Freitag, 27. November 2020

Strompreise in Deutschland - Was kostet Strom?

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Rekord-Strompreise in Deutschland

Anbieterwechsel spart Kosten

Strom ist in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Aktuelle Analysen der Bundesnetzagentur zeigen: Über alle Vertragsarten gerechnet, liegt der Strompreis im bundesweiten Schnitt momentan bei 30,85 Cent pro Kilowattstunde.

Durchschnittlicher Strompreis bei 30,85 ct/kWh

Für ihren jährlichen Monitoringbericht zum Strommarkt in Deutschland wertet die Bundesnetzagentur Daten von mehr als 1.000 Stromlieferanten aus. Der zum 1. April 2019 gemessene Rekordwert beim Kilowattstundenpreis liegt fast einen Cent über dem Mittel des Vorjahres.

Strompreissprung nach stabilen Jahren

Am 1. April 2018 hatte der Strompreis in Deutschland laut Statistik der Netzagentur noch bei 29,88 Cent pro Kilowattstunde gelegen. Auch in den Vorjahren war das Kostenniveau mit Durchschnittspreisen von 29,86 Cent bzw. 29,80 Cent weitgehend konstant geblieben. Der aktuelle Preisanstieg von mehr als drei Prozent bedeutet demzufolge eine spürbare Zusatzbelastung für Stromkunden.

Preistreiber Beschaffungskosten

Ungewöhnlich ist der Umstand, das die neuen Rekord-Strompreise in erster Linie auf Kostenerhöhungen der Energieversorger zurückzuführen sind und nicht, wie in früheren Jahren, auf steigende staatliche Abgaben. Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, ist der Preisanteil, den die Stromlieferanten für Beschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge erheben, binnen eines Jahres um fast 14 Prozent angewachsen. Während dieser Versorgeranteil mit rund 20 Prozent einen vergleichsweise kleinen Kostenblock auf der Stromrechnung von Privathaushalten bildet, machen Steuern, Abgaben und Umlagen mehr als 50 Prozent und damit den Löwenteil des Strompreises aus. Dennoch spielen die staatlichen Posten, ebenso wie die Netzentgelte, bei der aktuellen Strompreiserhöhung kaum eine Rolle, sagen die Analysten der Bundesnetzagentur.

Steigende Kosten landen schneller bei den Verbrauchern als sinkende

Als Begründung für die erneut steigenden Strompreise berufen sich die Energieversorger auf erhöhte Beschaffungskosten. Stilllegungen von Kohle- und Kernkraftwerken im Zuge der fortschreitenden Energiewende sowie steigende Kosten für CO2-Zertifikate hätten die Großhandelspreise für Strom verteuert. Verbraucherschützer kritisieren allerdings, dass die Stromanbieter solche preissteigernden Einflüsse erheblich schneller an ihre Kunden weitergeben als sinkende Kosten.

"Bei sinkenden Beschaffungspreisen müssen die Kunden oft jahrelang warten, bis diese Entwicklung auf ihrer Rechnung ankommt. Steigen die Preise, haben sie dagegen schnell Post vom Versorger im Briefkasten oder im Mail-Postfach."

Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW

Strompreiserhöhung erhalten? Sonderkündigungsrecht wahrnehmen!

Wichtig für Verbraucher: Erhöht ihr Stromanbieter während der Vertragslaufzeit den Preis, besteht für Sie ein grundsätzliches Sonderkündigungsrecht. Das heißt: Sie können Ihren Stromanbieter ohne weitere Gründe umgehend wechseln. So sollten Verbraucher vorgehen:

  1. Preiserhöhung prüfen und Kosten vergleichen

Prüfen Sie die Strompreiserhöhung. Wie hoch fällt sie aus und ab wann ist sie wirksam. Vergleichen Sie aktuelle Preise alternativer Stromanbieter mit unserem Tarifrechner. In den allermeisten Fällen lohnt sich ein Wechsel.

  1. Sonderkündigungsrecht nutzen

Laut Gesetzgeber können Sie im Falle von Preiserhöhungen von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Die Frist für die Sonderkündigung beträgt in der Regel einen Monat und muss vom Energieversorger im Zuge der Preiserhöhung mitgeteilt werden.

  1. Vertrag kündigen und Anbieter wechseln

Durch die Preiserhöhung können Sie Ihren laufenden Stromliefervertrag vorzeitig kündigen und den Anbieter wechseln. Das lohnt sich für den überwiegenden Teil der Haushalte, vor allem für solche, die ihren Strom noch über die teure Grundversorgung beziehen.

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