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Atomrückstellungen der Energiekonzerne bei 37,8 Milliarden Euro

10.04.2015 | Energienachrichten

Die Atom-Rückstellungen der Energiekonzerne und AKW-Betreiber E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall für die Stilllegung und den Rückbau von Kernkraftwerken sowie für die Atommülllagerung beliefen sich Ende des vergangenen Jahres auf insgesamt 37,8 Milliarden Euro. Dies geht aus einer aktuellen Analyse hervor, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstellt hat.

Die Analyse bemängelt, dass die Kraftwerksbetreiber nur unzureichende Informationen liefern würden, für welchen genauen Zweck, welches Kraftwerk und für welchen Zeitpunkt die Rückstellungen vorgesehen seien. Auch über Beweggründe für Aufstockungen oder Auflösungen von Rückstellungsbeträgen herrsche oftmals Unklarheit. Zudem seien Niveau, Entwicklung und Struktur der Rückstellungen sehr unterschiedlich. So habe RWE beispielsweise deutlich geringere Atomrückstellungen gebildet als Vattenfall, was offenbar auf verschiedenen Methoden bei der Bilanzierung beruht. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte Mitte März angekündigt, die Atom-Rückstellungen erstmals einem Stresstest unterziehen zu wollen.

"Es braucht dringend eine unabhängige und transparente Kostenschätzung. Die Bundesregierung muss nach jahrzehntelanger Intransparenz schnellstens klären, welche Rückstellungen wo und zu welchem Zweck vorhanden sind", so BUND-Atomexperte Thorben Becker. Nach seiner Einschätzung ist die Finanzierung der Folgekosten der Atomenergie infrage gestellt, sofern die bisher gebildeten Rückstellungen in der Hand der Stromkonzerne verbleiben. "Die Rückstellungen für die Lagerung des Atommülls müssen schnellstens in einen öffentlich-rechtlichen Fonds überführt werden", fordert Becker. Es bestehe auch deshalb akuter Handlungsbedarf, weil beispielsweise E.ON derzeit seine alten Kraftwerke ausgliedere und Vattenfall seine Braunkohlesparte verkaufe. Becker: "Die Gefahr ist groß, dass die Rückstellungen schon bald nicht mehr verfügbar sind."

© 2015 StromAuskunft.de

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft

Stromanbieter, Kraftwerk

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