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Biodiesel als Urwaldkiller

19.07.2011 | Energienachrichten

Laut der Umwetlschutzorganisation Greenpeace tragen Europas Autofahrer durch das Tanken von Biodiesel zur Zerstörung der Urwälder bei. Denn die sogenannte Biodieselbeimischung enthält bis einem Drittel Palmöl. Greenpeace testete den Biodieselanteil von insgesamt 92 Tankstellen in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Dänemark, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden und Österreich. Deutschland liegt dabei mit je acht Prozent Palm- und Sojaöl in der Beimischung im Mittelfeld.

Seit Anfang dieses Jahres gelten in der EU Nachhaltigkeitskriterien für Agrotreibstoffe. Diese führen allerdings dazu, dass beispielsweise Urwälder in Indonesien und Brasilien zur Schaffung von Anbauflächen gerodet werden. Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace: "Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind weltweit begrenzt, die europäische Gesetzgebung geht an der Realität vorbei. Jetzt treiben die sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen die Urwaldzerstörung voran. Sie spielen aber in der EU-Nachhaltigkeitsverordnung für Agrotreibstoffe überhaupt keine Rolle."

Treibstoffe aus Pflanzen werden von der Politik als wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel bewertet. Daher will die EU den Anteil an Agrotreibstoffen bis 2020 auf zehn Prozent steigern. Aber bereits jetzt reichen die heimischen Rohstoffe Europas nicht aus, um die aktuellen Beimischungsquoten zu erfüllen. Deshalb wird bei europäischem Biodiesel ein Importanteil von rund 41 Prozent erwartet. Gesche Jürgens: "Agrosprit ist der falsche Weg, um den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 im Verkehrssektor zu erreichen. Berücksichtigt man die indirekten Landnutzungsänderungen, sind pflanzliche Treibstoffe klimaschädlicher als fossile Kraftstoffe. Was wirklich etwas für den Klimaschutz bringt, sind verbrauchsärmere Autos und alternative Verkehrskonzepte."

© 2011 GasAuskunft

Björn Katz, Redaktion GasAuskunft


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