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Castor: Symbolischer Protest

26.10.2010 | Energienachrichten

Unter dem Motto "Atommüll: Zurück an Absender" haben 300 Atomkraftgegner gestern 70 "Atommüllfäser" mit einer täuschend echten Castor-Attrappe samt 40-Tonnen-Lastwagen vom geplanten Endlagerstandort Gorleben zum Bundestag gebracht. Mit einem Demonstrationszug begleiteten hunderte Menschen in Strahlenschutzanzügen den Transport von der Berliner Vattenfall-Zentrale aus auf seinen letzten Kilometern. Vor dem Bundestag, wo am Nachmittag der Umweltausschuss über längere AKW-Laufzeiten beriet, wurden die "Atommüllfässer" als Symbol für die ungelöste Endlagerfrage zu einem großen Berg aufgetürmt.

Mit der Aktion demonstrierte das Kampagnennetzwerk Campact gegen den Atomdeal der Bundesregierung mit den Stromkonzernen. Zuvor war der symbolische Castor vor dem Brennelemente-Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben mit den Atommüllfässern beladen worden und nach Berlin aufgebrochen. "Wir bringen den Atommüll zurück zum Absender: Die schwarz-gelbe Koalition, die mit ihrem Atom-Deal noch einmal tausende Tonnen zusätzlichen Atommüll entstehen lassen will - obwohl dessen Endlagerung völlig ungeklärt ist. Der Salzstock Gorleben ist als Atommülllager völlig ungeeignet, und im Süden der Republik blockieren die Atomlobbyisten Mappus und Seehofer eine standortunabhängige Endlagersuche in ihren Bundesländern. Heute muss der Umweltausschuss des Bundestages die Notbremse ziehen und den Atom-Deal stoppen", so Christoph Bautz von Campact.

Über 143.000 Bürger haben bereits einen Appell von Campact im Internet unterzeichnet, in dem sie ankündigen, sich in diesem Herbst an den Protesten gegen den Atomdeal zu beteiligen. Zehntausende Menschen werden in zwei Wochen bei den Protesten gegen den "echten" Castor-Transport nach Gorleben erwartet.

© 2010 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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