Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich

Wer mit Erdgas oder Heizöl heizt oder Benzin beziehungsweise Diesel tankt, bezahlt den deutschen CO₂-Preis indirekt mit. Seit 2021 müssen Unternehmen, die bestimmte fossile Brennstoffe in Verkehr bringen, für die damit verbundenen Emissionen Zertifikate im nationalen Brennstoffemissionshandel erwerben.
2026 liegt der CO₂-Preis nicht mehr bei einem festen Betrag. Die Zertifikate werden erstmals versteigert; gesetzlich vorgeschrieben ist ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂.
Für Verbraucher bedeutet das: Gegenüber dem Festpreis von 55 Euro im Jahr 2025 können sich Benzin um bis zu rund 2,8 Cent je Liter, Diesel und Heizöl um bis zu 3,2 Cent je Liter sowie Erdgas um bis zu 0,22 Cent je Kilowattstunde verteuern. Die Angaben verstehen sich als mögliche zusätzliche Belastung gegenüber 2025.
Wie hoch die gesamten CO₂-Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vor allem vom Brennstoffverbrauch und vom Preis der Emissionszertifikate ab.
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Energieträger |
CO₂-Kosten 2026 bei 55 €/t |
CO₂-Kosten 2026 bei 65 €/t |
Mehrbelastung gegenüber 2025 |
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Erdgas |
ca. 1,32 ct/kWh |
ca. 1,55 ct/kWh |
bis ca. 0,22 ct/kWh |
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Heizöl |
ca. 17,5 ct/Liter |
ca. 20,7 ct/Liter |
bis ca. 3,2 ct/Liter |
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Benzin |
ca. 15,7 ct/Liter |
ca. 18,6 ct/Liter |
bis ca. 2,8 ct/Liter |
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Diesel |
ca. 17,3 ct/Liter |
ca. 20,5 ct/Liter |
bis ca. 3,2 ct/Liter |
Wichtig: Der CO₂-Preis ist nur ein Bestandteil des Endpreises. Gas-, Heizöl- und Kraftstoffpreise hängen zusätzlich unter anderem von Beschaffungskosten, Steuern, Netzentgelten beziehungsweise Vertrieb sowie der jeweiligen Marktsituation ab.
Bis einschließlich 2025 galt im nationalen Brennstoffemissionshandel ein gesetzlich festgelegter Preis. 2025 betrug er 55 Euro je Tonne CO₂. Seit 2026 werden die nationalen Emissionszertifikate versteigert. Nach § 10 Brennstoffemissionshandelsgesetz darf der Zuschlagspreis dabei nicht unter 55 Euro und nicht über 65 Euro je Zertifikat liegen.
Die erste Versteigerung fand am 1. Juli 2026 an der European Energy Exchange (EEX) statt. Dabei wurden mehr als 21 Millionen Zertifikate zu 65 Euro je Zertifikat zugeteilt – also am oberen Rand des Preiskorridors. Dieser erste Auktionserlös ist jedoch nicht mit einem gesetzlich für das gesamte Jahr festgelegten Verbraucherpreis gleichzusetzen; 2026 finden mehrere Versteigerungen statt.
Ein nationales Emissionszertifikat steht für eine Tonne CO₂.[Je mehr Kohlendioxid bei der Nutzung eines fossilen Brennstoffs entsteht, desto stärker wirkt sich der CO₂-Preis rechnerisch auf dessen Kosten aus.
Die Pflicht zum Erwerb von Zertifikaten trifft nicht den privaten Haushalt unmittelbar, sondern die nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz verantwortlichen Unternehmen, die Brennstoffe in Verkehr bringen. Die dadurch entstehenden Kosten können in die Preise für Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel einfließen und damit letztlich bei den Verbrauchern ankommen.
Umgangssprachlich ist deshalb häufig von einer „CO₂-Steuer“ die Rede. Rechtlich handelt es sich beim nationalen System jedoch um einen Emissionshandel mit Zertifikaten und nicht um eine klassische mengenbezogene Verbrauchsteuer auf CO₂.
Beim Verbrennen von Erdgas entstehen nach den von der Verbraucherzentrale für ihre Berechnungen verwendeten Standardwerten rund 201 Gramm CO₂ je Kilowattstunde. Dadurch ergibt sich bei einem CO₂-Preis zwischen 55 und 65 Euro je Tonne einschließlich 19 Prozent Umsatzsteuer rechnerisch eine CO₂-Kostenkomponente von ungefähr 1,32 bis 1,55 Cent je Kilowattstunde Erdgas.
Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entsprechen 201 Gramm je Kilowattstunde rund vier Tonnen CO₂ pro Jahr. Die Verbraucherzentrale beziffert die daraus resultierenden CO₂-Kosten 2026 auf ungefähr 260 bis 310 Euro jährlich.
Beispiel: Gasheizung mit 20.000 kWh Verbrauch
Bei 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ergeben sich rechnerisch ungefähr folgende CO₂-Kosten:
Die StromAuskunft-Berechnung verwendet einen Emissionsfaktor von 201 Gramm CO₂/kWh und berücksichtigt 19 Prozent Umsatzsteuer.
Dabei handelt es sich nicht um die gesamten Gaskosten, sondern ausschließlich um die rechnerische CO₂-Kostenkomponente.
Der nationale deutsche Brennstoffemissionshandel ist als Übergang zu einem europäischen System angelegt. Der neue EU-Emissionshandel ETS 2 soll nach aktuellem Stand 2028 vollständig in Betrieb gehen und unter anderem CO₂-Emissionen aus Brennstoffen für Gebäude und Straßenverkehr erfassen.
Auch beim ETS 2 werden nicht private Haushalte oder Autofahrer selbst Zertifikate kaufen. Verpflichtet werden Unternehmen auf einer vorgelagerten Handelsstufe, insbesondere Brennstofflieferanten. Diese müssen für die von ihnen in Verkehr gebrachten Brennstoffe entsprechende Zertifikate abgeben.
Anders als beim deutschen Festpreis beziehungsweise Preiskorridor soll der Preis im ETS 2 grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage auf dem Zertifikatemarkt entstehen. Für die ersten Jahre sind allerdings Mechanismen vorgesehen, mit denen bei außergewöhnlich hohen oder schnell steigenden Preisen zusätzliche Zertifikate aus einer Marktstabilitätsreserve freigegeben werden können.
Wie hoch der CO₂-Preis ab 2028 tatsächlich sein wird, lässt sich deshalb heute nicht seriös auf einen bestimmten Eurobetrag festlegen.
Was gilt beim CO₂-Preis 2027?
Beim CO₂-Preis für 2027 ist derzeit eine besonders sorgfältige Formulierung nötig: Ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro ist für 2027 noch nicht abschließend geltendes Recht.
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen und dem Bundestag vorgelegt, nach dem der heutige Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂ auch 2027 fortgeführt werden soll. Der Deutsche Bundestag berichtete darüber am 8. September 2026.
Ohne diese Gesetzesänderung sieht die derzeitige Rechtslage für das Übergangsjahr 2027 eine andere marktbasierte Preisbestimmung vor.[8] Das Gesetzgebungsverfahren ist deshalb für Verbraucher mit Gas-, Heizöl-, Benzin- oder Dieselverbrauch unmittelbar relevant.
Stand 9. September 2026 ist der Korridor von 55 bis 65 Euro für 2027 also geplant, aber noch nicht endgültig beschlossen.