Energy Price Data Lab: Aktuelle Strompreise & Stromvergleich
CO₂-Emissionen entstehen vor allem dort, wo kohlenstoffhaltige Energieträger wie Kohle, Erdgas, Benzin, Diesel oder Heizöl verbrannt werden. Das betrifft unter anderem die Strom- und Wärmeerzeugung, Heizungen, Industrieanlagen und den Verkehr. Kohlendioxid ist dabei nur eines von mehreren Treibhausgasen – in Deutschland allerdings mit Abstand das mengenmäßig bedeutendste. Im Jahr 2025 entfielen nach vorläufiger Berechnung des Umweltbundesamtes 88,4 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen auf CO₂.
Deutschland verursachte 2025 insgesamt rund 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Gegenüber 1990 sind die Treibhausgasemissionen damit um 48,2 Prozent gesunken; gegenüber 2024 betrug der Rückgang allerdings lediglich 0,1 Prozent.
Für Verbraucher sind solche Gesamtzahlen schwer auf den eigenen Alltag zu übertragen. Wie viele Emissionen eine Kilowattstunde Strom, eine Autofahrt oder das Heizen einer Wohnung verursacht, hängt von unterschiedlichen Faktoren und von der verwendeten Berechnungsmethode ab.
Als CO₂-Emission wird die Freisetzung von Kohlendioxid in die Atmosphäre bezeichnet. Energiebedingte CO₂-Emissionen entstehen insbesondere bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Dabei wird der in Kohle, Erdgas oder Mineralöl enthaltene Kohlenstoff oxidiert und als Kohlendioxid freigesetzt.
Kohlendioxid ist ein Treibhausgas. Seine steigende Konzentration in der Atmosphäre verstärkt den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt. Neben CO₂ tragen unter anderem Methan und Lachgas zur Erderwärmung bei.
Deshalb ist es wichtig, zwischen CO₂-Emissionen und Treibhausgasemissionen zu unterscheiden.
Bei einer Angabe in Kilogramm oder Tonnen CO₂ wird ausschließlich Kohlendioxid betrachtet. Eine Angabe in CO₂-Äquivalenten, kurz CO₂e oder CO₂-Äq., kann dagegen auch andere Treibhausgase enthalten.
Dafür wird deren Klimawirkung mit der Wirkung von Kohlendioxid verglichen. Grundlage ist das sogenannte Global Warming Potential, also das Treibhauspotenzial eines Gases über einen festgelegten Zeitraum. Dadurch lassen sich beispielsweise Methan und Lachgas gemeinsam mit CO₂ in einer einheitlichen Größe darstellen.
Das ist beispielsweise bei Landwirtschaft, Ernährung und Erdgas relevant, weil dort neben Kohlendioxid weitere Treibhausgase eine Rolle spielen können.
Merksatz: Steht in einer Quelle „CO₂“, geht es nicht automatisch um alle Treibhausgase. Die Bezeichnungen CO₂ und CO₂-Äquivalente sollten deshalb nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden.
Für die Einordnung von Emissionswerten ist außerdem entscheidend, welche Teile der Wertschöpfungskette in die Berechnung einbezogen werden.
Direkte Emissionen entstehen unmittelbar bei einer Aktivität. Wer beispielsweise Erdgas in einer Gasheizung oder Benzin im Verbrennungsmotor verbrennt, verursacht dabei unmittelbar CO₂-Emissionen.
Indirekte Emissionen entstehen dagegen an anderer Stelle. Dazu gehören beispielsweise Emissionen bei der Stromerzeugung für ein Elektrogerät oder Emissionen, die bei Herstellung, Transport und Bereitstellung eines Produkts beziehungsweise Energieträgers entstehen.
Bei Energieträgern spricht man bei vorgelagerten Prozessen häufig von der Vorkette. Dazu können beispielsweise Gewinnung und Transport eines Brennstoffs gehören. Das Umweltbundesamt weist bei seinen Stromdaten deshalb teilweise getrennte Faktoren für direkte CO₂-Emissionen und Treibhausgasemissionen einschließlich Vorketten aus.
Genau deshalb können zwei seriöse Quellen unterschiedliche Emissionswerte für scheinbar dieselbe Aktivität nennen: Entscheidend sind Bezugsjahr, Datenbasis und Bilanzgrenzen.
Wo sich besonders relevante Ansatzpunkte befinden, hängt vom individuellen Haushalt ab. Beim Energieverbrauch spielen insbesondere Raumwärme, Warmwasser und Strom eine Rolle; bei der persönlichen Gesamtbilanz kommen beispielsweise Mobilität, Ernährung und Konsum hinzu.
Sinnvoll ist deshalb ein schrittweises Vorgehen:
Für die individuelle Betrachtung empfehlen wir den Ratgeber „Persönliche CO₂-Bilanz verbessern“ sowie den CO₂-Rechner des Umweltbundesamtes. Der Rechner berücksichtigt unter anderem Wohnen, Strom, Mobilität, Ernährung und Konsum und dokumentiert die zugrunde liegende Methodik.
Bei Energieverbräuchen wird häufig mit sogenannten Emissionsfaktoren gearbeitet. Vereinfacht lautet die Rechnung:
Energieverbrauch × Emissionsfaktor = Emissionen
Ein Beispiel: Verbraucht ein elektrisches Gerät 1 Kilowattstunde Strom, kann dieser Verbrauch mit einem Emissionsfaktor für den verwendeten Strommix multipliziert werden.
Das bedeutet gleichzeitig: Ein Fernseher hat keinen allgemeingültigen CO₂-Ausstoß „pro Stunde“. Ein großer Fernseher mit hohem Stromverbrauch verursacht bei gleicher Stromversorgung andere rechnerische Emissionen als ein sparsames Gerät. Hinzu kommt, dass sich der Emissionsfaktor des deutschen Strommixes von Jahr zu Jahr verändert.
Auch Aussagen wie „eine Dusche verursacht X Gramm CO₂“ sind ohne weitere Angaben wenig aussagekräftig. Dafür müsste mindestens bekannt sein, wie viel Warmwasser verbraucht wird und mit welcher Energiequelle dieses Wasser erwärmt wurde.
StromAuskunft verzichtet deshalb in der aktualisierten Fassung dieses Ratgebers auf pauschale CO₂-Werte für einzelne Haushaltsaktivitäten.
Für den in Deutschland verbrauchten Strom berechnet das Umweltbundesamt regelmäßig einen durchschnittlichen CO₂-Emissionsfaktor. Für 2025 wurden vorläufig 344 Gramm CO₂ je Kilowattstunde Strom ermittelt. 2024 waren es 353 Gramm und 2023 noch 379 Gramm je Kilowattstunde.
Bei diesen 344 Gramm handelt es sich um die durchschnittlichen direkten CO₂-Emissionen der Stromerzeugung. Vorketten wie die Förderung und Bereitstellung von Brennstoffen werden bei diesem CO₂-Faktor nicht berücksichtigt. Für die Summe der Treibhausgasemissionen veröffentlicht das Umweltbundesamt gesonderte Werte unter Einbeziehung der Vorketten.
Der Wert ist außerdem kein konstanter Faktor für jede einzelne Stunde des Jahres. Der tatsächliche Kraftwerksmix verändert sich laufend. Der veröffentlichte Jahreswert dient als Durchschnittswert zur Bewertung des deutschen Strommixes.
Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß einer Kilowattstunde Strom ist in Deutschland langfristig deutlich zurückgegangen. Das Umweltbundesamt nennt dafür insbesondere den steigenden Anteil erneuerbarer Energien und den Rückgang der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle. Für die jüngere Entwicklung spielen außerdem Stromverbrauch und Stromhandel eine Rolle.
Der Strommix ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum CO₂-Werte immer ein Bezugsjahr benötigen. Eine Berechnung mit einem Emissionsfaktor von vor zehn oder zwanzig Jahren kann die heutige Situation erheblich verzerren.
Für Stromkunden gibt es zwei unterschiedliche Fragen: Wie viel Strom verbrauche ich – und welchen Stromtarif nutze ich?
Den Verbrauch können Haushalte unmittelbar beeinflussen. Jede nicht benötigte Kilowattstunde muss weder erzeugt noch bezahlt werden. Welche Einsparmöglichkeiten sinnvoll sind, hängt insbesondere von Gerätebestand, Haushaltsgröße und Nutzung ab.
Bei der Tarifwahl können Verbraucher zusätzlich prüfen, ob ein Ökostromtarif für sie infrage kommt. Herkunftsnachweise stellen sicher, dass eine entsprechende Menge erneuerbar erzeugten Stroms nur einmal als solche vermarktet wird. Ein Herkunftsnachweis allein ist allerdings keine umfassende Bewertung der ökologischen Qualität eines Stromtarifs.
StromAuskunft stellt deshalb neben dem normalen Stromvergleich auch einen Ökostromvergleich bereit. Bei einem Tarifvergleich sollten neben der Stromkennzeichnung immer auch Preis, Laufzeit, Preisgarantie und Kündigungsbedingungen berücksichtigt werden.
Für private Haushalte ist die Raumwärme besonders relevant. Mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs verwendeten die Haushalte im Jahr 2024 für das Heizen von Räumen. Danach folgen mit deutlichem Abstand Warmwasser sowie weitere Anwendungen wie Kochen, Waschen, Kühlen und Gefrieren.
Wie viele Treibhausgasemissionen durch das Heizen entstehen, hängt wesentlich vom Energieverbrauch und vom verwendeten Energieträger ab. Bei Erdgas oder Heizöl entstehen CO₂-Emissionen unmittelbar bei der Verbrennung. Bei elektrischen Heizsystemen entstehen die Emissionen dagegen überwiegend bei der Bereitstellung des verwendeten Stroms.
Eine pauschale Angabe wie „Heizen verursacht täglich X Kilogramm CO₂“ ist deshalb nicht sinnvoll. Eine kleine gut gedämmte Wohnung mit geringem Wärmebedarf unterscheidet sich grundlegend von einem großen unsanierten Gebäude mit hohem Energieverbrauch.
Für eine persönliche Berechnung sind deshalb die tatsächlichen Verbrauchswerte der Jahresabrechnung die bessere Grundlage.
Auch beim Verkehr hängen Emissionen vom Verkehrsmittel, Energieverbrauch, Antrieb, Auslastung und von der zurückgelegten Strecke ab. Das Umweltbundesamt berechnet die Emissionen des Personen- und Güterverkehrs mit dem Modell TREMOD und aktualisiert die zugrunde liegenden Daten regelmäßig.
Pkw und Flugzeug gehören im Personenfernverkehr zu den Verkehrsmitteln mit vergleichsweise hohen Treibhausgasemissionen pro Personenkilometer. Bahn und Fernbus liegen bei den durchschnittlichen Emissionen deutlich darunter.
Solche Vergleichswerte sind jedoch Durchschnittswerte. Ein stark ausgelasteter Pkw unterscheidet sich von einer Fahrt allein, ein Elektroauto von einem Verbrenner und ein gut ausgelasteter Zug von einem schwach ausgelasteten Verkehrsmittel.
Deshalb sollte bei konkreten Vergleichen immer geprüft werden, welches Bezugsjahr und welche Berechnungsmethode einer Zahl zugrunde liegen. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass sich seine Rechenmodelle weiterentwickeln und Werte verschiedener Veröffentlichungsjahre daher nicht immer unmittelbar miteinander vergleichbar sind.
Bei Lebensmitteln, Kleidung, Elektrogeräten und anderen Konsumgütern entsteht ein großer Teil der Emissionen nicht beim Verbraucher selbst, sondern entlang der Liefer- und Produktionskette. Dazu können Rohstoffgewinnung, Landwirtschaft, Herstellung, Verarbeitung, Transport, Kühlung und Entsorgung gehören.
Deshalb werden solche Emissionen häufig über eine Lebenszyklus- oder Fußabdruckbetrachtung ermittelt. Das Ergebnis hängt dabei von den gesetzten Systemgrenzen und den verwendeten Daten ab.
Pauschale Aussagen wie „regionale Produkte verursachen immer weniger CO₂“ sind deshalb zu einfach. Die Transportentfernung ist nur einer von mehreren Einflussfaktoren auf die Gesamtbilanz eines Produkts.
Das gilt ebenso für Werbeaussagen wie „CO₂-neutral“, „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“: Solche Begriffe sind keine Maßeinheiten. Für eine belastbare Umweltbewertung müssen Berechnungsmethode, betrachtete Wirkung und gegebenenfalls weitere Voraussetzungen klar benannt werden.
Auf dieser Seite hatte StromAuskunft früher zahlreiche feste CO₂-Werte für Fernseher, Waschmaschinen, Duschen, Heizungen, Verkehrsmittel und Lebensmittel aufgeführt.
Solche Tabellen wirken auf den ersten Blick anschaulich, können aber schnell veralten. Der Strommix verändert sich, Geräte werden effizienter, Berechnungsmethoden werden weiterentwickelt und bei Produkten können unterschiedliche Lebenszyklusgrenzen verwendet werden.
StromAuskunft hat die Seite deshalb grundlegend überarbeitet. Statt scheinbar exakte Werte für völlig unterschiedliche Alltagssituationen gegenüberzustellen, erläutern wir heute, wie Emissionen entstehen und unter welchen Bedingungen Emissionswerte miteinander vergleichbar sind.
Das ist auch für Verbraucher wichtig: Eine Zahl ist nur dann wirklich hilfreich, wenn nachvollziehbar ist, was sie misst.
Was bedeutet CO₂-Emission?
Eine CO₂-Emission bezeichnet die Freisetzung von Kohlendioxid in die Atmosphäre. Besonders große energiebedingte Mengen entstehen bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdgas und Mineralöl.
Was ist der Unterschied zwischen CO₂ und CO₂e?
CO₂ bezeichnet ausschließlich Kohlendioxid. CO₂e beziehungsweise CO₂-Äquivalente ermöglichen es, verschiedene Treibhausgase anhand ihrer Klimawirkung gemeinsam auszudrücken.
Wie viel CO₂ verursacht eine Kilowattstunde Strom?
Für den in Deutschland verbrauchten Strom ermittelte das Umweltbundesamt für 2025 vorläufig durchschnittlich 344 Gramm direkte CO₂-Emissionen je Kilowattstunde. Der Wert lag 2024 bei 353 Gramm und 2023 bei 379 Gramm.[7]
Hat jedes Elektrogerät einen festen CO₂-Ausstoß?
Nein. Die rechnerischen Emissionen hängen unter anderem vom Stromverbrauch des konkreten Geräts und dem zugrunde gelegten Emissionsfaktor des Stroms ab. Deshalb ist eine allgemeingültige Angabe wie „X Gramm CO₂ pro Stunde Fernsehen“ ohne weitere Annahmen nicht belastbar.
Warum unterscheiden sich CO₂-Werte verschiedener Quellen?
Mögliche Ursachen sind unterschiedliche Bezugsjahre, Emissionsfaktoren und Bilanzgrenzen. Eine Berechnung kann beispielsweise nur direkte CO₂-Emissionen oder zusätzlich weitere Treibhausgase und Vorketten berücksichtigen.