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Industrielle Biogasproduktion in der Kritik

15.02.2012 | Energienachrichten

Branchenvertreter des Biolandbaus kritisieren die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung, da sie zu einer fatalen Konkurrenz um Agrarflächen führe. In vielen Regionen Deutschlands würden Biobetriebe Pachtflächen an industrielle Biogaserzeuger verlieren. "Der Biolandbau wird in der Flächenkonkurrenz zwischen einer exportorientierten Massentierhaltung und einer expandierenden Agroenergieproduktion zerrieben", so Jan Plagge, Präsident des Verbandes Bioland.

Laut Verbandsangaben wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch um 2,3 Prozent an - ein äußerst niedriger Wert im Vergleich zur durchschnittlichen Wachstumsrate, die seit dem Jahr 2000 bei 7,5 Prozent lag. Parallel dazu legte der Umsatz mit Biolebensmitteln hierzulande um neun Prozent zu. Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot wird deshalb verstärkt über Importe gedeckt. Der Verband Bioland fordert diesbezüglich einen deutlichen Politikwechsel, der der Lebensmittelproduktion absoluten Vorrang vor der Energieerzeugung einräumt.

"Das am 1.1.2012 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) konterkariert eine nachhaltige und umweltverträgliche Weiterentwicklung der Biogasproduktion in Deutschland", kritisiert Plagge. Mit dem neuen Gesetz fördere die Bundesregierung einseitig industrielle Großanlagen, die die Vermaisung der Landschaft vorantreiben. Ökologisch wirtschaftende Betriebe würden in der Biogasproduktion hingegen vor allem auf den Anbau von umweltverträglichem Kleegras setzen, welches nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln steht und die Bodenfruchtbarkeit erhöht.

© 2012 GasAuskunft

Björn Katz, Redaktion GasAuskunft


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