die Hälfte aller Haushalte energiesparende Elektrogeräte nutzt. Außerdem setzt er voraus, dass Deutschland bis 2030 jährlich so viel regenerative Erzeugungskapazität zubauen kann wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Sein Fazit: Unter den gegebenen Bedingungen bliebe eine Stromlücke von 60 Terawattstunden. Das wiederum entspreche rund zehn Prozent des Strombedarfs im Jahr 2030.

Stolten warnt: "Man kann nicht (...) sagen, wir machen so weiter - dann laufen wir in eine große Stromdeckungslücke. Da muss deutlich ein Ruck durch Deutschland gehen!" Wenn so wenig Solar- und Windkraft ausgebaut werde wie in der jüngeren Vergangenheit, werde die Stromlücke mit knapp 140 Terawattstunden noch dramatischer ausfallen und mehr als einem Fünftel des Strombedarfs 2030 entsprechen, so Stolten.

Teure Stromimporte statt Blackout

Das Schreckensszenario von Blackouts in Deutschland erwarte er nicht - das ist Stolten wichtig zu betonen. Vielmehr würde die Bundesrepublik den fehlenden Strom aus Nachbarländern importieren. Zudem müssten die fossilen Reservekraftwerke in Deutschland angefahren werden. Beides treibe den Strompreis erheblich in die Höhe.

Auch Jürgen Karl von der Universität Nürnberg-Erlangen ist sich im Interview mit Plusminus sicher, dass sich eine grüne Stromlücke in jedem Fall auf den Preis niederschlagen werde: "Es wird nicht nur auf dem Energiemarkt zur Preisexplosion kommen, sondern diese Preisexplosion wird sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Also billiger wird es ganz bestimmt nicht." Karl rechnet damit, dass der Strompreis für Haushaltskunden bis 2023 auf etwa 37 Cent pro Kilowattstunde steigen könnte. Das wären gut fünf Cent mehr als gegenwärtig und würde für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden jährliche Mehrkosten von 175 Euro bedeuten.

-> Info-Tipp: So viel können Verbraucher durch einen Stromanbieterwechsel sparen.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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