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Castor: Hohe Strahlungswerte

09.11.2010

Greenpeace-Experten messen am Verladebahnhof in Dannenberg die Neutronen- und Gammastrahlung am Castortransport. Die Messungen nach den ersten drei Behältern zeigen, dass die Dosisleistung auch bei diesem Transport wieder hoch ist. Selbst in einer Entfernung von etwa 14 Metern konnte Greenpeace noch 4,8 Mikrosievert pro Stunde nachweisen, über 480-mal mehr als die wenige Stunden zuvor am gleichen Ort gemessene Hintergrundstrahlung durch Neutronen. Zwar liegt die Strahlung damit vermutlich innerhalb der Grenzwerte, die Bewertung der Schädlichkeit von Neutronenstrahlung ist in der Wissenschaft allerdings umstritten.

"Die Polizei wird von den Behörden bewusst getäuscht", so Heinz Smital, Kernphysiker und Atomexperte von Greenpeace. "Die Berichte der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) zur Neutronenstrahlung sind grob manipulativ und verharmlosend. Das ist fahrlässig, und in der Art der Verharmlosung symptomatisch. Die GRS spielt hier mit der Gesundheit der Polizisten, die diesen Zug begleiten müssen, und mit der Gesundheit der Bevölkerung. Wir warnen die begleitenden Polizisten, sich dem Zug zu sehr zu nähern."

"Radioaktive Strahlung sieht man nicht, man hört und riecht sie nicht, trotzdem ist sie hochgefährlich", so Smital weiter. "Deswegen sieht die Strahlenschutzverordnung auch vor, jegliche Strahlung selbst unterhalb der Grenzwerte zu minimieren. Eine bloße Einhaltung von Grenzwerten ist nicht mit Ungefährlichkeit von Strahlung gleichzusetzen." Jeder der Castorbehälter enthält so viel radioaktives Material, wie bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobylfreigesetzt wurde. Der 100 Tonnen schwere Metallbehälter soll die Umwelt vor dieser Strahlung schützen. "Unsere Messungen zeigen, dass der Castor die Strahlung nur unzureichend abschirmt. Das muss jedem klar sein", so Smital.

In der Nacht hatten die Greenpeace-Experten erst nach einer direkten Konfrontation mit der Bundespolizei eine erste Neutronenmessung in Dahlenburg durchführen können. Einsatzkräfte der Polizei hatten das Messteam zuvor über zweieinhalb Stunden massiv daran gehindert, in dem niedersächsischen Ort die Strahlenbelastung in einem Privathaus zu dokumentieren.

© 2010 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft

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