Studie: "Stromvergleich in Deutschland"

Studie: "Stromvergleich in Deutschland"

24.03.2014 | Energienachrichten

Vergleichsanalyse der Strompreise für 1437 Städte in Deutschland

Warum kostet Strom in München weniger als in Berlin? Warum kostet Strom im Osten der Republik mehr als im Westen? Wie viel Geld man in Deutschland für Strom bezahlt hängt auch davon ab, wo man wohnt.

In Deutschland gibt es große regionale Unterschiede beim Strompreis. Das zeigt jetzt eine umfangreiche Preisstudie des Stromportals StromAuskunft.de 

Unterschiedliche Strompreise in Deutschlands Großstädten

Beim Preisvergleich für die Grundversorgungstarife für die 10 größten Städte in Deutschland ergibt sich folgendes Bild. Besonders teuer ist Strom in der Grundversorgung nach den StromAuskunft Analysen in Essen, Stuttgart und Frankfurt am Main. Vergleichsweise günstige Strompreise zahlen Verbraucher in München, Düsseldorf und Bremen. Ein Paar mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWH zahlt in Essen 1114 Euro für ihren Strom, in Düsseldorf 1005 Euro. So ergibt sich für einen Verbrauch von 3500 kWh ein Preisunterschied zwischen von 110 Euro zwischen Essen und Düsseldorf.

Strompreise Deutschland, Großstädte

Mögliche Ersparnis beim Wechsel des Grundversorgers

In der Studie wurde auch die mögliche Ersparnis für Verbraucher bei einem Anbieterwechsel vom Grundversorger zum günstigsten Alternativanbieter vor Ort analysiert. Dabei wurden expliziert nur Stromtarife ohne Kaution und Vorauskasse sowie mit kurzen Laufzeiten und Kündigungsfristen berücksichtigt. Demnach können Verbraucher in Frankfurt 316 Euro pro Jahr bei einem Anbieterwechsel sparen. In Essen sind es 286 Euro und in Berlin 279 Euro.

Warum sind die Strompreise so unterschiedlich in Deutschland?Die regional unterschiedlichen Strompreise sind von 3 Faktoren abhängig, dem lokalen Wettbewerb, den Netznutzungsentgelten sowie dem Wechselverhalten. Die unterschiedlichen Netzgebühren haben etwas mit den getätigten Investitionen in die Netze als auch etwas mit der Bevölkerungsdichte zu tun. Daher sind der Regel die Netzentgelte im Osten Deutschland deutlich höher als die in Westdeutschland. In Großstädten wiederum leben viele Verbraucher auf einem Fleck, die Wege sind dort kurz und daher die Netzentgelte günstiger.

Der lokale Wettbewerb als auch das Wechselverhalten der Bewohner spielt auch eine Rolle in der Preisbildung. Wie stark ist die Konkurrenz vor Ort, was lassen sich die Kunden gefallen, bevor sie gehen? In Berlin und Brandenburg ist die Wechselbereitschaft zum Beispiel deutlich größer als in Stuttgart.

Generell sind die Tarife in der Grundversorgung viel zu hoch, weiß Dr. Jörg Heidjann vom Energieportal StromAuskunft. „Wer aus dem Grundversorgertarif in einen günstigen Tarif – ohne Vorkasse, Kaution oder Pakettarif – wechselt, spart bei einem Jahresverbrauch von 5000 kWh fast in jeder Stadt in Deutschland mehr als 300 Euro pro Jahr, in Städten wie Essen oder Frankfurt sogar fast 400 Euro.

Für die Studie hat StromAuskunft.de die Strompreise für 1437 Städte in Deutschland analysiert und tabellarisch sowie in einer Deutschlandkarte dargestellt. Der so erzeugte Atlas für Strompreise zeigt auf einen Blick günstige und teure Regionen in Deutschland an.


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