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Atomausstieg: Vattenfall-Chef im Interview

06.04.2011

Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter der Vattenfall Europe AG für Hamburg und Norddeutschland, stellte sich gestern im Live-Interview bei Radio Hamburg und Oldie 95 Fragen zum Thema Atomausstieg. Wasmuth äußerte dabei unter anderem, dass er einen Atomausstieg in Deutschland innerhalb der nächsten zehn Jahre für "ambitioniert" halte.

Im Folgenden einige O-Töne des Interviews:

"Wenn Endes des Jahres alle beteiligten Parteien sich einig sind, dass sie raus wollen aus der Atomkraft, wann wäre es dann möglich?" Pieter Wasmuth: "Das ist eine Frage, was es kostet, was es kosten darf. Wenn man nach einem Mittelweg sucht, das ist sehr schwierig zu sagen, aber ich würde sagen, zehn Jahre würde ich vielleicht für ambitioniert halten, zwanzig Jahre ist wahrscheinlich lang. Das ist meine persönliche Einschätzung."

"90 Prozent der Hamburger wollen nach einer repräsentativen Umfrage unserer Sender, dass die AKW Brunsbüttel und Krümmel nicht mehr ans Netz gehen. Warum wollen Sie die beiden Meiler trotzdem wieder ans Netz stecken?" Pieter Wasmuth: "Die Frage, ob wir sie betreiben wollen oder nicht, ist keine nach Gefühl und Wellenschlag. Dafür gibt es ein betriebswirtschaftliches Rational. Die Frage, ob sie wieder ans Netz gehen, entscheiden wir nicht allein, das ist Thema der genehmigenden Aufsichtsbehörden. Wir können nicht beurteilen, ob es in Brunsbüttel und Krümmel dazu kommt, weil wir den politischen Prozess abwarten müssen. Wir müssen in Deutschland auch die Frage beantworten, wie wir die Stromversorgung unseres Landes sicherstellen. Dazu brauchen wir einen breiten Konsens. Das muss alles gemeinsam diskutiert werden, dann kann man der Kernenergie auch ihre Rolle zuweisen."

Neben Vattenfall hat auch die Geschäftsführung des Energiekonzerns und AKW-Betreibers E.ON für ein baldiges Radio-Interview bei den Sendern zum Thema Atomausstieg zugesagt.

© 2011 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft

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