Energiebranche erwartet steigende Strompreise 2022
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Energiebranche erwartet steigende Strompreise 2022

23.02.2021 | Energienachrichten

Schon jetzt zahlen Verbraucher in Deutschland Rekord-Strompreise. Allen Beteuerungen und Maßnahmen der Bundesregierung zum Trotz ist die Kostenlast für Stromkunden im Verlauf der Coronakrise nicht gesunken. Branchenvertreter kündigen für das kommende Jahr 2022 sogar den nächsten Preisschub an.

Maßnahmen der Bundesregierung sind "Tropfen auf dem heißen Stein"

Der Bund schießt in diesem Jahr knapp 11 Milliarden Euro zu, um die EEG-Umlage zu deckeln. Sie macht gut ein Fünftel des Strompreises für Privathaushalte aus und wäre anderenfalls Corona-bedingt dramatisch explodiert. Trotzdem wollen nur wenige Stromanbieter in Deutschland ihre Preise senken. Beim Gros der Versorger ändert sich nichts, einige Unternehmen verteuern ihre Tarife sogar. Klaus Steiner, Stadtwerke-Geschäftsführer und zugleich Vorsitzender des Verbandes der Bayerischen Energiewirtschaft, erwartet nach dem Ende der Coronakrise keine Entlastung. Stattdessen geht er von weiterhin steigenden Strompreisen aus. Warum ist das so?

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt Steiner, die Deckelung des EEG-Kontos aus Steuermitteln sei lediglich ein "Tropfen auf dem heißen Stein". Denn die Großhandelspreise an der Strombörse würden steigen. Hinzu komme die extrem hohe Belastung von knapp 53 Prozent an Steuern und Abgaben auf den Strompreis. Auch die Netzentgelte würden derzeit nach oben zeigen - vor allem in ländlichen Regionen.

Steigender Stromverbrauch nach Corona

Wenn sich das Stromverbrauchsverhalten nach der Coronakrise wieder normalisiert habe, erwartet Klaus Steiner einen ansteigenden Bedarf. Und das vor dem Hintergrund, dass Kohle- und vor allem Kernkraftwerke sukzessive vom Netz genommen würden. "Unabhängig davon, wie man zu Kernkraftwerken steht", sagt Steiner, stehe diese Leistung dann nicht mehr zur Verfügung.

Die erneuerbaren Energien hätten das Ruder übernommen und dafür benötige man weitere Investitionen in Netze und Speicher. Auch weil insbesondere die Elektromobilität vor einem "ganz starken Zuwachs" stehe, so Steiner in der SZ. Im Hinblick auf die Wärmewende im Gebäudebereich steige zudem der Strombedarf für Wärmepumpen.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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