Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich
Die Strompreise für Neukunden steigen Mitte August wieder leicht. Nach aktuellen Daten des StromAuskunft Energy Price Data Lab kostet Strom im günstigsten Tarif heute durchschnittlich 26,04 Cent pro Kilowattstunde – 3,74 Prozent mehr als vor einem Monat. Von einer neuen Preiswelle kann dennoch keine Rede sein: Im Jahresvergleich liegen die Preise weiterhin fast zehn Prozent niedriger. Für Verbraucher bleibt vor allem die große Preislücke zur Grundversorgung relevant – ein Wechsel spart aktuell im Durchschnitt rund 502 Euro im Jahr
Nach mehreren Wochen mit vergleichsweise ruhigen Strompreisen zeigt die Preiskurve wieder leicht nach oben. Am 20. August 2026 beträgt der durchschnittliche Strompreis für Neukunden 26,04 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 3,74 Prozent mehr als vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahr ist Strom dagegen weiterhin 9,61 Prozent günstiger. Grundlage der Berechnung sind die täglich erhobenen Tarifdaten des StromAuskunft Energy Price Data Lab für 6.442 deutsche Städte und Gemeinden bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden.
Auch im Tagesvergleich ist erstmals wieder etwas mehr Bewegung sichtbar. Gegenüber gestern sind die günstigsten Tarife in 12,95 Prozent der untersuchten Städte und Gemeinden gestiegen. Nur in 0,09 Prozent der Orte wurden sie günstiger, in 86,96 Prozent blieben die Preise unverändert.
Der aktuelle Anstieg sollte nicht überbewertet werden. Anfang 2026 lagen die Strompreise für Neukunden zunächst bei rund 24 Cent pro Kilowattstunde. Nach dem starken Anstieg der Großhandelspreise im Frühjahr erreichten die günstigsten Tarife im April durchschnittlich 27,24 Cent pro Kilowattstunde. Im Mai und Juni gingen die Preise anschließend wieder deutlich zurück.
Im Juli betrug der durchschnittliche Neukundenpreis 25,10 Cent pro Kilowattstunde. Mit aktuell rund 26 Cent bewegt sich der Markt damit wieder etwas oberhalb dieses Niveaus, bleibt aber deutlich unter dem Zwischenhoch vom Frühjahr.
Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht weiterhin einen volatilen Markt. Die Großhandelspreise für Strom und Gas haben sich gegenüber März zwar wieder entspannt, reagieren aber weiterhin empfindlich auf geopolitische Entwicklungen. Veränderungen an den Großhandelsmärkten kommen zudem nur verzögert bei Haushaltskunden an, da Energieversorger einen großen Teil ihres Bedarfs langfristig beschaffen.
„Wir sehen derzeit einen leichten Anstieg der Neukundenpreise, aber noch keine neue Preiswelle. Entscheidend ist, dass Strom trotz des Anstiegs weiterhin deutlich günstiger angeboten wird als vor einem Jahr. Verbraucher sollten deshalb weniger auf einzelne Tagesbewegungen schauen, sondern ihren eigenen Vertrag mit dem aktuellen Markt vergleichen.“
Dr. Jörg Heidjann, Energieexperte bei StromAuskunft.de
Für Verbraucher ist die leichte Bewegung des allgemeinen Strompreises ohnehin nur ein Teil der Geschichte. Wesentlich größer sind weiterhin die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Vertragsarten.
Während der günstigste von StromAuskunft berücksichtigte Neukundentarif heute im Durchschnitt 26,04 Cent pro Kilowattstunde kostet, werden in der Grundversorgung durchschnittlich 40,37 Cent pro Kilowattstunde fällig.
Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergibt sich daraus folgendes Bild:
| Strompreis Neukunden | 26,05 Cent pro kWh | 911,63 € Euro pro Jahr |
| Strompreis Ökostrom | 26,83 Cent pro kWh | 939,02 € Euro pro Jahr |
| Strompreis Bestandskunden | 32,8 Cent pro kWh | 1148 Euro pro Jahr |
| Strompreis Grundversorgung | 40,37 Cent pro kWh | 1.412,91 € Euro pro Jahr |
| Wechselersparnis | 501,28 € Euro pro Jahr |
Tabelle "Aktuelle Strompreise für Neuverträge am 20. August 2026 in Deutschland bei einem Jahresstromverbrauch von 3.500 kWh", © StromAuskunft.de
Damit können Haushalte durch einen Wechsel aus der Grundversorgung aktuell im Durchschnitt rund 502 Euro beziehungsweise etwa 35 Prozent ihrer jährlichen Stromkosten sparen.
Neben der Wahl des Tarifs spielt auch der Wohnort eine erhebliche Rolle. Das aktuelle Stromvergleich des Energy Price Data Lab zeigt am 20. August eine Preisspanne von 17,29 Cent pro Kilowattstunde zwischen der günstigsten und teuersten untersuchten Stadt. Der Median über alle untersuchten Städte und Gemeinden beträgt 25,66 Cent pro Kilowattstunde.
Bei den Bundesländern gehören aktuell Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Brandenburg zu den günstigsten Regionen. Die höchsten durchschnittlichen Neukundenpreise finden sich derzeit in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland.
Die regionale Spreizung macht deutlich, warum bundesweite Durchschnittspreise für einen einzelnen Haushalt nur bedingt aussagekräftig sind. Regionale Netzentgelte und die Struktur der lokalen Versorgung sowie die Wettbewerbssituation vor Ort beeinflussen, welche Preise tatsächlich verfügbar sind.
Auch bei Ökostrom bleibt der Preisabstand überschaubar. Der günstigste Ökostromtarif kostet aktuell durchschnittlich 26,83 Cent pro Kilowattstunde. Gegenüber dem günstigsten Tarif insgesamt ergibt sich damit ein Aufpreis von lediglich 0,79 Cent pro Kilowattstunde.
Bei einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden entspricht das rechnerisch weniger als 28 Euro Mehrkosten im Jahr.
Für Verbraucher, die beim Anbieterwechsel Wert auf Ökostrom legen, ist der Preis damit derzeit nur selten ein entscheidendes Hindernis.
Die aktuellen Zahlen zeigen zwei Entwicklungen gleichzeitig: Neukundentarife sind im August etwas teurer geworden, bleiben aber deutlich günstiger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist der Abstand zu vielen Grundversorgungstarifen weiterhin sehr groß.
Für Verbraucher mit einem teuren bestehenden Stromvertrag ist es daher wenig sinnvoll, auf den vermeintlich perfekten Zeitpunkt zum Anbieterwechsel zu warten.
„Ob Strom in einigen Wochen vielleicht wieder einen halben Cent günstiger angeboten wird, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Sicher feststellen lässt sich dagegen, ob ein Haushalt heute 40 Cent bezahlt, obwohl ein geeigneter Tarif für rund 26 Cent verfügbar ist. Diese Differenz sollte für die Wechselentscheidung ausschlaggebend sein.“
Dr. Jörg Heidjann
Beim Vergleich sollte jedoch nicht allein der niedrigste Preis berücksichtigt werden. StromAuskunft bezieht in seine Preisanalysen ausschließlich Tarife mit definierten Mindestkriterien ein. Dazu zählen eine Vertragslaufzeit von höchstens zwölf Monaten, eine Preisgarantie von mindestens zwölf Monaten und eine Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen. Tarife mit Kaution oder Vorauskasse werden ausgeschlossen. Boni und Grundgebühren fließen in den effektiven Strompreis ein.
Der Strompreis steigt leicht – aber der teuerste Fehler bleibt derzeit, einen deutlich zu teuren Vertrag einfach weiterlaufen zu lassen.
Datengrundlage
Das StromAuskunft Energy Price Data Lab analysiert täglich Stromtarife in 6.442 deutschen Städten und Gemeinden. Berechnungsgrundlage ist ein Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden. Berücksichtigt werden Arbeitspreis, Grundpreis sowie Neukunden- und Sofortboni. Für die Tarifauswahl gelten definierte Kriterien zu Vertragslaufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist, Kaution und Vorauskasse.
Datenstand: 20. August 2026