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Deutsche Atom-Bürgschaft für Brasilien

07.07.2011 | Energienachrichten

Die Organisationen urgewald, Campact und Attac laufen derzeit Sturm gegen eine geplante Bürgschaft Deutschlands für das brasilianische Atomkraftwerk Angra 3. Fritz Mielert von Campact: "Im Windschatten der Debatte um den deutschen Atomausstieg will die Bundesregierung still und heimlich den Ausbau der Atomkraft in Brasilien fördern." Hier liege eine klare Doppelmoral in der deutschen Atompolitik vor.

Die Bundesregierung hatte bereits Anfang 2010 die Grundsatzzusage für eine Bürgschaft über 1,3 Milliarden Euro für den brasilianischen Meiler Angra 3 erteilt, diese aber bis heute nicht endgültig realisiert. Regine Richter, Energieexpertin von urgewald: "Die Finanzierung ist ins Stocken geraten, weil die beteiligten französischen Banken zusätzliche Sicherheitsanalysen gefordert haben. Es ist ein Armutszeugnis, dass Banken aus dem atomfreundlichen Frankreich kritischer nachfragen als die Bundesregierung."

Der brasilianische Atomsektor stand in den letzten Wochen massiv in der Kritik. Bei einer Prüfung im Nachhall der Fukushima-Katastrophe wurde festgestellt, dass das AKW Angra 2 seit zehn Jahren ohne Betriebsgenehmigung läuft. Der Meiler Angra 3 hingegen verfügt über unzureichende Katastrophenpläne und ist beispielsweise nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert. "Wenn es um gute Geschäfte geht, ist der deutschen Regierung die Sicherheit von uns Brasilianern wohl egal", kritisiert Sérgio Dialetachi, Energieexperte aus Brasilien. "Gerade in Sachen Katastrophenschutz und Sicherheitsstandards birgt der brasilianische Atomsektor enorme Risiken in sich. So etwas darf die Bundesregierung nicht mit einer Bürgschaft unterstützen."

© 2011 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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