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Strompreise: Greenpeace wirft Grundversorgern Abzocke vor

22.08.2013
Strompreise: Greenpeace wirft Grundversorgern Abzocke vor

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am gestrigen Mittwoch ein Rechtsgutachten vorgelegt, welches besagt, dass Energieversorger die gesunkenen Börsenstrompreise an Haushalte mit Grundversorgungstarifen weitergeben müssten. Rund 40 Prozent aller Privatkunden würden davon profitieren. Würden sämtliche Vorschläge von Greenpeace zur Strompreisgestaltung umgesetzt, rechnen die Umweltschützer mit einer jährlichen Ersparnis von mehr als 100 Euro für jeden Haushalt.

"In der Grundversorgung machen die Energieanbieter Kasse. Übertriebene Industrievergünstigungen verteuern den Strom für Privathaushalte zusätzlich. Hier muss der Bundeswirtschaftsminister eingreifen", sagt Tobias Austrup, Energie-Experte von Greenpeace. In einem ersten Schritt sollten die Kartellbehörden untersuchen, ob Energiekonzerne oder Stadtwerke mit ihren Grundversorgungstarifen eine marktbeherrschende Stellung missbrauchen. Aktuelle Untersuchungen würden laut Greenpeace den Schluss zulassen, dass die Gewinnmargen in den Grundversorgungstarifen seit 2009 um mehr als 70 Prozent gestiegen seien. In den übrigen Tarifmodellen seien die Gewinne hingegen gesunken. "Bestätigt sich der Verdacht, dass die Energieversorger ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzen, können die Stromkunden ihre zu hohen Zahlungen zurückfordern", erläutert Rechtsanwalt Martin Hack, Autor des Rechtsgutachtens. Als Reaktion auf das Rechtsgutachten hat Greenpeace gestern bei allen 16 Landeskartellbehörden Anträge auf Überprüfung der Grundversorgungstarife gestellt.

Ein durchschnittlicher Haushalt würde nach Berechnung der Umweltorganisation bei Anpassung der Grundversorgungstarife an die Börsenstrompreise rund 40 Euro im Jahr sparen. Als weiteren Schritt fordert Greenpeace die Politik dazu auf, die ausufernden Subventionen der Industrie beim Strompreis zu reduzieren. Der Staat begünstigt derzeit mehr als 1.600 Unternehmen bei der Ökostrom-Umlage. Würden diese Befreiungen auf energieintensive Industrieunternehmen beschränkt, die im internationalen Wettbewerb stehen, sänke die Umlage laut Greenpeace um 1,6 Cent pro Kilowattstunde, was sämtliche Privatverbraucher spürbar entlasten würde.

© 2013 StromAuskunft.de

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft

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